Tempus Fugit

Der Uhrenblog der Berner Zeitung

Archiv für die Kategorie „Uhrenindustrie“

15 Franken für einen Batteriewechsel

Jon N. Mettler-Bennett am Dienstag den 2. September 2008

Die Certina DS Master des Uhrenbloggers hatte in seinen Ferien den Geist aufgegeben. Die Batterie musste ausgewechselt werden.

Eine gute Gelegenheit, um als Kunde die Schweizer Uhrenbranche hautnah erleben zu können. Also ging der Uhrenblogger an seinem Wohnort zum Certina-Händler und liess die Batterie wechseln.

Die Verkäuferin sagte, der Uhrenblogger könne in zwei Stunden wieder vorbeikommen und die Uhr abholen.

Gesagt, getan. Der Preis für den Service: 15 Franken. Damit kann der Uhrenblogger leben.

Die amerikanische Ehefrau des Uhrenbloggers hält dem entgegen, dass in den USA der Batteriewechsel sogleich vorgenommen worden wäre und der Kunde nicht hätte zwei Stunden warten müssen.

Uhrenausstellung vor der Haustüre

Jon N. Mettler-Bennett am Montag den 1. September 2008

In seinen Ferien ist der Uhrenblogger an einem Plakat vorbeigeschlendert, auf dem für eine Ausstellung über die Uhren- und Industriestadt Biel geworben wurde. Die Ausstellung ist derzeit im Museum Neuhaus in Biel zu sehen.

Der Uhrenblogger musste sich die Augen reiben – eine Uhrenausstellung vor der eigenen Haustüre und er hat es nicht gemerkt?

Also schaute er sich die Ausstellung einmal an und war positiv überrascht. Es ist nicht nur eine reine Produkteschau von Uhren wie in anderen Museen, sondern historisch mit der Industriegeschichte Biels verknüpft.

Dazu gehört etwa auch die Geschichte der Arbeiterschaft. So zeigt die Ausstellung anhand von Originaldokumenten und Aussagen von Zeitzeugen sehr gut, wie sich die Arbeitsbedingungen ständig verbessert haben.

Einziger Kritikpunkt: Die Ausstellung hört bei der Uhrenkrise in den 1970er-Jahren abrupt auf. Wie sich die Uhrenindustrie erfolgreich aus dem jüngsten Tief befreien konnte, ist nur kurz angetönt.

Trotzdem ist die Ausstellung für Uhrenbegeisterte zu empfehlen.

Stipendium für Uhrmacher

Jon N. Mettler-Bennett am Donnerstag den 10. April 2008

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Die Schweizer Bank Julius Bär lanciert ein mit 20’000 Franken dotiertes Stipendium für ein Nachwuchstalent aus dem Uhrmacherfach, das kurz vor dem Abschluss der Fachausbildung steht. Dadurch erhält die prämierte Fachperson die Möglichkeit, ihr Können ein Jahr lang bei einem Lehrmeister oder in einer Einrichtung ihrer Wahl zu vertiefen.

Es ist das erste Stipendium dieser Art.

Die Auswahl trifft eine Jury, die sich aus Vertretern der Bank Julius Bär und des Internationalen Uhrenmuseums sowie Fachlehrern und Persönlichkeiten aus der Uhrenbranche zusammensetzt.

Die Bewerbungen sind bis zum 31. Juli 2008 einzureichen bei: Musée international d’horlogerie (MIH), Case Postale 8952, CH-2301 La Chaux-de-Fonds.

Das Stipendium wird am 18. September 2008 in La Chaux-de-Fonds anlässlich der Verleihung des 14. „Prix Gaïa“ durch das internationale Uhrenmuseum vergeben. Der Gaïa-Preis ist eine angesehene Auszeichnung innerhalb der Uhrenbranche. Der Preis honoriert Forschung, Initiativgeist und Innovation im Bereich der Uhrmacherkunst.

