Blogs


Archiv für die Kategorie „UEFA“

Anzhi am Ende?

Herr Shearer am Donnerstag den 8. August 2013 um 10:01 Uhr

Manchmal ist man im Nachhinhein gescheiter.

Ältere Leser mögen sich vielleicht noch an Anzhi Machatschkala erinnern: die Mannschaft aus aus der dagestanischen Hauptstadt Machatschkala war im vergangenen Dezember mit ihren Stars Samuel Eto’o, Lacina Traoré und anderen hochdotieren und hochbezahlten Fussballern im Berner Wankdorf zu Gast. Trotz der 1:3 Niederlage gegen die beste Mannschaft der Welt überstanden die Multimillionäre aus dem Kaukausus die Gruppenphase der Europa-League, zogen aber im Achtelfinal gegen die zweitbeste Mannschaft der Welt den kürzeren und schieden aus. Auch in der russischen Liga reichte es nur zu Platz drei, und in der angelaufenen Saison holte Anzhi erst zwei Punkte aus den ersten vier Runden.

Eigentlich wollte der Besitzer des Clubs, Suleiman Kerimov, ja die Champions League gewinnen und anschliessend die Weltherrschaft erringen. So jedenfalls muss jemand ticken, der als neunzehntreichster Russen den bis dahin eigentlich bedeutungslosen Club seiner Heimatstadt kauft und ihm ein geschätztes Jahresbudget von 180 Millionen Dollar zur Verfügung stellt. Mit dem Geld leistete sich Anzhi den bestbezahlten Spieler, wenn nicht gar Sportler der Welt (Samuel Eto’o, 20 Mio € / Jahr), einen hochqualifizierten Trainer (Guus Hiddink) und einen prestigeträchtigen Sportchef (Roberto Carlos). Vor Beginn der Saison 2013/14 holte man für die stolze Summe von 35 Mio. € auch noch Willian von Schachtjor Donetsk, einer Mannschaft, die ebenfalls im Oligarchen-Geld schwimmt. Die Mannschaft lebt und trainiert derweil in Moskau, dort trägt sie auch die internationalen Partien aus, weil die UEFA Dagestan dafür als zu problematisch einstuft. Für die Heimspiele in der russischen Meisterschaft wird das Team jeweilen ein- und danach auch wieder ausgeflogen. Distanz: über 2’000 Kilometer, einfache Strecke.

Jetzt ist aber Schluss mit der Herrlichkeit. Gemäss Twittermeldungen des Klubpräsidenten Konstantin Remchuchov werden Spielerverkäufe im grossen Massstab folgen, die Starspieler werden also ihren Spind bald räumen müssen. Das Budget soll auf ein Drittel zurückgefahren werden. Guus Hiddinks Nachfolger, René Meulensteen, wurde nach nur 16 Tagen im Amt bereits wieder entlassen. Bereits wird spekuliert, dass Gadschi Gadschiev, der den Verein vor der Übernahme durch den Milliardär trainierte, das Amt erneut übernehmen wird. Suleiman Kerimov bereut inzwischen sein Investment; Berichte darüber, dass ihm der Misserfolg seiner Mannschaft auf die Gesundheit geschlagen haben sollen, wurden allerdings als Scherz bezeichnet.

Falls Sie diese Meldung nun sehr bedrückt und Sie Herrn Kerimov helfen wollen, dann gehen Sie jetzt bitte zu Ihrer Bank und investieren Sie all Ihr Erspartes in Aktien der Firma Uralkali. Dort hat der kaukasische Oligarch drum ganz viel Geld reingesteckt und jetzt läuft das Geschäft aber auch überhaupt nicht so, wie er sich das vorgestellt hat. Denn Sie wissen ja: Kaliummangel ist ungesund!

Auf unserem Bild sehen Sie Herrn Kerimov rechts; der links ist Ramsan Kadyrov, ein ehemaliger Freund eines ehemaligen Xamax-Besitzers.

