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Archiv für die Kategorie „Rasensprenger“

Wichtig ist, was hinten rauskommt

Herr Pelocorto am Samstag den 30. April 2011 um 06:00 Uhr

So schnell geht das. Eben wurde ich noch wegen des letzten Platzes mitleidig belächelt.

Nach dem Auswärtssieg gegen den FC Thun konnten sich die Grasshoppers an die Spitze des Abstiegsquartetts setzen. Prompt hiess es von Kollegenseite: Wunderbar, Ihr seid gerettet, drei Teams hinter Euch, da kann nichts mehr passieren. Bis jetzt dachte ich immer, dass die Anhänger des Radsports die Dümmsten seien, aber gewisse Fussballfans begegnen ihnen durchaus auf Nabenhöhe.

Für den BSC Young Boys, den FC Sion, den FC Luzern und den FC Thun ist die Saison mehr oder weniger gelaufen. Sonst gilt im Schweizer Fussball: Vorne und hinten ist noch alles offen. Ich habe deshalb das Restprogramm der vier Schlusslichter durchgespielt, um zu sehen, wer noch wie viele Punkte erarbeiten kann, von erspielen kann man ja kaum sprechen.

Wichtige Punkte

Das härteste Restprogramm erwartet den FC St. Gallen; er muss gegen die ersten Drei und gegen den FC Luzern antreten und spielt zweimal auswärts gegen direkte Abstiegskonkurrenten. Da hat es die AC Bellinzona deutlich einfacher. Drei Spiele gegen direkte Abstiegskonkurrenten und alle zuhause. Dafür muss man gegen den FC Basel und den FC Zürich antreten. Neuchâtel Xamax und der GC haben beide ein erträgliches Restprogramm.

So werden die Punkte in den letzten Spielen vergeben:

GCZ (28 Punkte jetzt) FC Luzern H 1
¦ Neuchâtel Xamax H 3
¦ BSC Young Boys A 0
¦ FC Zürich H 1
¦ FC Sion H 1
GCZ (37 am Schluss) AC Bellinzona A 3


AC Bellinzona (28) FC Zürich H 0
¦ FC Basel A 0
¦ FC St. Gallen H 3
¦ Neuchâtel Xamax H 3
¦ FC Thun A 1
AC Bellinzona (35) GCZ H 0


Neuchâtel Xamax (27) FC St. Gallen H 3
¦ GCZ A 0
¦ FC Thun H 1
¦ AC Bellinzona A 0
¦ BSC Young Boys H 1
Neuchâtel Xamax (32) FC Sion A 0


FC St. Gallen (26) Neuchâtel Xamax A 0
¦ FC Zürich H 0
¦ AC Bellinzona A 0
¦ FC Luzern H 1
¦ FC Basel H 0
FC St. Gallen (27) BSC Young Boys A 0


Das sollte also gut reichen für die Hoppers, aber gratulieren Sie mir bitte erst, wenn es mathematisch klar ist.

Was, Sie möchten noch mehr lesen heute?
Also gut.

Ich bin von verschiedener Seite auf das Spiel FC Barcelona v Real Madrid und vor allem auf die Rote Karte gegen Pepe angesprochen worden. Ja, diese Szene hat das Spiel beeinflusst und die Madrilenen geschwächt. Aber auch mit einer vollzähligen Mannschaft hätte Real kaum einen Sieg erzielen können. Die Rote Karte war aus meiner Sicht streng, aber vertretbar und Schiedsrichter Stark ist für seine strenge Linie bekannt. Den Verschwörungstheorien, ob Pepe Alves wirklich berührt hat oder nicht, kann ich nichts abgewinnen. Ich bleibe dabei: Pepe stieg mit viel zu viel Risiko und gestrecktem Bein ein und machte überhaupt keine Anstalten, seinen Fuss zurückzuziehen.

Mourinho sollte jetzt die Klappe halten und die erfolgreiche Taktik für das Spiel im Camp Nou vorbereiten. Ein 3:1-Auswärtssieg würde reichen …

Hoffnung für die Hoppers

Herr Pelocorto am Samstag den 23. April 2011 um 06:00 Uhr

Hoi zäme – das war eine ereignisreiche Woche für die Grasshoppers-Fans!

