Obacht: Der Belgier hat es faustdick hinter den Ohren.
Das betonte YB-Trainer Christian Gross heute nachmittag vor den Medien. Westerlo spiele sehr variabel. “Van Hout hat zum Beispiel in Turku Mittelstürmer gespielt und daheim war er dann Innenverteidiger.”
Für das Spiel von morgen abend (19.30 Uhr) wurden bislang 7500 Tickets verkauft. YB rechnet mit einem fünfstelligen Zuschaueraufkommen.
Lesen Sie nun im Anhang die Transkription der gesamten Pressekonferenz.
YB-Sprecher Albert Staudemann begrüsst die Medienschaffenden und dankt für das zahlreiche Erscheinen der knapp 20 Journalisten, darunter einige Belgier.
Christian Gross: Wir freuen uns auf den Start. Es soll ein positiver Start werden in diese internationale Saison. Wir haben uns viel vorgenommen und wollen natürlich eine Runde weiterkommen. Dafür brauchen wir eine gute Basis. Wir streben morgen den Sieg an gegen einen Gegner, der uns natürlich alles abverlangen wird. Ich hoffe, dass wir von der Wettbewerbsintensität her einen Vorteil haben, weil wir schon zwei Spiele hinter uns haben, aber ich konnte mir selber ein Bild machen von der Stärke der belgischen Mannschaft, die kompakt und geschlossen aufgetreten ist am letzten Donnerstag, und wir müssen vor allem in der Offensive sehr variabel und entschlossen sein.
Christoph Spycher: Wir alle freuen uns, dass es endlich losgeht. Wir wollen dort weitermachen, wo wir aufgehört haben letzte Saison europäisch gesehen, und wir wollen den Namen BSC Young Boys weiter international bekannt machen. Morgen ist das erste Spiel, das sehr sehr wichtig für uns ist. Wie der Trainer schon gesagt hat, ist es ein Spiel, das wir unbedingt gewinnen müssen. Wenn wir unsere Ziele erreichen wollen europäisch, müssen wir diesen Gegner schlagen, aber es ist ein Gegner, der sehr schwer zu schlagen ist und wir müssen eine Topleistung abrufen, um eine Runde weiterzukommen.
Markus Brütsch, Mittelland-Zeitung: Gibt es bei Westerlo herausragende Individualisten?
Christian Gross: Mir ist in erster Linie die Kompaktheit aufgefallen, die grosse Solidarität in der Mannschaft. Natürlich sind die beiden äusseren Mittelfeldspieler sehr variabel und haben eine grosse Bedeutung fürs Spiel. Dann ist natürlich auch zu sagen, dass die Mannschaft international in den letzten beide Spielen kein Tor gekriegt hat.
Stefan Baumgartner, Sportinformation: Wie sind die Rollen zwischen YB und Westerlo verteilt?
Christian Gross: Man muss sich überlegen, wo der belgische Fussball steht. Ich schätze den belgischen Fussball gleich stark ein wie den holländischen Fussball. Und wenn Sie das Ranking anschauen, stehen die Holländer immer noch über uns. Natürlich spielen viele holländische und belgische Spieler im Ausland, aber von uns wird morgen alles abgefordert. Wir müssen uns natürlich clever verhalten und im Vergleich zu Sion uns wieder auf uns selber konzentrieren. Wenn wir dort weiterfahren, wo wir Basel aufgehört zu haben, dann ist es gut, dabei hoffen wir natürlich auf eine lautstark und zahlreiche Unterstützung. Wir sind zuhause und versuchen diesen Vorteil auszunützen.
Peter Berger, 20 Minuten: Denken Sie, dass Sie jetzt vermehrt rochieren werden, um Kräfte zu schonen?
Christian Gross: Ich denke, wir sind noch nicht in dem Masse eingespielt, dass wir uns solche Gedanken machen können. Ich habe volles Vertrauen in die Mannschaft. Jeder ist wichtig. Es steht noch ein zweites Spiel an, das ist natürlich auch noch eine Überlegung wert. Ich glaube aber, Rotation ist im Moment nicht das richtige Rezept.
Ruedi Kunz, Bund: Gibt es zumindest im Angriff einen Wechsel? Ben Khalifa ist ja dann am Sonntag gesperrt …
Christian Gross: Das ist eine Überlegung, die wir uns natürlich machen. Es ist noch offen, wer im Angriff spielt. Man kann davon ausgehen, dass die Abwehr und das zentrale Mittelfeld steht, aber der Angriff ist noch offen.
Ruedi Kunz, Bund: Wie sieht es mit Silberbauer und Mayuka aus?
Christian Gross: Silberbauer ist wieder beschwerdefrei nach seinen leichten Knieproblemen und voll einsetzbar. Mayuka ist noch fraglich.
Markus Brütsch: Wie sind die Erfahrungen von Spycher und Gross mit belgischen Mannschaften?
Christoph Spycher: Ich habe keine direkten Erfahrungen mit belgischem Fussball, weder auf Klubebene noch mit der Nationalmannschaft.