Vielversprechender Fussballabend

Rrr am Dienstag den 6. August 2013 um 13:01 Uhr

BREAKING NEWS: Stürmer Michi Frey verpasst zwei YB-Spiele wegen Seitenbandzerrung am linken Knie

Heute sind wir alle Basler Hoppers.

Der FCB und GC kämpfen um den Verbleib in der Champions-League-Qualifikation. Der FCB will bei Maccabi Tel Aviv einen 1:0-Vorsprung aus dem Hinspiel verteidigen (SRF 2 mit Dani Kern, 19.00 Uhr). GC muss daheim ein 0:1 gegen Lyon aufholen (SRF 2 mit Sascha Ruefer, 21.00 Uhr).

Auf der RL-Redaktion würden wir eigentlich lieber Fenerbahçe-Salzburg schauen (Hinspiel 1:1, ORF 1, 20.45 Uhr), aber wahrscheinlich müssen wir mit Herrn der Ama den Klassiker Rotweiss Essen-Werder Bremen (20.15 Uhr, Sport1) verfolgen. Bremen spielt ja immer gerne gegen unterklassige Mannschaften.

Am Donnerstag wollen zwei weitere Klubs in der Europa League Ehre für den Schweizer Fussball einlegen: Die Nummer 194 in Europa, Thun, spielt gegen die Nummer 265 Häcken (19.30 Uhr, Hinspiel 2:1) und die 113 Zürich gegen 188 Liberec (19.30 Uhr, 1:2).

Looking for Michel (Parts 1 & 2)

Newfield am Donnerstag den 25. Juli 2013 um 13:02 Uhr

BREAKING NEWS: Thun schaltet Tschichura Satschchere mit 3:1-Auswärtssieg aus (ET, Martinez, Schneuwly) und erreicht die dritte Vorrunde der Europa League

«Stimmt es auch, dass Sie 1978 versucht haben, den Trainer der französischen Fussballnationalmannschaft zu kidnappen?»

«Ja. Zu jener Zeit wurden während der Militärdiktatur in Argentinien tausende Menschen ermordet – das Schweigen von Ländern wie Deutschland, Frankreich und Spanien war eine Schande! Und dann sollte dort auch noch die Fussballweltmeisterschaft stattfinden. Zum Glück gab es eine Gruppe französischer Revolutionäre, die dagegen vorgehen wollten. Die Idee war, Michel Platini zu entführen, den damals beliebtesten Spieler der französischen Nationalmannschaft. Damit würden wir, so unsere Hoffnung, die Franzosen davon abhalten, bei der Weltmeisterschaft anzutreten. Leider konnten wir Platini nicht ausfindig machen, also konzentrierten wir uns auf Michel Hidalgo, den Trainer der französischen Nationalmannschaft.

Weil wir ihn nicht verletzen wollten, nahmen wir vor der Aktion die Munition aus unseren Pistolen. Wir stellten ihn in einem Waldstück, vermummt und bewaffnet, doch womit keiner gerechnet hatte: Hidalgo wehrte sich, bekam eine der Pistolen zu fassen, und während wir davonliefen, drückte er mehrfach ab. Was waren wir froh, dass die Dinger nicht geladen waren! Später, nachdem wir uns zur Tat bekannt und die Hintergründe erläutert hatten, entschuldigte er sich in einem Fernsehinterview und bedauerte, dass er versucht hatte, auf uns zu schiessen. Ein wirklich anständiger Mensch.»

Soweit der fussballbezogene Teil eines Gesprächs in der aktuellen Ausgabe vom Magazin für Popkultur mit Lucio Urtubia. Leider ist das Interview (noch?) nicht im free-www zu sehen.

Moment, noch ein zweites Mal kommt der Fussball ins Spiel – wenn Sie also wollen:

(weiterlesen…)

Historischer Erfolg

Rrr am Samstag den 25. Mai 2013 um 20:01 Uhr

BREAKING NEWS: FC Aarau steigt auf! 1:0-Sieg gegen den FC Chiasso!

