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Archiv für die Kategorie „Unsere Helden“

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Herr Pelocorto am Sonntag den 18. August 2013 um 10:30 Uhr

Just Fontaine wird heute 80 Jahre alt. Wir gratulieren herzlich. Just wer?

Just Fontaine hat 1958 einen Rekord für die Ewigkeit aufgestellt. An der Weltmeisterschaft in Schweden erzielte er für Frankreich 13 Tore! Spielen für die Bleus konnte er nur, weil er für den verletzten René Bliard nachnominiert wurde. Fontaine absolvierte wegen Verletztungen insgesamt nur 21 Spiele für Frankreich und erzielte dabei 30 Tore, auch das ein rekordverdächtiger Wert!

Falls Sie einige der Tore Fontaine sehen möchten; bitte sehr:

Göttlicher Consultant

Val der Ama am Freitag den 16. August 2013 um 16:00 Uhr

Diego Armando Maradona hat einen neuen Job, teilzeit und ehrenhalber.

Und zwar wird er dem argentinischen Primera-D-Verein Deportivo Riestra künftig als Mental-Coach zur Seite stehen.

Seine Anwesenheit soll die Amateurkicker beflügeln, seine Worte motivieren. Wie sich das ungefähr anhört, haben argentinische Medien bereits bei seinem ersten Mannschaftsbesuch mitbekommen: “Hört auf, Mist zu bauen und steigt auf”, so seine inspirierende Botschaft an die Mannschaft.

Maradona soll das Team auf Spielen und beim Training begleiten, taktische Anweisungen oder auch die Aufstellung sind indes nicht Teil seines Pflichtenhefts. Den ersten Einsatz wird er bereits am 19. August beim Spiel gegen San Miguel haben.

Begeisternde Ballzauberer

Rrr am Donnerstag den 15. August 2013 um 13:00 Uhr

Hallo Fans! Ich bin’s, Euer Heinz!

“Vielleicht habt Ihr es schon mitbekommen: Gestern spielte die Schweiz gegen Brasilien. Gegen Brasilien!! Und, hey, ich war dabei!!!

Weil dem Ursi sein Cousin der Kolleg ist ja bei der Credit Suisse, und der hat das organisiert. Wir also zu viert nach Basel, der Hene, das Ursi, ich und dem Ursi sein Cousin der Kolleg. Hey, Sitzplätze vom Feinsten grad hinter dem Schweizer Tor! Vorderste Reihe, leicht unter Rasenhöhe, soooo geil!!

Und vielleicht hat man das am Fernsehen nicht so genau gesehen, aber diese Brasilianer, da muss ich schon sagen, läck, diese Spielkultur! Wie die einander den Ball, und so schnell, das geht uh schnell, und trotzdem lässig irgendwie, und dazu immer Sambatrommeln, das ist schon, wie soll ich sagen. Das ist sooo geil!

Aber unsere haben voll dagegen gehalten. Der Hene hat’s ja schon vor dem Spiel gesagt, wer den Weltmeister schlägt, für den ist Brasilien nur Nasenwasser. Genau so wars!

Und mir hat der Stocker auch viel besser gefallen als der Neymar. Der Vali, der kann super Tricks, grad wie so ein Brasilianer! Auso de, ä Hiube zäme, ich trommle jetzt noch ein bisschen Samba mit dem Ursi. Bin noch ziemlich brasil-mässig drauf!! Tschüü-üüs!”

Theoretischer Titelträger

Rrr am Donnerstag den 15. August 2013 um 10:00 Uhr

Die Schweiz ist seit gestern inoffizieller Fussball-Weltmeister. Oder auch nicht.

20130815-084628.jpgSeit 1930 wird der Nasazzi-Stab weitergereicht, benannt nach dem Captain des ersten Weltmeisters Uruguay. Wie beim Boxen muss der Titel in jedem Spiel verteidigt werden. Verliert der Titelhalter, geht der Stab zum Bezwinger über.

Bis gestern abend war Brasilien inoffizieller Weltmeister. Nach dem 0:1 in Basel muss die Selecao den Stab an die Schweiz weitergeben, wie unser ***+++-Leser Herr Schnellrechner schon gestern erwähnt hat.

Jubel! Und aber auch Ärger: Denn wie beim Boxen gibt es auch bei den inoffiziellen Fussball-Weltmeisterschaften mehrere konkurrierende Wettbewerbe. Die englischen Kollegen von den Unofficial Football World Championships haben als Ursprung das Jahr 1872, als England das erste Länderspiel der Fussballgeschichte gegen Schottland gewann.

