Fussballfans sind begehrte Zuschauer.
Das weiss auch das Berner Symphonieorchester und versucht mit folgendem Newsletter Fussballfans in ein sogenanntes ‘Theater’ zu locken.
Bei unserem Symphoniekonzert am 12./13. Januar hören Sie Dmitri Schostakowitschs Symphonie Nr. 10. [...] «Das Runde muss ins Eckige» fand auch er und löste durch sein Aussehen mit Nickelbrille, Mantel und Aktentasche auf der Tribüne Erstaunen aus. Schostakowitsch liebte Fussball. Seine Lieblingsmannschaft war «Zenit St. Petersburg».
«Diese Anhängerschaft bringt manchmal mehr Frustration als Freude», schrieb er einem befreundeten Sportjournalisten, als Zenit eine Zeitlang im Mittelfeld der sowjetischen Liga dümpelte. Zu seiner Lebzeit gewann der Klub nämlich nur einmal die Meisterschaft – im August 1944.
Nichtsdestotrotz wollte Schostakowitsch nicht nur als Zuschauer beim Match dabei sein. Aus diesem Grund besuchte er 1935 die Schiedsrichterschule und war danach mehrmals als solcher aktiv auf dem Platz.
Schostakowitsch blieb dem Fussball nicht bloss sportlich verbunden – sondern auch musikalisch. In der Ballett-Musik «Das goldene Zeitalter» fügte er 1929 ein Fussball-Libretto ein. Ein kapitalistisches und ein sowjetisches 11er Team stehen sich in dem Tanzstück gegenüber – mit einem unvermeidlichen Sieg für letzteres.
Herr Schostakowitsch hätte wohl ganz gut in die Berner Ostkurve gepasst. Das «Runde Leder» lässt seinen LeserInnen mit 0:0 Stimmen bei verschiedenen Enthaltungen völlig frei, den heutigen Abend im Kultur-Casino Bern zu verbringen.




Nur für Sie: die schönsten Links der ersten Woche im letzten Jahr der Menschheit.









