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Archiv für die Kategorie „Briefkasten“

Alles im Lot

Dr. Rüdisühli am Sonntag den 11. August 2013 um 18:15 Uhr

BREAKING NEWS: Uli Forte an den Swiss Football Awards zum Trainer des Jahres gewählt – GC ist Mannschaft des Jahres

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, wir haben hier in Basel einen sehr durchzogenen Saisonstart mit nur 8 Punkten aus 5 Spielen. Sollte mir dies als FCB-Fan zu denken geben? MfG, H.B., B.

Lieber Herr B., nein, keineswegs. Letzte Saison hatte der FCB nach 5 Spielen auch nur 9 Punkte auf dem Konto und wurde am Schluss Meister. Vorletzte Saison waren es sogar bloss 6 Punkte, am Schluss wurde Basel Meister. In der Meistersaison 2010/11 waren es auch bloss 9 Punkte. Und in der Saison 2009/10 waren es wie jetzt 8 Punkte, am Schluss wurde Basel Meister.

Wie, Sie meinen wegen dem 7-Punkte-Abstand auf YB? Seit wann schauen Sie auf die Gegner? Froh zu sein bedarf es wenig, denn wer froh ist, ist ein König. Ihr Dr. Rüdisühli

54 Jahre

Dr. Rüdisühli am Montag den 29. Juli 2013 um 22:20 Uhr

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, drei Siege zum Saisonstart – ich kann mich nicht erinnern, wann YB dies das letzte Mal geschafft hat. Habe ich Gedächtnisschwund? M.frdl.Gr., H.G., O.

Lieber Heinz, das kommt drauf an, wie alt Sie sind. YB ist erstmals seit der Saison 1959/60 mit drei Siegen in die Meisterschaft gestartet. Damals waren es sogar 7 Siege in Serie, die Eich, Meier, Schneiter und Co. schafften. Wie die Saison damals für YB endete, ist mir leider entfallen.

Drei Startsiege ist aber in der Schweiz generell nicht aussergewöhnlich. Sion gelang dies in der letzten Saison, Basel in der Spielzeit 2010/11. Basel wurde am Schluss Meister, Sion landete auf Rang 6 und schaffte nicht einmal die Europacup-Qualifikation. Mit besten Grüssen, Ihr Dr. Rüdisühli

Ein feiner Zug

Dr. Rüdisühli am Freitag den 26. Juli 2013 um 15:20 Uhr

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Lieber Doktor Rüdisühli, ich gehe jeweils gerne ins Basler St.-Joggeli zum Fussball. Bisher konnte ich dabei auf mein Auto zählen. Nun ist es aber, naja, ausser Betrieb. Mein Chef sagt zudem, er kenne die ÖV-Verbindungen nicht. Kann ich weiterhin täglich nach Basel zum Fussball? Und was ist ÖV? Bitte antworten Sie schnell, ich muss am Montag wieder hin! Freundliche Grüsse, R.B., S.

Lieber Herr Bobadilla, es freut mich, dass Sie noch ab und an an Bern denken, wie ihre Anfrage zeigt. Am besten tippen Sie auf ihrem Smartphone «sbb.ch» ein, und da finden Sie jeweils Bus und Zug nach Basel. Sie müssen nur zweimal umsteigen, und in nur 35 Minuten sind Sie da! Der kurvenreiche Weg führt übrigens der lauschigen Birs entlang. Sie können zurücklehnen, die Landschaft geniessen und sind erst noch pünktlich um 9 Uhr im Training.

Alternativ bestellen Sie ein Taxi, das kostet weniger als ein Tagessatz. Oder Sie ziehen nach Deutschland, das ist ja auch nahe bei Basel! Und dort können Sie, so schnell Sie wollen. MfG, Ihr Dr. Rüdisühli

Hits in der Hitze

Dr. Rüdisühli am Mittwoch den 24. Juli 2013 um 10:00 Uhr

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Lieber Doktor Rüdisühli, am Sonntag spielen bekanntlich die berühmten YB gegen den FC Thun. Der Wetterbericht meldet bis zu 36 Grad und möglicherweise auch Gewitter. Ist es eigentlich sinnvoll, bei solchen Bedingungen Fussball zu spielen? Und was empfehlen Sie, damit sowohl die zahlreichen Kids wie ihre Eltern dieses Ereignis unbeschadet überstehen? Freundliche Grüsse, M.G., B.

