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Archiv für die Kategorie „Regelrecht“

Falcao und der Fake-Verdacht

Rrr am Dienstag den 23. Juli 2013 um 10:00 Uhr

Radamel Falcao – manches ist eigentlich anders. Also vieles. Fast alles.

Ein kolumbianischer Journalist schnüffelte in der Vergangenheit des Superstars, der diesen Sommer für 72 Millionen Franken von Atlético Madrid zu den Neureichen der AS Monaco wechselte.

Fazit: Falcao ist gar nicht 27 Jahre alt, sondern schon 29. Er wurde 1984 geboren, nicht 1986. Sein Geburtsort ist nicht Santa Marta, sondern Bogota.

Als Beweismittel dienen unter anderem Unterlagen zur Einschulung von Falcao, die unstrittig von 1989 stammen.

Wenn Falcao heute 29 Jahre alt ist, dann war er schon 21 Jahre alt, als er mit Kolumbiens U-20 Südamerika-Meister wurde. Der Titel wäre dann in Frage gestellt. Im selben Jahr spielte Falcao auch die U-20-WM von Onkel Sepp.

Der Fall erinnert ein wenig an die kleine Korrektur neulich im “Guardian”, aber wir wollen nicht vorgreifen.

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Brasilianischer Befreiungsschlag

Rrr am Dienstag den 16. Juli 2013 um 16:05 Uhr

In unserer Serie “Szenen, die Sie nicht sehen wollen” sehen Sie heute eine Szene aus Peru.

In der zweiten Liga traf Alianza Universidad zuhause auf Deportivo Municipal und siegte 1:0 – obwohl man 77 Minuten lang in Unterzahl spielen musste. Denn der Brasilianer Willington “Adao” Smith flog nach diesem rustikalen Befreiungsschlag vom Platz. Über den Zustand des Gegenspielers gibt es keine verlässlichen Berichte.

Die Liga brummte dem Sünder im Nachhinein eine Sperre von 14 Spielen auf. Wohl zu recht, denn Kung-Fu ist doch eher ein Randsport.

Tag der offenen Tore

Rrr am Mittwoch den 10. Juli 2013 um 10:01 Uhr

Spannung pur in Nigeria.

Zwei Amateurmannschaften konnten vor der letzten Runde des Turniers im Bundesstaat Bauchi noch den Aufstieg in die unterste Profi-Liga schaffen: Police Machine und die Plateau United Feeders. Im Fernduell der Schlussrunde führten beide Teams zur Halbzeit 2:0.

Am Schluss siegte Police Machine mit 67:0 gegen Bubayaro FC. Das reichte leider nicht aus, denn die Plateau United Feeders gewannen ihr Spiel gegen Akurba FC 79:0.

Aus dem Aufstieg wird wohl trotzdem nichts. Denn der nigerianische Fussballverband (NFF) wittert Betrug, suspendierte beide Klubs vom Spielbetrieb und eröffnete eine Untersuchung.

Vertrackter Tévez Transfer

Val der Ama am Donnerstag den 27. Juni 2013 um 16:00 Uhr

AKTUELL: Das Runde Leder ist ab 18.00 Uhr für etwa eine Stunde offline. Der Grund ist ein Apero technischer Natur (Software-Update). Besten Dank für Ihr Verständnis.

Tévez zu Juve – wenn er seinen Job in England erledigt hat.

Da freut er sich, der Argentinier. Endlich weg von Manchester City und bei der Juve darf er künftig grad noch das Trikot mit der Nummer 10 tragen. Zuletzt lief Alessandro del Piero mit der 10 auf, davor wurde sie von Roberto Baggio oder Michel Platini getragen.