Ich bin richtig erleichtert. Die nächsten drei Jahre ist die Finanzierung der Grasshoppers gesichert; das waren die besten Nachrichten meines Clubs seit langem. Rund zwanzig Mitglieder aus dem Owners Club haben sich bereit erklärt, die nächsten drei Jahre jedes Jahr eine Viertelmillion Franken einzuschiessen. Mit den zugesicherten Millionen kann der GC sein Defizit decken. Der Owners Club übernimmt Ende April auch die Aktienmehrheit am GC und stellt folgerichtig die neue Führung: Roland Leutwyler löst den bisherigen Präsidenten Urs Linsi ab.

Als Linsi im September 2009 zum GC stiess und im Februar 2010 das Präsidium übernahm, da rümpften nicht wenige die Nase über einen angeblich kaltherzigen Manager, der dem Klub wohl mehr schaden als nützen werde. Aus meiner Aussensicht kann ich nur sagen, Linsi und sein Team haben in der kurzen Zeit hervorragende Arbeit geleistet. Die Blauweissen stehen endlich wieder auf einer vernünftigen finanziellen Basis, die richtigerweise breit abgestützt ist. Das bringt die nötige Ruhe, um sich der sportlichen Entwicklung zu widmen.

Der Owners Club hat dazu klare Vorstellungen. Man will sich in den nächsten drei Saisons im Mittelfeld der Tabelle etablieren, in der Saison 2014/2015 oder 2015/2016 sollen die Hoppers wieder um den Titel spielen. Das tönt für mich vernünftig, auch wenn die aktuelle Tabellenposition nichts Gutes verheisst.

Von meinen Kollegen werde ich mittlerweile mitleidig belächelt und der St. Gallen-Fan konnte sich diese Woche das Lachen nicht verbeissen. Aber noch ist nichts entschieden und ich bin immer noch überzeugt davon, dass von den vier abstiegsgefährdeten Teams die Hoppers eigentlich das grösste Potenzial haben. Nur müssten wir es in den sieben verbleibenden Runden endlich abrufen können. Unsere Schlüsselspiele finden am 7. Mai zuhause gegen Xamax statt und in der letzten Runde am 25. Mai auswärts gegen Bellinzona.

Nach der wirtschaftlichen Gesundung dürfte die sportliche Genesung aber durchaus schon am Ostermontag gegen den FC Thun beginnen. Der FC Zürich hat ja vorgemacht, wie man mit einer Bubitruppe einen Fussballclub aus dem Kanton Bern schlägt.

Boris Smiljanic versenkt unhaltbar

Stan the Man

Herr Pelocorto am Samstag den 16. April 2011 um 06:00 Uhr

Howdy folks – das war eine ereignisreiche Woche für die Arsenal-Fans.

Stan Kroenke und Arsène Wenger

Wir Gooners sind jetzt amerikanisch. Stan Kroenke hat am Montag die Anteile der Mitbesitzer Danny Fiszman und Lady Nina Bracewell-Smith erworben und damit seinen Besitz an Arsenal von 30% auf 63% erhöht. Ausschlaggebend für den Zeitpunkt des Handels war die schwere Erkrankung Danny Fiszmans. Er und Kroenke haben damit bei Arsenal für klare Verhältnisse gesorgt und den steinreichen russischen Mitbesitzer Alisher Usmanow in die Schranken gewiesen, worüber ich sehr glücklich bin, denn dem Amerikaner traue ich viel mehr über den Weg. Der medienscheue Silent Stan ist ebenfalls steinreich und Vorsitzender der Kroenke Sports Enterprise, die verschiedene Sportclubs sehr erfolgreich managt. Jedenfalls hört man von den Fans des amerikanischen Fussballclubs Colorado Rapids viel Erfreuliches, und letztes Jahr gewannen die Rapids zum ersten Mal den MLS-Cup. Hoffentlich färbt der Erfolg auf Arsenal ab.

Auch Sie können einen kleinen Anteil an Arsenal erwerben! Drei der insgesamt 62‘217 Anteilsscheine sind im Besitz des Arsenal Supporters Trust, einer Vereinigung von rund 750 Arsenal-Anhängern, die so den Anliegen der Fans eine Stimme gibt.

