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Archiv für die Kategorie „Gränni Awards“

Respect (II)

Frans am Dienstag den 18. Dezember 2012 um 15:30 Uhr

Was tut der gewiefte Schiedsrichter, wenn ihn ein Trainer auf ein vermeintliches Foul hinweist? Er ignoriert das Geschwätz. Nicht so Serdar Gözübüyük aus Haarlem.

Schiedsrichter Gözübüyük, jüngster und gemäss verschiedenen Wahlen auch bester Schiri der niederländischen Eredivisie schritt am Sonntag während der Partie Groningen – VVV Venlo zur Seitenlinie.

Der Schiedsrichter zeigte dem verdatterten Trainer Maaskant des FC Groningen, nein, keine Karte.

Sondern dies:

Für diese Aktion gab es Lob und verbale Haue.
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Nette Worte

Herr Maldini am Donnerstag den 27. September 2012 um 10:04 Uhr

Also doch: Cristiano Ronaldo wird gemocht.

Sie erinnern sich: Vor knapp drei Wochen beklagte sich CR9 über zu wenig Liebe.

Jetzt kriegt er aber Zuwendung von ungewohnter Seite: Dani Alves vom berühmten FC Barcelona (zur Zeit in der Primera División 8 Punkte vor Real Madrid) war voll des Lobes für den Portugiesen und nannte ihn einen kompletten Fussballer. „Niemand ist perfekt. Aber ich mag Ronaldo sehr. Wenn ich der Verantwortliche eines Klubs wäre, würde ich Ronaldo gern in meinem Team haben.“ Im gleichen Atemzug schwärmte er übrigens auch noch von José Mourinho.

Für Sie besteht aber kein Grund zur Sorge: Alves stellte auch gleich klar, dass für ihn Lionel Messi der beste Spieler der Welt sei. Und auch Pauleta muss sich keine Sorgen machen, schliesslich weiss Alves eine adrette Dame an seiner Seite.

Sport und Politik

Natischer am Freitag den 31. August 2012 um 15:34 Uhr

Politik gehört jetzt wirklich nicht ins Stadion.

Der deutsche Grünen-Politiker Jürgen Trittin hingegen hört zu selten auf lupenreine Demokraten wie Onkel Sepp oder Wladimir Putin und hat sich wegen Werders neuem Trikot-Sponsor dazu hinreissen lassen, als offizieller Umweltbotschafter des Clubs zurückzutreten.

Der neue Trikotsponsor Werders ist bekanntlich der bekannte Fleischfabrikationsbetrieb «Wiesenhof». Letzterer stellt viele mutmasslich schmackhafte Produkte her, wo thematisch auch sehr gut in jedes Stadion passen, und sichert damit bundesweit Fantastilliarden von Arbeitsplätzen.

Trotzdem ist Herr Trittin der Ansicht, dass Wiesenhof «weder umweltfreundlich noch nachhaltig, mit importierten Futtermitteln, die auf gerodeten Regenwaldflächen angebaut werden, in Massentierhaltung billige Hühnerbrüste produziere.» Als ob das was mit Fussball zu tun hätte.

Die Redaktion des Runden Leders lehnt Herrn Trittins Verhalten mit 1:0 Stimmen ab.

Der Vertrag mit dem neuen Sponsor soll dem Klub pro Jahr etwa sechs Millionen Euro einbringen.

Singend gewinnen

Val der Ama am Dienstag den 3. Juli 2012 um 06:12 Uhr

Schweigen sorgt in Deutschland für eine laute Debatte.

Keiner singt die Nationalhymne so inbrünstig wie die Fussballer Italiens. Allen voran Goalie Buffon: Mit geschlossenen Augen und bei manchem Ton daneben – und seine Kollegen tun es ihm gleich.

Nicht so die Deutsche Nationalmannschaft, schauen Sie nur. Doch wer nicht richtig singt, der gewinnt nicht! So zumindest beurteilte Franz Beckenbauer die Lage in der Bildzeitung: “Die Begeisterung muss vor dem Anpfiff einsetzen. Alle sollten die Hymne singen, man hat dann eine ganz andere Einstellung. Ich habe das Mitsingen 1984 als Teamchef eingeführt.”

