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Archiv für die Kategorie „Tabu-Themen“

Veritabler Wurstcheck

Natischer am Freitag den 3. Juni 2011 um 06:05 Uhr

Der zuständige Wurster hatte sich gemäss Zeugenaussagen leicht empört über unseren RL-Wurstversuch gezeigt. Evaluieren wir also nochmal sauber.

Wursttest

Wir degustieren von links nach rechts:

1. Curry-Mango-Sauce: Zu dominant. Note 3.
2. Ketchup: Zu süss. Note 3.
3. Soja-Sauce: Nein. Note 1,5.
4. Dijon-Senf: Zu stark, aber ich mag Dijon-Senf. Note 4.
5. Thai-Sweet-Chili-Sauce: *räusper*. Note 2,5.
6. nature: Doch. Ich verstehe. Note: 6.
7. Senf: Doch. Ich verstehe. Note: 4.
8. Salsa Brava: Wer tut sowas? Note: 2.

Metzger Bechinger möge uns verzeihen. Wir haben immerhin etwas gelernt …

Mit bestem Dank und Gruss in den Osten!

Geächtete Gesichtsbehaarung

Herr Shearer am Sonntag den 24. April 2011 um 15:27 Uhr

Parvis Tursonov spielt derzeit nicht.

Der gläubige Muslim ist eigentlich beim tadschikischen Erstligisten Khair Vahdat in der Hauptstadt Duschanbe angestellt. Dessen Trainer, Tochir Muminov, musste aber vor kurzem bei der lokalen Polizei vorsprechen. Die riet ihm eindringlich, Tursonov nicht mehr aufzustellen.

tursonovDer Grund dafür ist in Tursonovs Gesicht zu finden. Der Mittelfeldspieler will nämlich seinen dichten Bart partout nicht abrasieren. Andererseits fürchtet man in Tadschikistan, einer ehemaligen Sowjetrepublik in Zentralasien, den Einfluss von Islamisten. So ist die Polizei angehalten, Versammlungen von mehreren bärtigen Männern umgehend aufzulösen.

“Tursonovs Bart hat seine Leistungen auf dem Fussballplatz zu keiner Zeit beeinträchtigt, aber seine Abwesenheit schmälert die Chancen unseres Teams “, erklärt der Trainer von Khair. Die Mitglieder des Parlaments hingegen wollen mit der Sache nichts zu tun haben; die tadschikische Gesetzgebung verbiete Fussballern ja schliesslich nicht, sich einen Bart wachsen zu lassen.

Noch hat Parvis Tursonov seinen Rücktritt nicht offiziell bekannt gegeben. In Duschanbe geht man aber davon aus, dass er sich dem Druck nicht beugen wird und seine Fussballschuhe nie mehr für seine Mannschaft schnüren wird.

Martialische Male

Herr Shearer am Samstag den 12. Februar 2011 um 16:06 Uhr

Auch ein hübscher Rücken kann entzücken!

Daniel Agger reiht sich ein in eine lange Reihe von Tattoo-Opfern unter Profifussballern. Sein Rücken ist verziert mit einem hübschen Gemälde eines Wikingerfriedhofs, darüber prangt das sinnige Cup-Motto ‘Mors Certa, Hora Incerta’, was lateinisch ist und soviel heisst wie: der Tod ist sicher, die Stunde nicht.

Agger1

Natürlich kann man sich über die Ästhetik und den Sinn dieser Körperkunst streiten. Aber womit sollen denn Fussballsöldner ihre freie Zeit fernab der Heimat sonst verbringen? Wenn sie beim Tätowierer abhängen, machen sie zumindest sonst keinen Unsinn.

Fussball und Moral (1)

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 20. Januar 2011 um 13:00 Uhr

Lieber Dr. Rüdisühli, ist es moralisch in Ordnung, wenn ich meinen sechsjährigen Neffen mit Fussballutensilien meines Lieblingsclubs ausstatte und ihn an ein Heimspiel mitnehme in der Hoffnung, einen Fan zu gewinnen?

Fussball und Moral: Trikot für Kinder?Lieber Herr M., Sie werfen eine schwierige Frage auf. Soll der junge Mensch seine, unsere Welt selber erkunden dürfen? Oder müssen wir ihn anleiten?

Der grosse Schweizer Entwicklungspsychologe Jean Piaget war der Meinung, dass beim jungen Menschen Identität entsteht durch das ständige Streben nach Gleichgewicht und der damit verbundenen Auflösung des Ungleichgewichts. Dies geschieht etwa durch den Prozess der Assimilation, also der Anpassung des eigenen Verhaltens an die Aussenwelt. Ich bin auch Piagets Meinung und habe Ihnen das Bild links mitgebracht, um den Sachverhalt zu visualisieren.