Zum Frauenfussball: Mitte der Woche wurde angepfiffen zur neu geschaffenen FA Women Super League, das ist das Pendant zur Premier League. Acht Teams spielen zwischen April und August um den ersten Titel. Das Auftaktspiel am Mittwoch endete mit dem erwarteten Sieg der Arsenal Ladies über die Chelsea Ladies. Unsere Frauenabteilung hat schon die Vorgängerliga nach Belieben dominiert; die Arsenal Ladies wurden in den 19 Jahren der Geschichte der FA Women’s Premier League 12 Mal Meisterinnen. Einfach fantastisch!

Und die Männer? Arsenal spielt am Sonntag um 17:00 Uhr gegen Liverpool; ein Spiel, das im Haushalt von Frau B und Herrn Pelocorto ein gewisses Konfliktpotenzial birgt. Wir brauchen dieses Mal die Punkte, um im Nachtragsspiel wieder auf vier Punkte an Manchester United heranzukommen. Grossmaul Robin van Persie hat uns diese Woche erklärt, dass wir alle verbleibenden Spiele gewinnen werden und die 21 Punkte uns dann doch noch den Meistertitel bringen werden. Liverpool seinerseits braucht die Punkte, um näher an Tottenham und den europäischen 5. Tabellenplatz heranzukommen. Der Verkauf des schussblockierten Torres’ an Chelsea entpuppt sich für die ‹Reds› immer mehr als das Transfergeschäft des Jahrzehnts, denn der Transfer finanzierte den Kauf von Andy Carroll und Luis Suarez – zwei Topstürmer, die jede Verteidigung ins Rotieren bringen. Ausser die von Arsenal morgen natürlich. Sie sehen, für Liverpool hege ich viel Sympathie, das sind Spiele, die ich nicht gerne gewinne.

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Nur noch 13 Tage!
Kate & William

FA Cup Halbfinals, live am TV
Manchester City v Manchester United, Sa. 16. April 18:00 Uhr, Sport1 (DSF), ITV 1, ITV HD
Bolton Wanderers v Stoke City, So. 17. März 17:00 Uhr, Sport1 (DSF)

Titel gehen bachab

Herr Pelocorto am Samstag den 9. April 2011 um 06:00 Uhr

Bei mir geht alles den Bach hinab. Also bei meinen Teams, um genau zu sein. Letztes Wochenende verspielten Real Madrid und Arsenal wohl beide ihre Titelhoffnungen. Real wurde am Samstag zuhause von Sporting Gijon bezwungen, das auf dem 13. Platz liegt. Am Sonntag zeigte sich Arsenal ebenfalls ausserstande, zuhause gegen die auf dem 14. Platz liegenden Blackburn Rovers ein Tor zu erzielen. Die vier Trophäen, von denen Arsène Wenger zu Beginn der Saison gesprochen hat, die können wir uns wohl nur in den virtuellen Schrank stellen. Wenger versucht jetzt, die enttäuschte und aufgebrachte Fanbasis zu beschwichtigen:

If there is someone better than you, you have to accept it one day … What is important is that we give absolutely everything to beat them – and that is, for me, success.

Alles zu geben, um den Gegner zu schlagen, das ist also Erfolg, so Wenger.
Alles zu geben … genau das hat in vielen Spielen der ‹Gunners› gefehlt und das ist es, was mich so ärgert. Die vielen jungen Spieler sind bereits zufrieden, wenn sie in der ersten Mannschaft spielen können. Mit Ausnahme von Fabregas wissen sie nicht, wie es ist,
einen Titel zu gewinnen. Wir brauchen nächste Saison dringend ältere Spieler, die leidenschaftlich sind, die wirklich alles geben.

Das ist bei den Hoppers anders; die geben alles. Hier sind die Probleme eher die spielerischen Limiten und das fehlende Glück. Das macht mir viel weniger zu schaffen. Vielleicht kommt ja das Glück am Sonntag im Derby zurück – engagiert wird das Spiel sicher.

Fast noch wichtiger als der Sonntag ist für Zürich aber der kommende Montag. Genau: Sechseläuten! Ich habe die Liste der Ehrengäste auf Fussballer durchgeschaut. Bei der Zunft St. Niklaus läuft Dany Ryser mit, unser U-17-Weltmeisterschaftstrainer. Und bei der Zunft Fluntern finden wir Boris Smiljanic und Ricci Cabanas vom GC. FCZ-Spieler habe ich keine gesichtet. Logisch, wer will schon Verlierern zuwinken.