Ganz laut unterstützt diese Meinung Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier. Dieser fordert die allgemeine Hymnenpflicht auf dem Spielfeld, weil ”Sie spielen schliesslich für die deutsche Nationalmannschaft und nicht für sich selbst!” Ein fremdländischer Name oder nichtdeutsche Ahnen sind da imfall keine Entschuldigung: “Wer in der Nationalmannschaft spielt, muss die Nationalhymne singen, egal ob er einen Migrationshintergrund hat oder nicht”, schreit CSU-Innenexperte Hans-Peter Uhl.

Und wegen Sommerlochs derzeit jede Menge Votings, Onlinediskussionen und Leserbriefe: Die Grünen und Löw sind übrigens gegen den Singzwang, für Khedira ists einfach Privatsache und Özil ist die Diskussion zu blöd, weil schliesslich hätten sie sich viel Mühe gegeben an der Euro.

Jetzt aber endlich das Machtwort von einem, der wirklich was zu melden hat:  Bundesinnenminister Friedrich hat sich gestern im Bayerischen Rundfunk gegen eine Hymnen-Singpflicht für die deutschen Fussball-Nationalspieler ausgesprochen. Man müsse jetzt nach so einem verlorenen Halbfinale nicht alle möglichen Gründe suchen, warum wohl was nicht geklappt habe, sagte der CSU-Politiker.

Klassische Kategorien

Herr Baresi am Mittwoch den 8. Februar 2012 um 10:00 Uhr

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Feindbildpflege

Frans am Freitag den 13. Januar 2012 um 05:55 Uhr

Basel-Trainer Heiko Vogel hat in der Schweiz gute Presse. In den Niederlanden seit gestern weniger.

Nach dem torlosen Testspiel gegen NEC Nijmegen (0:0 Tore, 1:1 Knöchelverletzte) zitierte der Hofberichterstatter des BLICK Herrn Vogel mit den Worten:

«Ich will nicht weinen, aber ich weiss nicht, ob man in einem Testspiel so reingehen muss.»

Der Journalist vom Lokalblatt De Gelderlander konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Vogel gestern wusste, dass man nicht muss. In freier Übersetzung weiss er zu berichten:

“Solche Tacklings haben in einem Testspiel nichts zu suchen”, meinte Vogel. Der Deutsche sagte seinen Spielern in der Schlussphase, sie müssten sich wehren. “Es geht besser einer von denen verletzt vom Feld als einer von uns”, teilte er seinem Abwehrchef Aleksandar Dragovic mit.

Besonderer Anteilnahme im Tulpenland erfreut sich Vogels angeblicher Beitrag zur Pflege der langjährigen deutsch-holländischen Fussballfreundschaft:

“Ach, Holländer, die sind halt einfach so. Guter Fussball? Das haben wir gesehen. Holland Europameister? Das wird zu meiner Lebzeit nicht geschehen.”

Am Samstag spielt der FC Basel gegen Feyenoord Rotterdam. Der YB- und Ajax-Supporter komplett neutrale Zuschauer freut sich auf eine engagierte Partie.

Pizza Nicklas

Herr Shearer am Mittwoch den 14. Dezember 2011 um 20:12 Uhr

In unserer Serie “jeder Happen zählt” schauen wir heute nach Dänemark.

Niklas Bendtner hat es nicht leicht. Bei Arsenal war er überzählig und er wurde ausgeliehen. Sein temporärer Arbeitgeber, der Sunderland AFC, bewegt sich auf den den hinteren Rängen der Tabelle. Da tut ein Heimaturlaub sicher ganz gut. Für einen gutverdienenden Profi sind die hohen Bierpreise in Dänemark dann auch kein Hindernis, mal wieder einen über den Durst zu heben und die Sorgen runterzuspülen.

