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Archiv für die Kategorie „Briefkasten“

Sektorenswitch

Natischer am Freitag den 3. Mai 2013 um 13:02 Uhr

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

C16Sehr geehrter Herr Prof. Stadler-Wallraff, Ihre Loge hat doch per neuem Jahr vom Sektor D in den Sektor C gewechselt. Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen? Würden Sies wieder tun? UAwG, A.B., C.

Lieber Stefan, tatsächlich hat ein inzwischen auf 20 Personen angewachsenes Grüppchen Runde Leser nach 3 Jahren D3 ins C16 gewechselt. Das liegt eigentlich einfach am andern Ende der abgerundeten Wankdorf-Ecke und kostet auch gerade mal CHF 80.- mehr pro Jahr. Davor standen wir mehrere Saisons unten im D-Parterre, immer mehr an den Rand rutschend, weil man wird ja auch älter, aber ich schweife ab.

Was ist im Sektor C anders: Das beginnt schon beim Eingang, der vom «Wale» weitestmöglich entfernt liegt (-). Der selbe ist jedoch deutlich entspannter als die D-Eingänge, man steht weniger an (+), aber das liegt natürlich auch an den etwas zurückgegangenen Zuschauerzahlen. Die Eintrittskontrolle geht zügiger (+), die Kontrollen wohl noch etwas lascher, aber die Pyrobuben verlaufen sich auch selten ins C. Das mit dem weniger Anstehen gilt natürlich genauso für WC (+) und Wurst (+), ausserdem servieren fliegende Händler Kaltgetränke an den Platz (+). Auch schätze ich die neue Sicht aufs Spiel – so sieht nämlich endlich nicht nur Herr Bombadil, ob etwas offside war oder nicht (+). Im C hört man auch die Gesänge der Kurve deutlich besser, und wir wissen endlich sicher, wann wir beim Wechselgesang «Young» – «Boys» dran sind (+).

Paradoxerweise ist uns im C trotzdem noch nicht so richtig wohl. Im Gegensatz zu früher schauen wir jetzt nämlich nicht mehr geradeaus aufs Spielfeld, sondern immer ein bisschen bis sehr nach rechts (-). Wenn ich nun bspw. meine Expertise über die aktuelle Spielsituation Herrn Newfield rechts zuraune und er antwortet darauf, höre ich ihn nicht (-), weil er halt auch nach rechts redet. Dort hört das dann Herr Je, aber wenn einer der beiden meine gerade geäusserte hanebüchene Einschätzung widerlegen möchte, muss er den Blick vom Spielfeld wegbewegen und er verpasst möglicherweise grad das 5:1 (-). Expertengesprächsrunden entstünden anders (-). Unser Umfeld ist zudem deutlich mehr von (weitern) Göpf Egg des Fussballs geprägt, den einen oder andern Nachbarn müssen wir gar des Randsportbesuchs verdächtigen (-).

Es steht also 6:6 zwischen D und C. Da ein Wechsel zurück aber während des Jahres nicht möglich ist, sitzen wir 2013 wohl aus und überlegen uns gegen Ende Jahr, wo es nächstes Jahr weitergeht.

Etwas, was man beim BSC YB übrigens ganz ähnlich handhabt.

Europäische Floskel

Natischer am Freitag den 5. April 2013 um 13:35 Uhr

Der FC Basel spielte gestern in London 2:2 gegen Tottenham.

Dazu kann man nur gratulieren. Respekt, tolle Leistung! «Super für den Schweizer Fussball!» jubeln Basler und Boulevard.

Baseler SommerDer YB-Fan in mir hat da gewisse Zweifel. Klar, da ist dieser ominöse UEFA-Koeffizient, der von Basler Erfolgen natürlich positiv beeinflusst wird. Aber wer profitiert denn davon ausser dem FC Basel selber? Natürlich der Zweitplatzierte der Meisterschaft, sagen Sie nun, da dieser auch in die Champions-League-Quali darf. Ketzerische Frage: Spielt es für diesen eine entscheidende Rolle, ob er in der 1. CL-Quali-Runde in Weissrussland scheitert oder in der zweiten Europa-League-Runde in Griechenland? Die ersten Runden jedes internationalen Bewerbs kosten einen Verein in erster Linie einfach nur Geld.

Ist es dann wenigstens gute Werbung für den Schweizer Fussball, wie Herr Streller im Radiointerview feststellt?

Mag sein, dass aufgrund der Basler Erfolge die Schweizer Liga kurzfristig etwas weniger belächelt wird, aber was haben denn Luzern, St. Gallen oder Lausanne davon? Wechseln Spieler aus dem Ausland eher zu Sion, nur weil Basel in London gut aussah? Wohl kaum. Berner Erfolge helfen YB, Walliser Siege dem FC Sitten, Basler Halbfinalteilnahmen dem FC Basel. Und die Schere zwischen dem Krösus und den Habenichtsen öffnet sich weiter.

Derzeit ist der FC Basel in der Super League schlicht eine Klasse für sich, und das ist anzuerkennen, egal, welche Farben man selber trägt. Darüber in Jubel ausbrechen werd ich trotzdem nicht. Mich erinnern die Reaktionen der Schweizer Medien stark an die aktuelle Werbekampagne der Valaiscom. «Einer von uns» und wir gegen den Rest der Welt. Quatsch. Auch jeder Fussballverein ist sich selbst der nächste. Und das ist auch gut so. Meine Meinung.

Blowin’ in the wind

Dr. Rüdisühli am Dienstag den 5. Februar 2013 um 19:18 Uhr

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Herr Dr. Rüdisühli, warum braucht die Swiss Football League zwei Monate, um Elsad Zverotic wegen “grober Beleidigung eines Gegenspielers” für zwei Spiele zu sperren? UAwG, A.B., C.

Lieber Andreas, das Urteil wurde von der Disziplinarkommission gefällt, einem Laiengremium, das in sporadischen Abständen tagt. Zunächst musste der “Blick” das Bildmaterial beim Runden Leder stehlen und den Spieler anschwärzen. Dann schaute sich die Kommission das Dokument an, konnte aber nicht erkennen, um welchen Spieler es sich genau handelt, weil ja die Rückennummer nicht sichtbar ist.

Die Sekretärin der Kommission kaufte dann eine Gesichtserkennungssoftware, so dass das Gremium nach den Weihnachtsferien und dem Neujahrsurlaub zur Erkenntnis brachte, es müsse sich um Herrn Zverotic handeln. Allerdings wusste niemand von der Kommission, was die Geste des Spielers zum Ausdruck bringen will.

Die Kommissionsmitglieder mussten also umfangreiche Recherchen in diversen Etablissements vornehmen, ehe sie erkannten, worum es sich genau handelt. In der Zwischenzeit ging die Stellungnahme des Gegenspielers Dingsdag verloren, der die Sache als harmlos einstufte. Dann kam noch die Grippe-Epidemie dazwischen. Jetzt liegt die Stellungnahme ja aber rechtzeitig zum Rückrundenstart vor, und die Swiss Football League kann sich nach der Abarbeitung dieses Skandals wieder den Lappalien zuwenden, wie etwa dem laufenden Wettskandal im Schweizer Fussball. Mit freundlichen Grüssen, Ihr Dr. Rüdisühli

Günstige Geschenke

Dr. Rüdisühli am Samstag den 15. Dezember 2012 um 15:11 Uhr

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Lieber Briefkastenonkel, mein 10-jähriger Göttibub aus dem oberen Emmental wünscht sich zu Weihnachten ein Fussball-Trikot. “Aber nicht Spanien oder Barcelona oder so was”, das haben ja alle anderen schon. Da seine Mutter aus dem Grossraum Napoli kommt, machte ich mich im Netz auf die Suche nach einem feschen Inler-Shirt.

Bald merkte ich, dass ich leider nicht Gesichtschirurg bin und über ein entsprechendes Einkommen verfüge. Wo gibts denn günstige Replika-Shirts, zum Beispiel vom SC Bastia, den Glasgow Rangers oder zur Not sogar von YB? Vielleicht weisst Du einen Rat. Sehr herzlichen Dank für Dein Nachforschen im defensiven Mittelfeld. Beste Grüsse, T.S.

Lieber Tobias, das Runde Leder richtet sich bekanntlich in erster Linie an Leser aus der Einkommensklasse >150’000.-/Jahr. Sie kaufen ihren zahlreichen Göttikindern natürlich ausschliesslich Originalprodukte, womit sie auch die jeweiligen Vereine und faire Arbeitsbedingungen für die 3-jährigen chinesischen Trikotnäher unterstützen.

Ihre Frage ist natürlich trotzdem sehr interessant. Mir persönlich ist im Grossraum Bern kein grösseres Replica-Angebot bekannt, einmal abgesehen vom Stand am Waisenhausplatz (unser Funkbild), der zumindest die Notversorgung abdeckt (der Stand).

Es ergeht deshalb der Aufruf an unsere Leserschaft, zum Wohl von Herrn Tobiassens Göttibub weitere brauchbare Tipps für Replika Shirts zu posten. Herzlichen Dank für Ihr Engagement und frohe Weihnachten, Ihr Dr. Rüdisühli

Erfolgreiche Etablierung

Dr. Rüdisühli am Freitag den 5. Oktober 2012 um 03:48 Uhr

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, was bedeutet es eigentlich, wenn die YB-Verantwortlichen sagen, sie wollten “die Marke YB in Europa etablieren”? MfG, U.B., M.

Lieber Urs, das ist ganz einfach, wie die Rundes Leder Europa League Timeline zeigt. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli

Viele Ferndiagnosen

Dr. Rüdisühli am Montag den 30. Juli 2012 um 16:00 Uhr

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, mein Traumberuf ist YB-Reporter! Da kommt man in halb Europa herum! Wie erreiche ich mein Berufsziel? MfG, P.M., K.

Lieber Peter, Fussballkenntnisse sind sicher von Vorteil. Generell müssen wir Deine Erwartungshaltung bezüglich spannenden Reisen aber ein bisschen dämpfen.

So schilderten der “Bund” und die “BZ” letzten Freitag zwar in packenden Worten den durchzogenen Auftritt der Young Boys in Chisinau. Aus den Spielberichten geht allerdings nicht hervor, dass die Autoren gar nicht in Moldawien waren. Die Matchberichte entstanden in Bern; wir gehen davon aus, dass den Berichterstattern wenigstens ein Stream vom Spiel zur Verfügung stand.

Einzelfälle sind das nicht. Auch die Gratiszeitung “20 Minuten” und die Agentur Sportinformation SI berichteten vom Spiel, ohne einen Reporter vor Ort zu haben. Die einzigen in Chisinau anwesenden Medien waren “Radio Gelbschwarz” und das Blog “Zum Runden Leder”.

Aber ein schöner Beruf ist Sportjournalist natürlich trotzdem, da haben Sie recht. Zumal die “BZ” in ihrem Fall immerhin darauf hinweist, dass erstmals seit 10 Jahren ein YB-Auswärtsspiel ohne BZ-Reporter stattfand. Herzlich, Ihr Dr. Rüdisühli

Bernalliser Terminkonflikt

Natischer am Freitag den 11. Mai 2012 um 13:02 Uhr

«Double-Feature Bern/Wallis!»

Mutmasslicher Lötschberg-FanwalkHätten wir an dieser Stelle nur zu gern vermeldet. Am Sonntag 20. Mai spielen YBs Reserven im Neufeld gegen den diese Saison ohne Abstiegsangst spielenden aber trotzdem nicht minder löblichen FC Naters. Gleichentags tritt YBs erste Mannschaft im Wankdorf zum letzten Heimspiel dieser verkorksten Saison gegen den FC Sitten an. Anpfiff der 1.-Liga-Partie ist um 15.30 Uhr, Super League gibts ab 16 Uhr. Die Mathematiker unter uns rechnen schnell: Für den Zuschauer reichts nicht für beides.

Schade, wie vor allem die wallis&bern-affinen Fans des Runden Leders finden. Ein Match um 13 Uhr und einer um 16 Uhr hätte auch YBII und dem FC Naters eine würdige Kulisse ermöglicht.

«Das ist ärgerlich, aber leider nicht anders möglich. Die U21 spielt am MI/DO am bekannten Bluestars-Turnier in Zürich, somit kommt nur der Sonntag als Austragungsdatum an diesem Weekend in Frage. Eigentlich wollte man das Spiel verschieben, doch damit war Naters nicht einverstanden.», meldet uns unser Gewährsmann im Wankdorf. Vom FC Naters erhielten wir zu dem Thema bis dato leider keine Antwort.

Teile der RLedaktion empfehlen Ihnen, YBII vs. Naters im Neufeld zu verfolgen und dabei Radio Gäubschwarz via mobilem Helferlein zu verfolgen. Weil umgekehrt geht ja nicht.

Die letzten Meisterschaftsspiele von YBII und des FC Naters finden übrigens allesamt demnächst statt.

Berner Ballstafette

Rrr am Sonntag den 29. April 2012 um 16:01 Uhr

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, ich war gestern abend am Grillieren und habe deshalb das Spiel verpasst. MfG, K. G., S.

Lieber Kurt, kein Problem – hier die Zusammenfassung. Ihr Dr. Rüdisühli


Neulich in Genf von Rrr99

Blatters Betonball

Dr. Rüdisühli am Donnerstag den 19. April 2012 um 13:06 Uhr

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, diesen Ausschnitt habe ich zufällig bei Eurosport gesehen. Ist das ein Fake oder tatsächlich passiert? Ist da etwas schief gelaufen? Ich hab’s im www leider nirgends gefunden. MfG, H.J., S.

Lieber Herr Je, 8 Redakteure des Runden Leders haben während 4 Tagen unablässig recherchiert, um Ihre knifflige Frage beantworten zu können. Jetzt sind wir soweit und können Ihnen versichern: Die Szene ist echt, sie stammt vom 14. Mai 2004.

Die Geschichte zum Clip lesen Sie im Anhang. Die Rechnung für die Recherche in Höhe von Fr. 26’700.- stellen wir Ihnen per Post zu. Mit besten Grüssen, Ihr Dr. Rüdisühli

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Titelträume

Dr. Rüdisühli am Mittwoch den 4. April 2012 um 05:56 Uhr

Soeben erreicht uns folgende Anfrage:

Sehr geehrter Dr. Rüdisühli, im “Blick” ist mir diese Schlagzeile ins Auge gesprungen. Höchst seltsam, oder? Was meinen Sie als Experte? UAwg, G.D., B.

Lieber Gabriel, Sie haben völlig recht – das ist hoch bizarr. Aber kein Einzelfall: Wenn der Platz knapp ist, vergreift sich so mancher Titelredaktor in der Präposition.

Frei und Streller möchten ja nicht zu Olympia, denn das ist keine Dame, sondern ein Ort in Griechenland. Allerdings möchten die beiden nicht wirklich nach Olympia, denn die Sommerspiele finden ja in London statt. Denkbar wäre allenfalls “Frei und Streller für Olympia!” im Sinne, dass man sie fürs Olympische Fussballturnier aufbieten könnte.

Die Präposition nach verschlingt im vorgegebenen Schriftgrad der Textbox allerdings zu viel Platz. Dieses Problem liesse sich technisch lösen, wenn man den Schriftgrad um einige Zehntel reduzieren würde und/oder den Abstand zwischen den einzelnen Buchstaben unmerkbar verkleinern würde.

Noch besser wäre natürlich der Titel “Lex&Strulli, Tami!”, aber das würde den “Blick”-Leser eventuell inhaltlich überfordern. Stets Zu Diensten, Ihr Dr. Rüdisühli