Archiv für die Kategorie „Transfermarkt“

Verlust: Ein halbes Dutzend Doumbias

Frans am Donnerstag den 2. September 2010 um 16:00 Uhr

Nach dem Verkauf von Rafael van der Vaart  an Tottenham kann der Real-Buchhalter Bilanz ziehen: Der Kauf und Verkauf holländischer Spieler hat den Verein über 60 Mio € gekostet, d.h. öppe ein halbes Dutzend Doumbias.

Der Buchhalter braucht die Transferverluste nicht lange zu berechnen. Das hat Mundo Deportivo bereits für ihn getan. Und die holländischen Medien haben das Ganze noch fein säuberlich dargestellt:

Real-Tulpentransfers

Der Real-Fehler lag übrigens nicht (nur) beim Kauf, sondern auch beim Verkauf  der Oranje-Stars, wie Mundo Deportivo bilanziert. Ausser Huntelaar (von Milan zu Schalke abgeschoben) brillierten alle zum Teufel Gejagten: Robben bei Bayern (bester Spieler der Bundesliga), Sneijder bei Inter (bester Mittelfeldspieler der letzten CL) und Ruud beim HSV (torgefährlichster Frührentner seit Erfindung der grauen Panther).

Alles halb so schlimm: Real hat aus den Fehlern gelernt und bedient sich nun bei den Deutschen, die integrieren sich in Spanien einfach besser.

Endlich weg

Val der Ama am Montag den 30. August 2010 um 10:31 Uhr

Hoffenheim? AC Mailand? VfL Wolfsburg? Werder Bremen? Manchester United? Everton? Paris St. Germain? Real Madrid? Nein, es ist Premier League-Aufsteiger Newcastle United. Und nach langer Vereinssuche kann Hatem Ben Arfa endlich wieder Fussball spielen.

Ben Arfa mit Flasche. Nicht mehr so breit.

Die Beziehung zu OM‘-Trainer Didier Deschamps galt schon lang als angespannt und als er dann auch nicht immer mitspielen durfte, war Ben Arfa Anfang dieses Monats in Streik getreten und nicht mehr im Training erschienen.

„Ich bin nicht bereit, diese Saison zu spielen. Ich habe auch meinen Stolz. Ich bin keine Scheisse“, fand Ben Arfa deutliche Worte. Eine Strafe werde er akzeptieren, aber es gebe kein Zurück: „Weil die Verantwortlichen meinen Willen nicht berücksichtigen, bin ich bereit, meine Karriere auf Eis zu legen“, sagte der 23-Jährige.

Ben Arfa suchte und kontaktierte und wurde kontaktiert, aber irgendwie fand sich trotz zahlreicher Gerüchte keine definitive Lösung, kein neuer Vertrag, kein neuer Klub. Nicht ganz einfache Charaktere haben es nicht ganz einfach im Klubfussball. Schliesslich wurde es dann auch Vater Ben Arfa mulmig, er meldete den Medien: „Da gibt es einen Typen, er nennt sich selbst Michel Ouazin, heisst aber eigentlich Ali. Der hat meinen Sohn einer Gehirnwäsche unterzogen. Er hat Hatem dazu bewegt, schlecht von Herrn Deschamps zu sprechen. Er hat ihm eingeredet, dass es total einfach wäre, einen neuen Verein zu finden.“

Nun ist der Sohn Ben Arfa zufrieden: “Newcastle war immer meine erste Wahl. Ich bin froh, hier zu sein”.

Langweilig geht es nicht

Val der Ama am Samstag den 28. August 2010 um 14:01 Uhr

Immerhin noch 180 Millionen Franken haben die Vereine der Bundesliga diesen Sommer bisher für Transfers ausgegeben und fast gleich viel eingenommen. Stand heute, ein paar Tage geht das Theater schon noch.