Obacht aber, denn Tévez droht in England noch einiges an Ungemach. Weil – wir erinnern uns vielleicht – erst im April ist er ja wegen seiner Verkehrssünden zu einer Geldstrafe von 1.000 Pfund sowie 250 Stunden Sozialarbeit verurteilt worden. Das Geld ist da, doch von den sozialen Stunden fehlen noch einige. Und ein Polizeisprecher meinte erst gestern ganz klar: Diese Stunden hat Tévez abzuleisten, dann erst darf er gen Italien ziehen.

Blöd nur und das wird eng: Trainingsstart bei Juventus ist am 12. Juli.

José fliegt vom Platz

Rrr am Mittwoch den 12. Juni 2013 um 10:00 Uhr

Wie José Jiménez auf den Hund kam und dafür Rot sah.

Jiménez war mit Bella Vista zu Gast bei San Juan in den Niederungen der argentinischen Fussballmeisterschaft. Ein herumstreunender Hund erzwang einen Spielunterbruch, was Jiménez offenkundig auf die Nerven ging.

Er packte das Tier am Nacken, eilte zum Spielfeldrand und schleuderte den Hund ins Aus. Die Aktion ging gründlich in die Hosen, denn erstens zeigte sich der Hund unbeeindruckt und rannte gleich zurück auf den Platz.

Und zweitens zog Jiménez den Zorn der Fans auf sich. Ein Anhänger des Heimteams warf einen Getränkebecher nach dem Übeltäter, die Spieler von San Juan machten ihren Unmut beim Schiedsrichter kund. Der Unparteiische stellte Jiménez wegen Tierquälerei vom Platz.

Bella Vista verlor das Spiel in Unterzahl 1:2. Der Hund blieb Medienberichten unverletzt. Bewegte Bilder …

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Schwindende Stellen

Herr Shearer am Montag den 10. Juni 2013 um 05:45 Uhr

Das Zürcher Stimmvolk hat entschieden – dutzende Jobs im niederschwelligen Sektor verschwinden.

Nach der Zustimmung zum sogenannten Hooligan-Konkordat bangen Dutzende Zürcher Hooligans um ihren Job. De facto verbietet ihnen die Gesetzesrevision nämlich die Ausübung ihres Berufs. Das Runde Leder hat sich bereits gestern mit einem der Betroffenen unterhalten können. Er möchte anonym bleiben, wir nennen ihn im folgenden einfach “S.”.

Zum Runden Leder: Herr S, wie fühlen Sie sich nach dieser Abstimmung?

S., Berufshooligan: Schlecht, sehr schlecht. Hooliganismus liegt bei unserer Familie im Blut, schon mein Grossvater fiel früher oft negativ in Fussballstadien auf. Damals gab es beim Fussball noch richtiges Bier, sogar in Glasflaschen, stellen Sie sich das mal vor! Auch mein 80-jähriger Vater hat sich immer voll engagiert und den Virus auf mich übertragen. Auch für ihn ist heute ein schwarzer Tag, ausserdem hat er Zucker. Es belastet ihn sehr.

Haben Sie das Ende Ihres Berufsstandes kommen sehen?

Natürlich ist auch an uns nicht vorbeigegangen, dass das Berufsbild des Hooligans in letzter Zeit gelitten hat. Auch war es zunehmend schwierig, Nachwuchs zu rekrutieren. Die Jungen interessieren sich heute mehr fürs Dauersingen und Feuerwerkstechnik. Den harten, dreckigen Teil der Arbeit wollen die nicht mehr machen. Dabei ist es so eine schöne Tätigkeit, man ist draussen an der frischen Luft.

Im Nachhinein gesehen – haben Sie vielleicht auch Fehler gemacht?

Nun ja, das habe ich mich auch schon gefragt. Allerdings sind wir natürlich in diesem Job in einem schwierigen Umfeld. Mit unserer Ausbildung kann man vielleicht noch im Security-Bereich unterkommen, aber sonst gibt es da nicht mehr viele Möglichkeiten. Lassen Sie es mich mit der Situation der Kohlekumpels im Ruhrpott vergleichen: die mussten sich nach der Schliessung der Zechen auch komplett neu orientieren oder landeten in der Arbeitslosigkeit.