Vom 4. Mai 1930 bis 28. März 1931 waren die Engländer UFWC-Weltmeister. Die Engländer waren aber an der WM 1930 in Uruguay gar nicht dabei. Deshalb kommt es zu unterschiedlichen Listen.

So trägt im Moment Argentinien den UFWC-Gürtel, das Team hat ihn gestern in Italien verteidigt. Aber das Nasazzi-System ist natürlich weit einleuchtender.

Verbotene Liebe

Herr Pelocorto am Montag den 12. August 2013 um 21:00 Uhr

Im modrigen Verlies! Dort endet die kurze und bittersüsse Liebesgeschichte zwischen R. und C.!

Er wollte nur Liebe. Liebe geben und nehmen. R., nennen wir ihn doch einfach Ronald Gjoka (19), himmelte schon ewig C. an, den wir hier Cristiano Ronaldo (28) heissen. Nie aber konnte er in der Nähe seiner Liebe sein. Denn zu gross die Distanz, zu gross ihr Standesunterschied.

Bis vor einigen Tagen des Schicksals glückliche Fügung die beiden zusammenbrachte, als Ronaldo mit seinen zehn Freunden Ronalds Heimatstadt Miami besuchte. Glücksschauer durchrieselten den jungen Körper. Trunken vor Liebe betrat er das jungfräuliche Grün, alles vergessend strebte er seinem unendlichen Sehnen entgegen, ihm, dem Schönsten, dem Alabastergleichen, dem Elfenbeinigen! Dann

kniete er vor Cristiano nieder und umarmte ihn. Ronaldo war zunächst überrascht,
tat es dem überwältigten Fan dann jedoch gleich.

Die unendliche Umarmung; Momente der Ewigkeit! Trügte es, oder strahlte das Flutlicht plötzlich heller? Die Menschen auf den Rängen weinten; schluchzten hemmungslos, fielen sich ebenfalls in die Arme. Wellen des Glücks durchwogten das Sun Life Stadion.

Doch finstere Mächte zerrissen roh den feinen Schleier der Gefühle; fürchterliche Gesellen mit Pranken wie Schraubstöcken griffen nach dem zarten Jungen, rissen ihn los von Ronaldo, dem Leuchtenden, und warfen ihn im Kerker in das finsterste Loch, das man sich denken kann.

Zwei unmenschlich lange Tage musste unser blutjunge Held, noch fast ein Kind, gramgebeugt bittere Tränen vergiessen. Doch wer die Reinheit der Liebe im Herzen trägt, der leuchtet auch in der dunkelsten Stunde. Ronald Gjoka:

Ich verfolge Cristiano, seit er in Manchester spielte. Ich bin ein Riesen-Fan, er ist mein Idol. So eine Gelegenheit gibt es für mich nur einmal im Leben, ihm so nah zu sein. Dafür hat es sich gelohnt, zwei Tage im Gefängnis zu verbringen!

Militärisches Flugzeug aus erkaltetem, gesäuertem Reis, ergänzt um rohen oder geräucherten Fisch

Natischer am Freitag den 2. August 2013 um 13:01 Uhr

Eine bekannte Schweizer «Zeitung» hat Doppeltorschütze Yuya Kubo einen schmissigen Kosenamen verpasst.

Ha ha, Sushi-Bomber! Generationen von Creative Directors beissen vor Neid in die Tischkante!

Nächste Woche folgt dann Michi Frey nach seinen zwei Toren beim FCZ als «Rösti-Kanone». Und in der Woche drauf Alexander Gerndt, der «IKEA-Abstauber». Soviel Fantasie ist schliesslich nicht jedermanns Sache!

Allenfalls schaffen es die Fans auch diesmal ganz ohne Hilfe diese «Zeitung»? Bitte schreiben Sie Ihren Vorschlag – gern auch grad mit dazugehörigem Lied – in die Kommentare.

Wie? Nein, Herr Baresi. Die Farben des Leibchens passten zwar ideal, aber dafür hat Kubo zuviele Haare und so brown ist er auch gar nicht.

Perfekter Penalty

Rrr am Donnerstag den 1. August 2013 um 18:01 Uhr

Ein Engländer zeigt Pirlo den Pirlo.

Ältere Leser erinnern sich: An der EM 2012 beförderte Andrea Pirlo die Engländer aus dem Turnier, indem er seinen Penalty mit einem coolen Panenka-Heber versenkte.

