Heute um 14.30 Uhr spielt Yeovil Town im Wembley-Stadion. Dan Cabell ist auch dabei.
Es ist ein grosses Spiel, für das sich die Fans der “Glovers” nach London begeben. Im Final der League One-Playoffs geht es im Spiel gegen Brentford FC um den dritten Aufstiegsplatz in die Championship, Englands zweithöchster Spielklasse. Dan Cabell, grosser Fan von Yeovil, hat ein zehn auf drei Meter grosses Transparent gebastelt, in den Farben des Vereins. “Little Big Yeovil” steht da drauf, und es ist so gross, dass man es über die Köpfe der Zuschauer durchreichen und so wandern lassen kann. Um sicher zu gehen, dass man ihn am Eingang mit dem grossen Fetzen nicht zurückweist, hat sich Cabell sowohl bei der Liga als auch beim Stadionbetreiber vorgängig erkundigt. Letzterer antworteten denn auch prompt – und schickte eine interessante Offerte.
1500 englische Pfund hätte Dan Cabell zahlen müssen, um das Banner ins Stadion nehmen zu dürfen. Das sind nach aktuellem Kurs gut 2’200 Franken, und der Betrag kommt so zustande: weil so ein Teil, das im Stadion rumwandert, natürlich etwas extrem gefährliches ist, müssen ganze acht Personen einer Event-Organisationsfirma das ganze überwachen. Das kostet 1’250£. Weitere 250£ schlagen zu Buche, weil diese Personen ja auch noch einen Parkplatz vor dem Stadion brauchen. Der Stadionbetreiber pochte auf diese Bedingungen, da er für die Sicherheit der Zuschauer verantwortlich sei.
Dan Cabell war natürlich enttäuscht, diesen Betrag konnte und wollte er nicht bezahlen. In allen anderen Stadien in England gab es mit dem Banner keine Probleme, dort erhielt er sogar Lob und Anerkennung für den Schriftzug “Little Big Yeovil”, welcher darauf anspricht, dass der oftmals etwas verspöttelte Yeovil Town FC plötzlich vor einem der Höhepunkte seiner Clubgeschichte steht. Die Enttäuschung bei Dan Cabell war jedenfall gross: “Ich sehe nicht ein, wieso ich zahlen soll, um eine Fahne in ein Stadion mitzunehmen. Wir haben auch erst nach Erhalt des Briefes gemerkt, was uns der Spass kosten würde. Der moderne Fussball ist komplett verrückt geworden.”
Dann kriegten die Verantwortlichem im Wembley aber offenbar doch Zweifel, ob ihre Einschätzung richtig war und sie fanden heraus, dass es solcherlei schon früher gegeben hatte, ohne dass dabei Dutzende Menschen verletzt worden sind. Nun wird also auch heute der weisse Schriftzug auf grünem Grund im Fernsehen zu sehen sein. In einem Land, in dem “Safety and Security” Staatsreligion ist, wird die nächste ähnliche Schnapsidee aber sicher nicht lange auf sich warten lassen.














