Tschou Chrischtching,
Seit nunmehr zwei Jahren wohne ich in dieser Stadt und ich bin versucht zu sagen, molldoch, ich habe mich durchaus eingelebt. Ich sage «Grüessech» am Kiosk, «Khüderseck» beim Migros-Kundendienst, trinke lieber Felsenau als Turbinenbräu und es ist mir egal, welche Musik der DJ spielt, hauptsache es ist noch offen.
Nur etwas fehlt mir noch, liebes Christkind: etwas Begeisterungsfähigkeit für den lokalen Fussballklub. Dass wir uns richtig verstehen, ich will nicht Fan werden – bhüetisneiau – nur einfach ein bisschen mitfiebern können. Die Voraussetzungen wären ja eigentlich gut, schliesslich sind mir Loser-Vereine durchaus sympathisch. Aber irgendwie will es einfach nicht so richtig klappen.
Ich hab schon so einiges versucht. Ein Cup-Spiel gegen Lausanne, zum Beispiel. Gut, nicht für die weiss gekleidete Mannschaft zu sein, war vielleicht ein zu steiler Einstieg. Dann ein Testspiel gegen Winti – aber da ging es mir eigentlich mehr darum zu schauen, ob es eine gute Idee war, diesen Emeghara abzugeben (ich glaube schon). Zuletzt hab ich gedacht: YB-GC, da kann ja gar nichts schiefgehen. Aber nichts – totale Indifferenz. Vielleicht mal ein leises «Öise» vor einem Einwurf.
Aber, mein liebes Christkind, das muss «Üse» heissen, sonst gilt das gar nichts.