Herzlich willkommen zum zweiten Teil der heutigen Kunst-Matinée. Wir wechseln zu den Kubisten.

Robert Delaunay, L’Equipe de Cardiff, 1916, Öl auf Leinwand, 62 x 47 cm
Im Zusammenhang mit diesem Bild sollte man jemandem Rot geben. Wem und warum?
Herzlich willkommen zum zweiten Teil der heutigen Kunst-Matinée. Wir wechseln zu den Kubisten.

Robert Delaunay, L’Equipe de Cardiff, 1916, Öl auf Leinwand, 62 x 47 cm
Im Zusammenhang mit diesem Bild sollte man jemandem Rot geben. Wem und warum?
Herzlich willkommen zur achten Kunst-Matinée im Runden Leder. Wir beginnen dada.
«Gadji beri bimba glandridi laula lonni cadori»,
meinte schon 1916 Hugo Ball in einem seiner berühmten Lautgedichte und brachte so die Loslösung vom sinnvollen Wort auf den Punkt:
«Mit diesen Tongedichten wollten wir verzichten auf eine Sprache, die verwüstet und unmöglich geworden ist durch den Journalismus. Wir müssen uns in die tiefste Alchemie des Wortes zurückziehen und selbst die Alchemie des Wortes verlassen, um so der Dichtung ihre heiligste Domäne zu bewahren.»
Recht hatte er – das sollten gerade wir Blogger uns hinter die Ohren schreiben. Überhaupt waren die Dadaisten modern (rechts). Schliesslich hatte eine ihrer Zeitschriften (links) einen fantastischen Titel, den wir auch heute noch unterstützen würden:
Die Zeitschrift erschien nur ein einziges Mal am 15. Februar 1919. Wegen anstössigem Inhalt wurde sie sofort beschlagnahmt und verboten. Aber die Dadaisten blieben Siegertypen.
Das Runde Leder beschenkt Bedürftige. Heute: Aaron Eccleston.

Den Spieler von den Old Hill Wanderers in Melbourne traf ein Ball ins Gemächt. Das ist schmerzhaft, doch nun fängt das Ungemach erst an.
Eccleston zog kurz die Hose hinunter, um zu überprüfen, ob sein neues Genitalpiercing Schaden genommen habe. Der Schiedsrichter sah das und forderte Eccleston ultimativ auf, die Garderobe aufzusuchen und den Intimschmuck zu entfernen – schliesslich sind Piercings verboten, Reglement ist Reglement.
Der Referee unterbrach auch gleich das Spiel, um in der Garderobe zu überprüfen, dass Eccleston der Aufforderung nachkomme. Als der Spieler einräumte, er könne das Teil jetzt nicht auf die Schnelle entfernen, zeigte ihm der Schiedsrichter folgerichtig die rote Karte. Bewegte Bilder des Dramas finden Sie hier.
Trost Nummer 1: Die Old Hill Wanderers siegten in Unterzahl 3:0. Trost Nummer 2: Das Runde Leder schenkt Herrn Eccleston einen Ball Closure Ring, der, wie das Wort sagt, etwas diskreter befestigt und vom Referee nur schwerlichst erblickt werden kann.
Das Runde Leder beschenkt die Bedürftigsten der Fussballwelt. Also auch und gerade Xamax’ Besitzer.

Bulat Tschagajews Engagement in Neuenburg ist geprägt von Missverständnissen. Da berichtet die Presse, dass der tschetschenische Besitzer seinen Spielern zwischendurch mit dem Tod droht. Da wird die Presse selbst von ihm und seinen Funktionären übelst beschimpft.
Und zum Schluss sollen die Vereinsverantwortlichen auch noch falsche Dokumente vorgelegt haben. Dabei reden nur alle aneinander vorbei. Bulat Tschagajew ist der französischen Sprache nicht mächtig, im Verband spricht niemand russisch – wie also soll sich der sympathische Kaukase ebenso sicher über das juristische Glatteis bewegen, wie beispielsweise sein gewiefter Walliser Kollege? Eben. Deshalb beschenken wir Herrn Tschagajew heute mit einem Sprachkurs. Und das beste: dafür kann er gleich in seiner Wahlheimat Genf bleiben! Dort bietet nämlich die Sprachschule Language International ihre Dienste an. Die fälligen 1’116 $ für den Grundkurs kratzen wir auf der Redaktion auch noch irgendwo zusammen, selbst wenn das Weihnachtsessen dann halt für alle ausfällt. Die ordentliche Fortführung des Championnats liegt uns Sportfreunden aber selbstverständlich mehr am Herzen als eine weitere Völlerei.
Voilà, Herr Tschagajew. Vereinbaren Sie nun mit der Schule die nötigen Termine und führen Sie Neuchâtel Xamax dorthin, wo Sie es versprochen haben: zu vielen Titeln und an die europäische Spitze!

Häftlinge schauen einem Fussballspiel zu. Gefängnis San Pedro in La Paz, Bolivien.
Herzlich willkommen zum dritten und letzten Teil der heutigen Kunst-Matinée. Wir betrachten Trikots Camisetas natürlich; wir sind ja in Argentinien.

Pasión de multitudes, 1994

Los '60 no son los '90
Die Argentinierin Rosana Fuertes versteckt in ihren erfundenen Fussballtrikots viele Anspielungen; Politik, Freunde, Kunstkollegen, alles taucht in den Trikots auf.
In der untersten Reihe im Werk Die 60er sind nicht die 90er erkennen Sie Carlos Menem, ganz in Rosa.
Herzlich willkommen zum zweiten Teil der heutigen Kunst-Matinée. Wir wechseln zu den Fahnenträgern.
Adam Beebee liess sich von den italienischen Ultras inspirieren und schuf eine Installation mit 66 Tafeln. Sie zeigt die Fahnen der wichtigsten Ultra-Gruppierungen.

Ultras, 1994 (Ausschnitt)
Herzlich willkommen zur siebten Kunst-Matinée im Runden Leder. Wir beginnen mit den letzten Aufstellungen.
Der englische Künstler Simon Patterson hat 1990 das letzte Abendmahl in verschiedenen Spielformationen interpretiert.

The Last Supper Arranged According to the Flat Back Four Formation (Jesus Christ in Goal)
Das letzte Abendmahl nach der 4-4-2-Formation arrangiert (Jesus im Tor)

The Last Supper Arranged According to the Sweeper Formation (Jesus Christ in Goal)
Das letzte Abendmahl nach der 5-3-2-Formation arrangiert (Jesus im Tor)
Herzlich willkommen zum dritten und letzten Teil der heutigen Kunst-Matinée. Wir untersuchen Phrasen.
«Der Ball wird immer länger!», das haben Sie sicher auch schon gehört und mussten ein wenig schmunzeln. Jetzt dürfen Sie lachen, denn der französische Künstler Laurent Perbos hat 2003 mit seinem Werk Le plus long ballon du monde genau das realisiert. Das Kunstwerk besteht aus Leder und weist die Masse 175 cm x 27 cm x 25 cm auf.


Im gleichen Jahr hat Perbos auch einen Ball gefertigt, mit dem man beinahe schon ans Spiel denken kann.

Ballon2, 2003
Ich wünsche Ihnen und Ihren Clubs viel Erfolg dieses Wochenende!