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Archiv für die Kategorie „Museen & Galerien“

Mit der App ins Museum (II)

Benedikt Sartorius am Dienstag den 7. Februar 2012 um 06:07 Uhr

Vor sechs Tagen wurde die praktische iPhone-App der Berner Museen lanciert. Als Schwachstelle wurde die bisher sehr magere Anzahl an integrierten Museen geortet, doch was noch nicht ist, wird sicherlich bald werden.

Für Stirnrunzeln sorgt da eher die Plakatkampagne, die derzeit in der Stadt Bern zu sehen ist. Was die App alles bewirken will, zeigt das Vorher/Nachher-Bild:

Eine kurze Bestandesaufnahme ergibt: Mit der App braucht der Museumsbesucher keine Brille mehr, er wirkt wesentlich weniger verpeilt und sieht aber auch reichlich kleinkariert aus. Und ohne App kauft der Besucher noch die schönen Ausstellungskataloge.

Mit der App in zwei Berner Museen

Benedikt Sartorius am Donnerstag den 2. Februar 2012 um 14:39 Uhr

Seit gestern sind nun auch die Berner Museen mit einer Applikation auf dem iPhone vertreten. «Museen Bern» heisst die Gratis-App, die durch die Stadtberner Kunst- und Kulturhäuser führen soll. Selbsterklärend findet man die Ausstellungsprogramme, Öffnungszeiten und kurze Geschichtsabrisse der aufgeführten Häuser. Auch führen Links direkt auf Audioguides und Podcasts der Museen. Eine Rubrik ist auch für die Museumsnacht vorbereitet, die am 16. März zum zehnten Mal stattfinden wird.

Eine sehr gute Sache für den Kulturisten, möchte unsereins jubilieren. Der Haken dann: Derzeit sind mit dem Kunstmuseum und dem Zentrum Paul Klee erst zwei Institutionen in die App vollends eingebaut. Alle anderen Häuser wie das Historische Museum oder die Kunsthalle, die allesamt im Verbund der Berner Museen zusammengefasst sind, sind erst aufgeführt und noch nicht in die App eingebaut.

Im iTunes-Laden hat es bereits 12 teils überschwängliche Bewertungen («eine geniale APP»), die angesichts der offensichtlichen Beta-Phase mit Vorsicht zu geniessen sind. Ich hoffe auf raschen Zuwachs.

Bestens in Form

Roland Fischer am Freitag den 20. Januar 2012 um 06:05 Uhr

Im Kornhausforum wird (Querelen beiseite) derzeit ein famoser Querschnitt durch aktuelles Berner Designschaffen gezeigt. Zwei tolle Beiträge seien hier herausgepickt. Da wäre einmal die textile Möbelkunst von Bangerter & Wyler, die mit synthetischen Stoffbändern und ihrer Reaktion auf Hitze herumspielt und bei der Herstellung zuweilen signersche Qualitäten entwickelt, da mit Schwarzpulver hantiert wird.

Und da wäre, als persönlicher Favorit, die Arbeit des überhaupt gerade durchstartenden Visualisierungsbüros Von B und C. In FAQ machen die beiden Gestalterinnen eigentlich nichts besonders Grossartiges, weder inhaltlich noch in der grafischen Umsetzung. Sie sammeln einfach Fragen aus den Online-Hilfsabteilungen sozialer Netzwerke und reissen sie aus diesem Zusammenhang heraus. Die resultierenden Absurditäten zeigen, dass es mitunter die vermeintlich simplen Ideen sind, aus denen die schönsten Hintergründigkeiten entstehen.

Raum-Transformer am Werk (7)

GastblogggerIn am Donnerstag den 19. Januar 2012 um 13:46 Uhr

Wie sieht es im temporären Kunstraum an der Gutenbergstrasse 10a aus? Der Kunsthistoriker und «Transform»-Co-Initiator Franz Krähenbühl gibt im Kulturblog Ihres Vertrauens als Gastautor ein letztes Mal Einblicke in das Projekt.

Im Vorfeld von «Transform» entbrannte die Diskussion, ob es schwieriger sei, am Anfang oder am Ende des Projekts künstlerische Interventionen zu realisieren. Diese Frage lässt sich auch nach dem heutigen Abschluss der Versuchsanordnung 1 nicht endgültig beantworten.

