Blogs


Archiv für die Kategorie „Daten & Termine“

Buben versetzen Berge

Benedikt Sartorius am Freitag den 16. März 2012 um 20:11 Uhr

20120316-200522.jpg

Man war ja auch schon ein oranger Bergeversetzer, doch die Schaufelarbeit überlasse ich dann doch lieber den Buben, die derzeit vor dem Alpinen Museum eifrig am Kies schaufeln sind.

Derweil wechsle ich in die Kunsthalle zum Konzert von Stephen O’Malley. Sein Equipment sieht so aus:

20120316-201419.jpg

Museumsnacht: Los im Lichtspiel

Benedikt Sartorius am Freitag den 16. März 2012 um 16:43 Uhr

20120316-181121.jpg

Hier gehts los für unsereinen: Das neue Lichtspiel feiert im Filmhaus im Sandrain in der ehemaligen Ryff-Fabrik Eröffnung.

Noch sind nur wenige Apparaturen gezügelt, der schöne Raum im Dachgeschoss macht einen aufgeräumten Eindruck, die alte Jukebox spielt Singles und die Kinosessel, die sind, nun, so wie Kinosessel sein sollten: nämlich überaus bequem.

Kurz, ein superber Start in die zehnte Museumsnacht, fernab vom vermuteten Gedränge, das sich im Zentrum wohl zusammenbraut.

Jetzt aber erstmal die erste Filmrolle im neuen Lichtspiel. Bis dahin.

Jubilieren im Trubel

Benedikt Sartorius am Freitag den 16. März 2012 um 12:11 Uhr

Heute wird die Stadt wieder geflutet werden mit Menschen, die in die Museen stürcheln und mit Oldtimer-Bussen durch Bern cruisen*. Wem diese Menschen dann auf den Geist fallen, der bahnt sich seinen Weg am besten ins Musigbistrot zu Fauve, der letztes Jahr ein schönes Pop-Wunderkammerwerk erschaffen hat – oder jubiliert mit der Münstergass-Buchhandlung.

Diese feiert heute Abend den vierzigsten Geburtstag. Einst als «Buchhandlung für Soziologie» an der Münstergasse 41 gegründet, ist der Laden gerade in Zeiten ohne Buchpreisbindung – wie auch andere kleine Läden natürlich – zu preisen und zu unterstützen. Zumal das Sortiment – wie vor Halbjahresfrist bereits niedergeschrieben – handerlesen ist.

Zur Feier des schönen Jubiläums lesen in der Münstergass-Buchhandlung Gerhard J. Lischka, Katharina Zimmermann, Beat Sterchi, Jürgen Theobaldy, Christian Zehnder, Franz Dodel, Christoph Simon sowie Karin Sarah Ley, Michelle Steinbeck, Bettina Gugger, Lukas Maisel und Anton Meier vom schweizerischen Literaturinstitut. Und in den Pausen, so die Ankündigung, «stossen wir auf die Zukunft der Münstergass-Buchhandlung an, essen Brot und Käse und freuen uns zwischen den Buchregalen, dass wir noch nicht alles gelesen haben, was sich zu lesen lohnt.»

Ich gratuliere herzlich.
_____
*Unsereiner wird natürlich auch zu jenen gehören und auf diesem Kanal von verschiedenen Punkten aus berichten – und auch einige Inseln aufsuchen.

Jungs und ihr Bubenzeugs

Ruth Kofmel am Donnerstag den 15. März 2012 um 13:07 Uhr

Männer werden ganz unerträglich, wenn sie aus lauter gutem Willen vergessen, all dieses seltsame Bubenzeugs zu tun. Dazu gehört: Allgemeines blöd tun, unanständig sein, gross rumreden, die Eier richten, in der Nase grübeln, eins oder zwei über den Durst saufen und dann über die Folgen jammern etc. Es macht selbstverständlich auch als Frau grossen Spass, die allermeisten dieser Dinge zu tun, wie es auch für die Männer manchmal nichts Schöneres gibt, als beispielsweise im Kino los zu flennen.

Boys on Pills nehmen sich erneut diesem seltsamen Bubenzeugs an und zelebrieren zum dritten Mal auf ihrem neuen Album «Nacht» verbales Hodenkratzen. Sie tun das mit Genuss und ohne falsche Zurückhaltung. Es ist bestimmt nicht für Jedermann und Jedefrau die perfekte Musik, um nach einem anstrengenden Tag in den Schlaf zu finden, aber auf jeden Fall tip top geeignet, um neue Schimpfworte zu lernen – oder schlicht und einfach, um nicht zu vergessen, mal wieder tüchtig über die Stränge zu schlagen.

Das Album ist ab Freitag in den Läden, die Platte wird am 31. März im Dachstock getauft – und bis dahin wird immer mal wieder eines dieser Lowbudget-Videos ins Netz gehängt.