M-Watch war schneller als Swatch

Jon N. Mettler-Bennett am Montag den 25. Februar 2008

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Die erste Billiguhr der Schweiz heisst nicht Swatch, sondern M-Watch von Migros und Mondaine (mit Produktionsstätte im solothurnischen Biberist): Am 24. Februar 1983 – also vor 25 Jahren – präsentierte die Migros den Journalisten anlässlich der Bilanzmedienkonferenz die ersten Uhren der Marke M-Watch.

20’000 Uhren setzte sich die Migros als Verkaufsziel im ersten Jahr. Rund 180’000 Uhren gingen dann effektiv über den Ladentisch.

Am 1. März 1983 schliesslich wurde die Swatch der Öffentlichkeit vorgestellt. Während sich M-Watch als “Volksuhr” positionierte, verkaufte sich die Swatch als Lifestyle-Produkt.

Übrigens kostete eine M-Watch vor 25 Jahren 38 Franken.

Uhrenindustrie vor der Zerreissprobe

Jon N. Mettler-Bennett am Montag den 25. Juni 2007

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Am Donnerstag entscheiden die Mitglieder des Dachverbands der Schweizer Uhrenindustrie (Fédération horlogère FH) in Biel über eine Verschärfung der “Swiss made”-Kriterien. Der Entschluss ist eine Empfehlung an den Bundesrat, der eine entsprechende Verordnung aus dem Jahr 1971 ändern kann.

Die FH wird von den grossen Luxusuhrenherstellern wie Rolex, Swatch Group (Omega, Breguet) und Richemont (IWC, Baume & Mercier) dominiert, die zu den bedeutenden Geldgebern zählen. Die kleineren Uhrenfirmen befürchten deshalb, bei der “Swiss made”-Reform gehe es ausschliesslich um eine Stärkung der Luxusuhrenmarken.

Wie die “NZZ am Sonntag” berichtete, organisiert Mondaine-Watch-Chef Ronnie Bernheim bereits den Widerstand. Unterstützung findet er offenbar bei Marken wie Oris, TAG Heuer, Movado, Festina, candino, Roventa, Titoni, Gucci, Walca und Ronda.

Die Befürchtung dieser Hersteller ist, dass ihnen mit einer Verschärfung des “Swiss made”-Labels die industrielle Basis entzogen wird. So drohte Bernheim in der “Solothurner Zeitung” damit, die Produktion aus der Schweiz abzuziehen.

Uhrenverband will “Swiss made” stärken

Jon N. Mettler-Bennett am Donnerstag den 22. März 2007

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Der Dachverband der Schweizer Uhrenindustrie (Fédération horlogère FH) schlägt der Generalversammlung vom 28. Juni 2007 vor, Anpassungen beim “Swiss made”-Label für Uhren vorzunehmen. Konkret geht es darum, dass bei dieser Herkunftsbezeichnung strengere Kriterien angewandt werden.

Nimmt die Generalversammlung die Vorschläge an, wird die FH eine Verschärfung der entsprechenden bundesrätlichen Verordnung aus dem Jahr 1971 verlangen.

Konkret geht es um folgende Punkte:

+ Als mechanische Schweizer Uhr soll künftig eine Uhr gelten, bei der mindestens 80 Prozent der Herstellkosten auf Arbeiten entfallen, die in der Schweiz ausgeführt werden.

+ Bei den übrigen Uhren, insbesondere den elektronischen Uhren, beträgt dieser Satz 60 Prozent. Ausserdem müssen die technische Konstruktion und der Prototypenbau in der Schweiz erfolgen. Von den Herstellkosten ausgeschlossen sind die Rohstoffe und die Edelsteine sowie die Batterie.

+ Für das schweizerische Uhrwerk soll das Wertekriterium von 50 auf 80 Prozent angehoben werden.

+ Bei den übrigen Uhrwerken, insbesondere den elektronischen Uhrwerken, beträgt der Satz 60 Prozent.