Thomas Schaaf - Wesley Lopes Beltrame - Klaus Allofs

Dementieren, Täuschen, Verstecken, Leugnen. Und wenn mal wer was sagt, dann sagt er oft nichts oder nur wenig. Oder zumindest nicht gleich. Morgen dann, weil wissen tut noch niemand was und vielleicht ist es ja nur ein Gerücht: Sommertransfers.

Out: Kuranyi ist schon lange weg. Und wohin geht Klose? Kaiserslautern? Bremen? HSV? OL? AC Milan? Nö, Klose bleibt in Bayern, dafür geht Demichelis vielleicht zu PSG. Mario Gomez zum FC Liverpool? Milan will Huntelaar an Schalke verkaufen? Sicher ist: Rubin Kazan hat ordentlich eingekauft, Real Madrid auch. Oder da eine ganz rätselhafte Geschichte: Mainz 05 gibt mit Bancé seinen besten Stürmer eine Woche vor Rundenbeginn ab. Der 25 jährige wechselt ausgerechnet in die Gurkenliga der Emirate.

In: Nach nur einem Jahr ist Diego (25) zurück in der Bundesliga. Für 24,5 Millionen Euro war er im vergangenen Sommer von Werder Bremen zu Juventus Turin gewechselt, jetzt zahlt Wolfsburg für den Brasilianer 15 Millionen Euro.

Aber da ist noch viel mehr: Hatem Ben Arfa, der nach Bremen kommen sollte, aber wahrscheinlich nun in Newcastle strandet. Raúl und Metzelder bei Schalke 04. Ballack ist wieder da (Leverkusen) und nervt bereits. Und aber auch noch Wesley, der Diego- oder auch Özil-Ersatz von dem man sich in Bremen einiges erhofft.

Ach ja, einen haben wir noch: Van der Vaart geht zu Schalke. Oder kommt doch José Manuel Jurado?

Psychologischer Haarschnitt

Frans am Montag den 16. August 2010 um 16:40 Uhr

Die Frisurenpolizei hat ein entspanntes Verhältnis zu privater Selbstjustiz.

Sie begrüsst deshalb das entschlossene Vorgehen des Trainers von PSV Eindhoven im Falle des finnischstämmigen Schweden Ola Toivonen.

toivonen seitlichetoivonen 3 goals de graafschap

Löblicherweise erreichte Privatpolizist Fred Rutten nach eigener Darstellung sein Ziel ohne Androhung von Gewalt oder anderer Nachteile:

“Ich habe ihm empfohlen, seine Haare zu schneiden. Manchmal haben gewisse Dinge einen psychologischen Effekt; ich kann darauf inhaltlich nicht näher eingehen. Wie alt ist Toivonen? 24? Manche Jungen benötigen einfach etwas Zeit.”

Ruttens Massnahme zeigte verblüffende Wirkung: In den ersten beiden Meisterschaftsspielen skorte der frisch frisierte Toivonen nicht weniger als fünf Treffer. Angeblich soll sich bereits der Alain Sutter-erprobte Liverpooltrainer Roy Hodgson für Toivonen interessieren.

Verriss vom Führer

Herr Shearer am Samstag den 31. Juli 2010 um 14:01 Uhr

AKTUELL:
Bellinzona – Young Boys 2:1 (6. Dudar ET, 42. Feltscher, 84. Mayuka)

Nordkoreas Fussballteam musste kürzlich im Volks- und Kulturpalast antraben.

Verteidigt die rote Flagge der Revolution bis zum EndeDer Anlass fand bereits am 2. Juli statt, wurde aber erst jetzt publik. Die gesamte Delegation, welche die Demokratische Volksrepublik Koreas an der Weltmeisterschaft vertreten hatte, musste sich im Pjöngjanger Prunkgebäude auf die Bühne stellen und sich anschliessend von Pak Myong-Chol, dem Sportminister zünftig die Leviten lesen lassen. Zeugen des Auftritts waren 400 Regierungsangestellte, Studenten und “Journalisten”. Nur den beiden in Japan tätigen Jong Tae-Se und An Yong-Hak blieb diese Demütigung erspart. Sie flogen nach dem Ausscheiden direkt nach Japan zurück.