Sicher ist jedoch, dass das Werk von Gabi Deutsch ohne die Vorarbeit von Reto Steiner nicht so ausgefallen wäre. Die neue Farbgebung des Erdhügels, eine optische Umkehrung des natürlichen Erscheinungsbilds, wirkt wie im Photoshop bearbeitet. Die hell beschienene Wand ist nun dunkel, währenddem das Erdreich weiss wurde.

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Raum-Transformer am Werk (6)

Benedikt Sartorius am Donnerstag den 12. Januar 2012 um 15:00 Uhr

Wie sieht es im temporären Kunstraum an der Gutenbergstrasse 10a aus? Der Kunsthistoriker und «Transform»-Co-Initiator Franz Krähenbühl gibt im Kulturblog Ihres Vertrauens als Gastautor Einblicke in das Projekt.

Erstmals haben Künstlerinnen und Künstler vor Ort beschlossen, ihre Arbeiten inhaltlich und formal zu verbinden. Das war zu Beginn der Woche nicht absehbar. Das Hämmern und Pickeln von Reto Steiner im Keller schien dem Theaterkollektiv J&J (Julia Geiser und Jacqueline Schnyer) vorerst zu laut zum Arbeiten. Doch bald haben grössere Dimensionen die beiden Vorhaben vereint. Zum einen das Loch von Steiner, welches nunmehr das Ausmass erreichte, dass nur noch ein Weitwinkelobjektiv die Ränder des Abgrunds auf ein Bild bannen kann. Andererseits machte auch der Lastkran mit dem Namen MARS deutlich, dass nur das Universum als Referenzsystem ausreichen kann.

J&J ergänzten das Raster der Vorgängerin Sophie Schmidt mit Findlingen aus dem Untergrund. Gefrorene Meteoriten befinden sich ebenso im Raum wie schwarze Löcher im Keller, die wahrlich eine physische Anziehungskraft besitzen. Die Erde und der Pluto allerdings… Naja, es darf kondoliert werden. Heute Abend an der Gutenbergstrasse 10a.

Raum-Transformer am Werk (5)

GastblogggerIn am Donnerstag den 5. Januar 2012 um 10:55 Uhr

Wie sieht es im temporären Kunstraum an der Gutenbergstrasse 10a aus? Die Theaterregisseurin und «Transform»-Co-Initiatorin Sibylle Heiniger gibt im Kulturblog Ihres Vertrauens als Gastautorin Einblicke in das Projekt.

Viele Löcher gibts, überall neue Löcher: durch die Wände, im Boden – ja sogar durch den Boden hindurch… Man könnte meinen, die seit Jahreswechsel vor Ort wirkenden Kunstschaffenden wollten uns mit den Abgründen unseres Daseins konfrontieren – oder uns zumindest bewusst machen, dass die Vorsätze fürs Neue nicht mehr als hohles Gerede und leere Versprechen sind. Ich sehe es andersrum: Die Löcher loten die natürlichen Grenzen aus oder durchdringen diese gar lustvoll. Es ermöglicht ein Entdecken von neuen Möglichkeiten und Perspektiven, eine Reise durch den Raum und deren Beschaffenheit, und nicht zuletzt ein Aufdecken von Geschichte.

Inspiriert von Spuren schwerer Gegenstände auf hartem Material, durchdringt Reto Steiner den Boden im Untergeschoss und lässt tief blicken.

Cornelius Danneberg und Irene Müller arbeiten mit Widerstand: Was passiert, wenn wir, wie die beiden, in einer Wand stecken bleiben? Ihre Wand-Performance ist heute vor Ort von 19 – 22 Uhr zu sehen.

Im Erdgeschoss sind derweil neue Klangsamples von Till Hillbrecht zu hören. Dafür hat er die Live-Geräuschübertragungen vom Unter- ins Erdgeschoss aus vergangener Woche weiter verarbeitet.

Raum-Transformer am Werk (4)

GastblogggerIn am Donnerstag den 29. Dezember 2011 um 13:16 Uhr

Wie sieht es im temporären Kunstraum an der Gutenbergstrasse 10a aus? Die Theaterregisseurin und «Transform»-Co-Initiatorin Sibylle Heiniger gibt im Kulturblog Ihres Vertrauens als Gastautorin Einblicke in das Projekt.

Dass Veränderung und Umgestaltung der einzelnen Kunstinterventionen funktioniert, wurde schon unter Beweis gestellt. Doch nun stellt sich die Frage, ob auch die Nutzung der Räume wandlungsfähig ist.