Zurück zu Bach. So tönt es, wenn obige Fuge von einem Könner gespielt wird. Falls Sie sich mehr für die Verbindung von J. S. Bach und Fusssball interessieren, werden Sie sich darüber freuen.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

Am Schluss noch eine Information in eigener Sache
Wir twittern. Alle Redakteure des Runden Leders durchkämmen für Sie das Internet auf der Suche nach den wirklich wichtigen Ereignissen im Fussball. Rund um die Uhr, weltweit, alle Ligen. Wir informieren Sie seit dem 17. November parteiisch, ungenau und besserwisserisch.
Zögern Sie nicht, sondern followen Sie uns.

Zozulica!

Herr Pelocorto am Samstag den 26. März 2011 um 06:00 Uhr

Sie wissen ja, dass ich nächstes Jahr im Juni in die Ukraine reise, um mir Land, Leute und die Spiele der EURO 2012 anzusehen.

ZozulicaWas bis jetzt eine Absichtserklärung war, hat letzte Woche konkrete Formen angenommen:
Wir haben unsere Ticketanträge platziert.

Deshalb habe ich letzte Woche intensiv mit Dr. Bruno, meinem Reisebegleiter und persönlichem Osteuropaexperten, über dem Spielplan gebrütet, um eine möglichst interessante Reiseroute zusammenzustellen. Die Spiele der Ukraine haben wir auf unserer Liste gleich gestrichen, wir waren uns einig, dass diese Spiele den Ukrainern vorbehalten bleiben sollen. Zudem werden für diese Spiele sicher viele Anträge gestellt, was unsere Chancen schmälert, Tickets zu erhalten. Ebenfalls sofort einig waren wir uns, dass wir alle Austragungsorte besuchen wollen, aber dreimal quer durch das ganze Land reisen, das wollen wir nicht. Die Ukraine ist nämlich gross; flächenmässig ist sie etwa doppelt so gross wie das Sultanat Oman und sie hat doppelt so viele Einwohner wie Mosambik, damit Sie sich das genauer vorstellen können.

Aus diesen Randbedingungen ergibt sich eine Reise, die uns zuerst nach Charkow führt, dann nach Donezk, anschliessend nach Kiew und am Schluss nach Lemberg. Vier Spiele in acht Tagen – einfach toll! Vorausgesetzt, es klappt bei der Verlosung, was wir bis Ende April wissen werden. Dann starten wir die Phase 2 der Reisevorbereitungen.

Bis jetzt wissen wir nur, dass am 11. Juni 2012 etwa D3 gegen D4 spielen wird und am 17. Juni 2010 B2 gegen B3. Daraus entsteht ein zusätzlicher Nervenkitzel. Nach Abschluss der Qualifikation findet am 2. Dezember 2011 die Gruppenauslosung statt; Sie können sich nicht vorstellen, wie gebannt man dieses an sich langweilige Prozedere mitverfolgt, wenn man im Besitz von Tickets ist.

Der offizielle Ticketvorverkauf der UEFA für die EURO 2012 in Polen und der Ukraine endet am 31. März und blieb von der Fussballwelt hier bei uns ziemlich unbemerkt. Ganz anders in Polen und der Ukraine. Für die rund 1.4 Mio. Tickets lagen nach 10 Tagen bereits 2 Mio. Anträge vor; praktisch alle Spiele sind überbucht. 90% aller Anträge stammen aus der Ukraine und aus Polen, Deutsche haben 3.3% der Kartenanträge gestellt, die Russen 1.9%; der Rest geht hoffentlich an Dr. Bruno und mich.

Was Sie oben im Bild sehen, ist die ukrainische Antwort auf die Vuvuzela: die Zozulica! Es handelt sich um eine Tonpfeife, die aus dem reichen kulturellen Erbe der Ukraine entstanden ist und die Sie wohl oft hören werden. Wenn Sie sich bereits heute mit den Geräuschen der EURO 2012 vertraut machen möchten, dann geniessen Sie folgenden Film:

Fussball in Japan

Herr Pelocorto am Samstag den 19. März 2011 um 06:00 Uhr

Die Verwüstungen, die das Erdbeben und der Tsunami in Japan hinterlassen haben, brachten auch den Fussballbetrieb zum Erliegen.

