Es war vor einem Jahr: «Wo kriegt man Karten», fragt der Webflaneur. Der Musikant zuckt die Schultern. Wie die Tickets an die Zuhörer gebracht werden, sei noch unklar. «Kann man sie günstig übers Netz verkaufen?», fragt er. Nun zuckt der Webflaneur die Schultern. «Keine Ahnung», sagt er, «vermutlich schon – irgendwie müssen all die Chöre, Orchester und Theatergruppen die Eintrittskarten loswerden».
Der Webflaneur hat sich getäuscht: Die meisten Kartenverkäufer haben es auf die Grossen abgesehen: Sie vermitteln ausgeklügelte Systeme und kassieren nebst den Provisionen auch noch happige Grundgebühren. Nun aber beginnt der Markt allmählich zu spielen: Bei Amiando können neu nicht mehr bloss Veranstaltungen eingetragen und Freunde eingeladen, sondern auch gleich Eintrittskarten dazu vertrieben werden. Kostenpunkt: 5 Prozent des Ticketpreises, bei Bezahlung mit Kreditkarte 7.5 Prozent. Das hat auch bisherige Verkäufer auf den Plan gerufen: Auf der Schweizer Plattform Ticketino kostet der Verkauf neu lediglich 7.9 Prozent des Kartenpreises. Die Tickets werden online und über eine 0900-er-Nummer verkauft, zudem sind sie in den Reisebüros von Kuoni- und Helvetic-Tours sowie in Bern im «Olmo» erhältlich. Ein Start-Paket hat auch Tixoo aus Deutschland geschnürt: Veranstalter berappen damit lediglich 30 Euro-Cents pro Eintrittskarte.
Aber eben: Die Ticketverkäufer sind zu spät gekommen fürs Konzert des Musikanten. Zuerst haben der Webflaneur und er mit dem Gedanken gespielt, mit Free Seat einen eigenen Ticketshop aufzusetzen. Doch dann hat ihnen vor dem Theater mit der Bezahlung gegraust. Und sie waren dankbar, dass schliesslich ein Ladenbesitzer Musikgehör hatte.



































































































