Vom vielen Bier kriegt manch einer dann ein Hüngerchen, so erging es auch Bendtner auf seiner Tour durch die Kopenhagener Bars. Also betrat er einen kleinen Imbissschuppen und bestellte dort Pizza. Für Kreditkartenbezahlung ist man in solchen Etablissements nun allerdings in den selteneren Fällen eingerichtet, das wollte der renitente Kunde allerdings partout nicht begreifen. Gemäss einer Quelle soll Bendtner zuerst andere Kunden gefragt haben, ob sie ihm etwas von ihren Pizzen abgeben könnten. Als diese Taktik scheiterte, bettelte er am Tresen um eine Gratispizza, ein Wunsch, der ihm nicht erfüllt wurde. Es kam zu unschönen Wortwechseln, in denen Bendtner die Angestellten daran erinnerte, dass er prominent sei und früher bei einem anständigen Fussballverein gespielt habe, später dann gar darauf hinwies, dass er eigentlich den ganzen Laden kaufen könnte. Ein Angestellter: “Er hat sich extrem arrogant und wie ein Esel verhalten – so als wäre er bereits der Besitzer!”

Natürlich läuft heutzutage immer gleich eine Handykamera mit, wenn solche Geschichten passieren. Irgendjemand soll dann Bendtners Rechnung doch noch übernommen haben…

Wutausbruch im Wohnzimmer

Herr Shearer am Donnerstag den 14. Juli 2011 um 21:18 Uhr

Absteigen tut weh.

River Plate, auch bekannt als “los Millonarios”, musste ja kürzlich zum ersten Mal in seiner Geschichte den Gang in die zweithöchste Spielklasse antreten. Perfiderweise wurde ein armer Anhänger von seiner Verwandtschaft bei dieser schmerzhaften Erfahrung auch noch gefilmt. Bevor Sie nun auf “Play” drücken, entfernen Sie bitte alle minderjährigen Personen (insbesondere spanischsprechende!) aus der Nähe Ihres Computers und regeln Sie den Ton etwas gegen unten.

Falls es Ihnen wie mir geht und Sie kein Wort verstanden haben, finden Sie hier noch eine übersetzte Version.

Minus 19 Grad: Tolles Erlebnis

Frans am Donnerstag den 17. Februar 2011 um 11:55 Uhr

Aus Temperaturgründen empfängt Rubin Kazan den holländischen Meister heute in der russischen Hauptstadt. Die Differenz zwischen Enschede und Moskau betrug heute morgen läppische 26 Grad. Der Spielbeginn wurde auf 13 Uhr vorverlegt. Dennoch ist unsicher, ob überhaupt angepfiffen wird.

Twente friert in MoskauMoskau meldete heute morgen sonnig bei minus 19 Grad. Ist es um 12 Uhr kälter als minus 15 Grad, so erlaubt die Uefa den beiden Teams (in der Praxis: dem Gast) einen Spielverzicht. Das wäre wohl eine gute Neuigkeit für Twente-Abwehrchef Douglas. Der Ivorer Brasilianer (auf unserem Bild im modischen Burkalook) hat bereits wissen lassen, er würde für kein Geld dieser Welt nach Russland wechseln. Trotz drei Handschuhen pro Hand sei es unerträglich. “Es tut wirklich weh.”

Diese warmduschenden Tulpensöhne sollten sich mal ein Beispiel nehmen an echten Kerlen:

Ich habe gehört, dass dort gegenwärtig Temperaturen von minus 20 Grad herrschen. Der Staff hat nochmals die Kleidergrössen der Spieler aufgenommen, damit wir mit speziell wärmendem Material ausgerüstet werden können. Es wird bestimmt wieder ein tolles Erlebnis.

Der verlorene Sohn

Frans am Dienstag den 11. Januar 2011 um 16:00 Uhr

Doppelschlag in Zürich: José Mourinho holte die Auszeichnung als bester Trainer und qualifizierte sich gleichzeitig für die Endausscheidung um die Gränni Awards.

Mourinho criesDer – wie ein Teil der Redaktion dieses Fachblogs – zur Emotionalität neigende Portugiese verlor gestern den Kampf gegen wässrige Augen.

Ausgelöst wurde der Gefühlsausbruch durch wärmende Worte eines kleinwüchsigen Fussballspielers, der seinerseits für die Wahl des Weltfussballers die meisten Journalistenstimmen geholt hatte.

Messi Wesley, geile Siech!