Frans am Mittwoch den
21. Dezember 2011 um 23:05 Uhr
Das üble Halbjahr für Ajax Amsterdam*** benötigte nach dem grauenhaften Ausscheiden aus der Champions League und den internen Streitigkeiten eitler Clubikonen einen passenden Abschluss. Et puis voilà.
Ein intelligenter Ajax-Fan setzte den würdigen Tiefpunkt in der 37. Minute des heutigen Cupspiels gegen AZ Alkmaar beim Zwischenstand von 1:0 für Ajax. AZ-Tormann Esteban hatte eine spontane Antwort auf das unerwartete Zusammentreffen mit dem Supporter.
Es folgten: Platzverweis. Gang von AZ in die Kabine. Spielende.
Herr Pelocorto am Montag den
19. Dezember 2011 um 06:00 Uhr
Heute beschenkt das Runde Leder Zürichs grössten Fan: Ancillo Canepa.
Er meint es immer und überall nur gut und ist auch sonst ein Lieber und Netter. Spieler in der Zwischensaison entlassen, um den Druck im Team aufrecht zu erhalten? Canepa saugt an seiner Pfeife: Sicher nicht, schliesslich mag er sein Team. Die Spieler danken es ihm mit unterirdischen Leistungen.
Die Südkurve stärker in die Verantwortung nehmen? Canepa saugt an seiner Pfeife: Sicher nicht, schliesslich liegt ihm die Fankultur am Herzen. Die Rotzlöffel aus der Mitte der Fans danken es ihm mit Fackeln und Petarden.
Die Trainerfrage stellen? Canepa saugt an seiner Pfeife: Sicher nicht, Fischer isch für immer öise Captain, ähh, Trainer. Der Trainer dankt es ihm mit soliden Durchhalteparolen.
Naiv? Vielleicht. Gutgläubig? Ziemlich sicher. Herr Canepa, so wird das nichts! Höchste Zeit, andere Saiten aufzuziehen, etwas kritischer zu werden und strenger. Der Schritt vom Fan zum Präsidenten ist möglich. Darum schickt die Redaktion des Runden Leders Sie nochmals in die Schule.
Frans am Dienstag den
13. Dezember 2011 um 15:35 Uhr
Auf Empfehlung von Ronaldo darf der neunjährige Pedro Lucas bei Real Madrid vortraben.
In den Medien wird der Knirps wegen einiger Videobilder als “Supertalent” und “Juwel” gehypt.
In der Redaktion dieses Fachblogs herrscht eine gewisse Skepsis, ob sich Klein-Pedro in der Tat als fussballerischer Nachfolger seines Entdeckers Gross-Ronaldo entpuppen wird. Für die Figurenpolizei Frisurenpolizei hingegen gibt es keine Zweifel, dass Pedro sein cooles Vorbild schon jetzt annähernd erreicht.
Herr Pelocorto am Samstag den
3. Dezember 2011 um 11:00 Uhr
Arsenal-Torhüter Wojciech Szczesny wollte sich die Haare wachsen lassen. Daraus wird jetzt nichts.
Wojciech Szczesny ist Pole. Als solcher freut er sich natürlich auf die Europameisterschaft nächsten Sommer, die teilweise in seinem Heimatland stattfindet. Im Vorfeld der Gruppenauslosung hat er ein interessantes Versprechen abgegeben. Wenn England und Polen in der gleichen Gruppe landen, dann werde er sich die Haare wachsen lassen.
Er wolle aussehen wie Jan Tomaszewski, der legendäre polnische Torhüter, an den sich die Engländer mit Schrecken erinnern. Dafür müssen wir allerdings ziemlich weit zurückblättern im Archiv.
Am 17. Oktober 1973 fand im Wembley das letzte Qualifikationsspiel der Gruppe 5 für die WM 1974 statt. England musste unbedingt gewinnen, um dabei zu sein, den Polen reichte ein Unentschieden für die WM-Teilnahme. In der 55. Minute kam das Unglück über die Engländer: Lato passt zu Domarski, der läuft Richtung Tor und bezwingt Peter Shilton mit einem Flachschuss. 0:1. Acht Minuten später ein Penalty für England. 1:1. Captain Martin Peters gestand später, er hätte eine Schwalbe im polnischen Strafraum produziert:
It was looking desperate, and in such circumstances
desperate measures are sometimes required.
Jan Tomaszewski aber hielt ausser dem Penalty alles, was es nur irgendwie zu halten gab, darunter einige unhaltbare Schüsse. 35 Mal schossen die Engländer auf das Tor, nur gerade zweimal die Polen. Hier eine Zusammenfassung auf polnisch; Domarski skort bei 1:55 und herrlich, wie Peter Shilton bei 2:19 nicht hinschauen kann:
England blieb im Sommer 1974 zuhause, Polen spielte an der WM. Und wie! Die Polen schlugen in der Gruppenphase Argentinien, Haiti und Italien. Daran schloss eine zweite Gruppenphase an, in der Polen wieder gross aufspielte: Die Siege gegen Schweden und Jugoslawien und die Niederlage gegen die Bundesrepublik Deutschland brachte Polen auf den zweiten Rang und damit ins kleine Finale, wo man Brasilien mit 1:0 bezwang.
