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Archiv für die Kategorie „Rote Karte“

Verwunderliche Verwechslung

Val der Ama am Dienstag den 13. August 2013 um 13:00 Uhr

Schiedsrichter Stéphane Jochem hat am Samstag ein vielbeachtetes Debut in der Ligue 1 gegeben.

Sein erstes grosses Spiel ist Valenciennes gegen Toulouse und da kommt es in der 34. Minute zu einem recht interessanten Zwischenfall: Valenciennes-Stürmer Grégory Pujol stürmt nämlich zu dieser Zeit in den Strafraum, etwas ungelenk verfolgt von Verteidiger Steeve Yago. Pujol fällt, Jochem pfeift Penalty. Foulpenalty im Strafraum? Jochem zeigt dem Spieler Yago die Rote Karte.

Dieser gibt sich selbstverständlich unschuldig und also tut Jochem ungeduldig und schickt den Spieler Uros Spajic mit einer klaren Geste vom Feld. Und Spajic geht tatsächlich raus.

Jochem hat sich nach dem Spiel für den Fehler entschuldigt und erklärt, er habe seine Assistenten missverstanden. Auf dem Bild unten sehen links übrigens Uros Spajic, rechts Steeve Yago.

Die ganze Szene sehen Sie mit einem Klick hier drauf.

Episodischer Ersteinsatz

Val der Ama am Dienstag den 6. August 2013 um 05:07 Uhr

Rapid Wien gewinnt auch ohne Maximilian Hofmann.

Am Sonntag, also vorgestern, spielte Rapid Wien gegen Sturm in Graz und gewann das Spiel doch ziemlich glücklich mit 4:2. Gut für Rapid, gut für die Mannschaft. Und gut auch für den bereits oben erwähnten Abwehrspieler, denn er durfte sein erstes Spiel mit der ersten Mannschaft miterleben.

Weniger gut allerdings aber die Dauer seines ersten Spiels, denn der Innenverteidiger stand bei seinem Debut gerade mal 47 Sekunden auf dem Platz, bevor er wegen Notbremse (in Österreich spricht man da glaub’ ich von Torraub) auch gleich seine erste tipp3-Bundesliga-Rote-Karte sah. Dann Penalty und nach drei Minuten also 1:0 für Graz aber eben: Rapid konnte das Spiel auch mit 10 Mann noch drehen.

Ah, und auch interessant: Nächsten Samstag startet der SV Werder Bremen gegen Eintracht Braunschweig in die neue Saison.

Furioser Flieger

Val der Ama am Donnerstag den 27. Juni 2013 um 13:00 Uhr

AKTUELL: Das Runde Leder ist ab 18.00 Uhr für etwa eine Stunde offline. Der Grund ist ein Apero technischer Natur (Software-Update). Besten Dank für Ihr Verständnis.

In unserer Serie “Foul oder nicht Foul?” zeigen wir Ihnen heute eine Szene mit dem Fussballer Neymar aus Brasilien.

Irr auf Instagram

Val der Ama am Mittwoch den 26. Juni 2013 um 05:47 Uhr

Und wieder ein Fussballspieler, der nicht gut mit sozialen Medien kann.

Der heutige Kandidat: Dane Brekken „Brek“ Shea, texanischer Fussballspieler norwegischer Abstammung, seit Winter 2013 für den englischen Verein Stoke City in der Premier League aktiv. Haben Sie je hässlichere Hosen, ein schlimmeres Shirt, ein dooferes Käppi gesehen? Gut, und dann kann man sich selbstverständlich auch an der Pose und den Waffen stören.

Selbstverständlich hat Shea das Foto längst von seinem Account entfernt und sich bei der erbosten Community entschuldigt. Wie immer halt. Dazu erstaunlich eigentlich, dass es nicht bereits eine voll engagierte Facebook-Gruppe gegen dumme Bilder von dummen Fussballern gibt.

Oh, da kommt mir in den Sinn, Shea und Instagram… da war doch was? Ah ja, gar nicht lange her, da deponierte Stoke-Spieler Glenn Whelan einen Schweinekopf im Spind von Teamkollege Kenwyne Jones und Shea veröffentlichte dann eben via Instagram dieses Foto da.