Lieber Herr Mixed Grill, Fussball ist immer sinnvoll. Wichtig ist einfach, dass Sie alle zehn Minuten eine Trinkpause einlegen. Nein, natürlich nicht Bier, sondern Wasser – am besten auf der Toilette, dort ist es gratis.

Verpassen werden Sie nicht allzu viel, denn Hitzespiele sind in der Regel eher ein statisches Gekicke, ausser ein Torhüter erleide einen Sonnenstich oder das Heimteam gerate in einen Spielrausch, so wie grad neulich beim letzten Glutofen-Spiel im Wankdorf. MfG, Ihr Dr. Rüdisühli

Sektorenswitch

Natischer am Freitag den 3. Mai 2013 um 13:02 Uhr

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

C16Sehr geehrter Herr Prof. Stadler-Wallraff, Ihre Loge hat doch per neuem Jahr vom Sektor D in den Sektor C gewechselt. Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen? Würden Sies wieder tun? UAwG, A.B., C.

Lieber Stefan, tatsächlich hat ein inzwischen auf 20 Personen angewachsenes Grüppchen Runde Leser nach 3 Jahren D3 ins C16 gewechselt. Das liegt eigentlich einfach am andern Ende der abgerundeten Wankdorf-Ecke und kostet auch gerade mal CHF 80.- mehr pro Jahr. Davor standen wir mehrere Saisons unten im D-Parterre, immer mehr an den Rand rutschend, weil man wird ja auch älter, aber ich schweife ab.

Was ist im Sektor C anders: Das beginnt schon beim Eingang, der vom «Wale» weitestmöglich entfernt liegt (-). Der selbe ist jedoch deutlich entspannter als die D-Eingänge, man steht weniger an (+), aber das liegt natürlich auch an den etwas zurückgegangenen Zuschauerzahlen. Die Eintrittskontrolle geht zügiger (+), die Kontrollen wohl noch etwas lascher, aber die Pyrobuben verlaufen sich auch selten ins C. Das mit dem weniger Anstehen gilt natürlich genauso für WC (+) und Wurst (+), ausserdem servieren fliegende Händler Kaltgetränke an den Platz (+). Auch schätze ich die neue Sicht aufs Spiel – so sieht nämlich endlich nicht nur Herr Bombadil, ob etwas offside war oder nicht (+). Im C hört man auch die Gesänge der Kurve deutlich besser, und wir wissen endlich sicher, wann wir beim Wechselgesang «Young» – «Boys» dran sind (+).

Paradoxerweise ist uns im C trotzdem noch nicht so richtig wohl. Im Gegensatz zu früher schauen wir jetzt nämlich nicht mehr geradeaus aufs Spielfeld, sondern immer ein bisschen bis sehr nach rechts (-). Wenn ich nun bspw. meine Expertise über die aktuelle Spielsituation Herrn Newfield rechts zuraune und er antwortet darauf, höre ich ihn nicht (-), weil er halt auch nach rechts redet. Dort hört das dann Herr Je, aber wenn einer der beiden meine gerade geäusserte hanebüchene Einschätzung widerlegen möchte, muss er den Blick vom Spielfeld wegbewegen und er verpasst möglicherweise grad das 5:1 (-). Expertengesprächsrunden entstünden anders (-). Unser Umfeld ist zudem deutlich mehr von (weitern) Göpf Egg des Fussballs geprägt, den einen oder andern Nachbarn müssen wir gar des Randsportbesuchs verdächtigen (-).

Es steht also 6:6 zwischen D und C. Da ein Wechsel zurück aber während des Jahres nicht möglich ist, sitzen wir 2013 wohl aus und überlegen uns gegen Ende Jahr, wo es nächstes Jahr weitergeht.

