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Archiv für die Kategorie „Wüsten & Oasen“

Record Store Week: Rockaway Beach

Benedikt Sartorius am Mittwoch den 18. April 2012 um 11:57 Uhr

Am Samstag findet weltweit der Record Store Day statt. Dieser wird bereits zum fünften Mal durchgeführt, um die bedrohte Spezies der unabhängigen Plattenläden zu feiern. In einer kleinen, halbwöchigen Serie stellen sich einige der verbliebenen Plattenläden der Stadt und Region kurz vor – in Form eines kleinen Steckbriefs.

Die zweite Folge bestreitet Sam Novak vom Rockaway Beach.

Name: Rockaway Beach

Adresse: Speichergasse 35

Gründungsjahr: 2002

Sortiment: Punk, Surf/Hot Rod, Rock’n'Roll, Soul, Garage, Reggae/Ska, Hard- & Metalcore, Heavy Metal und eine vom persönlichen Geschmack geprägte Auswahl aus Rock, Alternative & Indie. Vinyl & Compact Discs. Daneben führen wir auch eine grosse Auswahl von Musikmerchandise und Kleider mit Bezug zur Musik.

Kundschaft: Gemischt. Zum Teil sehr Jung, Metalheads, Punks bis hin zu 40 bis 50 Jährigen Musikinteressierten.

So läuft es gegenwärtig: Ganz ok. Vinyl-Umsatz nimmt ständig etwas zu und der CD-Umsatz dafür ab.

So blicke ich in die Zukunft: Sollte sich das häufig gehörte Gerücht bewahrheiten und die Majors stellen die CD-Produktion Ende 2012 ein, wird es vermutlich schwierig, da die zusätzlichen Vinyl-Verkäufe den Ausfall von CD-Neuheiten kaum voll kompensieren würden. D.h. wir müssen dann noch mehr Merchandise etc. verkaufen. Was ich persönlich eigentlich sehr schade fände.

Internet: www.rockawaybeach.ch oder unsere Facebook-Seite. Diese informiert jeweils über Neuheiten und Aktionen.

Record Store Week: Oldies Shop

Benedikt Sartorius am Dienstag den 17. April 2012 um 12:12 Uhr

Am Samstag findet weltweit der Record Store Day statt. Dieser wird bereits zum fünften Mal durchgeführt, um die bedrohte Spezies der unabhängigen Plattenläden zu feiern. Mit Exklusivitäten, In-Store-Konzerten und anderen Aktionen wird dabei die Kundschaft angelockt, die leider nicht mehr unbedingt nach physischer Musik sucht.

Aus diesem Anlass stellen sich in einer kleinen, halbwöchigen Serie einige der verbliebenen Plattenläden der Stadt und Region kurz vor – in Form eines kleinen Steckbriefs. Den Auftakt macht Daniel Binggeli und sein Oldies Shop.

Name: Oldies Shop

Adresse: Effingerstrasse 4, Bern

Gründungsjahr: 1982 (Kataloge/mail order); ab 1986 Laden am Bollwerk

Sortiment: Rund 250’000 Schallplatten (LPs/Maxis/Singles)/ rund 25’000 CDs (und CD-Singles)/rund 3000 DVDs/ JEDE Stilrichtung! Rock-Jazz-Klassik-Rap-Techno-House etc.

Kundschaft: vom Punk bis zum Ständerat

So läuft es gegenwärtig: Der Oldies Shop läuft sehr gut. Ich investiere seit dem Umzug an die Effingerstrasse jeden Franken in neue Sammlungen. Dies scheint sich herumgesprochen zu haben, denn es sind viele neue Kunden (zum Teil von weit her!) zu meinen treuen Stammkunden hinzugekommen.