Ausserordentliche Abservierung

Val der Ama am Montag den 24. Juni 2013 um 09:59 Uhr

Dramatik in der Halbzeitpause: Gus Poyet erfährt live auf BBC von seiner Entlassung.

Poyet ist war seit vier Jahren Trainer des Vereins Brighton & Hove Albion und als solcher diesen Mai erst in den Premier League-Aufstiegsplayoffs gegen Crystal Palace gescheitert.

Nun also sass er als TV-Experte im Studio und sollte eigentlich interessante Sachen zu Spanien-Nigeria sagen, als der Moderator einen eiligst herbeigetragenen Zettel mit der bereits auf der Clubwebsite publizierten Entlassungsbotschaft vorlas.

Der Uruguayer nahm die Nachricht sichtlich überrascht auf, zeigte Unverständnis und kündigte rechtliche Schritte an.

Hier noch das bewegte Bild dazu.

Kollegiale Kopfnuss

Val der Ama am Mittwoch den 19. Juni 2013 um 10:01 Uhr

Streit und schlechte Laune am Arbeitsplatz sind keine Seltenheit.

Leider. Und illustrativ zeigen wir Ihnen hier eine Konflikteskalation zwischen Volodymyr Lysenko und Kollege Mirko Raicevic vom ukrainischen Verein FC Hoverla-Zakarpattya Uschhorod.

Kein Bier in der letzten Vier…

Lars: L am Dienstag den 18. Juni 2013 um 09:56 Uhr

…telstunde in Brasilien.

Die Mona LisaEndlich greift man gegen die Unsitte des letzten Bieres im Stadion durch. Beim Confed-Cup in Brasilien wird nach 75 Minuten des Spiels jeweils der Zapfhahn zugedreht. Auf Plakaten steht: «A venda de cervejas será encerrada aos 30 minutos do 2. tempo. Obrigado!» Das bedeutet soviel wie: es gibt kein Bier ab der YB-Viertelstunde.

Die Zuschauer freut das, sie sparen so relativ viel Geld. Denn das Bier kostet in Rio etwa gleichviel wie im Wankdorf (und im Stade de Suisse), das Durchschnittseinkommen Brasiliens ist jedoch fünfmal tiefer.

FIFA-Sprecher Pekka Odriozola begründete den hohen Preis damit, dass bei der Berechnung für das Stadionbier (US-Budweiser) auch die Qualität des Produktes berücksichtigt worden sei.

Kratzen statt Knast

Herr Shearer am Donnerstag den 9. Mai 2013 um 10:00 Uhr

Auch England kennt den gemeinnützigen Arbeitsdienst für Straftäter.

Auf dem Bild sehen Sie Nile Ranger, ehemaliger Stürmer von Newcastle United. Der gelernte Fussballprofi tut in Londons Stadtteil Tottenham mit dem Abkratzen von Farbe Busse für seine zahlreichen Missetaten. Die Magpies haben sich am 1. März vom Londoner Perspektivspieler getrennt, nachdem dessen Vorstrafenregister ungebremst in die Länge wuchs. Schon 2007 musste er ins Jugendgefängnis, nachdem er sich an Raubüberfällen beteiligt hatte. Vier Jahre später, 2011, stand er wiederum vor Gericht, weil er verdächtigt wurde, im Stadtzentrum von Newcastle einen Mann bewusstlos geschlagen zu haben. In diesem Fall wurde er aber unschuldig gesprochen. Ein Jahr später wurde er verurteilt, weil er wiederum in Newcastle “drunk and disorderly” gewesen sei. Damit noch lange nicht genug: im September 2012 wurde er in einem Haus in Enfield im Norden Londons von der Polizei vor einer Wohnung mit eingeschlagener Türe aufgegriffen. Die Klage wurde später fallengelassen – Ranger gab an, die Türe eingeschlagen zu haben, weil er befürchtete, dass seine Freundin gekidnappt worden sei. Dann wurde es richtig übel. Gleich zweimal wurde er in diesem Jahr verhaftet, zuerst wegen Verdachts auf Vergewaltigung am 25. Januar, dann am 14. März – nach seiner Entlassung in Newcastle – wegen Verdachts auf Körperverletzung.