Christian Gross: Auch ich habe noch nie gegen ein belgisches Team gespielt. Ich freue mich speziell gegen eine Mannschaft zu spielen, die von einem der berühmtesten belgischen Spieler trainiert wird. Ich selbst war 1986 im Azteken-Stadion und habe das WM-Spiel gegen Argentinien gesehen. Jan Ceulemans hat mit dem belgischen Team eine Epoche geprägt und ist wirklich ein Grosser des belgischen Fussballs.
Markus Brütsch: Herr Spycher, ist YB generell im Fahrplan?
Christoph Spycher: Ja gut, wir haben sicherlich noch viel Arbeit vor uns. Es ist nicht möglich, nach fünf Wochen alles perfekt zu machen. Das wird uns die ganze Saison über beschäftigen. Aber ich glaube, mit den vier Punkten aus zwei Spielen sind wir im Fahrplan. Leistungsmässig war gegen Basel das bessere Spiel, in Sion ist uns nicht alles gelungen umzusetzen, was wir uns vorgenommen haben, aber wir sind auf einem positiven Weg.
Moritz Marthaler, BZ: Herr Gross, was ist das Ziel von YB im Europacup?
Christian Gross: Das Ziel ist, so weit zu kommen wie es geht. Wie in allen anderen Wettbewerben auch. Es gibt sehr viele gute Teams international, ob die jetzt in der Europa League spielen oder sogar in der Champions League. Die Dichte ist sehr hoch.
Belgischer Journalist: Was sind die Stärken und Schwächen beider Teams?
Christian Gross: Ich nehme doch den Journalisten die Arbeit nicht ab.
Belgischer Journalist II: Sind die Young Boys Favorit?
Christian Gross: Wir spielen morgen zuhause und wollen gewinnen, aber den beelgischen Fussbal schätze ich so stark ein wie den holländischen Fussball. So eine Qualifikation geht immer über zwei Spiele, aber wir wollen morgen sicher nicht verhalten anfangen.
Ruedi Kunz: Soweit wie möglich zu kommen – heisst das “Grupenphase als Minimalziel”?
Christian Gross: Es ist schon harte Arbeit, in so eine Gruppe hineinzukommen, glauben Sie mir das. Aber ich denke, wir sind am Anfang der Saison, wir nehmen ein Spiel nach dem anderen. Nächsten Donnerstag ist bereits das Rückspiel, wir haben nicht viel Zeit, dazwischen haben wir noch ein Meisterschaftsspiel, und auch der belgische Fussball fängt an … natürlich wolen wir in die Gruppenphase kommen, aber nochmals: Es gibt sehr viele gute Teams.
Markus Brütsch: Nochmals: Wie erwarten Sie den Gegner? Wie haben die gegen Turku gespielt?
Christian Gross: Westerlo hat in beiden Spielen sehr variabel gespielt. Zum einen spielen sie abwartend, mit einer hängenden Sturmspitze. Andererseits versuchen sie immer wieder, den Gegner hoch anzugreifen. Sie spielen mit Vierer-Abwehr und zwei zentralen Mittelfeldspielern. Aus den Spielen kann man nicht alles herauslesen, zumal ich sie nur einmal auswärts gesehen habe. In Turku hat Van Hout Mittelstürmer gespielt und im Rückspiel Innenverteidiger – sicher, der Trainer hat situativ die Mannschaft formiert. Kann auch sein, dass er morgen so spielt. Ich weiss es nicht. Aber in erster Linie machen wir uns Gedanken über uns.
YB-Sprecher Staudenmann schliesst die Pressekonferenz.






aha, immer diese belgier. zuerst wollen sie die bessere schoggi als wir machen und dann versuchen sie noch uns aus der europa league zu mobben. unglaublich.
aber das bier, ja das bier muss ich ihnen lassen.
Herr Rüdisühli Transkriptions-Gott von einem anderen Diktiergerät olé au lait!
* überleg *
Ist YB jetzt eigentlich Favorit? Wie sind die Rollen verteilt? Und was muss man vom Gegner erwarten?
Mir ist noch nicht klar, ob Westerloo oder der BSC YB kompakter stehen muss.
Es heisst Westerlo, Herr Pelocorto. Nur ein o. Sie verwechseln das mit Waterloo.
* überleg *
Gut, vielleicht zu Recht.
Ich finde, die Pressekonferenz hätte in einer einzigen kompakten Antwort Platz. Haben wir nicht auch so ein Mittelinnenstürmerverteidiger-Dingsbums?
Nein, das haben wir eben nicht. Deshalb werden wir gegen Waterloo mit fliegenden Fahnen untergehen! Meine massive Meinung !!!
Ach was, Herr Rrr. Der Belgier ist kein Holländer, das hat man an der letzten WM ganz deutlich gesehen.
Ach, zuerst warten wir ab, was Horr Hetz gegen Standard Lüttich ausrichtet.
Sagen Sie das mal Herrn Gross, der sieht das ganz anders.
Dieser Gross ist nichts anderes als ein Höngger Polizistensohn. Meine mögliche Meinung.
Standards gegen Standard, Nuzzolo gegen Westerlo. Ich danke Ihnen.
GC stand gegen Thun zu wenig kompakt, Herr Pelocorto, haben Sie das gewusst?
Ach, bei uns ist einfach der Wurm drin.