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Archiv für die Kategorie „Regelrecht“

Verstummte Pfeifen

Rrr am Samstag den 10. Dezember 2011 um 11:46 Uhr

In Albanien ruht der Spielbetrieb: Die Schiedsrichter streiken.

Sie verweigern an diesem Wochenende in sämtlichen Ligen den Dienst, weil ihr Kollege, der FIFA-Schiedsrichter Lorenc Jemini, letzten Sonntag in der höchsten Liga Opfer von Übergriffen wurde. Nach dem 1:1 zwischen Laçi und Kastrioti wurde er von Zuschauern und Funktionären des KF Laçi beschimpft, bedroht und auf dem Feld herumgeschubst.

Der Verband hat bereits reagiert – drei Funktionäre erhielten ein einjähriges Stadionverbot, der Klub muss zudem sämtliche verbleibenden Heimspiele als Geisterspiele auf neutralem Terrain austragen.

Das reicht den Schiedsrichtern nicht. “Mit dem Streik wollen wir allen deutlich machen, dass wir Übergriffe auf die Referees nicht tolerieren können”, teilte die Vereinigung der Unparteiischen am Freitag mit.

Bewegte Bilder der multiplen Rudelbildung in Laçi können Sie im Internet sehen.

Breite Zustimmung

Rrr am Sonntag den 27. November 2011 um 12:35 Uhr

Betrugsserie im türkischen Fussball! Jetzt reagiert die Politik.

Mindestens 19 Spiele sollen letzte Saison geschoben worden sein, darunter Fenerbahçes Heimsieg in der Schlussrunde gegen Sivasspor – Fener sicherte sich so den Titel und wurde deshalb aus der Champions League ausgeschlossen.

Der Skandal zog immer weitere Kreise. Insgesamt wurden mehr als 80 Funktionäre, Spieler und Trainer mehrerer Klubs festgenommen. Etwa 30 Beschuldigte kamen in U-Haft, darunter Fenerbahçe-Präsident Aziz Yildirim (unser Funkbild).

Aber eben, die Rettung ist nahe: Das Parlament in Ankara hat am Freitag das Strafmass für Wettbetrügereien drastisch gesenkt. Statt zwölf Jahre Haft liegt die Höchststrafe neu bei einem bis allerhöchstens drei Jahren.

Die Gesetzesänderung fand im Parlament eine breite Zustimmung. Politiker aller Parteien hiessen die Revision gut.

Umstrittene Strafe

Rrr am Donnerstag den 17. November 2011 um 13:06 Uhr

Gelb wegen vorzeitigen Trikotausziehens? Nicht in der Schweiz.

Samuel Inkoom zog neulich in der Ukraine bei seiner Auswechslung noch auf dem Feld das Trikot aus. Dafür sah er gelb-rot.

In der Schweiz hätte er keine solche Strafe kassiert, wie Recherchen unserer Leserschaft zeigen. Im aktuellen Regelwerk, das sich auf der Website des Schweizerischen Fussballverbands findet, ist unter Punkt 10.9.3 bloss vermerkt:

Ein Spieler, welcher nach einen Torerfolg die Werbebanden überspringt und durch provokatives Feiern beabsichtigt, den Gegner oder die Anhänger der gegnerischen Mannschaft blosszustellen, ist zu verwarnen.

Der Fall Inkoom würde laut Regel 4.1.7.1 milde bewertet:

Wird bei laufendem Spiel die Ausrüstung eines Spielers beanstandet oder stellt der Schiedsrichter einen Mangel fest, so ist der fehlbare Spieler bei der nächsten Spielunterbrechung mit der Anweisung vom Spielfeld zu schicken, die Ausrüstung in Ordnung zu bringen.

Auch in Deutschland ist der Fall Inkoom nicht eine Strafe vorgesehen (Seiten 22ff). Das FIFA-Regelboard macht darauf aufmerksam, dass in jedem Fall die Zurschaustellung politischer und religiöser Botschaften auf den Unterziehern sanktioniert wird, was aber hier nicht der Fall ist. Doch der ukrainische Verband hält die Verwarnung für gerechtfertigt (wie auch Inkooms Trainer).

Eine internationale Verständigung zur Klärung dieser Frage erscheint uns angezeigt.

Doppelter Abgang

Rrr am Sonntag den 6. November 2011 um 13:36 Uhr

In unserer Serie “Doofe rote Karten aus aller Welt” zeigen wir Ihnen heute eine Szene aus der Ukraine.

Dort spielt bekanntlich der frühere Basler Starspieler Samuel Inkoom. Im jüngsten Auswärtsspiel mit Dnipro Dnipropetrowsk wollte ihn der Trainer auswechseln, worauf Inkoom vom Platz trottete und in Vorfreude auf die Dusche bereits das Trikot auszog.

Das gibt Gelb – im Fall von Inkoom war es Gelb-Rot. Der zur Einwechslung vorgesehene Yevhen Shakhov stand da wie ein begossener Pudel.

Trainer Juande Ramos: “Inkooms Verhalten ist unentschuldbar. Das ist unprofessionell.” Sünder Inkoom: “Ich kann das nicht verstehen. Ich zog das Trikot nur aus, weil es verschwitzt war und ich mich nicht erkälten wollte.”

Ahmeds Abseitsanalyse

Rrr am Donnerstag den 27. Oktober 2011 um 23:34 Uhr

Regulär oder doch nicht?

Ahmed Derama, der amtliche Abseitsbeauftragte des Runden Leders, hat den Fall analysiert.

“Die Bilder des Schweizer Fernsehens geben keinen eindeutigen Aufschluss, weil die Kamera für die Totale ungünstig positioniert ist. Deutlicher wird die Lage bei den Bildern von Teleclub.