Dass er zwischendurch auch noch bei der Polizei vorzusprechen hatte, weil er auf einem Foto in bester Gangsta-Manier mit einer Replika-Pistole posierte und vom Verband für das Verbreiten homophober Kommentare über Twitter zu einer Geldstrafe aufgebrummt erhielt, sind da nur noch Randnotizen in einem prall gefüllten Sündenregister.

Jetzt noch eine Anmerkung für interessierte Sportchefs: Nile Ranger ist auf dem Transfermarkt frei verfügbar.

Dramés Drama

Val der Ama am Donnerstag den 25. April 2013 um 00:00 Uhr

Wie immer um Mitternacht: Wenns stimmt, dann gut erfunden.

Hier sehen Sie Lecces Teilzeitstürmer Ousmane Dramé und über ihn ist uns folgende Geschichte zugetragen worden: Herr Dramé hatte unlängst Lust auf ein wenig Sexy-Time, beispielsweise mit einer Prostituierten. Doch dann dort allerdings akute Frustrationsgefahr, denn der Franzose hatte kein Geld dabei. Dafür aber so ein neues iPhone 5.

Geht auch. Und es ist dann auch gegangen aber leider wohl nicht gut genug: Denn Dramé machte sich flugs darauf und undankbarerweise mit seinem, dem unlängst versprochenen Mobiltelefon aus dem Staub (jetzt hier fügen einige hinzu, es hätte  grad auch noch die Handtasche der Dame mitgemusst) und zwar mit einem zufällig anwesenden Fahrrad.

Absurd? Noch nicht vollständig, weil es geht ja erst richtig los! Und zwar: Die Tat wurde von einer transsexuellen Kollegin der Dirne beobachtet und diese erboste erst und alarmierte dann die Polizei und konnte den Täter nach Verfolgung gar stellen.

Nun ja, mehr Details wahrscheinlich in der heutigen Gratispresse. Sein Verein hat den Spieler derweil suspendiert.

Rassiger Rücktritt

Herr Shearer am Sonntag den 31. März 2013 um 23:17 Uhr

Ein Trainer kommt, ein Vorstandsmitglied geht.

Wie soeben bekannt wurde, hat Paolo Di Canio das Traineramt beim Sunderland AFC übernommen, nachdem Martin O’Neill vor einigen Tagen seine sieben Sachen im Stadium of Light packen musste. Di Canio war zuletzt beim Swindon Town FC tätig, mit welchem er den Aufstieg in die League One schaffte; allerdings überwarf er sich dort mit den Verantwortlichen wegen Spielertransfers und der Zukunft des Vereins.

 

Einer war ob dieser Wahl besonders entsetzt: David Miliband (2. v.r.), ehemaliger Aussenminister Grossbritanniens und Abgeordneter im britischen Unterhaus, trat per sofort von seinem Amt im Vorstand der “Black Cats” zurück. Miliband ist jüdischer Abstammung. Di Canio seinerseits bezeichnete sich in der Vergangenheits selbst als Faschisten (allerdings sei er kein Rassist…) und rechtsradikal. 2005 wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt, nachdem er, damals in Diensten Lazios, in einem Derby gegen die AS Roma mit einem faschistischen Gruss in die Kurve gegrüsst hatte. Statt die Busse zu akzeptieren, wiederholte er diese Geste – ausgerechnet in Livorno, bei einem Club mit ausgesprochen linkem Anhang.

Miliband erklärte seinen Rücktritt unmittelbar nach Bekanntwerden des Trainerwechsels:

“Ich wünsche Sunderland alles Gute in Zukunft. Diese grossartige Institution leistet einen grossen Beitrag für den Nordosten und ich wünsche der Mannschaft alles Gute für die nächsten sieben extrem wichtigen Spiele. Im Angesicht der früheren politischen Äusserungen des neuen Trainers denke ich aber, dass es richtig ist, jetzt zurückzutreten.”

Immerhin können die Mackems, angesichts des ihnen nach Ansicht des zuständigen Redaktors ziemlich sicher bevorstehenden Abstieges, mit diesem Rücktritt eine stolze Stange Geld sparen.