Die Geschehnisse von gestern abend entbehren deshalb nicht einer gewissen Ironie. Beim Testspiel Everton-Juventus kam es zum Penaltyschiessen, dabei versagte Pirlo kläglich – er traf nicht mal das Tor. Dann zeigte ihm John Stones von Everton, wie ein echter Pirlo-Penalty aussehen muss: Natürlich per Panenka-Heber präzis unters Lattenkreuz. Film ab!

Damals als …

Newfield am Dienstag den 30. Juli 2013 um 13:00 Uhr

BREAKING NEWS: Lyon-GC 1:0, Basel-Maccabi 1:0 – der Traum von der Champions League geht weiter!

… es die Bundesliga auch bereits gab, zwar nur in Schwarzweiss und ohne Pep, dafür mit Typen wie Lothar Kobluhn*. Wie und wer auch immer, eine weitere Folge also der Vintage-Variante der endlosen Fussballfoto-Serie.

* Sie kennen Lothar Kobluhn (Siegerfoto oben) nicht? Lesen. Kurzer Text. Allgemeinbildung. Mein Tipp.

 

Frau Götti, Frau Götti!

Herr Pelocorto am Samstag den 27. Juli 2013 um 17:15 Uhr

Ich bin so aufgeregt! Sie auch? Raúl spielt!

Superstar Raúl, der von Kult-Redakteurin Frau Götti und mir verehrt wird, kehrt für ein Spiel zurück in die Veltins-Arena, wo schon den ganzen Tag lang der Schalke-Tag zelebriert wird und heute Abend um 17:30 Uhr zum offiziellen Abschiedsspiel ¡Gracias Raúl! angepfiffen wird. Raúl wird eine Hälfte für seinen aktuellen Club Al-Sadd Sports Club spielen, in der anderen Hälfte streift er sich nochmals das blaue Trikot von Schalke 04 über.

Raúl live am TV!
Sport 1 HD überträgt das Spiel um 17:30 Uhr live! Seien Sie dabei. Falls Ihr Verlangen nach gutem Fussball immer noch nicht gestillt ist, können Sie ab 20:30 Uhr auf ZDF HD den deutschen Supercup zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München mitverfolgen.

Looking for Michel (Parts 1 & 2)

Newfield am Donnerstag den 25. Juli 2013 um 13:02 Uhr

BREAKING NEWS: Thun schaltet Tschichura Satschchere mit 3:1-Auswärtssieg aus (ET, Martinez, Schneuwly) und erreicht die dritte Vorrunde der Europa League

«Stimmt es auch, dass Sie 1978 versucht haben, den Trainer der französischen Fussballnationalmannschaft zu kidnappen?»

«Ja. Zu jener Zeit wurden während der Militärdiktatur in Argentinien tausende Menschen ermordet – das Schweigen von Ländern wie Deutschland, Frankreich und Spanien war eine Schande! Und dann sollte dort auch noch die Fussballweltmeisterschaft stattfinden. Zum Glück gab es eine Gruppe französischer Revolutionäre, die dagegen vorgehen wollten. Die Idee war, Michel Platini zu entführen, den damals beliebtesten Spieler der französischen Nationalmannschaft. Damit würden wir, so unsere Hoffnung, die Franzosen davon abhalten, bei der Weltmeisterschaft anzutreten. Leider konnten wir Platini nicht ausfindig machen, also konzentrierten wir uns auf Michel Hidalgo, den Trainer der französischen Nationalmannschaft.

Weil wir ihn nicht verletzen wollten, nahmen wir vor der Aktion die Munition aus unseren Pistolen. Wir stellten ihn in einem Waldstück, vermummt und bewaffnet, doch womit keiner gerechnet hatte: Hidalgo wehrte sich, bekam eine der Pistolen zu fassen, und während wir davonliefen, drückte er mehrfach ab. Was waren wir froh, dass die Dinger nicht geladen waren! Später, nachdem wir uns zur Tat bekannt und die Hintergründe erläutert hatten, entschuldigte er sich in einem Fernsehinterview und bedauerte, dass er versucht hatte, auf uns zu schiessen. Ein wirklich anständiger Mensch.»

Soweit der fussballbezogene Teil eines Gesprächs in der aktuellen Ausgabe vom Magazin für Popkultur mit Lucio Urtubia. Leider ist das Interview (noch?) nicht im free-www zu sehen.

Moment, noch ein zweites Mal kommt der Fussball ins Spiel – wenn Sie also wollen:

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