Soeben erreicht uns folgende Anfrage:
Sehr geehrter Herr Prof. Stadler-Wallraff, Ihre Loge hat doch per neuem Jahr vom Sektor D in den Sektor C gewechselt. Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen? Würden Sies wieder tun? UAwG, A.B., C.
Lieber Stefan, tatsächlich hat ein inzwischen auf 20 Personen angewachsenes Grüppchen Runde Leser nach 3 Jahren D3 ins C16 gewechselt. Das liegt eigentlich einfach am andern Ende der abgerundeten Wankdorf-Ecke und kostet auch gerade mal CHF 80.- mehr pro Jahr. Davor standen wir mehrere Saisons unten im D-Parterre, immer mehr an den Rand rutschend, weil man wird ja auch älter, aber ich schweife ab.
Was ist im Sektor C anders: Das beginnt schon beim Eingang, der vom «Wale» weitestmöglich entfernt liegt (-). Der selbe ist jedoch deutlich entspannter als die D-Eingänge, man steht weniger an (+), aber das liegt natürlich auch an den etwas zurückgegangenen Zuschauerzahlen. Die Eintrittskontrolle geht zügiger (+), die Kontrollen wohl noch etwas lascher, aber die Pyrobuben verlaufen sich auch selten ins C. Das mit dem weniger Anstehen gilt natürlich genauso für WC (+) und Wurst (+), ausserdem servieren fliegende Händler Kaltgetränke an den Platz (+). Auch schätze ich die neue Sicht aufs Spiel – so sieht nämlich endlich nicht nur Herr Bombadil, ob etwas offside war oder nicht (+). Im C hört man auch die Gesänge der Kurve deutlich besser, und wir wissen endlich sicher, wann wir beim Wechselgesang «Young» – «Boys» dran sind (+).
Paradoxerweise ist uns im C trotzdem noch nicht so richtig wohl. Im Gegensatz zu früher schauen wir jetzt nämlich nicht mehr geradeaus aufs Spielfeld, sondern immer ein bisschen bis sehr nach rechts (-). Wenn ich nun bspw. meine Expertise über die aktuelle Spielsituation Herrn Newfield rechts zuraune und er antwortet darauf, höre ich ihn nicht (-), weil er halt auch nach rechts redet. Dort hört das dann Herr Je, aber wenn einer der beiden meine gerade geäusserte hanebüchene Einschätzung widerlegen möchte, muss er den Blick vom Spielfeld wegbewegen und er verpasst möglicherweise grad das 5:1 (-). Expertengesprächsrunden entstünden anders (-). Unser Umfeld ist zudem deutlich mehr von (weitern) Göpf Egg des Fussballs geprägt, den einen oder andern Nachbarn müssen wir gar des Randsportbesuchs verdächtigen (-).
Es steht also 6:6 zwischen D und C. Da ein Wechsel zurück aber während des Jahres nicht möglich ist, sitzen wir 2013 wohl aus und überlegen uns gegen Ende Jahr, wo es nächstes Jahr weitergeht.
Etwas, was man beim BSC YB übrigens ganz ähnlich handhabt.