Yuto NagatomoDie Stadien der Clubs Montedio Yamagata und Vegalta Sendai sind dem Erdboden gleichgemacht. Vegalta Sendais Präsident Yoichi Shirohata erklärte, dass die ausländischen Spieler und die japanischen Spieler aus anderen Regionen zu ihren Familien abgereist sind. Der Fussball sei völlig in den Hintergrund gerückt, jetzt gehe es um das Überleben. Shirohata bedankte sich auch für die Unterstützung, die sein Club erhalte und sicherte zu, man wolle das Stadion bald wieder aufbauen, um den Fussballbetrieb wieder aufzunehmen.

Auch der akute Strommangel verhindert Spiele, denn Stadien verbrauchen viel Energie. Unter den aktuellen Umständen ist klar, dass auf Spiele verzichtet wird. Vertreter der J.League haben deshalb an einer Krisensitzung beschlossen, den Ligabetrieb bis auf weiteres einzustellen.

Die einzigen Spiele mit japanischer Beteiligung sind die Auswärtsspiele Gamba Osakas und Cerezo Osakas in der asiatischen Champions League diese Woche. Offen ist noch, ob die japanische Nationalmannschaft die beiden Freundschaftsspiele Ende März gegen Montenegro und Neuseeland austragen wird.

Die Ereignisse in Japan lassen niemanden kalt.

Arsenals Trainer Arsène Wenger hat zu Japan eine enge Beziehung. Bevor er zu den ‹Gunners› wechselte, trainierte er 18 Monate lang den japanischen Club Nagoya Grampus. Deshalb gehen ihm die aktuellen Ereignisse nahe und er plant, anstelle der geplanten Asien-Tour vor der nächsten Saison ein Benefiz-Spiel für Japan durchzuführen.

Drei Fans von Vegalta Sendai haben alle englischen Premier League Clubs angeschrieben und sie gebeten, vor Anpfiff oder in der Pause Twisted Sisters We’re Not Gonna Take It oder John Denvers Take Me Home, Country Roads zu spielen, um damit Solidarität mit den japanischen Fans und vor allem mit den Betroffenen in Japan zu zeigen.

Take Me Home, Country Roads ist der klassische Song bei Vegaltas Heimspielen:

頑張れ 日本

Narrenkappe

Herr Pelocorto am Samstag den 12. März 2011 um 06:00 Uhr

Am Dienstag dieser Woche habe ich mich zum Narren gemacht.

Jedem, der es hören wollte, habe ich grossspurig erklärt, dass an diesem Abend wohl das beste Fussballspiel des Jahres zu sehen sei und wer auch nur ein wenig Interesse am Fussball habe, dürfe das Champions League-Spiel zwischen Barcelona und Arsenal keineswegs verpassen. Hätte ich doch nichts gesagt. Am folgenden Morgen schwankten die Reaktionen mir gegenüber zwischen Mitleid und Häme.

Zwei Schlüsselfiguren des Abends möchte ich herausgreifen: Busacca und Wenger.

Schiedsrichter Massimo Busacca hat aus meiner Sicht nur einen groben Fehler begangen, als er das harte Foul an Messi nicht ahndete, obwohl er unmittelbar neben Täter Diaby stand. Die anderen Entscheidungen waren teilweise streng, aber alle korrekt. Insbesondere die Leistung der Linienrichter Buragina und Navarro war erstklassig, sie haben in der schnellen und verwirrend anmutenden Spielanlage Barcelonas nie die Orientierung verloren und alle Offside-Situationen korrekt beurteilt.

Dass Busacca streng pfeift, ist nichts Neues; erinnern Sie sich noch an den Platzverweis für den südafrikanischen Torhüter im Spiel gegen Uruguay an der Weltmeisterschaft? Oder an den Viertelfinal am 10. April 2008 im UEFA-Cup zwischen Getafe und dem FC Bayern München, wo Verteidiger De la Red schon nach 6 Minuten mit Direktrot duschen gehen konnte? Wer sich seriös auf ein Spiel vorbereitet, der weiss, dass Busacca nicht zögert, das Regelwerk auf dem Platz durchzusetzen und instruiert sein Team entsprechend.

