Der Film «My Generation» hat als Dreh- und Angelpunkt die 68er-Generation im Visier, herausgekommen ist aber, wie die Regisseurin Veronika Minder in einem Interview sagt, ein Film über das Älterwerden.
Obwohl ein paar Räuberpistolen aus den unter Umständen durchaus bewegten Jugendjahren zum besten gegeben werden, relativieren selbst die damals aktivsten und politischsten Erzähler den Stellenwert, die beispielsweise die Jugendunruhen in Zürich rückblickend in ihrem Leben einnehmen. Willi Wottreng, einst Funktionär bei der maoistischen Partei, heute erfolgreicher Journalist, verpasste die historische Nacht der «Opernhauskrawalle» um dafür sein erstes Mal in Tat umzusetzen.
Es wurde durchaus gekifft, LSD genommen, demonstriert und neue Wohnformen ausprobiert, aber genau so wurde studiert und gearbeitet, es wurden Kinder gross gezogen und ganz grundsätzlich an einem Lebensentwurf gefeilt, wie das idealerweise jeder Mensch zeit seines Lebens tun kann. Meist wurden die wilden Zeiten im Laufe eines Lebens durch noch einprägsamere und einschneidendere Erlebnisse ausgelotet und so beschreiben die Porträtierten ihre Jugendjahre nicht mehr oder weniger aufregend und prägend wie die Jahre, die danach kamen.
Spannend sind diese Lebensgeschichten, zustätzlich dokumentiert mit historischen Aufnahmen. Unaufgeregt werden Blicke zurück geworfen, wichtige und unwichtige Momente ins Rampenlicht gerückt und wenn man zum Kinosaal raus kommt, freut man sich vor allem auf die Gelassenheit, die nach einer gewissen zurückgelegten Strecke auf einen zu warten scheint, denn die war allen Erzählenden eigen.
Der Film läuft derzeit im CineMovie.