Neuer Katalog über Deutschschweizer Uhrmachermeister

Jon N. Mettler-Bennett am Freitag den 23. Februar 2007

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Uhrmacherkunst ist in der Schweiz nicht ausschliesslich eine welsche Angelegenheit. Der Katalog “Deutschschweizer Uhrmachermeister und ihre Werke von 14. bis 19. Jahrhundert” stellt über 900 Uhrmacher aus der deutschsprachigen Schweiz und über 1000 ihrer Werke vor.

Die Zeitspanne ist bewusst gewählt: Ende des 14. Jahrhunderts traten in der Schweiz die ersten Räderuhren auf.

Die Publikation gruppiert Uhrmacherfamilien oder einzelne Uhrmachermeister nach Herstellungszentren, wie den Städten Basel, Bern, Zürich, Winterthur, oder nach Gebieten der deutschsprachigen Schweiz, in denen Uhren hergestellt wurden, wie dem Aare-Land, dem Berner Land, der Innerschweiz oder der Ostschweiz.

Der Katalog ersetzt die Winter-2006-Ausgabe des Chronométrophilia Heftes und kann bei den Editions Simonin in Neuenburg gekauft werden. Kostenpunkt: 50 Franken.

Der Swatch Group fehlen 500 Angestellte

Jon N. Mettler-Bennett am Sonntag den 28. Januar 2007

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Die Swatch Group sucht in der Schweiz mindestens 500 Mitarbeiter, sagte Konzernchef Nick Hayek in einem Interview mit der heutigen “NZZ am Sonntag”. Alleine bei der Luxusmarke Breguet fehlen laut Hayek 140 Uhrmacher – alles gut qualifizierte Arbeitsplätze.

“Es fehlt uns eine ganze Generation Uhrmacher”, beklagt Hayek.

Die Misere führt Heyek auf die Uhrenkrise in den 1970er-Jahren zurück. Weil Quartz damals als die Zukunftstechnologie galt, habe sich niemand mehr zum Uhrmacher ausbilden lassen wollen.

Aber auch die Branche selbst ist daran nicht unschuldig. Umgekehrt hätten auch Uhrenfirmen niemanden mehr zum Uhrmacher ausbilden wollen, so Hayek.

Die USA als Zukunftsmarkt

Jon N. Mettler-Bennett am Freitag den 19. Januar 2007

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Die Boommärkte für die Uhrenindustrie waren für lange Zeit Asien. Nun scheint sich mit den USA ein neuer Zukunftsmarkt zu entwickeln.

In einem Hintergrundtext meldet die Schweizerische Depeschenagentur (SDA), dass die Schweizer Uhrenexporte in die USA im Jahr 2006 ein neues Rekordniveau erreicht haben. Zahlen liegen aber noch keine vor. Das laufende Jahr könne fürs Geschäft in den USA sogar noch besser werden, mutmassen Branchenbeobachter.

2005 exportierte die Schweiz Uhren im Wert von 2,5 Milliarden Franken in die USA. Die Staaten sind somit der grösste Absatzmarkt.

Was in Asien schon lange gang und gäbe ist, scheint sich nun auch auf die USA zu übertragen: Die Amerikaner kaufen vermehrt teure Luxusuhren.

13 Sitzungen für einen Gesamtarbeitsvertrag

Jon N. Mettler-Bennett am Mittwoch den 25. Oktober 2006

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Heute haben die Gewerkschaft Unia und der Arbeitgeberverband der Uhrenindustrie (Conventiion patronale CP) in Neuenburg den neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) der Uhrenindustrie unterschrieben. Er tritt ab 1. Januar 2007 in Kraft.

Dem vorangegenagen sind 13 Sitzungen in neun Monaten. Die Verhandlungen dauerten rund 150 Stunden. Die Sozialpartner schickten je 15-köpfige Delegationen an den runden Tisch.



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