Blogs


Archiv für die Kategorie „Aufmachen“

Bedingungslose Grundpunkte

Herr Pelocorto am Samstag den 14. April 2012 um 07:00 Uhr

Der Schweizer Fussball steckt in einer Sackgasse. Jetzt braucht es einen visionären Schritt.

Ist das attraktiver Fussball, der uns jedes Wochenende in den Stadien geboten wird?
Nein, ganz und gar nicht. Was wir sehen, ist freudlose Arbeit und eine Monokultur der Überhärte und des Unvermögens. Der Fussball leidet an einer chronischen Verkrampfung, die jeglichen Ansatz von Frische und Spielfreude erstickt.

Getrieben werden unsere Mannschaften vom einzigen Ziel des Punktgewinns. Die Fixierung auf die Punkte hat krankhafte Züge angenommen und verschleisst Spieler, Trainer und Anhänger gleichermassen. In der Umgangssprache hat sich diese schwere Verhaltensstörung bereits niedergeschlagen, Sie alle kennen die Aussagen “3 Punkte sind Pflicht” oder “Alles, was zählt, ist der Punktgewinn”. In ganz schweren Fällen wird sogar von einem sogenannten “Sechs-Punkte-Spiel” gesprochen, obwohl das gemäss Reglement gar nicht möglich ist.

Damit unsere Fussballclubs in Würde und Achtung leben können, muss der unmenschliche Kampf um die Punkte durch einen anderen Wertemassstab abgelöst werden. Fussball muss auf mündige, emanzipierte und selbstverwirklichte Spieler zählen können. Erst wenn sich die Fussballer selbstvergessen und ohne Druck dem Spiel widmen können, finden wir zurück zur Essenz, zum Spiel an sich, wo der Ball noch Ball sein darf ohne den Zwang, ins Netz zu müssen.

Um das zu erreichen, löst die Redaktion des Runden Leders zusammen mit der Geschäftsleitung des Schweizerischen Fussballverbandes (Bild) einen radikalen Systemwechsel aus. Wir starten die Aktion Bedingungslose Grundpunkte.

Hier die bestechend einfache Idee:
Ab nächster Saison erhält jedes Team der Raiffeisen Super League jeden Spieltag bedingungslos 3 Punkte gutgeschrieben. Bedingungslos heisst, dass der Spielausgang keine Rolle mehr spielt. Sieg oder Niederlage geben 3 Punkte. Sogar wenn ein Team gar nicht antritt, weil die Mannschaft am Samstagnachmittag lieber etwas anderes unternimmt, das ihr mehr Freude bereitet, ja, auch dann erhält es 3 Punkte.

Diejenigen Mannschaften, die immer noch auf dem Spielfeld erscheinen, werden ohne Druck aufspielen und sich ganz der Schönheit des Spiels widmen. Verbissene Zweikämpfe, hässliche Fouls und theatralische Szenen gehören endlich der Vergangenheit an. Auf dem Spielfeld hat es Platz für jeden Spieler mit den ihm eigenen Talenten, niemand muss mehr aussortiert werden, weil irgendwo ein angeblich noch besserer Spieler übernommen werden kann.

Das macht den Fussball menschlicher. Begleiten Sie uns in eine visionäre Zukunft.
Bedingungslose Grundpunkte – Schönheit statt Krampf!

Viele Phasen

Rrr am Mittwoch den 11. April 2012 um 06:05 Uhr

20120410-193035.jpgWarum immer Fussball? Heute mal ein Literaturtipp.

Daniel Glattauer wurde berühmt mit dem E-Mail-Liebesroman “Gut gegen Nordwind”. Jetzt liegt sein neues Werk Ewig dein vor.

Die Protagonistin geht eine Beziehung ein zu einem Mann, der sie anfänglich fasziniert. Leider wird er ihr rasch zu dominant, deshalb möchte sie ihn entsorgen, was aber ungeahnt schwierig wird.

Die Erzählung ist nicht in Kapitel, sondern in Phasen gegliedert. Leseprobe:

20120410-203800.jpg

Nach und nach entwickelt sich ein echter Psychothriller, und der lästige Typ will einfach nicht verschwinden.

20120410-205325.jpg

Insgesamt hat es übrigens 15 Phasen. Das Ende sei nicht verraten, aber die Rundes Leder Redaktion ist sich einig: Eine ideale Ferienlektüre, um endlich mal richtig abzuschalten.

Sonntag, 25. Juni 2006

Herr Pelocorto am Samstag den 7. April 2012 um 11:55 Uhr

Willkommen zum dritten und letzten Teil der Kunst-Matinée. Wir blenden ein wenig zurück.

Am Sonntagabend, 25. Juni 2006 trafen in Nürnberg im WM-Achtelfinale Portugal und Holland aufeinander. Ein unerbittlich geführter Kampf war es, in dem Schiedsrichter Ivanov vier Spieler vom Platz verwies und fast alle anderen verwarnte.

Lassen wir das Spiel in der visuellen Umsetzung des Designkollektivs Pfadfinderei nochmals vorbeiziehen:

Klecksen

Herr Pelocorto am Samstag den 7. April 2012 um 10:00 Uhr

Herzlich willkommen zum zweiten Teil der Kunst-Matinée. Malen ohne Pinsel? Doch, das geht.