In den ersten Wochen zeichnete sich nämlich eine unbeabsichtigte Raumtrennung ab: In den Räumen im Obergeschoss gab es Kunst zu sehen, im Untergeschoss war die Bar. Kurz nach der Eröffnung okkupierten bottlefed. das Untergeschoss mit ihrer Hangover-Sonntags-Lounge – und seither wurde hier unten fast ausschliesslich Bier getrunken und diskutiert.

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Raum-Transformer am Werk (3)

GastblogggerIn am Donnerstag den 22. Dezember 2011 um 14:46 Uhr

Wie sieht es im temporären Kunstraum an der Gutenbergstrasse 10a aus? Der Kunsthistoriker und «Transform»-Co-Initiator Franz Krähenbühl gibt im Kulturblog Ihres Vertrauens als Gastautor Einblicke in das Projekt.

Transform – der Name ist weniger eine schöpferische Höchstleistung als eine pragmatische Betitelung dieses Kunstprojekts – erfährt zur Zeit in der Versuchsanordnung 1 seine erste Ausformulierung. Das Bestreben mit kulturellen Interventionen bisher kaum bekannte Liegenschaften für eine gewisse Zeit auf die Stadtkarte zu setzen, lässt sich hier gut illustrieren: Die ehemalige Reagenzglasfabrik an der Gutenbergstrasse 10a diente eine Zeit lang als Wohnung, stand im Anschluss längere Zeit leer, um zukünftig als Musikübungsräume genutzt werden zu können. Kurz, ein idealer Ort um Transformationen zu thematisieren.

Die erste Künstlerinnen-Staffel rückte das Innenleben der Räume in den Vordergrund, währenddem Sophie Schmidt mit ihrer Arbeit verstärkt den Leerraum okkupiert.

Auch Nicole Michel und Till Hillbrecht benutzen Wände, Decke und Boden dezidierter als Träger und Widerstand ihres Schaffens. Hierzu mussten Elemente ihrer Vorgängerinnen weichen, denn auch abbauen und verändern sind Teil des Konzepts.

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Heute Donnerstag ist jeweils Transform-«Besuchstag» – von 18-22 Uhr.

Raum-Transformer am Werk (2)

GastblogggerIn am Freitag den 16. Dezember 2011 um 05:16 Uhr

Wie sieht es im temporären Kunstraum an der Gutenbergstrasse 10a aus? Der Kunsthistoriker und «Transform»-Co-Initiator Franz Krähenbühl gibt im Kulturblog Ihres Vertrauens als Gastautor wöchentlich Einblicke in das Projekt.


Interdisziplinarität
ist ein zu häufig verwendetes Wort. Dennoch, wie sonst soll man ein Projekt beschreiben, das Kunstschaffende aus den Bereichen Musik, Tanz, Performance, Schauspielerei und bildende Kunst beschäftigt? Dieses vielseitige Zusammentreffen ist durchaus beabsichtigt.

Ein zentrales Kriterium für die Auswahl der Künstlerinnen und Künstler durch Transform ist deren Interesse und Neugier, mit dem Raum zu arbeiten. Sie sind aufgefordert, sich auf die Gegebenheiten der Liegenschaft und auf die Interventionen der Vorgänger einzulassen und sich mit den anderen Kunstschaffenden zu arrangieren. Die Räume an der Gutenbergstrasse 10a sind in diesem Kunstprojekt dementsprechend sowohl Hülle wie auch Objekt ihres Schaffens.

Mit Sophie Schmidt, Nicole Michel und Till Hillbrecht sind im Moment zwei bildende Künstlerinnen und ein Soundkünstler bei Transform. Mal schauen, was für neue Verbindungen sich daraus ergeben.

Nochmals ein wenig Russland

Ruth Kofmel am Mittwoch den 14. Dezember 2011 um 06:17 Uhr

Nach der tollen Ausstellung mit Russischen Postkarten im Kornhausforum lockt nun das Kunstmuseum mit Russischen Ausstellungsstücken aus der Sammlung Arina Kowners.

Die Sammlung umfasst zwar manch eindrückliches Kunstwerk, aber wie das bei Privatsammlungen oft der Fall ist, fehlt ein wenig der roter Faden. Es ist halt einfach russische Kunst, das mag Experten einiges über das Land erzählen – mir wurde vielmehr vor Augen geführt, dass es mehrheitlich pure Nostalgie ist, wenn man bei moderner Kunst noch geographische Eckdaten erkennen will.

Also nur was für Russland-Fans oder Menschen, die breitgefächerte Ausstellungen gerne mögen.