Archiv für die Kategorie „Regelrecht“

Ein Fall für Sturs Uder (V)

Herr Noz am Montag den 19. Juli 2010 um 07:40 Uhr

Unser Einzelrichter kennt keine Sommerferien.

«Heute muss ich mich mit einem besonders perfiden Fall beschäftigen, der sich während eines an sich harmlosen Testspiels zwischen den Vereinen Paris St-Germain (FRA) und Sporting Lissabon (POR) Mitte letzter Woche zugetragen hat.

Nun möchte man meinen, dass die Spieler bei Testspielen auf bösartige Fouls verzichten. Diese Einschätzung trifft mitnichten zu, wie das Beispiel von Stéphane Sessegnon belegt. Der Spieler aus Benin, der seit 2008 im Kader des PSG steht, fuhr in der 88. Minute seinem Gegenspieler Leandro Grimi derart hinterhältig in die Beine, dass dieser längere Zeit benommen liegen blieb.

Das Regelwerk sieht für solcherlei Vergehen eine Spielsperre von nicht unter 3 Spielen vor. Erschwerend kommt im Fall Sessegnon nun allerdings hinzu, dass sich die Tätlichkeit zu einem Zeitpunkt ereignete, als die ballführende Mannschaft mit 4 zu 2 Toren in Führung lag und vom Spieler Grimi keine akute Torgefahr mehr ausging. Als Verdikt ergeht somit eine dreijährige Sperre und ein generelles Rayonverbot.

Ein sicherlich strenges, aber letztlich faires Urteil im Sinne eines sauberes Fussballsportes. Beste Grüsse, Ihr Sturs Uder.»

Kartenkrisen-Krisenkarte

Lars L am Mittwoch den 23. Juni 2010 um 05:18 Uhr

Krisenreporter Lars L hat soeben zwei hochexplosive Gebiete entdeckt.

kartenkarte

«Geschätzte Zuschauerinnen und Zuschauer

Das Kartenmaterial der Kartenverteilung nach je zwei Spielen zeigt ein erschreckendes Bild. Die Auswertung (Rot=3, Gelbrot=2, Gelb=1) deutet auf zwei akute Brandherde hin: Australien und die Schweiz stehen bei je 10 Punkten auf der nach oben offenen Schiedsrichterskala. Die Situation in den betroffenen Gebieten ist zwar derzeit ruhig, aber bereits heute bzw. am Freitag muss mit weiteren Gewaltausbrüchen gerechnet werden. Gute Nachrichten dafür aus Spanien, dort scheint derzeit alles in Butter zu sein.

Noch ist nicht aller Tage Abend. Die Schweine von heute sind die Schinken von morgen, wie man in Deutschland sagt.

Aus Johannisbrot, ihr Krisenreporter Lars L.»

Kampf gegen Kantersiege

Rrr am Donnerstag den 3. Juni 2010 um 13:07 Uhr

Vorsicht: Kantern in Kanada ist verboten.

footEine Junioren-Liga in Ottawa mit 3000 Aktiven führte eine neue Regel ein: Gewinnt eine Mannschaft ein Spiel mit mehr als 5 Toren Differenz, wird sie mit einer Forfait-Niederlage (0:3) bestraft.

Die Massnahme soll den Sportsgeist der Kinder stärken: Wer 5:0 führe und immer noch Tore schiessen wolle, habe es nur darauf abgesehen, den Gegner zu demütigen, erklärten die Verantwortlichen. Solche Niedertracht müsse bestraft werden.

Viele Eltern reagierten erbost. “Gott behüte, wenn diese Kinder einmal mit der wirklichen Welt in Kontakt kommen. Sie werden nicht bereit sein”, sagte der Vater eines Spielers. Der Trainer des Teams pflichtete ihm bei: “Wenn das eine Team stark überlegen ist und das andere hat keine Chance – nun gut, so ist eben das Leben.”

Passabler Ersatz

Rrr am Donnerstag den 27. Mai 2010 um 05:56 Uhr

Was tun, wenn einer der besten Stürmer verletzt ist? Ganz einfach: Man bürgert den nächstbesten ein.

cabanasParaguays Goalgetter Salvador Cabañas (links) wurde im Januar durch einen Kopfschuss schwer verletzt. Er konnte mittlerweile das Spital verlassen, doch Fussball haben ihm die Ärzte strikt verboten, zumal die Kugel immer noch im Kopf steckt.

Paraguays Fussballverband suchte Ersatz – und wurde fündig: Im März bot man dem Dortmund-Argentinier Lucas Barrios (rechts) an, ihn im Schnellverfahren einzubürgern.

barriosBarrios, der im eigenen Land angesichts der starken Konkurrenz keine Chance auf ein Aufgebot sah, sagte zu. Letzte Woche konnte er in Asunción seinen Pass abholen, vorgestern absolvierte er in Irland sein erstes Testspiel und schoss gleich den 1:2-Ehrentreffer.

“Ich bin sehr glücklich und stolz, dass ich für Paraguay spielen darf”, sagte Barrios. “Es ist das Land meiner Mutter, die mir das Leben geschenkt hat.”

Über die Ablösesumme wurde nichts bekannt.

Verstoss gegen Regel 14

Rrr am Donnerstag den 20. Mai 2010 um 19:19 Uhr

Wie führt man einen Penalty korrekt aus? Die FIFA hat ihre Regeln präzisiert.