Damit komme ich zu Arsène Wenger.

«He killed a promising, fantastic football match», äusserte er sich über Busacca gegenüber der Presse. Völlig falsch; van Persie hat das Arsenal-Spiel mit seiner unbeherrschten Aktion getötet, niemand anders. Schon die erste Gelbe Karte wegen einer Rangelei hätte er vermeiden können und mit der zweiten Karte war das Schicksal für Arsenal besiegelt. Dass sich Wenger nach dem Spiel mit Busacca im Tunnel eine lautstarke Auseinandersetzung geliefert hat, zeigt in meinen Augen nur den schlechten und stillosen Verlierer. Eine Stunde später, nach den obligaten Interviews, sind die zwei nochmals aneinandergeraten; jedenfalls will die UEFA jetzt genauer wissen, wer was gesagt hat. Deshalb nimmt die Kontroll- und Disziplinarkammer der UEFA am 17. März die Vorfälle unter die Lupe. Wenger zeigt sich vorderhand uneinsichtig und findet sogar, etwas mehr Demut stünde der UEFA gut an und der Verband müsste sich eigentlich bei ihm entschuldigen.

Ein Team wird rausfliegenMir wäre viel lieber, er würde die Energie in die Vorbereitung auf das kapitale Spiel von heute Abend stecken. Die Gunners treten auswärts im FA Cup-Viertelfinal gegen Manchester United an. Fabregas wird verletztungsbedingt fehlen; es war wohl falsch, ihn als nur Halbgenesenen im Camp Nou auflaufen zu lassen. Ebenso nicht dabei ist das polnische Torhütertalent Szczęsny, er fällt wegen seines ausgerenkten Fingers für sechs Wochen aus; der bereits aussortierte Almunia muss übernehmen.

Den ersten Pokal hat Arsenal an Birmingham verloren, einen deutlich schwächeren Gegner. Im zweiten Pokalwettkampf ist man an Barcelona, einem deutlich stärkeren Gegner gescheitert. Jetzt bleiben noch zwei Trophäen, und bin ich gespannt, wie das Spiel gegen einen vergleichbar starken Gegner ausgehen wird.

FA Cup Viertelfinals, live am TV
Birmingham City v Bolton Wanderers, Sa. 12. März 13:45 Uhr, Sport1 (DSF)
Manchester United v Arsenal, Sa. 12. März 18:15 Uhr, Sport1 (DSF), ITV 1, ITV HD

Schlüsselspiel

Herr Pelocorto am Samstag den 26. Februar 2011 um 06:00 Uhr

Ich bin nervös. Wegen des Spiels am Sonntag.

Arsenal steht im Final des Football League Cups, der dieses Jahr seinen 50. Geburtstag feiert. Im Spiel am Sonntag gegen Birmingham City geht es um mehr als um den Sieg im ‹Mickey Mouse Cup›, wie er früher abschätzig genannt wurde. Lange segelte der Football League Cup im Schatten seines grossen Bruders, des FA-Cups. Die Teams, unter ihnen Arsenal, nutzten den Cup, um jungen Spielern oder der zweiten Garnitur die Möglichkeit zu geben, sich zu profilieren.

Aber die Sehnsucht nach einem Titel ist gross, die Fans werden immer ungeduldiger nach sechs Jahren ohne Silverware. Mittlerweile will auch Arsène Wenger die Dürreperiode unbedingt beenden. Deshalb hat er in den letzten Runden des Football League Cups die Stammelf auflaufen lassen und sie soll am Sonntag den ersten Titel dieser Saison sicherstellen.

Football League Cup Final 18. April 1993: Arsenal v Sheffield Wednesday 2:1Noch vier Titel können die ‹Gunners› diese Saison gewinnen, und das kommende Spiel im Wembley-Stadion ist auf dem Papier das vermeintlich einfachste. Mit Birmingham steht ein Gegner auf dem Platz, der an einem normalen Spieltag einfach geschlagen wird. Nur warten die ‹Blues› seit 1963 auf einen Titel und sie werden den ‹Gunners› das Leben so schwer machen wie nur irgend möglich. Das dürfte ein Hauen und Stechen geben im Mittelfeld, denn gegen Arsenal gewinnt man nur, wenn man sie nicht ins Spiel kommen lässt. Bei Arsenal liegt der letzte Sieg in einem Final des Football League Cups weniger lang zurück (vgl. Bild).