Sensationell: Deutschland gewinnt die Champions League!

Millionen verfolgten das grosse Endspiel im Londoner Wembley-Stadion, wo sich Deutschland und Deutschland gegenüberstanden. Am Schluss des mit grosser Spannung erwarteten Duells stand fest, dass der Gewinner der Königsklasse 2013 aus Deutschland kommt. Damit wird eine zwölfjährige Durststrecke unterbrochen; letztmals hatte Deutschland 2001 einen internationalen Klub-Wettbewerb für Deutschland gewonnen. (Das Nationalteam holte letztmals 1996 einen Pokal.)

Das Runde Leder gratuliert dem Sieger ganz herzlich zum verdienten Sieg und sagt “Kopf hoch” zum Verlierer, der ebenfalls international eine grosse Saison gespielt hat, aber es kann halt am Schluss nur einer gewinnen. Fussball kann so brutal sein.

Wie auch immer, auf Wiedersehen bei der nächstjährigen Champions League!

Noch sechsmal schlafen …

Rrr am Sonntag den 19. Mai 2013 um 18:03 Uhr

… bis zum grossen Finale. Die Spannung steigt.

Louis, der Lausbub

Herr Shearer am Freitag den 17. Mai 2013 um 06:00 Uhr

Einer war in der Amsterdam Arena lieber mittendrin statt nur dabei.

Louis Kearns (11) aus Liverpool durfte vorgestern mit Vater und Tante in Amsterdam den Final der UEFA Europa-League schauen gehen. Sie erinnern sich vielleicht noch, Chelsea erzielte in der Nachspielzeit das entscheidende Tor zum 2:1 gegen Benfica und sicherte sich so doch noch eine Trophäe in dieser ansonsten nicht sehr erfolgreichen Saison. Nach dem Abpfiff entfernte sich Louis von seinen Familienangehörigen und begab sich wie selbstverständlich aufs Spielfeld, um dort ein Foto mit Fernando Torres zu erbetteln. Der Ex-Liverpooler ist nämlich sein Lieblingsspieler, und auch Rafa Benitez weint der Junior immer noch dann und wann eine Träne nach. Etwas, das die Chelsea-Fans wohl trotz des Sieges in der Amsterdam-Arena nicht unbedingt tun werden.

Ob es mit dem Foto geklappt hat, ist nicht bekannt, was dann folgte, ging aber um die Welt: Louis reihte sich einfach hinter sein Idol in die Schlange der Chelsea-Spieler ein, die sich bezwecks Entgegennahme der Siegermedaillen und des Pokals anschickten, die Treppe zur Ehrentribüne hochzusteigen. So kam es, dass der kleine Schlawiner plötzlich vor Michel Platini stand. Seine Erziehungsberechtigten staunten sicher auch nicht schlecht, als sie den Bub auf dem Grossbildschirm erblickten. “Als ich den Blondschopf auf dem Bildschirm sah, wusste ich sofort, dass es Louis ist. Der Bub schafft es immer wieder, sich überall einzuschleichen”, so seine Tante.

Freudig zum Vorfall äusserte sich auf jeden Fall Steven Williams, Kassier bei Louis’ Juniorenmannschaft: “Wir hatten schon einige Spieler, die Profis wurden. Er aber ist der erste, der einen europäischen Pokal in die Höhe stemmen konnte”.

Namhafte Sicherheitspolitiker und Erziehungsexperten fordern derweil dringend ein Kinderkonkordat.

Foul oder nicht Foul?

Herr Shearer am Freitag den 3. Mai 2013 um 07:02 Uhr

Was viele Fussballfans gar nicht wissen: gestern wurde auch noch ein anderes Halbfinale ausgetragen.

In Lissabon schlug Benfica Fenerbahce mit 3:1 und darf somit auch nach Amsterdam reisen. Eine etwas knifflige Szene ereignete sich in der 57. Minute, als Gaitan im Strafraum seinen Gegenspieler Gökhan Gönül unglücklich im Gesicht traf.