“Finten beim Anlauf zur Täuschung des Gegners bei der Ausführung eines Strafstosses sind weiterhin erlaubt”, teilte der Weltfussballverband mit. Aber: “Nach vollendetem Anlauf den eigentlichen Stoss nur vorzutäuschen, gilt als Verstoss gegen Regel 14 und stellt eine Unsportlichkeit dar, für die der betreffende Spieler verwarnt wird.” Ausserdem muss der Penalty wiederholt werden.

Also: Der erste und dritte Penalty ist neu ungültig, der zweite ist grenzwertig, der vierte Schütze ist sowieso unfähig.

Weiterhin zugelassen sind besonders elegante Elfmeter à la Francesco Totti.

Ein Fall für Sturs Uder (IV)

Rrr am Montag den 3. Mai 2010 um 17:02 Uhr

Unser TV-Richter hat ein weiteres wegweisendes Urteil gefällt.

“Kein Super-League-Wochenende vergeht, ohne dass ich mir Videomaterial mit strittigen Szenen ansehen muss. Im jüngsten Fall richtete sich mein Augenmerk auf den Bellinzona-Verteidiger Stefano Aimo Diana.

Im Spiel zwischen dem Fussball-Club Basel 1893 und der Associazione Calcio Bellinzona vom Sonntag, 2. Mai 2010, ereignete sich in der 33. Spielminute eine Unsportlichkeit der üblen Sorte. Bei einem Zuspiel von Basels Antonio Da Silva erlaubte sich Diana, den startenden Baseler Angreifer Marco Streller «Abseits zu stellen».

Diese Unsitte stammt – wie Diana selber auch – aus Italien, dem Land des ultradefensiven Fussballs. Das unsportliche Manöver des Abseitsstellens gelang Diana in diesem Fall.

strelli

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Hommage an einen Holländer

Rrr am Samstag den 1. Mai 2010 um 13:01 Uhr

In unserer Serie “Spieler der Gegenwart stellen historische Tore nach” präsentieren wir Ihnen heute Hisato Sato und Tomoaki Makino von Sanfrecce Hiroshima.

Sie erinnerten sich an den legendären Johan Cruyff, der sich einst den Ball für den Elfmeter zurechtlegte – doch statt direkt zu schiessen, passte er seitwärts. Jesper Olsen rannte in den Strafraum, spielte den Ball zurück zu Cruyff und dieser schoss ihn ins Tor.

Sie finden, das könne jeder? Nein, das kann nicht jeder. Robert Pires und Thierry Henry können es jedenfalls nicht.

Prämie vom Pizzaiolo

Rrr am Freitag den 30. April 2010 um 05:32 Uhr

Ein Schalke-Fan fiebert mit Bochum. Jetzt hat er den Verband am Hals.

pizzaPizzaiolo Raffaele De Bastiani aus Herborn-Breitscheid träumt von der ersten Meisterschaft seiner Schalker seit 1958. Mit Schrecken hat er aber festgestellt, dass Konkurrent Bayern das einfachere Restprogramm hat.

De Bastiani hat deshalb dem VfL Bochum 10.000 Euro versprochen für einen Sieg am Samstag bei Bayern München. “Ich hoffe, mit dieser Massnahme auf den Titelkampf Einfluss nehmen zu können.”

Der Deutsche Fussball-Bund hofft das nicht. “Prämien von dritter Seite sind verboten”, sagte DFB-Sprecher Klaus Koltzenburg. Ein Fass Bier und ein paar Bratwürste würde man nach seinen Angaben durchgehen lassen. Geldprämien sind dagegen in Deutschland untersagt.

Ein Fall für Sturs Uder (III)

Rrr am Dienstag den 27. April 2010 um 08:01 Uhr

Unser TV-Richter hat soeben ein weiteres Urteil gefällt.

“Nach der 32. Runde der Schweizer Axpo Super Liga erreichte mich hinwiederum Videomaterial der unschönen Sorte. Im aktuellen Fall musste ich mir eine Szene aus dem AC Bellinzona – FC Sion mehrmals zu Gemüte führen.

Zu sehen ist eine üble Attacke, welche auf den Goalie der AC Bellinzona, Carlo Zotti, gerichtet war. Übeltäter war in diesem Fall der Sittener Spieler Saidu Adeshina.

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Hooligans am Halbfinal

Herr Shearer am Donnerstag den 22. April 2010 um 05:33 Uhr

Wachtmeister Schärer bittet um Ihre Mithilfe.

POLIZEI“Werte Mitbürgerinnen und Mitbürger. Neulich, unmittelbar nach Spielende im Meistercup-Halbfinalspiel zwischen dem BSC Young Boys Bern und Stade Reims, kam es im Berner Wankdorfstadion zu tumultartigen Zuständen, als mehrere randaliendere Zuschauer das Spielfeld zu stürmen versuchten. Die Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma blieben bei diesem Zwischenfall glücklicherweise unverletzt; einem der Männer entstand aber bei während des Einsatzes ein beträchtlicher Sachschaden (Hut gest., 2 Messingnkn. von Uniformjacke abger.)

Wankdorf

Im Zusammenhang mit diesem Vorfall bitten wir um Hinweise aus der Bevölkerung: wer erkennt die zwei Personen auf diesem Bild? Zur besseren Erkenntlichkeit können Sie hochaufgelöste Bilder des Verdächtigen 1 und des Verdächtigen 2 hier herunterladen.

Die Stadtpolizei Bern weist darauf hin, dass die Bilder der verdächtigen Personen aus dem Internet entfernt werden, falls sich diese selbst anzeigen oder falls sachdienliche Hinweise zu deren Überführung eingehen.

Besten Dank für Ihre Kollaboration.”





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