So blicke ich in die Zukunft: Die Vinyl-Umsätze werden wohl weiterhin steigen. Viele Leute installieren wieder ihre Plattenspieler und beginnen von neuem, Platten zu kaufen. Und immer mehr Junge, die noch nie eine CD gekauft haben, erstehen sich heutzutage ihren ersten Plattenspieler (zum Teil bei mir, da ich auch Occasion-Plattenspieler anbiete) und bauen langsam eine Plattensammlung auf. Vinyl is back. Dazu werden mir immer mehr und immer bessere Sammlungen zum Kauf angeboten, so dass mein Sortiment laufend noch besser wird.
Anders sieht es bei den CDs und DVDs aus. Da sind die Umsätze am Sinken, obschon ich auch hier laufend mein Angebot verbessere… Es wird sich wohl in den nächsten 2 Jahren zeigen, wie es mit diesen Tonträgern weitergeht.
Insgesamt blicke ich der Zukunft sehr optimistisch entgegen. Seit dem Umzug steigen die Umsatzzahlen kontinuierlich, werden wohl aber bald mal stagnieren, da der Oldies Shop aus Platzgründen nur eine gewisse Anzahl KundInnen gleichzeitig im Laden «verträgt»… ;) Dies macht mir aber nichts aus, da ich mich sonst nicht mehr genügend um meine Kundschaft kümmern kann. Aus diesem Grund mache ich auch fast keine Werbung mehr. Ein weiterer Ausbau ist nicht mehr möglich und ein Umzug in ein grösseres Lokal kein Thema!

Fragezeichen: Schaukasten

Ruth Kofmel am Sonntag den 15. April 2012 um 06:22 Uhr

Ein geheimnisvoller Schaukasten, der auf dem Weg zu den Postautos passiert wird, erfreute mich lange Zeit mit zwei darin ausgestellten Portraits, die mehr oder weniger mit dem Rohrschachverfahren hergestellt zu sein schienen. Das eine davon bildete ziemlich sicher den Halter ab. Wen das zweite Portrait darstellen sollte, habe ich hingegen nie herausgefunden. Bei jedem Vorbeigehen rätselte ich, wer an so unprominenter Stelle so seltsame Sachen der Welt zeigen wollte – die  sympathische Verschränkung von Sendungsbewusstsein und Desinteresse an einer allzu öffentlichen Positionierung hatte es mir jedenfalls angetan. Und jedes Mal freute ich mich an der staubtrockenen, gänzlich gelungenen und gleichzeitig auch gänzlich verunfallten Inszenierung.

Nach ein paar Jahren hat sich nun herausgestellt, dass in diesem Schaukasten eine Wechselaustellung stattfindet – es ist nämlich neu nicht mehr der hingekleckste Kopf von Halter und Unbekannt zu sehen, sondern eine 3-D-Brille auf einem Schlüssellochblech mit Klebeband befestigt.

Mich erinnert das an Piraten.

Ich bin mir ja gar nicht sicher, ob ich das Rätsel wirklich gelüftet haben möchte, andererseits wäre es durchaus erquicklich, die Neugierde gestillt zu bekommen.

Berneon

Roland Fischer am Samstag den 14. April 2012 um 05:43 Uhr

Dieses Jahr fallen zwei leuchtende Jubiläen zusammen, die zunächst nur technisch verbrüdert sind: Vor hundert Jahren wurde die erste Neon-Reklame vor einen Coiffeursalon in Paris gehängt und vor fünfzig Jahren begann der amerikanische Künstler Dan Flavin als erster damit, mit Neonröhren als Skulpturen herumzuexperimentieren. Heute ist Neon aus dem Strassenbild fast ganz wieder verschwunden, dafür hat es sich einen festen Platz im Werkzeugkasten der zeitgenössischen Kunst erobert.

Auf einer losen Tour durch Berns Strassen und Kunsträume wollen wir in den nächsten Monaten dem speziellen Jubiläumsjahr Referenz erweisen und dabei anekdotisch die Geschichte des Neonlichts in Werbung und Kunst aufrollen. Die ungleichen Brüder haben natürlich viel mehr gemein, als es auf den ersten Blick den Anschein macht.

Pimpolis

Benedikt Sartorius am Dienstag den 10. April 2012 um 07:34 Uhr

Ab morgen Mittwoch ist das neue Schaufenster von Videokunst.ch und der Kunstachse im Bümplizer Bienzgut zu bewundern. 6 bis 7 Wechselausstellungen sind pro Jahr vorgesehen, die ab Donnerstag auch im neuen «Showroom» im Progr zu sehen sind.

Zum Auftakt motzt der Bümplizer Michael Spahr sein Quartier tüchtig auf: «Pimpolis» heisst die Collage des Filmemachers Spahr, die hunderte Fotos aus Berns Westen zu einer «(sub)urbanen Traumwelt» verbindet. Das Teaser-Bild gibt einen Vorgeschmack auf diese Collage, die den Traum einer mächtigen Skyline träumt.

Wir sind also nicht allein.

Ohrwurmkur, bitte!