Der englische Künstler Matthew Davis verwendet für seine Werke Emailfarbe, die er auf ein Brett tropfen lässt. Punkt für Punkt entstehen so die grossformatigen Werke. Das dauert. Davies zum Entstehungsprozess:

Ich mache viele Pausen, ich muss mich immer wieder in Distanz zum Bild begeben und es lange anschauen. Oft verzweifle ich, aber dann mache ich weiter bis zu einem Punkt, an dem ich wieder zufrieden sein kann. So geht das Tag für Tag – oft Monate lang.

Das Warten auf das Werk lohnt sich!


Matthew Davis, Expanding Ground, 2011, Emailfarbe auf Aluminiumtafel, 109 x 189 cm


Ausschnitt aus dem Bild

Spitzenkampf

Herr Pelocorto am Samstag den 7. April 2012 um 06:00 Uhr

Herzlich willkommen zur zwölften Kunst-Matinée im Runden Leder. Wir beginnen mit dem Spitzenkampf in der englischen Premier Art League.

Im Spitzenspiel heute Abend um 20:00 Uhr im Puteaux-Stadium empfangen die auf dem vierten Platz liegenden Kubisten mit den Impressionisten den Leader der Premier Art League. Letzte Saison verteidigten die Kubisten auswärts gegen die Impressionisten eine knappe 1:0-Führung durch Georges Braque, als würde ihr Leben davon abhängen, bis der rechte Aussenverteidiger Gris ein Eigentor zum Schlussstand von 1:1 erzielte.

In der aktuellen Saison hat die Verteidigung der Kubisten schon mehrfach Schwächen gezeigt und das Team bekundet Mühe, Tore zu erzielen. Man darf davon ausgehen, dass die Impressionisten das Heimteam überrollen und ihre Position an der Spitze der Tabelle sichern werden. Die Impressionisten werden wieder mit zwei Frauen auflaufen, mit der Französin Eva Gonzalès und der Amerikanerin Mary Cassatt. Mit Alfred Sisley verfügt das Team aber nur noch über einen Engländer. Noch schlimmer die Situation bei der multikulturellen Gruppe der Kubisten, dort laufen schon gar keine Engländer mehr auf. Dennoch erwarten wir eine engagiert und sehr physisch geführte Partie mit klaren Vorteilen auf Seiten der Impressionisten. Unser Tipp: 0:2.

Hier können Sie sich mit den anderen Partien des aktuellen Spieltags auseinandersetzen und sich über die europäischen Kunst-Ligen informieren.

Neulich in Barcelona

Rrr am Freitag den 6. April 2012 um 05:57 Uhr

Keine Frage: Wenn die Kompression-Hose mit HexPad Zonen nicht richtig sitzt, ist es einfach mühsam.

Fussball am Griff

Herr Pelocorto am Dienstag den 3. April 2012 um 20:30 Uhr


Erinnern Sie sich an Juan José Campanella? Aber sicher erinnern Sie sich!

Der argentinische Regisseur zeichent verantwortlich für Meisterwerke wie El secreto de sus ojos oder El hijo de la novia. Filme, die ich Ihnen nur ans Herz legen kann. Auch bei diversen Episoden der amerikanischen Serie House MD hatte Campanella Regie geführt. In seinem neuesten Werk wird der Fussball eine zentrale Rolle einnehmen. Im 3D-Film Metegol geht es um Amadeo und Tischfussball. Also um einen Tischfussballspieler. Also die Figur, nicht den Spieler. Also, eigentlich geht es um beide.

Ach, schauen Sie sich am besten den vielversprechenden Trailer an:

Und hier können Sie noch ein Blick hinter die Kulissen werfen.

Rauch im Kopf

Herr Pelocorto am Samstag den 31. März 2012 um 11:55 Uhr

Willkommen zum dritten und letzten Teil der Kunst-Matinée. Wir schliessen nachdenklich.


Matthew Thompson, ‹Smoke Bomb, Peterborough›, 2012, 70 x 50cm


Matthew Thompson, ‹The football I know …›, 2011

Dieser Beitrag wurde ermöglicht durch ein Kultursponsoring Herrn Almirs. Besten Dank.

Interpunktion

Herr Pelocorto am Samstag den 31. März 2012 um 10:00 Uhr

Herzlich willkommen zum zweiten Teil der Kunst-Matinée. Jetzt spüren wir ein wenig den verlorenen Satzzeichen nach.

Wenn in Brasilien Fussball am Radio oder Fernsehen kommentiert wird, strömt in der Regel ein völlig unstrukturierter Redeschwall aus dem Lautsprecher. Die brasilianische Künstlerin Rivane Neuenschwander und ihr Papagei wissen, wo die Satzzeichen geblieben sind.


Rivane Neuenschwander: ‹Domingo›, 2010, São Paulo

Zi-dong

Herr Pelocorto am Samstag den 31. März 2012 um 06:00 Uhr

Herzlich willkommen zur elften Kunst-Matinée im Runden Leder. Wir beginnen mit einem Kracher.

Der algerische Künster Adel Abdessemed stellte kürzlich in Galerie Zwirner in New York sein Kunstwerk Coup de tête aus.


Coup de tête, 2012, Kunstharz, 225 x 157 x 95 cm

Gewalt taucht oft auf im Werk Abdessemeds, daher überrascht es nicht, dass er diesen singulären Moment des Weltfussballs in eine Skulptur gegossen hat. Das wird auch am zweiten Objekt mit Fussballbezug deutlich sichtbar:


Ballon de foot, 2009, NATO-Draht

Dieser Beitrag wurde ermöglicht durch ein Kultursponsoring Herrn Maldinis und Herrn Rrronaldos.