Der Vorwurf, welcher den Fussballern gemacht wurde, lautete auf “ideologisches Scheitern” oder irgend etwas in der Art. Die Spieler seien bedrängt worden, ihren Trainer Kim-Jong Hun für die aus Sicht der Regierung ungenügenden Leistungen verantwortlich zu machen. Dieser bekam sodann die harte Hand des geliebten Führers Kim Jong Il zu spüren. Er wurde aus der Arbeiterpartei ausgeschlossen und wird fortan als Bauarbeiter tätig sein.

Ungünstig für die koreanischen Kicker dürfte der Umstand gewesen sein, dass die Regierung nach der passablen Leistung gegen Brasilien den Entscheid umstiess, keine Liveübertragung zu senden; so war die 0:7-Schlappe gegen Portugal das erste überhaupt in Nordkorea ausgestrahlte WM-Spiel. Trotzdem sind sich Kenner der Zustände im quasi vollständig isolierten Land einig, dass die Mannschaft mit einem blauen Auge davongekommen sei: in der Vergangenheit seien mehrmals Sportler und Trainer, die den Ansprüchen des geliebten Führers nicht genügten, in Arbeitslager gesteckt worden.

A la bande

Frans am Montag den 26. Juli 2010 um 15:45 Uhr

Emile Mpenza wechselt offenbar doch nicht von Sion zu Ajax Amsterdam. Dennoch – oder gerade deswegen - hat sich Mpenza für Ajax als durchaus nützlich erwiesen.

Billard a la bandeNach den Abgängen von Marko Pantelic und Dennis Rommedahl (zu Olympiakos Piräus) verlangte Ajax-Trainer Martin Jol trotz leerer Clubkasse dringend nach neuen Sturmpartnern für Baldpapa Luis Suarez.  Schliesslich steht am Mittwoch bereits das CL-Qualispiel gegen PAOK Saloniki auf dem Programm.

Fündig wurde man offenbar nicht nur beim 2003 vom damaligen Ajax-Trainer Ronald Koeman zum Teufel gejagten Ägypter MidoEr soll nach kleineren Umwegen über Celta de Vigo, Olympique Marseille, AS Roma, Tottenham Hotspur (unter Trainer Jol), Middlesbrough, Wigan Athletic, Al-Zamalek und West Ham United wieder zu Ajax stossen.

Verpflichtet wird auch der Rotterdam-Marokkaner Mounir El Hamdaoui, der AZ Alkmaar 2009 zum Meistertitel schoss. Er hatte zunächst ein so hohes Gehalt verlangt, dass er der bestbezahlte Ajax-Spieler geworden wäre.  Ajax stellte sich quer und bekundete angebliches Interesse an Sions 32jährigem Topskorer Emile Mpenza. Mounir reduzierte darauf seine Gehaltsforderung und soll heute als Ajax-Neuzugang vorgestellt werden.

Mpenza als Mittel zum Zweck: So berichten es heute die holländischen Medien. Wenn die Geschichte stimmt, meinen die Billard- und Dürrenmatt-Experten in der RL-Redaktion einstimmig: Gekonnt gespielt.  A la bande – so muss man den Mounir schlagen.

Neulich in Madrid

Frans am Donnerstag den 29. April 2010 um 08:00 Uhr

Es folgt ein aktueller Beitrag, den unser Hollandkorrespondent seit einem halben Jahr sorgfältig geplant hat:

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Bald in Madrid: Arjen Robben (Bayern München) versus Wesley Sneijder (Inter Mailand).

Höhö.

Nicht schiessen!

Herr Shearer am Dienstag den 6. April 2010 um 10:06 Uhr

Carlos Tevez und Co. rufen zu einer friedlichen WM auf.