Etwas, was man beim BSC YB übrigens ganz ähnlich handhabt.

Europäische Floskel

Natischer am Freitag den 5. April 2013 um 13:35 Uhr

Der FC Basel spielte gestern in London 2:2 gegen Tottenham.

Dazu kann man nur gratulieren. Respekt, tolle Leistung! «Super für den Schweizer Fussball!» jubeln Basler und Boulevard.

Baseler SommerDer YB-Fan in mir hat da gewisse Zweifel. Klar, da ist dieser ominöse UEFA-Koeffizient, der von Basler Erfolgen natürlich positiv beeinflusst wird. Aber wer profitiert denn davon ausser dem FC Basel selber? Natürlich der Zweitplatzierte der Meisterschaft, sagen Sie nun, da dieser auch in die Champions-League-Quali darf. Ketzerische Frage: Spielt es für diesen eine entscheidende Rolle, ob er in der 1. CL-Quali-Runde in Weissrussland scheitert oder in der zweiten Europa-League-Runde in Griechenland? Die ersten Runden jedes internationalen Bewerbs kosten einen Verein in erster Linie einfach nur Geld.

Ist es dann wenigstens gute Werbung für den Schweizer Fussball, wie Herr Streller im Radiointerview feststellt?

Mag sein, dass aufgrund der Basler Erfolge die Schweizer Liga kurzfristig etwas weniger belächelt wird, aber was haben denn Luzern, St. Gallen oder Lausanne davon? Wechseln Spieler aus dem Ausland eher zu Sion, nur weil Basel in London gut aussah? Wohl kaum. Berner Erfolge helfen YB, Walliser Siege dem FC Sitten, Basler Halbfinalteilnahmen dem FC Basel. Und die Schere zwischen dem Krösus und den Habenichtsen öffnet sich weiter.

Derzeit ist der FC Basel in der Super League schlicht eine Klasse für sich, und das ist anzuerkennen, egal, welche Farben man selber trägt. Darüber in Jubel ausbrechen werd ich trotzdem nicht. Mich erinnern die Reaktionen der Schweizer Medien stark an die aktuelle Werbekampagne der Valaiscom. «Einer von uns» und wir gegen den Rest der Welt. Quatsch. Auch jeder Fussballverein ist sich selbst der nächste. Und das ist auch gut so. Meine Meinung.

Blowin’ in the wind

Dr. Rüdisühli am Dienstag den 5. Februar 2013 um 19:18 Uhr

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Herr Dr. Rüdisühli, warum braucht die Swiss Football League zwei Monate, um Elsad Zverotic wegen “grober Beleidigung eines Gegenspielers” für zwei Spiele zu sperren? UAwG, A.B., C.

Lieber Andreas, das Urteil wurde von der Disziplinarkommission gefällt, einem Laiengremium, das in sporadischen Abständen tagt. Zunächst musste der “Blick” das Bildmaterial beim Runden Leder stehlen und den Spieler anschwärzen. Dann schaute sich die Kommission das Dokument an, konnte aber nicht erkennen, um welchen Spieler es sich genau handelt, weil ja die Rückennummer nicht sichtbar ist.

Die Sekretärin der Kommission kaufte dann eine Gesichtserkennungssoftware, so dass das Gremium nach den Weihnachtsferien und dem Neujahrsurlaub zur Erkenntnis brachte, es müsse sich um Herrn Zverotic handeln. Allerdings wusste niemand von der Kommission, was die Geste des Spielers zum Ausdruck bringen will.