Wie geht es für Sie nun weiter?

Schwierig zu sagen. Ich melde mich sicher möglichst rasch beim RAV, vielleicht können die mir noch helfen. Möglicherweise muss ich halt nach Basel ziehen. Dort sieht es derzeit noch am besten für unseren Berufsstand aus. Aber ob die dort darauf warten, dass die ehemalige Konkurrenz ihnen ihre Arbeitsplätze streitig macht? Andrerseits hat mich der Beruf des Hooligans auch eine gewisse Skrupellosigkeit gelehrt – von daher ergibt sich vielleicht etwas im Finanzsektor, dem geht es hier in Zürich zum Glück noch gerade so einigermassen gut. Es wird auf alle Fälle eine schwere Zeit für mich und die ganze Familie. Wir müssen jetzt halt schauen, wie wir uns durchschlagen können.

Herr S., wir wünschen Ihnen alles Gute auf der Suche nach einer neuen Stelle.

Oha lätz (LVIII)

Herr Shearer am Dienstag den 4. Juni 2013 um 13:00 Uhr

In unserer beliebten Serie “Schiedsrichter verabschieden sich” stellen wir Ihnen heute Stéphan Studer vor.

Der beliebte Unparteiische pfiff am Samstag im Basler Joggeli sein letztes Spiel und posierte anschliessend mit Familie vor dem Fotografen.

Gesalzene Rechnungen

Rrr am Sonntag den 2. Juni 2013 um 16:55 Uhr

BREAKING NEWS: Alexander Gonzalez leihweise für ein Jahr zum FC Aarau.

Hakan Yakin muss YB 103’345 Franken und 60 Rappen zahlen.

Das hat das Luzerner Arbeitsgericht in erster Instanz entschieden, wie die “Zentralschweiz am Sonntag” berichtet. Dabei geht es um eine Provision an Yakins Agenten, die laut Gericht nicht YB, sondern Yakin hätte überweisen müssen. YB klagte und behielt Recht – Yakin muss zusätzlich 7000 Franken Gerichtskosten übernehmen sowie 13’284 Franken für die YB-Anwälte.

Durch den Gerichtsfall wurde öffentlich, was Hakan Yakin in Bern verdiente. Das Grundsalär ab Juli 2005 betrug 438’000 Franken pro Jahr, ab Dezember 2006 waren es 538’000 Franken. Dazu kommen Spielprämien von 4000 Franken und Erfolgsprämien gemäss nicht veröffentlichem Prämienreglement. YB zahlte Yakin zudem 2000 Franken pro Einsatz in der Nationalelf.

Weiter erhielt Yakin von YB eine Spesenpauschale von jährlich 12’000 Franken, ein Auto zur freien Verfügung und acht VIP-Jahreskarten für die YB-Heimspiele im Wert von 60’000 Franken.

Yakin spielte drei Saisons in Bern. Wieviel er im ersten Jahr verdiente, ist unklar. In den zwei darauffolgenden Saisons waren es laut Gerichtsurteil 53’387 Franken netto pro Monat.

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Strittige Strafraumszene

Rrr am Donnerstag den 23. Mai 2013 um 10:00 Uhr

In unserer Serie “Foul oder nicht Foul?” zeigen wir Ihnen heute eine knifflige Szene aus Brasilien.

(Abgespeckte Variante für Menschen hinter der Firewall)

Oha lätz (LVI)

Rrr am Mittwoch den 22. Mai 2013 um 10:00 Uhr

In unserer Serie “Oha lätz! Wer findet die 5 Unterschiede?” präsentieren wir Ihnen heute Fussballspieler aus Zürich und Basel.

Links Roman Bürki (GC, erstinstanzlich 3 Spielsperren).

Rechts Raul Bobadilla (Basel, kein Verfahren).