Einer war in der Amsterdam Arena lieber mittendrin statt nur dabei.
Louis Kearns (11) aus Liverpool durfte vorgestern mit Vater und Tante in Amsterdam den Final der UEFA Europa-League schauen gehen. Sie erinnern sich vielleicht noch, Chelsea erzielte in der Nachspielzeit das entscheidende Tor zum 2:1 gegen Benfica und sicherte sich so doch noch eine Trophäe in dieser ansonsten nicht sehr erfolgreichen Saison. Nach dem Abpfiff entfernte sich Louis von seinen Familienangehörigen und begab sich wie selbstverständlich aufs Spielfeld, um dort ein Foto mit Fernando Torres zu erbetteln. Der Ex-Liverpooler ist nämlich sein Lieblingsspieler, und auch Rafa Benitez weint der Junior immer noch dann und wann eine Träne nach. Etwas, das die Chelsea-Fans wohl trotz des Sieges in der Amsterdam-Arena nicht unbedingt tun werden.
Ob es mit dem Foto geklappt hat, ist nicht bekannt, was dann folgte, ging aber um die Welt: Louis reihte sich einfach hinter sein Idol in die Schlange der Chelsea-Spieler ein, die sich bezwecks Entgegennahme der Siegermedaillen und des Pokals anschickten, die Treppe zur Ehrentribüne hochzusteigen. So kam es, dass der kleine Schlawiner plötzlich vor Michel Platini stand. Seine Erziehungsberechtigten staunten sicher auch nicht schlecht, als sie den Bub auf dem Grossbildschirm erblickten. “Als ich den Blondschopf auf dem Bildschirm sah, wusste ich sofort, dass es Louis ist. Der Bub schafft es immer wieder, sich überall einzuschleichen”, so seine Tante.

Freudig zum Vorfall äusserte sich auf jeden Fall Steven Williams, Kassier bei Louis’ Juniorenmannschaft: “Wir hatten schon einige Spieler, die Profis wurden. Er aber ist der erste, der einen europäischen Pokal in die Höhe stemmen konnte”.
Namhafte Sicherheitspolitiker und Erziehungsexperten fordern derweil dringend ein Kinderkonkordat.