Voilà, das Du Théâtre. Freitag um Mitternacht finde ich mich hier an einer Party ein. Und staune erst mal über die Dimensionen des VIP-Bereichs. Der ist fast so gross wie die Tanz-, Turtel- und Trinkzone für den Rest der Meute. Was dem Groove nicht zuträglich ist – wobei dieses nächtliche Zweiklassensystem ja eben der eigentliche Groove ist. Henusode.
Wieso ich im Dudu bin? Wegen dem an sich schon zwiespältigen Etikett Classic House, mit dem die heutige Veranstaltung warb. Doch was der Intro-DJ ablässt, hechelt viel zu kurzatmig daher. Keimfreier Vocal House, und keine Spur vom smoothen Tempo der goldenen New-Yorker-Neunzigerjahre.
Weiter ins Bonsoir, wo mit Kenny “Dope” Gonzalez ein Grossheld aus dieser klassischen Ära gebucht ist. Berühmt geworden ist der Mann aus Brooklyn wegen seiner mächtig swingenden Beats, mit der er seit zwanzig Jahren die House- und Hip-Hop-Szene imprägniert – ein Paradebeispiel seiner Kunst ist etwa «The Bounce».
Im Bonsoir ist er zusammen mit dem MC Rasheed Chappell angetreten. Famos, wie Kenny “Dope” scratcht und seine Übergänge meistert. Weniger famos hingegen, dass er nur Gassenhauer spielt. Von James Brown, Stevie Wonder, Bob Marley über die üblichen Hip-Hop-Verdächtigen hin zu eigenen Houseproduktionen wird kein Hit ausgespart. Eine Black Music-Geschichtsstunde der volkshochschulmässigen Art, ein Mashup-Programm auf Nummer sicher. Nichts gegen Klassiker, aber dieses Spiel ist schlicht zu absehbar. Schade, der Mann konnte das doch viel besser. So hatte ich es wenigstens in Erinnerung.