Damit wird Ihnen sofort klar, dass Sie das nicht nur dürfen, sondern dass es moralisch verwerflich wäre, wenn Sie es nicht täten. Möchten Sie denn, dass sich der junge Mensch an einen anderen Club assimiliert als an den Ihrigen? Eben.

Ich wünsche Ihnen und Ihrem Neffen einen schönen Matchbesuch, Ihr Dr. Rüdisühli.

Alte Dame mit Pom-Poms

Herr Shearer am Mittwoch den 19. Januar 2011 um 09:57 Uhr

Der italienische Fussball verliert endgültig die Contenance.

Natürlich ist die Unsitte schon andernorts aufgetaucht, auch ganz in unserer Nähe. Jetzt hat es ausgerechnet die alte Dame ereilt. Seit dem vergangenen Wochenende kommt auch das Publikum des Serie A-Vereins Juventus Turin in den zweifelhaften Genuss von Cheerleadern. Sie wissen sicher: diese Unsitte, bei der spärlich bekleidete junge Damen mit Staubwedeln auf Sportplätzen choreographierte Gymnastikübungen machen, stammt aus den Vereinigten Staaten von Amerika, einem Land, in dem der Ball beim Fussball auch mit der Hand berührt werden darf und wo sich die Spieler aus Scham darüber bis zur Unkenntlichkeit verkleiden und verschalen.

CheapleadersDie Cheerleaders des italienischen Traditionsvereins haben ihre Existenz dem Sponsor BetClic zu verdanken, welcher auch einen Kanal auf YouTube eingerichtet hat, auf dem Sie das Gewedel anschauen können, so Sie denn wollen.  Zumindest sportlich haben die Cheerleaders Juve bislang nicht geschadet: Nach dem erstmaligen Einsatz der Cheerleaders im Olympiastadion wurde Bari mit 2:1 geschlagen.

Die Redaktion des Runden Leders hat einstimmig folgende Botschaft an die Papiermühlestrasse verabschiedet: don’t even think about it!

Koreanischer Kurzfilm

Herr Pelocorto am Sonntag den 2. Januar 2011 um 20:00 Uhr

Erstmals wurde am nordkoreanischen Fernsehen ein westlicher Film gezeigt.

Nordkorea liebt den FussballAm 26. Dezember war es so weit. Das nordkoreanische Fernsehen strahlte zum ersten Mal überhaupt einen Film aus dem Westen aus.

Trotz der 0:7-Ohrfeige bei der Live-Übertragung des ersten WM-Spiels überhaupt zwischen Nordkorea und Portugal setzte man auch dieses Mal auf die Karte Fussball und wählte für die fussballverrückten Nordkoreaner den Film Bend It Like Beckham.

Allerdings bekam das nordkoreanische Publikum nicht die Originalversion in der Länge von 112 Minuten zu sehen. Alles, was auch nur annähernd an Homosexualität, an Religion oder an interkulturelle Beziehungen erinnerte, wurde herausgeschnitten. Gezeigt wurde schlussendlich eine gut 100 Minuten lange bereinigte Version. Dafür wurde während des Films ein Text eingeblendet, der auf das 10jährige Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen Nordkorea und dem Vereinigten Königreich hinwies. Der britische Botschafter Martin Uden in Seoul war entsprechend stolz, schliesslich hatte die Botschaft in Südkorea das Ganze eingefädelt. Well done, mate!
Bend It Like Beckham

Frühe Abkehr vom Fussballzirkus

Svon Hetz am Donnerstag den 23. Dezember 2010 um 16:15 Uhr

Nicht jedes Multitalent bleibt dem Fussball erhalten. Manch einer sucht sich sein Publikum schon früh woanders.

«In meiner Kindheit begann ich bei YB. Wir wohnten damals in der Region Bern. Danach zogen wir zu Beginn der 60-er Jahre nach Zürich. Weil mein Vater Bekannte hatte beim GC, spielte ich dort weiter. Es gefiel mir aber nicht. Ich gefiel ihnen auch nicht. Ich sagte zu meinem Vater: Bei GC spielen alles Pfeifen. Das bringt mir nichts. Ich will zum FC Zürich.

Ich wechselte nach sechs Wochen zum FCZ und fühlte mich sofort sehr gut. Ich kam zum Einsatz und spielte wirklich gut. Ich bekam sogar ein Aufgebot für die Junioren-Nati. Ich war Stürmer, ich war sehr schnell und flink. Ich hatte einen guten Schuss und ein gutes Dribbling – ich hatte einen Torriecher.

Heute werde ich oft gefragt, was ich in meinem Leben bisher am liebsten gemacht habe. Meine Antwort ist simpel: Es ist mir vieles gelungen im Leben, aber vielleicht wäre ich wirklich ein hervorragender Fussballer geworden.»

Ja, Herr Rolf Knie, vielleicht.