Im Barber-Shop

Benedikt Sartorius am Mittwoch den 14. März 2012 um 12:50 Uhr

Morgen am Abend möchte ich gerne diese Zeile singen: «I’m just a boy with a new haircut». Und aber auch: «And that’s a pretty nice haircut.» Und deshalb brauche ich einen Coiffeur.

Nachdem der Discounter nicht immer zur Zufriedenheit schneidet und ich sowieso nicht sonderlich Zutrauen in die Schneidezunft habe, kommt das Angebot des Kulturbüros eigentlich ziemlich gelegen. Dort steht:

«Im März gibt’s bei uns einen frischen Haarschnitt für CHF 20.00. Am Donnerstag, 08., 15. und 22.03., jeweils 13.00 – 18.00 Uhr.
Anmeldung: Im Laden oder 031 312 32 72, nur während den Öffnungszeiten.»

Gut, mein Zeitplan ist leicht zu sportlich gesetzt – und so singe ich wohl auch morgen Abend das berühmte Lied des Teufelshaarschnitts.

Kulturbeutel 11/12

Ruth Kofmel am Montag den 12. März 2012 um 06:00 Uhr

Kofmel empfiehlt: 
Musikalische Entdeckungen sind in Bern immer noch möglich, diesen Freitag beispielsweise im Rössli. F. Stokes macht Rapmusik, die gleich bei der ersten Hörprobe gwunderig auf mehr macht. Für Tanzinteressierte bietet sich noch die Dampfzentrale an, dort zeigen die Gewinner des letztjährigen Tanzpreises, die Compagnie 7273 am Samstag und Sonntag ihr Stück «Nil».

Herr Sartorius empfiehlt:
Das Duo Prinzhorn Dance School spielt am Mittwoch im Rössli ihren minimalistischen Post-Punk-No-Wave, der einst fröhlicher war, und nun die desillusionierte Gegenwartsstimmung ziemlich gut einfängt. Einen Tag vorher ist der Beat- und Produzentenguru Gaslamp Killer zu Gast im Bad Bonn, der nach seinem Zusammenspiel mit Gonjasufi vor eineinhalb Jahren wieder im Senslerland Halt macht. Dann aber auch: Stephen O’Malley, bekannt als SunnO)))-Soundmönch, gibt sich in der Kunsthalle die Ehre – mitten in der Museumsnacht. Das freut.

Frau Feuz empfiehlt:
Gehen Sie am Mittwoch in die Turnhalle zu Fitzgerald & Rimini. Die beiden (um die Swinging Slaves an Schlagzeug und Gitarre erweitert) zeigen ihr neues Programm «Vogelschau», welches bizarre Erzählungen beinhaltet, die mit Dias, Video-8-Filmen und Musik illustriert bzw. untermalt werden. Am Samstag statten Sie dann den Pussywarmers im Kairo einen Besuch ab. Diese bieten eine Mischung aus Trash-Variété und Garage Gipsy.

Frau Kretz empfiehlt:
Die wahrscheinlich intellektuellste Berner Theatergruppe Schauplatz International wagt sich an ein Kinderstück! «Der Spielplatz» ist ab Donnerstag im Schlachthaus zu sehen und wird ab 5 Jahren empfohlen. Darin geht’s ums Spielen, was die Gruppe ja schon lange gut macht.

Fischer empfiehlt:
Zweimal grosses Kino im Kunstmuseum: am Dienstag einen Ausflug mit launischem Personal nach Manhattan, und heute abend (und am Sonntag) Kurt Frühs Dällebach Kari – für alle, die sehen möchten, wie man sich das Berner Original vor 40 Jahren auf der Leinwand vorgestellt hat.

Bad-Bonn-Kilbi-Zeit

Benedikt Sartorius am Mittwoch den 7. März 2012 um 10:31 Uhr

Bald steht die Bad Bonn Kilbi wieder an und damit traditionell drei der schönsten Tage des Jahres. Das Motto lautet dieses Mal – frei nach einem Bonmot eines Festivalgastes: «Unkommerzionell und geldgierig».

Nachdem ein Leak mit den Festivalnamen bereits seit Samstag im Netz herumschwirrt, wird nun in diesen Minuten im Düdinger Where-The-Hell-Is-Bad-Bonn-Club-Haus auch offiziell das Programm bekanntgegeben.

47 Namen zieren die Affiche für das Festival im Senslerland, das vom 31. Mai bis am 2. Juni 33. Mai die schöne Bandbreite des mehr oder weniger ungebundenen und weltweiten Popschaffens abdeckt. Trotz der immer anwachsenden Gagenforderungen von einigen Lieblingsbands, die nun halt nicht in den Genuss eines Kilbi-Auftritts kommen, ist Daniel «Duex» Fontana wiederum ein wunderbares Line-Up gelungen.