Ich bin nervös, denn die Liste der nicht verfügbaren Spieler ist wieder länger geworden. Captain Cesc Fabregas (Oberschenkel) und Theo Walcott (Knöchel) werden sicher fehlen, aber mit Arshavin und Rosicky stehen hoffentlich gute Alternativen bereit.

Für die ‹Gunners› wird es eine richtungsweisende Partie werden. Gelingt es ihnen, ihr Spiel aufzuziehen, den Ball zu monopolisieren und aus der spielerischen Überlegenheit auch wirklich Kapital zu schlagen, wird mit dem Cupsieg eine riesige Last von den Schultern der Spieler fallen. Diese Erleichterung und der Schub aus einem ersten Titelgewinn wäre genau das, was das junge Team braucht für die kommenden 14 Tage, in denen fünf Spiele angesetzt sind:

  • So. 27. Februar: Arsenal v Birmingham City (Football League Cup Final)
  • Mi. 2. März: Arsenal v Leyton Orient (Rückspiel FA Cup, fünfte Runde)
  • Sa. 5. März: Arsenal v Sunderland (Premier League)
  • Di. 8. März: FC Barcelona v Arsenal (UEFA Champions League)
  • Sa. 12. März: Manchester United v Arsenal (FA Cup, Viertelfinal)

Ich bin nervös. Bis am Sonntag um 17:00 Uhr.

Football League Cup Final im Wembley Stadion, live am TV
Arsenal v Birmingham City, So. 27. Februar 17:00 Uhr, BBC One, BBC HD, Sport1 (DSF)

Drei Fragen

Herr Pelocorto am Samstag den 19. Februar 2011 um 06:00 Uhr

Heute FA Cup 5. Runde live am TV
Chelsea v Everton (Replay 4. Runde), 13:30 Uhr, Sport1 (DSF)
Birmingham City v Sheffield Wednesday, 16:00 Uhr, Sport1 (DSF)
Manchester United v Crawley Town, 18:15 Uhr, Sport1 (DSF), ITV1, ITV1 HD

Wirrkopf Walter hätte seine helle Freude an Zürich. Was sich rund um den GCZ, um den Letzigrund und um den Hardturm in der erfolgreichsten Fussballstadt der Schweiz abspielt, sorgt für heillose Verwirrung.

Dabei ist es gar nicht so kompliziert. Im Wesentlichen geht es für die Hoppers um drei Fragen: die grosse Stadionfrage, die kleine Stadionfrage und die Erfolgsfrage. Darf ich für Sie den blauweissen Knäuel etwas entwirren?

Die grosse Stadionfrage
Wann wird im neuen Hardturmstadion zum ersten Mal angepfiffen?

Sie erinnern sich vielleicht noch, dass die Stadtzürcher Bevölkerung am 7. September 2003 mit 59% Ja-Stimmen dem neuen Hardturm zugestimmt hat. Damals hätte die Credit Suisse einen fünfeckigen Fussballtempel finanziert, in dem die übliche Mantelnutzung vorgesehen war, damit das Ganze auch rentiert. Weil der hohe Grundwasserspiegel keinen Bau in die Tiefe zulässt, strebte der 30’000-Plätzer schon auf den Plänen mächtig in die Höhe. Sie kennen den Rest: Die Anwohner nützten alle Rechtsmittel gegen den Koloss aus. Am 4. Juni 2009 streckte die Grossbank die Waffen und gab zusammen mit der Stadt das Projektende des 5-Ecks bekannt.

Eine Task Force der Stadt übernahm, begann mit der Planung eines kleineren Fussballstadions und stellte im Juli 2010 die Machbarkeitsstudie vor: Ein 16’000-Plätzer ohne Mantelnutzung mit kleineren Dimensionen. Der Architektur-Wettbewerb hätte schon beginnen sollen, der Anpfiff dazu wurde aber um ein Jahr verschoben, weil der Gemeinderat der Stadt Zürich sparen will.

