Seit Menschengedenken experimentieren Menschen mit Substanzen jeglicher Art und erhoffen sich davon Entspannung oder gar Erleuchtung. Während man sich bereits in der Antike lustige Pflanzen einverleibte, die Mutter Natur für uns im Giftkämmerchen bereitgestellt hat, lädt sich der moderne Mensch heute bei I-Tunes sogenannte I-Doser-Alben herunter.
I-Doser verspricht mit Hilfe von unterschiedlichen Frequenzen und Schallwellen bestimmte Hirnregionen zu stimulieren und das auf die gleiche Weise, wie es diverse Drogen tun. So kann man sich z.B. «Opium» oder «Absinthe» als Audio-Datei herunterladen und sich so mit Hilfe von Kopfhörern auf einen virtuellen, legalen Trip begeben. Oder auch nicht.

Aus Neugier und Experimentierfreudigkeit hat sich die Schreiberin gestern Abend eingehend mit solchen I-Doser-Stücken beschäftigt. Mit «Out of Body» wurde der Selbstversuch gestartet. Wenn schon denn schon! Was einem da via Kopfhörer durch die Hirnwindungen gesäuselt wurde, erinnerte an den Soundtrack eines mystischen Psychothrillers. Einfach ohne Schreck-Geigen, dafür mit einem konstanten Störgeräusch, welches an einen Staubsauger erinnerte, der in Bass-Tonlage brummt. Die einzige körperliche Erfahrung, die sich einstellte, war ein Krampf im linken Fuss, was allerdings mehr mit dem übermässigen nachmittäglichen Espresso-Konsum zusammengehangen haben dürfte.
Da es mit der Nahtoderfahrung nicht so recht funktionieren wollte, wurde als nächstes die psychedelische Abteilung aufgesucht. Und bei «Peyote» tat sich dann tatsächlich was. Eine gewisse Leichtigkeit und Entspanntheit machte sich breit, allerdings war diese von visuellen Halluzinationen à la «Fear and Loathing In Las Vergas» weit entfernt.
Ob I-Doser tatsächlich funktioniert, ob sich nur ein Placebo-Effekt einstellt oder ob das ganze Humbug ist, darüber streiten sich die Fach-Foren und entsprechend muss das wohl jeder und jede für sich selber herausfinden. Einleuchtend ist, dass die tieftonigen repetitiven und dadurch hypnotischen Klangmuster hilfreich sind zur Meditation. Aber das kriegen Sie wahrscheinlich auch mit Walgesängen hin.
I-Doser lässt sich einfach und legal auf I-Tunes herunterladen. (Achtung: auf der I-Doser-Seite selber kann es teuer werden!) Nebst den «Drogenprogrammen» gibt es mittlerweile auch Stücke, die religiöse Empfindungen stimulieren oder zur Persönlichkeitsbildung beitragen sollen.