Das Hinterteil ist Privatsache – auch und gerade auf dem Fussballfeld.
“Werte Mitbürgerinnen und Mitbürger. Heute richten wir uns an den aktiv fussballspielenden Teil unserer Bevölkerung. Diesen möchten wir darauf aufmerksam machen, welche Konsequenzen der plötzliche Verlust der Selbstbeherrschung auf dem grünen Rasen haben kann. Nacho Novo kann Ihnen seit gestern etwas darüber erzählen. Sicher war es äusserst unfein von den Anhängern von Aberdeen, den Rangers-Stürmer nach deren Niederlage als “Homo” zu verspotten. Seine anschliessenden affektierten Tanzeinlagen vor dem Pöbel kann man durchaus auch als humorige und einigermassen schlagfertige Reaktion ansehen. Die Hose muss dabei aber oben bleiben, sonst haben wir von der Polizei gar keine andere Wahl, als ein Verfahren wegen Erregen öffentlichen Ärgernisses zu eröffnen. Herr Novo kann wohl anführen, dass ihm nicht aufgefallen sei, dass dort, wo er den Zuschauern seinen blanken Hintern präsentierte, auch Minderjährige anwesend waren. Ob der Herr Richter ihm das aber glauben wird, steht auf einem andern Blatt.
Wir müssen in diesem Zusammenhang aber auch noch auf ein gutes Beispiel verweisen: der Spieler Marco Streller von der schweizerischen Spitzenmannschaft FC Basel nahm die Aufforderung der Fankurve des BSC Young Boys, die nächste Weltmeisterschaft vor dem heimischen TV-Gerät zu verbringen, ganz gelassen mit einem Lächeln und freundlichem Zuwinken auf. Chapeau! Also, immer schön die Contenance bewahren. Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend.”