Archiv für die Kategorie „Film & Fotografie“

Reservieren im «Zimmer 202»

Benedikt Sartorius am Donnerstag den 11. März 2010 um 05:44 Uhr

Kurz vor seinem 75. Geburtstag zieht Peter Bichsel nach Paris – zumindest im Kino. Der Film «Zimmer 202» begleitet den Mann mit dem «nasal-melodiösen Sprechgesang» in die Stadt, die der Schriftsteller noch nie zuvor besucht hat. Weit kommt Bichsel auf seiner Reise mit dem Regisseur Eric Bergkraut allerdings nicht. Denn die Endstation ist ein Zimmer im Bahnhof-Hotel «Gare de l’ Est».

Peter Bichsel in Paris (zvg)

«Zimmer 202» zeichnet diese Reise nach und bringt Archivbilder, einen Soundtrack von Sophie Hunger – und natürlich Bichsels nasal-melodiösen Sprechgesang, «der immer wieder dankbar von Satirikern parodiert» worden ist.

Für die Vorpremiere des Films
verlosen wir 10×2 Tickets. Die Vorführung findet am Mittwoch, 17. März im Kino Movie statt – in Anwesenheit von Peter Bichsel und des Regisseurs. Moderiert wird der Abend von «Bund»-Redaktor Alexander Sury. Beginn ist 19.00 Uhr.

Tragen Sie sich in diesem Formular ein, Teilnahmeschluss ist am Montag um zwölf Uhr Mittags. Viel Erfolg.

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«Zimmer 202» ist ab dem 25. März regulär im Kino zu sehen – und also einen Tag nach seinem 75. Geburtstag. Zum DRS2-«Hörpunkt» geht es hier lang.

Ode an das Fauteuil-Kino

Gisela Feuz am Mittwoch den 24. Februar 2010 um 07:00 Uhr

Eigentlich hätte es gestern ja ein lustiger Dienstag werden sollen. Da dieser allerdings bumsvoll war (der Anlass im Tojo, nicht der Dienstag) und der Abend gerade erst angebrochen war, entschied sich die Schreiberin dem guten alten Kino in der Reitschule einen Besuch abzustatten. Dort wurde im Rahmen von «Uncut -Warme Filme am Dienstag» eine Dokumentation über das Geschwisterpaar Mann gezeigt.

mann_geschwister

«Escape to Life», so der Name dieses Doku-Dramas, zeigt die symbiotische Lebensweise von Erika und Klaus Mann und wie sich die beiden in einem Zeitalter des Umbruchs, der Instabilität und des Faschismus’ durchs Leben schlugen. Der Film setzt sich aus einem Mix zwischen Archivaufnahmen, Interviews mit Zeitzeugen und Verwandten und Spielszenen zusammen und vermag durch seine stilistische Vielfalt auch die Vielfältigkeit seiner Protagonisten wiederzugeben. Denn spannend und abwechslungsreich war es definitiv, das Leben der beiden ältesten Kinder von Thomas Mann. Die Dokumentation erzählt von den Exzessen der «Roaring 20ies», von Schauspielerei, vom Bohemien-Leben, vom Reisen ohne Geld, von Homosexualität und vom Leben im amerikanischen Exil, während in Europa der kleine Mann mit dem absurden Schnauz wütete.

Erika Mann kam mit den moralischen und politischen Schwierigkeiten der damaligen Zeit offenbar besser zu Ranke als ihr kleiner Bruder. Während Sie im Exil weiterhin antifaschistisches Kabarett inszenierte (so z.B. auch in Zürich mit ihrer legendären Pfeffermühle), vermochte der Schriftsteller Klaus Mann (zu Unrecht) nicht aus dem Schatten des Übervaters Thomas herauszutreten, verfiel zusehends den Drogen und nahm sich schlussendlich desillusioniert das Leben.

Am Ende des gestrigen Abends war die Schreiberin dann doch ganz zufrieden, den lustigen Dienstag verpasst zu haben und dafür eine spannende Dokumentation zu einem der schillernsten Geschwisterpaare gesehen zu haben. Und zudem gibts wohl in Bern kein gemütlicheres Kino als dasjenige in der Reitschule. Denn wo sonst kann man sich genüsslich in einen Fauteuil fläzen, hat die Bar gleich im Kinosaal und bekommt dort erst noch selbstgebackene Apfelküchlein? Eben.

Slum-Spekulationen

Roland Fischer am Montag den 22. Februar 2010 um 13:04 Uhr

Die Solothurner Filmtage waren hier ja nur mit einer kurzen Vorschau präsent. Weil das dann doch ein wenig mager (und dem schönen Festival nicht recht angemessen) war, an dieser Stelle noch eine kleine Nachschau.

dharavi

Im Kellerkino läuft im aktuellen Programm«Dharavi, Slum for Sale», der dieses Jahr für den ‎«Prix de Soleure» nominiert war. Der Dukumentarfilm erzählt vom seltsamen ‎«Aufschwung» in der grössten Slumsiedlung Asiens. Dharavi war mal ein Slum wie viele andere, am Rande von Mumbai gelegen, abseits der Aufmerksamkeit von Politikern und Stadtplanern. Doch die indische Metropole wuchs in den letzen Jahren rasant, und damit wurde Dharavi auf den Stadtkarten allmählich an eine ganz neue Position gerückt: aus der Peripherie ins Zentrum, in die unmittelbare Nachbarschaft teurer Finanzdistrikte.

Ist das für die Siedlung nun Fluch oder Segen?
Umtriebige Stadtplaner wollen das ganze Viertel neu strukturieren (‎«aufwerten», sagen sie gern dazu), um Platz zu schaffen für neue Bürotürme. Und davon sollen alle profitieren: Die Slumbewohner sollen subventionierten Platz zum Wohnen und arbeiten erhalten, in ‎«richtigen» mehrgeschossigen Häusern. ‎«Es soll mir niemand erzählen, dass irgend jemand freiwillig so leben will», sagt der Chefplaner mal bei einem Rundgang durch Dharavi zur Kamera.

Das macht den Film so stark: Der Regisseur Lutz Konermann geht ganz nah ran und lässt alle wichtigen Akteure – quer durch die Hierarchie – zu Wort kommen. Und er lässt am Schluss die schwierige Frage stehen, ob es wohl tatsächlich am besten ist, einen elenden Slum so wie er ist zu bewahren, weil er immerhin aus den Bedürfnissen und für die Bedürfnisse der Bewohner gewachsen ist.

Ab Donnerstag dann gibt es im Kellerkino eine Auswahlschau der diesjährigen Filmtage mit vielen weiteren Perlen aus Solothurn.

Serien-Behandlung

Roland Fischer am Mittwoch den 17. Februar 2010 um 11:35 Uhr

Ich finde, gute Geschichten sind wie ein Filet. Das zerstückelt man ja auch nicht und macht Geschnetzeltes daraus. Das ist wohl mit ein Grund dafür, dass ich Fernsehserien nicht besonders mag.

Es gibt aber Ausnahmen,
und eine davon läuft seit dieser Woche auf 3sat. ‎«In Treatment» war schon letzten Sommer auf SF1 zu sehen, warf da aber keine grosse Wellen. Nun, jahreszeitlich viel passender, gibt es auf dem Kultursender (ein Ritterschlag für eine amerikanische Erfolgsserie) also eine zweite Chance.

intreatmentUnd der Sender passt: Wenn man bedenkt, was diesbezüglich sonst so aus Amerika kommt, ist ‎«In Treatment» einigermassen radikale Fernsehuntehaltung – zumindest formal. Schon das Thema: Es geht um Therapiesitzungen – dementsprechend wird viel geredet (tatsächlich passiert sonst, abgesehen von beredtem Schweigen, so gut wie gar nichts). So reduziert hat man schon lang nicht mehr ferngesehen: Pro Folge eine Sitzung, ein langes Gespräch, die Kamera bleibt immer im selben Raum. Keine Rückblenden, kein Kopfkino, die Geschichten werden ganz einfach und altmodisch erzählt – wenn auch meist widerstrebend, stockend; darin liegt wohl auch ein Reiz der Serie.

Der Clou ist aber ein anderer: Keine Situation aus dem echten Leben kommt so nahe an die Serienstruktur heran. Eine Therapie ist Serie, könnte man sagen, allmähliches Geschichtenerzählen in festem Rahmen, und je länger desto abgründiger. Und auch der obligate Cliffhanger, der den Zuschauer zum Wiedereinschalten verführen soll, ist keine Erfindung von Fernsehautoren. Wie schloss doch die allererste Folge: Eine wunderschöne, völlig aufgelöste Frau (die dem Therapeuten gerade ihre Liebe gestanden hat) sagt: «Was soll ich denn jetzt tun?» – «Darüber reden wir dann das nächste Mal», erwidert dieser und geleitet sie zur Tür. Abspann.

Fiedelnder Holmes

Benedikt Sartorius am Montag den 8. Februar 2010 um 12:05 Uhr

Wer wieder einmal die einzigartige LED-Vorhangsshow im Kino Alhambra sehen möchte, hat zur Zeit einen halb-legitimen Grund. Denn «Sherlock Holmes», gedreht vom alten Madonna-Mann und «Snatch»-Regisseur Guy Ritchie, ermittelt zur Zeit auf dieser und noch einigen anderen Grossleinwänden der Stadt.

Robert Downey Jr. gibt den HolmesDer Meisterdetektiv ist natürlich weniger ein pfeifenrauchender Engländer als vielmehr ein dandyesker Robert Downey Jr., der den Reiz dieses schön unterhaltenden Actionfilmes ausmacht, indem er die Erinnerungen und Lösungen mit einer Geige herbeifiedelt und seltener heranraucht, den heiratenden und abwandernden Ermittlungspartner Dr. Watson nicht ziehen lassen kann und in seiner mit allerlei Kolonialkram vollgestopften Kammer dahinvegetiert.

Einen Weltordnungs-Fall
gibt es in diesem aufwendig kostümierten Film dann auch noch, und dieser könnte auch bei James Bond geliehen sein, wenn nicht das geheimbündlerische Okkulte und das historische London mitsamt der damals noch spektakulär-halbfertigen Tower-Bridge die Distanz zum Hi-Tech-Agenten dann doch noch klar vermessen. Wobei der radebrechende Franzose «Dredger» in der famosen Werft-Szene stark an den legendären Beisser erinnert.

OmU ade

Roland Fischer am Dienstag den 2. Februar 2010 um 07:00 Uhr

Ich wollte heute eigentlich ins Kino. Und da ich im Moment in Berlin bin, machte ich mich angesichts der dicken Ausgehmagazine auf die Qual der Wahl gefasst. Schlussendlich bin ich in der Bar um die Ecke ein Bier trinken gegangen. Es gab beim Durchforsten der Kinosparte zwar viel Qual, aber nicht viel Wahl, wenn man Filme lieber im Original schaut.

Hier eine kleine Statistik: 970 Vorstellungen gab’s heute in den Berliner Kinos, davon waren gerade mal 109 Originalversionen (dem gewitzten Suchtool auf der Zitty-Webseite sei an dieser Stelle gedankt). Wenn man sich den neuen Film von Woody Allen (‎«Whatever Works» bzw. ‎«Liebe sich wer kann») anschauen will, so hat man allein dazu 17 Mal Gelegenheit – Originalkopien gibt’s in Berlin allerdings nur gerade zwei, eine davon läuft am Nachmittag, die andere weit weit weg von meinem Quartier.

Sorgen um die Kino-UntertitelZum Vergleich:
Rasch gezählt ist das Verhältnis von synchronisierten und untertitelten Filmen in Bern etwa ausgeglichen. Und ohne das pathétische Westside wären die Originalversionen immer noch deutlich in Front. Doch die Tendenz ist auch in der Schweiz klar: Immer mehr grosse Hollywood-Vehikel kommen durchgehend synchronisiert in die Kinos (es wurde hier auch schon beklagt) – das Publikum wünsche das so, heisst es. Stimmt es denn tatsächlich, dass die jungen Kinogänger ihre Idole nicht mehr lieber im Original fluchen, witzereissen, flirten hören wollen? Oder ist das eine kurzsichtige Defensivstrategie der Kinobranche angesichts schwindender Umsätze? Seltsame Ironie dabei: Gerade Cinéphile werden immer öfter auf DVDs zurückgreifen, um ihre Lieblingsfilme noch im Original sehen zu können.

Bange Frage also:
Wie lange werden die Kinobetreiber und Verleiher hierzulande noch den Aufwand betreiben, die Filme speziell für die Schweiz zweisprachig zu untertiteln (das sind doch CH-Sonderanfertigungen, oder?). Zumal man die fertig synchronisierten Filme ja günstig aus dem Nachbarland beziehen könnte. Ein gewichtiger Nachteil, verglichen mit anderen kleinen Ländern wie Dänemark oder Norwegen, wo man sich diesbezüglich wohl viel weniger Sorgen zu machen braucht.

Mysterium Lynch

Benedikt Sartorius am Montag den 1. Februar 2010 um 11:34 Uhr

Gestern lief in der Cinématte anlässlich des ausgedehnten Filmzyklus über den Regisseur, Kaffeeproduzenten, Fotografen und Praktizierer der Transzendentalen Meditation David Lynch die Doku «Lynch». Allein, wer sich ein Portrait erhofft hat, welches die Geheimnisse um seine mysteriösen und traumlogischen Filmen aufklärt, wurde enttäuscht – und zusätzlich verwirrt.

David Lynch im Film «Lynch»

Der Film zeigt Lynch während den Dreharbeiten zu seinem bislang experimentellsten, weil ohne Drehbuch entstandenen Film «Inland Empire». Die alltägliche Message des Meisters zu den Mitgliedern seiner Homepage wird mitgeschnitten und der ästhetische Kettenraucher erzählt Anekdoten, die natürlich das private Leben und seinen Werdegang nicht tangieren.

Einzige wertvolle Erkenntnisse über die Arbeitsweise des aus Iowa stammenden Lynch, der seine Filme nur dank französischen Geldgebern finanzieren kann, liefern die Szenen, die ihn als Fotografen und Maler zeigen und erklären, dass sein Werk weniger vom Film als vielmehr von der bildenden Kunst beeinflusst ist. Überraschend auch, dass der brillante Web-Werker nur arbeiten kann, wenn er sich dank dem Meditieren ausgeglichen fühlt und in den «ocean of creativity» eintauchen kann.

Am Schluss des Films erhärtet sich der Verdacht, dass hier alles inszeniert ist und sich hinter dem mysteriösen Regisseur-Alias blackAndwhite der Portraitierte selber versteckt. Jedenfalls: Dieser blackAndwhite scheint ein allzu höriger Lynch-Ästhetik-Imitator zu sein, der dem brillanten Verschleierungstaktiker gehörig auf den Leim gekrochen ist.
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«Lynch» läuft noch diesen Samstag sowie am 15. Februar. «Inland Empire» gibt es dann an verschiedenen Daten ab dem 21. Februar zu sehen.

Torahstudium, Kiffen und Pop

Benedikt Sartorius am Samstag den 30. Januar 2010 um 11:50 Uhr

Bereits der sensationelle Trailer liess ein Grosswerk der Gebrüder Coen erwarten, «A Serious Man» hält nun dieses Versprechen ein – wenn der Film natürlich auch feinsinniger ausgefallen ist, als dies die Werbung mit dem Slogan «zum Totlachen» auszudrücken vermag.

Es sei das persönlichste Werk der Filmbrüder, hiess es, die in «A Serious Man» ihren jüdischen Wurzeln im Spannungsfeld zwischen Tradition, Kiffen und Popmusik nachgehen. In der Teenager-Jugend von Danny Gopnik, der kurz vor der Bar Mitzwa steht, finden sich diese Spannungen am schönsten dargestellt, während sich beim physikprofessoralen und assimilierten Vater die Schicksalsschläge mehren und ihn nahe an den Abgrund bringen.

Danny in der Schule

Aber eben: Man trägt schon Eulen nach Athen, wenn an dieser Stelle noch einmal auf die vielen unbekannten und grossen Schauspieler-Gesichter, die liebevolle Ausstattung und die urkomischen Dialoge hingewiesen wird. Lieber gehe ich gleich nochmals in diesen Film, der beim ersten Mal ansehen einige Rätsel offen lässt.

Bern liegt in Solothurn

Benedikt Sartorius am Mittwoch den 20. Januar 2010 um 10:05 Uhr

Was hier noch nicht angesprochen wurde: Morgen beginnen die Filmtage in Solothurn mit einer geballten Ladung an bernischem Filmschaffen. Da ist natürlich der Eröffnungsfilm «Zwerge sprengen» von Christof Schertenleib zu nennen, das Fussball-Portrait aus Bern-Betlehem namens «Pizza Betlehem» von Bruno Moll, aber auch der Kurzfilm «Im Seich» von Matto Kämpf. Eine Übersicht aller Berner Filme finden Sie hier.

Zwerge sprengen

Herr Kämpf ist auch mit dem Musikvideo «Sändwichbrot» im Musikclip-Wettbewerb «Sound & Stories» vertreten. In dieser Werkschau finden sich auch weitere Clips aus der hiesigen Region: Die Videos zu Hildegard lernt fliegen und «Vice»-Must Have Been Tokyo wurden von Maria Sigrist abgedreht, Bart Wasem steuerte ein Video zu den Brothertunes bei, Steve Diener drehte eines für Slam & Howie und das Video zu «Number One Kid» von Jan Mühletaler ist ebenfalls zu sehen.

Jedenfalls, gehen Sie hin nach Solothurn, auch wegen den unerreichten Beizen und Kebabs.

Traurige Gestalten

Benedikt Sartorius am Mittwoch den 13. Januar 2010 um 11:47 Uhr

In jüngster Zeit begegnen mir in meinen von mir konsumierten Medien Gestalten, die ihren eigenen Schatten gegen Geld eintauschen wie aber auch Wesen ohne Spiegelbilder.

Natürlich handelt es sich bei letzteren um Vampire. Ein sehr eigenartiges Exemplar dieser Gattung ist Blacula, gespielt von William Marshall im gleichnamigen Blaxploitation-Film aus dem Jahre 1972. Blacula, ursprünglich ein schwarzer Prinz, der gegen den Sklavenhandel ausgerechnet in Transilvanien vorsprechen wollte, wird ebendort vom Grafen Dracula gebissen und schläft den zweihundertjährigen Untoten-Schlaf in seinem Sarg, bis ihn zwei Möbelhändler nach Los Angeles transferieren, wo er denn auch als «strange dude» erwacht. Ein Kulturtransfer, der tölpelhafte weisse Polizisten präsentiert, den «Thriller»-Clip bestechend vorwegnimmt und am Schluss einen traurigen, liebeskranken Blacula zurücklässt.

William Marshall als Blacula (adi)

Auf den Horrorfilm afroamerikanischer Herkunft stiess ich dank dem Sampler «Can You Dig It? The Music and Politics of Black Action Films 1968-75», der einen Überblick über die Soundtracks dieser bewegten Filmzeit gibt. Die Wah-Wah-Gitarren aus «Shaft», die Streicher aus «Across 110th Street» baf_digipak_cov2und all die anderen besungenen «Hustlers», «Pimps», «Pushermans» und «Brothers» treten auf der üppig illustrierten Doppel-Cd aus dem honorigen Hause Souljazz auf.

Das Cover ziert im Übrigen Pam Grier, die in der «Blacula»-Fortsetzung zu sehen ist – sowie fünfundreissig Jahre später als Jackie Brown in Quentin Tarantinos Liebeserklärung an die Blaxploitation-Filme, die mit dem Aufkommen der Disco-Welle gleich wie die üppigen Labels Motown und Stax aus dem Rampenlicht verschwunden sind.



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