Der Wettbewerb selber benötigt 13 Monate, die Projektierung 15 Monate, die Ausführungsplanung 15 Monate und die Bauphase nochmals zwei Jahre. Für die Planer und Architekten unter Ihnen sieht das dann so aus:

2016 Hardturm Zeitplan – Klicken für mehr Infos

Ich als Optimist glaube, dass der Gemeinderat auf seinen Entscheid zurückkommen wird und der Wettbewerb doch noch dieses Jahr beginnt. Mit anderen Worten: Am Samstag, 16. Juli 2016 um 16:00 Uhr wird zum Eröffnungsspiel zwischen den Grasshoppers und dem FC Zürich angepfiffen. Für die dann 13 Jahre lange Planungsgeschichte fehlen mir allerdings heute schon die Worte, deshalb hier ein Bild.

Die kleine Stadionfrage
Wo spielen die Grasshoppers kommende Saison?

Auch der GC will sparen und hat deshalb den Mietvertrag mit der Stadt Zürich für den Letzigrund gekündigt. Leider hat man noch keinen alternativen Standort zur Hand und die GC-Führung unter Präsident Linsi steht unter gehörigem Druck, denn am 10. März muss der Swiss Football League das Lizenzgesuch für die nächste Saison eingereicht werden.

Beim Brügglifeld wehrt sich die Standortgemeinde Suhr wegen der Immissionen; die Gemeinde Emmen hingegen signalisiert Bereitschaft, den GC im Stadion Gersag aufzunehmen. Dass auf dem heutigen Hardturmareal ein temporäres NÜSSLI-Stadion entsteht, ist eher unwahrscheinlich, denn auch das braucht Planungszeit und die 10 bis 20 Mio. Franken will wohl niemand vorschiessen.

Ich als Optimist glaube, dass die Grasshoppers in der Stadt Zürich bleiben. Entweder setzen sich der GC und die Stadt Zürich nochmals an den Verhandlungstisch oder es findet sich eine andere, überraschende Lösung – würden etwa alle 6’600 Matchbesucher an jedem Heimspiel einen Fünfliber spenden, kämen über 600’000 Franken zusammen, das wäre ein schöner Zustupf an die 870’000 Franken Miete und die 840’000 Franken Kosten für Sicherheit.

Die Erfolgsfrage
Wieso sind die Grasshoppers so schlecht?

2003 wurde GC zum vorerst letzten Mal Schweizermeister. In den folgenden Saisons lag man immer zwischen 20 und 44 Punkten hinter dem Erstplatzierten. Hauptgrund für das unbefriedigende Abschneiden sind die Finanzen. Dem GC fehlt das Geld. Seit 2003 mussten alle Präsidenten dem Geld nachspringen und grosse Löcher mit zu kleinen Beträgen stopfen. Gulich, Brunner und Berbig konnten für die Hoppers keine einigermassen stabile finanzielle Grundlage schaffen.

Ein schwacher Silberstreifen am Horizont ist der unter Präsident Linsi geschaffene Owners Club, dessen Mitglieder sich bereit erklären, in den nächsten drei Jahren jedes Jahr 250’000 Franken beizusteuern. Zehn Personen sind gefunden, sechs bis zehn weitere braucht es, um das Defizit in der Grösse von 4 bis 5 Mio. zu decken. Wo können diese Personen gefunden werden?

Ich als Optimist bin hier ratlos. Wieso gelingt es nicht, im reichsten Kanton der Schweiz Sponsoren zu finden, die ein schönes sinnloses Hobby finanzieren möchten? Wenn ein Club in der Schweiz ein Netzwerk hat, das in die Kreise der Reichen und sehr Reichen reicht, dann ist das der Grasshopper-Club Zürich. Aber der finanzielle und sportliche Niedergang der Hoppers in den letzten Jahren hat hier wohl seine Spuren hinterlassen.

Time is but the stream I go a-fishing in

Herr Pelocorto am Samstag den 12. Februar 2011 um 06:00 Uhr

Sie möchten heute das Manchester Derby zwischen den ‹Red Devils› und den ‹Citizens› am Fernsehen sehen?

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Fernsehen war gestern. Im Internet findet man alles, was nötig ist.
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