Die Kommissionsmitglieder mussten also umfangreiche Recherchen in diversen Etablissements vornehmen, ehe sie erkannten, worum es sich genau handelt. In der Zwischenzeit ging die Stellungnahme des Gegenspielers Dingsdag verloren, der die Sache als harmlos einstufte. Dann kam noch die Grippe-Epidemie dazwischen. Jetzt liegt die Stellungnahme ja aber rechtzeitig zum Rückrundenstart vor, und die Swiss Football League kann sich nach der Abarbeitung dieses Skandals wieder den Lappalien zuwenden, wie etwa dem laufenden Wettskandal im Schweizer Fussball. Mit freundlichen Grüssen, Ihr Dr. Rüdisühli

Günstige Geschenke

Dr. Rüdisühli am Samstag den 15. Dezember 2012 um 15:11 Uhr

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Lieber Briefkastenonkel, mein 10-jähriger Göttibub aus dem oberen Emmental wünscht sich zu Weihnachten ein Fussball-Trikot. “Aber nicht Spanien oder Barcelona oder so was”, das haben ja alle anderen schon. Da seine Mutter aus dem Grossraum Napoli kommt, machte ich mich im Netz auf die Suche nach einem feschen Inler-Shirt.

Bald merkte ich, dass ich leider nicht Gesichtschirurg bin und über ein entsprechendes Einkommen verfüge. Wo gibts denn günstige Replika-Shirts, zum Beispiel vom SC Bastia, den Glasgow Rangers oder zur Not sogar von YB? Vielleicht weisst Du einen Rat. Sehr herzlichen Dank für Dein Nachforschen im defensiven Mittelfeld. Beste Grüsse, T.S.

Lieber Tobias, das Runde Leder richtet sich bekanntlich in erster Linie an Leser aus der Einkommensklasse >150’000.-/Jahr. Sie kaufen ihren zahlreichen Göttikindern natürlich ausschliesslich Originalprodukte, womit sie auch die jeweiligen Vereine und faire Arbeitsbedingungen für die 3-jährigen chinesischen Trikotnäher unterstützen.

Ihre Frage ist natürlich trotzdem sehr interessant. Mir persönlich ist im Grossraum Bern kein grösseres Replica-Angebot bekannt, einmal abgesehen vom Stand am Waisenhausplatz (unser Funkbild), der zumindest die Notversorgung abdeckt (der Stand).

Es ergeht deshalb der Aufruf an unsere Leserschaft, zum Wohl von Herrn Tobiassens Göttibub weitere brauchbare Tipps für Replika Shirts zu posten. Herzlichen Dank für Ihr Engagement und frohe Weihnachten, Ihr Dr. Rüdisühli

Erfolgreiche Etablierung

Dr. Rüdisühli am Freitag den 5. Oktober 2012 um 03:48 Uhr

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, was bedeutet es eigentlich, wenn die YB-Verantwortlichen sagen, sie wollten “die Marke YB in Europa etablieren”? MfG, U.B., M.

Lieber Urs, das ist ganz einfach, wie die Rundes Leder Europa League Timeline zeigt. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli

Viele Ferndiagnosen

Dr. Rüdisühli am Montag den 30. Juli 2012 um 16:00 Uhr

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, mein Traumberuf ist YB-Reporter! Da kommt man in halb Europa herum! Wie erreiche ich mein Berufsziel? MfG, P.M., K.

Lieber Peter, Fussballkenntnisse sind sicher von Vorteil. Generell müssen wir Deine Erwartungshaltung bezüglich spannenden Reisen aber ein bisschen dämpfen.

So schilderten der “Bund” und die “BZ” letzten Freitag zwar in packenden Worten den durchzogenen Auftritt der Young Boys in Chisinau. Aus den Spielberichten geht allerdings nicht hervor, dass die Autoren gar nicht in Moldawien waren. Die Matchberichte entstanden in Bern; wir gehen davon aus, dass den Berichterstattern wenigstens ein Stream vom Spiel zur Verfügung stand.

Einzelfälle sind das nicht. Auch die Gratiszeitung “20 Minuten” und die Agentur Sportinformation SI berichteten vom Spiel, ohne einen Reporter vor Ort zu haben. Die einzigen in Chisinau anwesenden Medien waren “Radio Gelbschwarz” und das Blog “Zum Runden Leder”.

Aber ein schöner Beruf ist Sportjournalist natürlich trotzdem, da haben Sie recht. Zumal die “BZ” in ihrem Fall immerhin darauf hinweist, dass erstmals seit 10 Jahren ein YB-Auswärtsspiel ohne BZ-Reporter stattfand. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli