Endlich wieder Kino von Wes Anderson: Nachdem sein Animationsfilm «Fantastic Mr. Fox» nur im Spezialprogramm zu sehen war, kommt mit «Moonrise Kingdom» erstmals seit dem wunderbaren «The Darjeeling Limited» ein Werk des geschätzten Regisseurs auf die grössten Leinwände der Stadt. Und so schnappte ich mir mein Praktikanten-T-Shirt aus Life-Aquatic-Tagen und schaute diesen Film freudig an.
Ein prachtvoller Familienfilm ists einmal mehr, der diesmal auf den neuenglischen Eiländern der Sechzigerjahre angesiedelt ist. Väter sind wie beinahe immer bei Anderson abwesend oder Versager (Bill Murray), neue Vaterfiguren auch nicht unbedingt das Wahre (Edward Norton als Pfadfinder und Bruce Willis als melancholischer Inselpolizist), die Kinder sind schwierig und auch unschuldig (Kara Hayward und Jared Gilman als Ausreisser-Paar) und die Nebenrollen sind wie immer grossartig besetzt (Jason Schwartzmann als Verheirater). Kurz, alles wie immer eigentlich, ausser, dass der Film nicht auf einem U-Boot oder einem indischen Zug, sondern in einem Pfadi-Lager spielt und im Soundtrack die Beach Boys und Kinks gegen Hank Williams und Benjamin Britten und Francoise Hardy ausgetauscht sind.
Und aber auch: So schwer zugänglich und allenfalls unlustig war Wes Anderson noch nie – wie man dann schon mindestens zweimal ins Kino muss, um den Detailreichtum der perfektionistischen Choreografie irgendwie mitzuschneiden (alleine diese Anfangscredits!). Natürlich, das wird die Anderson-Kostverächter wie immer kalt lassen, während die Fan-Presse jubiliert, und sich über das gar dicke Finale in Nachsicht übt, und nochmals eine ausgedehnte Mittagspause ins Kino verlegen wird.
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«Moonrise Kingdom» im Bubenberg-Lunch-Kino bis am Mittwoch, danach im regulären Programm.
