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Ref im Rausch

Rrr am Dienstag den 25. Oktober 2011 um 10:00 Uhr

Hapyp Birhtday, Tomáš Fidra.

Der Schiedsrichter eines Spiels der tschechischen Regionalliga fiel von Beginn weg auf. “Er stank wie eine Schnapsbrennerei”, sagte Karel Dusek vom Klub Jestrabi Lhota gegenüber tschechischen Medien.

Fidras Trikot war von zahlreichen Stürzen völlig verschmutzt. Ohne ersichtlichen Grund stellte er drei Spieler des Gastklubs vom Platz. Die Entscheidungen waren so unfair, dass das Heimteam auf Offensivaktionen verzichtete und dafür Applaus von den eigenen Fans erhielt.

In der Halbzeitpause nahm die alarmierte Polizei einen Alkoholtest vor, der einen Wert von 1,94 Promille ergab. Fidra gab zu, er habe vor dem Match rasch eine Geburtstagsfeier in der Nähe besucht.

Leider gebe es keinen Paragraphen, wonach ein betrunkener Schiedsrichter sein Amt nicht ausüben dürfe, sagte Dusek. Deshalb sei das Spiel zu Ende gebracht worden und habe 1:1 geendet. Erst im Nachhinein annullierte der regionale Fussballverband das Spiel. Dem Schiedsrichter droht eine Sperre von zwölf Monaten.

Koreanisch-katarische Kollision

Rrr am Donnerstag den 20. Oktober 2011 um 10:00 Uhr

In unserer neuen Serie “Bilder, die Sie nicht sehen wollen” zeigen wir Ihnen heute Bilder aus Asien.

Dort kam es zu einer rustikalen Rudelbildung im Champions-League-Spiel zwischen den Suwon Bluewings aus Südkorea und Al Sadd (Katar).

Ein Korea-Kicker hatte sich verletzt und musste am Spielfeldrand gepflegt werden. Die Südkoreaner gingen davon aus, dass der Schiedsrichter die Partie deshalb unterbrochen hatte. Da lagen sie falsch, was Al Sadd blitzschnell erkannte. Der Ex-Marseille-Profi Niang traf zum 2:0-Endstand.

Darauf knallten bei einigen Spielern sämtliche Sicherungen durch. Das Spiel musste für zehn Minuten unterbrochen werden, zumal es auch Wurfgegenstände von den Rängen hagelte. Schliesslich gelang es dem Ref aus Singapur, die Lage zu beruhigen und drei Spieler vom Platz zu stellen, darunter Torschütze Niang.

Das Rückspiel findet nächste Woche in Doha statt.

Der Täter ist immer …

Rrr am Mittwoch den 19. Oktober 2011 um 05:16 Uhr

… aber alles der Reihe nach.

Als die Spieler zum Pausentee trabten, war das Geld jedenfalls weg. Ein Unbekannter hatte sich in der Garderobe der beiden Klubs aus der Kreisklasse Landshut bedient und einen dreistelligen Geldbetrag mitlaufen lassen.

Die Vilsbiburger Polizei stand zunächst vor einem Rätsel. Dann machten Zeugen die Beamten darauf aufmerksam, dass ein Mann in Schwarz kurz vor dem Anpfiff auffällig aus der einen Garderobe herausgekommen sei. Die Beamten durchsuchten darauf die Garderobe des Schiedsrichters – und fanden dort das Diebesgut, wie deutsche Medien berichteten.

Die zweite Halbzeit pfiff ein anderer Unparteiischer, der zufällig unter den Zuschauern weilte.

Der Penaltyprotest

Dr. Rüdisühli am Montag den 17. Oktober 2011 um 18:12 Uhr

Penalty? Nicht mit mir, sagt Remus Danalache.

Der Torhüter des rumänischen Erstligisten Vointa Sibiu war über den Pfiff des Schiedsrichters so empört, dass er sich beim Penalty demonstrativ umdrehte und regungslos auf der Torlinie verharrte.

Das wiederum empörte den Schiedsrichter. Er verwarnte Danalache wegen unsportlichen Verhaltens und liess den Penalty wiederholen. Danalache blieb erneut regungslos stehen, schaute aber immerhin in die richtige Richtung – und kassierte das Tor zum 1:4-Endstand.

Danalache war übrigens erst in der 49. Minute eingewechselt worden – nach dem Platzverweis gegen Stammgoalie Miron.

Dumm gelaufen

Rrr am Montag den 10. Oktober 2011 um 02:34 Uhr

Riesenjubel in Südafrika! Leider zu Unrecht.

In der Quali-Schlussrunde für den Afrika-Cup 2012 erzitterte sich Südafrika ein 0:0 gegen Sierra Leone, gleichzeitig verlor Leader Niger 0:3 gegen Ägypten. Die Begeisterung in Südafrika war grenzenlos: Die Spieler tanzten auf dem Platz, die Fans feierten auf den Strassen, der aufgekratzte Verbandspräsident gratulierte im TV zur Qualifikation.

Dumm nur: Offenbar kannte im ganzen Land niemand das Regelwerk. Zwar hat Südafrika das bessere Torverhältnis als das punktleiche Niger, doch entscheidend sind die Direktbegegnungen – und die sprechen für Niger. Südafrika ist in Tat und Wahrheit ausgeschieden.

“Ich fühle mich schlecht”, sagte Südafrikas Trainer Pitso Mosimane am Tag nach dem Spiel. Um das 0:0 zu halten, hatte er seinen Starstürmer Majoro auf der Bank gelassen und dafür das Mittelfeld verstärkt …