Nach der Auslosung von gestern Abend wird jetzt leider nichts aus Wojciech Szczesnys neuer Haarpracht. Polen und England werden erst im Halbfinal aufeinandertreffen.
Herr Baresi am Dienstag den
1. November 2011 um 10:00 Uhr
Schon wieder muss die Frisurenpolizei auf einen tragischen Fall hinweisen, welcher jedoch für einmal in letzter Sekunde ein glimpfliches Ende fand.
Zwischen den drei Bildern des Spielers des FC Basel mit der Nummer 34 liegen nur vier Tage. Das links ist vom Sion-Spiel am 26.10., das rechts vom GC-Spiel am 29.10. und das in der Mitte von irgendwann dazwischen. Kurz bevor die Frisurenpolizei hätte einschreiten müssen, kam der Spieler von sich aus zur Vernunft.
Seine Einsicht ist möglicherweise auch dem allgemeinen Aufschrei der knapp volljährigen Basler Damenwelt zu verdanken. Die Frisurenpolizei begrüsst grundsätzlich die aktive Selbstregulation der Fussballerszene, behält sich aber repressive Interventionen jederzeit vor.
Ehefrau, Kinder und Teamkollegen atmen auf: Nach gut sechzehnmonatiger Verletzungspause feierte der Verteidiger der Hansa Rostock in der Partie gegen Eintracht Braunschweig sein Comeback. Und weil er das tat, durfte endlich der Bart ab.
Was Sie vielleicht noch wissen: Holst hatte seit seiner Rückkehr zu Hansa Rostock im vergangenen Sommer noch kein Pflichtspiel bestritten. Wegen einer Knieverletzung hatte er die gesamte vorige Saison gefehlt, diesen Juli setzte ihn dann ein Rippenbruch für einige Wochen ausser Gefecht.
Er ist ein schwerer Junge. Einer, der schon immer zwischen Genie und Wahnsinn schwankte – bereits zu seinen frühesten Zeiten, bei Feyenoord Rotterdam. Auch wenn er jetzt Millionen in Madrid macht, so hat er doch nie vergessen, woher er kommt – konkret aus den Ghettos Rotterdams, wo Drogenhandel und bewaffnete Raubüberfälle am hellichten Tage voll normal sind. Aber Royston aka Roya hat auch eine softe Seite, mit Frau und drei Kids, und so hat er mit dem legendären Boef und sassy Vallery diesen geil groovenden Track eingespielt. Gewidmet ist er seiner jüngsten Tochter. Check it out!
Das Fairplay von Tranquillo Barnetta hat die RL-Leserschaft für einmal überfordert.
Innert der reglementarischen Spielzeit von 45 Minuten (plus Extra Time) ging keine richtige Antwort ein. Das signierte Gügi-Poster wandert damit in den Jackpot.
Herr Pelocorto am Donnerstag den
7. April 2011 um 20:45 Uhr
Schön, dass alte Traditionen wieder aufleben. Herzlich willkommen in der Welt von Kevin Großkreutz.
Der Borussia-Spieler Kevin Großkreutz bringt zurück, was wir schon lange verdrängt haben:
Die Vokuhila-Frisur!
«Meine Haare sehen natürlich nicht so gut aus, weil ich im Oktober schon eine Wette abgeschlossen habe: Bis wir deutscher Meister sind, lasse ich die Haare wachsen.»
So, so, seit Oktober 2010 hat sein Haupthaar also keine Schere mehr gesehen. Wer das glaubt wird selig, denn unser V-Mann im Ruhrpott erwischte Großkreutz in flagranti beim türkischen Frisör und hat uns konspiratives Bildmaterial zugespielt, das wir natürlich absolut vertraulich behandeln.
Noch vier Stunden Zittern für die Nationalistenpartei: Der letzte Friese beim SC Heerenveen bleibt vielleicht doch in Friesland.
Der 22 jährige Mittelfeldspieler wird doch nicht an den dänischen Club Esbjerg ausgeliehen. Das vermeldet der (nach der gestrigen Heimschlappe im Derby gegen Groningen arg verkaterte) SC Heerenveen.
Schliesst sich um Mitternacht endlich das Transferfenster, so kann die regionale SVPFryske Nasjonale Partij (FNP) erleichtert aufatmen. Sie hatte sich gemäss Medienberichten öffentlich dafür eingesetzt, dass der einzige Vollblutfriese weiterhin die Ersatzbank (bzw. den Tribünenplatz) im meist ausverkauften Abe-Lenstra-Stadion wärmen darf.
Die Redaktion dieses Weblogs hat mit 2:1 Stimmen bei 7 Enthaltungen beschlossen, dass künftig noch mehr Vollblutberner auf dem YB-Bänkli sitzen müssen und Herr Baykal augenblicklich zurückzuholen ist.
PS und completely OT: Diesen Ägypternbedauernswerten Tunesiern bleibt nun wirklich nichts erspart.