LadehemmungWenn Sie bis anhin planten, ihr Schiesseisen an ein WM-Spiel mitzunehmen, müssen wir Sie leider arg enttäuschen. Die Knarre muss zuhause bleiben. Die südafrikanische Regierung kann zwar nicht vollständig für Ihre Sicherheit garantieren, verbietet ihnen aber auch, dies in ihre eigenen Hände zu nehmen.

Carlos Tevez, Steven Pienaar und andere prominente Kicker rufen auf der Website der IANSA (international action network on small arms) zum Verzicht auf Feuerwaffen in den Stadien der WM 2010 auf. Carlos Tevez erinnert sich auch an seine Jugendzeit im Vorort Fuerte Apache in Buenos Aires:

“Ich hörte oft Schüsse in der Nacht und musste mich entscheiden, ob ich alles in den Fussball stecken oder ein Leben als Krimineller führen wollte. Waffen haben weder im Sport noch in der Gesellschaft etwas zu suchen. Und wenn wir eine waffenfreie Weltmeisterschaft haben können, wieso soll man dann nicht noch weiterdenken?”

Die olympiamedaillenverwöhnten Schweizer Sportschützen werden wohl nicht in allen Punkten mit Carlos Tevez einverstanden sein; nichtsdestotrotz findet das Runde Leder diese Aktion unterstützungswürdig und hat spontan alle Waffen, welche in den Redaktionsräumen lagerten, auf dem nächsten Polizeiposten abgegeben.

Aufgeräumte Atmosphäre

Herr Shearer am Freitag den 2. April 2010 um 05:59 Uhr

Weitere gute Kunde für WM-Besucher: Südafrika schafft Ordnung.

800px-2009BlikkiesdorpGemäss Presseberichten hat die südafrikanische Regierung begonnen, Obdachlose und Strassenkinder temporär in Lagern unterzubringen, welche diese bis nach Ablauf des sommerlichen Grossanlasses nicht mehr verlassen dürfen. Bereits seien 1450 Menschen nach Blikkiesdrop, einem Lager bei Kapstadt, verbracht worden. Dieses sei ursprünglich für nur 450 Menschen konzipiert worden. Ein Sprecher der lokalen Regierung dazu: “Obdachlosigkeit und Bettlerei sind ein grosses Problem hier. Und bevor man Gäste empfängt, räumt man sein Haus auf.”

Sie sehen, es gibt absolut keinen Grund, diesen grossartigen Anlass bloss am Fernsehschirm zu verfolgen.Das betont ja auch der einzigartige Sepp Blatter immer wieder. Also, geben Sie sich einen Ruck und buchen Sie jetzt umgehend ihren Trip ins schöne Südafrika!

Ausbilden und einstreichen

Svon Hetz am Donnerstag den 28. Januar 2010 um 12:45 Uhr

Der Meisterexperte des Runden Leders freut sich, dass seine Ratschläge bei der YB so gut umgesetzt worden sind, und spricht heute über das Geheimnis des längerfristigen Erfolgs.

Kompetenter Experte für Titelfragen «Meine lieben Tabellenführer! Sie wissen natürlich längst, was das Geheimnis der Vereine ist, welche – wie der FCZ in den letzten Jahren – von Erfolg zu Erfolg hüpfen, bis ihnen ganz trümmlig wird: Eine kluge Transferpolitik. Wie betreibt man aber kluge Transferpolitik? Diese Frage will ich Ihnen heute gerne an einem Beispiel erläutern.

Am besten ist es, wenn Sie verheissungsvolle Talente schon mit der Einschulung in Ihr Nachwuchsprogramm aufnehmen. Sie schaffen dadurch die wichtige Identifikation mit dem Verein. Wenn der Spieler dann mit ca. 19 Jahren in der U-21 erfolgreich mitspielt, sollten Sie ihn ab und zu in der ersten Mannschaft gegen Ende des Spiels einwechseln. Am besten natürlich, wenn es um was geht, zum Beispiel im Cup.
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