Hier eine Auswahl der persönlich besonders erwarteten Konzerten:

(weiterlesen…)

Kunst-Mobiliar

Roland Fischer am Mittwoch den 7. März 2012 um 05:32 Uhr

Eine weitere Folge in unserer losen Reihe seltsamer Kunstorte in Bern. Heute die Mobiliar-Kantine.

Gestern war Vernissage der hauptsächlich aus den Beständen der hauseigenen Kunstsammlung alimentierten Ausstellung «UrbanNature», bei der es irgendwie, Überraschung, um Stadt und Land geht. Man könnte sich nun ein paar Gedanken zur Eitelkeit von Sammlungskuratoren machen, die mit den Kollegen in den Museen wetteifern und die ihnen anvertraute Kunst nicht als Deko oder als Geldanlage betrachten wollen, sondern als gesellschaftsdiskursives Feld (oder so).

Mann kann aber auch durch die seltsamen Räumlichkeiten spazieren und schauen was passiert, wenn sich (gute) Kunst irgendwie ein wenig verloren fühlt, nicht so schön aufgehoben wie in geweissten Museumssälen. Manchen Werken tut das gut, andere wirken furchtbar fehl am Platz. Aber auch das ist vielleicht gar nicht das Dümmste, was ihnen zur Abwechslung mal passieren kann.

Roman Signer, «Fass mit Trichter»; Sylvie Fleury, «Miracle»

 

__________________
Die Ausstellung in der Nähe des Hirschengrabens ist noch bis 4. Mai an Wochentagen zu sehen und wartet mit interessanten Öffnungszeiten für Frühaufsteher auf: jeweils schon ab 7, bis 18 Uhr.

Krachts «Imperium»

Benedikt Sartorius am Dienstag den 6. März 2012 um 06:20 Uhr

Endlich fertig gelesen: Christian Krachts «Imperium», das im Nachgang zum «Spiegel»-Artikel, der dem Berner Autor (prä)faschistoide Züge zugeschrieben hat, bereits bis zur Erschöpfung abgeklopft wurde. (Eine Sammlung der Debatten-Beiträge finden sich in diesem Kokosnuss-Beitrag der «Zeit» und auch im «Magazin»-Blog.)

Wie immer bei Kracht, prangt auch sein neuester Roman mit ekelnder Dekadenz: Dieses Mal ist es allerdings nicht das Yuppie-Tum wie in «Faserland» oder die apokalyptische Schweiz in «Ich werde hier sein im Sonnenlicht und im Schatten», sondern die morbide Südsee-Kolonialwelt eingangs des zwanzigsten Jahrhunderts. Und natürlich ist dieses Feld, das Kracht mit romantisierendem «Champagnerton» besetzt, Minenzersetzt – zumal der Erzähler vorausblickt auf den Nationalsozialismus und Parallelen zwischen seinem Romanhelden – dem Nudisten, Reformmenschen und Kokovaoren August Engelhardt – und Hitler zieht.

So fröstelt man beim Lesen dieses Südseeromans wie bereits bei Krachts früheren Werken immer wieder: Das zelebrierende Lustspiel mit dem Abscheulichen und dem Niedergang beherrscht der allmächtige und superästhetisierende Erzähler wunderbar – und lässt «unseren Freund» Engelhardt langsam ins Messer seiner Visionen laufen.

Die Debatte um diesen an sich typischen Kracht wird indes weitergehen – dank der Lesung morgen in Zürich sowie einem neuen Krach-Strang: Dieses Mal geht es um einen Plagiatsvorwurf.

Kulturbeutel 10/12

Benedikt Sartorius am Montag den 5. März 2012 um 06:19 Uhr

Herr Sartorius empfiehlt:
Klassische Neue Musik zu entdecken – und zwar vom Donnerstag bis am Sonntag in der Dampfzentrale. Dort findet das Minifestival Lange Musik statt, das dieses Jahr dem amerikanischen Komponisten Morton Feldman gewidmet ist, und unter anderem die Welturaufführung «Makrokosmos» aus der Feder von Nik Bärtsch präsentiert. Auch für FreundInnen der klassischen Musik: Lambchop spielen wieder auf – und stellen am Sonntag im Fri-Son ihr sehr schönes neues Album «Mr. M» vor.

Frau Feuz empfiehlt:
Einmal mehr haben Sie am Donnerstag die musikalische Qual der Wahl. Im ISC stellen die grandiosen Instrumental-Progressiv-Rocker von Leech ihr neues Album vor, im Bierhübeli hauen die charmanten Kaizers Orchestra auf Ölfässer und im Rössli feiern die Aeronauten ihr 20-jähriges Bestehen mit neuem Album. Freitag und Samstag kommen Sie dann selbstverständlich zu uns ans RaBe-Fest in die Reitschule. Das ganze Programm gibt’s hier zu finden.