Gönül blieb daraufhin eine Weile bewusstlos liegen und musste ins Nähstübli Spital gebracht werden. Neben heftigem Nasenbluten hatte er auch den Verlust “einiger” Zähne zu beklagen. Wie taxierte der Schiedsrichter derweil die Szene? Selbstverständlich kein Foul.

Wer partout noch nicht genug hat, kann sich diese Szene auch noch auf Zelluloid anschauen.

Basler bei Benítez

Herr Pelocorto am Donnerstag den 2. Mai 2013 um 06:00 Uhr

Was passiert heute Abend an der Stamford Bridge? Wir haben die Antworten.

Der FC Basel hat ein grosses Problem. Es heisst Rafa Benítez. Benítez ist am stärksten in Turnieren, der Sieg mit Valencia im UEFA-Cup 2003/04 und der Gewinn der Champions League 2004/05 mit Liverpool zeugen davon. Der Spanier ist ein ausserordentlich akribisch arbeitender Trainer, der nichts dem Zufall überlässt und die gegnerischen Teams bis in alle Details analysiert.

Auch die Statistik spendet keine Hoffnung für den FC Basel. Chelseas europäische Heimbilanz der letzten 12 Spiele liegt bei 10 Siegen und 2 Unentschieden. Der FC Basel konnte in den letzten 12 europäischen Auswärtsspielen nur dreimal gewinnen, daneben resultierten 5 Unentschieden und 4 Niederlagen. Zudem ist England kein gutes Pflaster für Schweizer Clubs. In 28 Heimspielen zwischen englischen und schweizerischen Teams in europäischen Turnieren gab es nur ein einziges Mal einen Auswärtssieg. Am 30. September 1981 verlor West Bromwich Albion zuhause gegen die Grasshoppers mit 1:3.

Das wird also sehr schwer für die Rotblauen an der Stamford Bridge. Aber mit ihrem Selbstbewusstsein und ihrem spielstarken Kader werden sie nicht ganz leer ausgehen.

PeloPredictor sieht folgendes Ergebnis voraus:

PeloPredictor sagt: Chelsea FC 2, FC Basel 1

Aber wie Sie wissen, habe ich von Fussball keine Ahnung.
Darum kommt vielleicht alles ganz anders.

Die rotblaue Captainfrage

Herr Pelocorto am Mittwoch den 1. Mai 2013 um 20:00 Uhr

Herzlich guten Abend. Wir wissen, warum Valdés nicht Captain des FC Barcelona ist.

Vergangenen Samstag spielte der FC Barcelona auswärts gegen Athletic Bilbao. In der 58. Minute wurde Messi für Captain Xavi eingewechselt. Jetzt hätte die Captainbinde zu Valdés wechseln sollen. Alcantara reichte ihm das Band, aber Valdés lehnte überraschenderweise ab. Also musste Messi die Captainbinde tragen.

Was war bloss mit Valdés los? Der Goalie erklärte später, er habe die Binde abgelehnt, weil sein Bizeps schlicht zu dick sei, er hätte die Armbinde nicht komfortabel einstellen können, also habe er das Teil Messi weitergegeben.

Ich hoffe, dass bei den ‹Culés› heute Abend alles richtig eingestellt ist!

Madrider Misere

Rrr am Mittwoch den 24. April 2013 um 22:35 Uhr

Deutschland ballert Spanien weg (reloaded).

Diesmal schlug ein hoch überlegenes Dortmund den spanischen Rekordmeister Real Madrid mit 4:1. Dass Real in der Champions League noch nicht ganz so tot ist wie Barca, haben die Madrilenen einzig einem krassen Abwehrfehler von Mats Hummels zu verdanken, der das Auswärtstor Reals durch Cristiano Ronaldo ermöglichte.

Vieles deutet aber auf ein deutsch-deutsches Endspiel in London hin.