(Interview: 93. Minute – Das FCZ Magazin, Dez. 2010)

Strikte Strickregeln

Svon Hetz am Donnerstag den 4. November 2010 um 05:59 Uhr

Endlich ist wieder die Jahreszeit der knisternden Cheminéefeuer und klappernden Lismernadeln. Und endlich kommen dabei auch Fussballfans auf ihre Rechnung.

Vor knapp einer Woche wurde nämlich die langersehnte Aktion Grosi’s Schal des geliebten FCZ gestartet. Ab sofort dürfen alle Strickliesen und -lisandros loslegen und den neuen Winterschal des Stadtzürcher Fussballklubs kreieren.

Die Regeln sind dabei denkbar einfach. Sie müssen lediglich auf der Geschäftsstelle des FCZ anrufen, und die Wolle wird Ihnen inklusive Stricknadeln per Post frei Haus zugeschickt. Danach sind nur wenige Eckwerte zu beachten:
- Länge: 160-170 cm
- Breite: 16-17 cm
- Fransen an beiden Enden
- Wolle und Nadeln stellt der FCZ in vier Farben zur Verfügung
- keine eigene Wolle verwenden

Bis zum 26. November haben Sie sodann Zeit, bezüglich Muster und Gestaltung Ihren Ideen freien Lauf zu lassen und das fertige Produkt einzureichen. Während der Adventszeit werden die schönsten Schals durch eine Fachjury die Kundschaft im FCZ-Fanshop gevoted.

Als attraktiver Preis für die drei Auserwählten winkt ein Matchbesuch in der exklusiven Loge. Und bereits das Mitmachen lohnt sich: Alle Teilnehmenden werden von Cillo Canepa persönlich zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Aber Obacht: Aufgrund der grossen Nachfrage musste die Teilnehmerzahl auf 150 begrenzt werden.

Daher: Schluss mit reinziehen, übersteigen und sich fallen lassen – inenstechen, umenschlagen, durenziehen und abenlassen ist angesagt.

Fussballheiliger

Val der Ama am Dienstag den 2. November 2010 um 16:00 Uhr

BREAKING NEWS: YB reist ohne Wölfli nach Dänemark

Der Fussball hat einen Heiligen. Es ist nicht Maradona.

Fussballheiliger

Das ist Aloisius “Luigi” Scrosoppi, der neu erkorene Schutzheilige des Fussballs. 

Gecastet hat ihn Florian Becker, Professor an der Fachhochschule in Rosenheim, indem er 13000 Heilige auf ihre Tauglichkeit hin untersucht hat. Waren sie gut zu Kindern? Haben sie gesellschaftliche Verantwortung übernommen? So ein paar Kriterien. Der Computer brachte eine Top-Ten-Liste hervor und dann voilà.

Ein Schweizer wäre übrigens auch infrage gekommen, sagt Becker. “Etwa Ottmar von St. Gallen, der unter den Top 3 rangiert. Er besass ein Weinfass, das nie leer wurde.” Aber Fussball ist ja bekanntlich eher Bier, also nein.

Nun ist es halt ein Italiener und zudem ein ernster Welcher, denn Scrosoppis Leitspruch war: “Arbeite, leide, schweige!”

Der Heilige ist bereits geschnitzt worden und wird in den nächsten Jahren intensiv vermarktet, auch gerade im Hinblick auf die in doch recht katholischen Ländern stattfindende EM 2012. Los gehts am 17. November 2010, da soll Scrosoppi beim Länderspiel Italien gegen Rumänien der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Stadium of S***e

Herr Shearer am Sonntag den 3. Oktober 2010 um 12:11 Uhr

Sunderland kann das Wasser nicht mehr halten.

BrokenPipeDer Anpfiff des gestrigen Spiels zwischen dem Sunderland AFC und Manchester United musste um 20 Minuten verschoben werden. Die Mancunians wurden in Ihrer Garderobe bereits vor dem Match geduscht, nachdem in der Decke der Gästegarderobe ein Abwasserrohr geborsten war und die Kabine unter Wasser gesetzt hatte. John O’Sheas Anzug wurde offenbar besonders in Mitleidenschaft gezogen. Nach eigenen Aussagen will er ihn aus hygienischen Gründen gleich fortwerfen.

“Als wir vom Aufwärmen zurückkehrten, sagte man uns, dass wir nicht reingehen sollten und teilte uns einen anderen Raum zu,” so Torhüter Edwin van der Sar. “Es stank schrecklich und jede Menge Anzüge, Toilettenbeutel und Schuhe mussten fortgeworfen werden. Irgendwie konnte Albert Morgan (der Materialwart) die Schienbeinschoner und anderes verschmutztes Material noch reinigen, aber es war schon eine komische Situation”. Offenbar beschäftigte das Vorkommnis die Spieler: für die “Reds” resultierte nur ein mageres 0:0.

Der für Nordostengland zuständige Redaktor empfiehlt, das Sunderlander “Stadium of Light” sicherheitshalber abzureissen und den dazugehörigen Verein aufzulösen.