Roland Fischer am Freitag den 6. April 2012 um 13:26 Uhr

Ich überlege mir eine Schadenersatzklage gegen das Kairo. Nicht genug, dass gestern abend zwei Stunden lang durchs Band unerträglich schlechte Musik geboten wurde, man wurde auch nicht über mögliche Nachwirkungen des Abends informiert. Denn die Musik-Folge der Worst Case Scenarios ist längst nicht vorbei, wenn sie vorbei ist. Noch einen Tag später plagt man sich mit fiesen Ohrwürmern von der Sorte «Ja, ja, ja, ja, Affinität» (Betonung auf ‘fi) oder «McDonalds, McDonalds, Kentucky Fried Chicken and the Pizza Hut» rum.

Zum Glück, kann man da nur sagen, hatte nicht alles Gebotene Ohrwurmpotential. Und dann all die blöden Standortmarketing-Songs. Thurgau, Zürich, Tirol - ob diese Beiträge tatsächlich den gewünschten Effekt haben? Und will man wirklich Texte von jemandem hören, der sich «Reimrammler» nennt?

In diesem Reigen der Peinlichkeiten durfte natürlich auch das FDP-Jekami-Chörchen aus Reinach nicht fehlen. Dazu gibt’s übrigens noch zwei Geschichten nachzutragen: Die Werbekampagne ging in die Hose, auch wenn das die Werber anfangs nicht wahrhaben wollten (offenbar hatten sie ganz bewusst auf das Trash-Potential des Videos gesetzt, weil es sich sonst nicht zu einem Netzphänomen entwickelt hätte). Erfolg hin oder her, zur Inspiration taugt das Video natürlich allemal: Hier tanzt die Reitschule als «FTP – Die Libertären».

Stadt der Bunker

Benedikt Sartorius am Dienstag den 3. April 2012 um 06:17 Uhr

In der «Süddeutschen» hatte es in der Samstagsaugabe einen Text drin, der sich über «dämliche» Beinamen von Städten in Deutschland auslässt: So gibt es etwa die «UniverCity», die «Stadt der Fernuniversität», die «Stadt des Lichts» und so weiter und so fort. Beinamen, die dann auch gleich auf den Ortsschildern verewigt werden.

Geschenkt, dass ich hier nun nach einem Beinamen für die Stadt Bern suche. Beim Heimschlendern nach der Sichtung des Kinofilms «Take Shelter», in der ein Mann Zuflucht in seinem Tornadobunker sucht, wurde mir klar, dass Bern natürlich (neben der Einstein-, Musical-, Eishockey- und Haupstadtregion-Stadt) nicht unbedingt die Stadt der Altstadtkeller ist, sondern vielmehr eine Stadt der vielfältigen Bunker:

Wandbilder

Ruth Kofmel am Mittwoch den 28. März 2012 um 12:52 Uhr

Zwar nicht auf einem Verkehrsschild angebracht, aber trotzdem eine digitale Wiedergabe wert: Der Pulli- und Augenringe tragende Raucher. Und der verschleierte Herzbube.

«Hoch! Hoch!» (2)

Roland Fischer am Dienstag den 27. März 2012 um 11:46 Uhr

Weiter geht’s mit unseren Vorschlägen für höhere architektonische Weihen in Bern. Heute ein Vorschlag für die Angleichung der Bebauungshöhen zwischen Matte und Altstadt. Eventuell wären die oberen Etagen auch über eine Hängebrücke direkt von der Münsterplattform oder von der Kirchenfeldbrücke aus zugänglich zu machen. So oder so, ein architektonischer Impuls würde dem Schwellenmätteli auf jeden Fall gut tun.

Zäme zmitts im Chleefäud

Roland Fischer am Montag den 26. März 2012 um 14:33 Uhr

Gestern war es zu schön zum Computern, deshalb also heute noch ein Samstagstermin nachgereicht: Ab diesem Wochenende hat eine der grossen Eingangszeilen des Bernrocks eine ganz neue Bedeutung. Endlich gibt es in Bern ein Übernachtungsangebot jenseits von Parlamentarier-Biederkeit und Jugendherbergs-Funktionalität.

«Im Klee» nächtigt man sehr angenehm in liebevoll eingerichteten Zimmern – die Macher (unter anderem unser Ehemaliger Herr Gnos) haben den früheren Heimräumlichkeiten unweit des Museums Paul Klee den Mief gehörig ausgetrieben. Hier ein paar fotografische Eindrücke vom sehr gemütlichen und von allerlei musikalischen Freunden besuchten Eröffnungstag: