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Archiv für die Kategorie „Daten & Termine“

Kulturbeutel 52/11

Benedikt Sartorius am Dienstag den 27. Dezember 2011 um 06:37 Uhr

Herr Sartorius empfiehlt:
Silvestern – beispielsweise im Café Mokka mit Mitternachtsfeuerwerk und My Heart Belongs To Cecilia Winter mit Konfettikanonen. Oder in der Dampfzentrale mit dem Doppeltheatercomixabend mit «Miss Monster» und «Popeye’s godda Blues» und anschliessenden DJs. Oder in den Kinos mit den unverwüstlichen Klassikern «Ladykillers» in der Cinématte oder «The Party» im Kino Kunstmuseum.

Frau Feuz empfiehlt:
Statten Sie diese Woche unbedingt dem Sous Soul noch einen Besuch ab, denn auf Ende Jahr schliesst der sympathische Club bis auf weiteres seine Pforten. Elektronisch versierte Leute tun dies am Dienstag und zwar zu den Klängen der DJs Vigneron, Ferris Le Bleu und Dave Canina, Sufludis schauen am Mittwoch oder Donnerstag bei den Tequila Boys vorbei und alle anderen pilgern am Freitag zur definitiv letzten Runde, wobei die DJs Ramax, Captain Zissou, Boba Fett, Diferenz u.v.a. für Musik ab Konserve sorgen werden. Adieu Sous Soul, es war schön mit dir!

Fischer empfiehlt:
Mehr Silvestern, in den Berner Theatern: Im Schlachthaus mit einem programmgemässen Spezial-Dacapo zur Balkanmusik-Vorstellung (es spielt das Molotow Brass Orkestar), in den Vidmarhallen mit einem mindestens dreispartigen Programm oder in der Capella mit den Unkummerbuben Tomazobi.

Frau Kretz empfiehlt:
Zweimal Spass mit lokalen Helden zum Jahresabschluss bei bee-flat, nämlich an Pedro Lenz’ Lesung von «Der Goalie bin ig» mit Musik von Christian Brantschen am Mittwoch oder beim Silvester-Warmlaufen mit Filewile am Freitag.

Geschenkbeutel 2011

Roland Fischer am Mittwoch den 21. Dezember 2011 um 06:03 Uhr

Fischer schenkt:
Die Küche von Stefan Wiesner, dem Hexer aus dem Emmental. Verschenken kann man die ausserordentlichen Geschmacksausflüge zwischen Experiment und Bodenstand auf verschiedenste Weise. Zunächst einmal als Buch: Eben neu erschienen ist der Prachtband voller Rezepte aus Wiesners Küche. Der Clou des Buchs ist aber der Anhang. Da gibt es nämlich so etwas wie ein Pimp-my-Betty-Bossi-Instrumentarium. Dank dem Lexikon der Geschmacksfamilien und vor allem der Modifikateur-Tabelle lässt sich jedes Alltagsrezept im Nu und mit dem Segen des Gourmetkochs aufpeppen. Weniger theoretisch wird man im Geschenkshop der Drogerie Giger drogi fündig. Oder man schenkt einen höchstselbstigen Ausflug in das Gasthaus in Escholzmatt.

Herr Sartorius schenkt:
Kein Spotify-Abo, denn das kommt nur der Industrie zu Gute, sondern eine liebevoll editierte Platte wie die LP «Herzschlag Erde / Verdunkelt die Sinne» der Welttraumforscher, ein LP-Set wie das vom Jeff Mangums Neutral Milk Hotel – oder für die handlicheren meinetwegen auch eine CD, wie, sagen wir mal, «Parallax» von Atlas Sound. Natürlich geht aber nichts über Kassetten, genau, MCs. So empfiehlt sich für Freunde der Band Of Montreal der Griff zur grossartig verzierten Holzkiste, die das schillernd-psychedelische und am Schluss mir nach zu überspitztes Gesamtwerk beinhaltet. Jedenfalls: Grossartig!

Kofmel schenkt:
Otfried Preussler, elegant im Schuber. Darin enthalten: Die kleine Hexe, das kleine Gespenst und der kleine Wassermann. Die Grundausstattung für beginnenden Lesehunger.

Frau Feuz schenkt:
Ein Abonnement fürs P.M. Magazin. Das populärwissenschaftliche Magazin bietet verschiedenste Artikel aus dem Bereich Wissenschaft, Natur, Forschung, Technologie und Gesellschaft, ist manchmal in höchstem Grad absurd, dabei leicht verdaulich, somit primatipptoppe WC-Lektüre und sorgt auch immer wieder für ungläubiges Staunen und (wohl ungewollte) Lacher.

Frau Kretz schenkt:
Endlich wieder mal ein selbstgemachtes Fotoalbum vom gemeinsamen Urlaub oder andern erinnerungswürdigen Momenten (vom neues Bébé, der Jassrunde oder diesem lustigem Nachmittag Murten), weil auch Hipstamatic-Föteli ausgedruckt nämlich viel schöner sind als bloss auf Flickr geschmissen. Schöne Alben und Stifte zum verzieren gibts zum Beispiel bei Bookbinders Design am Theaterplatz. Fotos drucken Sie beim Fotogeschäft ihres Vertrauens aus.

Bern liegt wiedermal in Solothurn

Benedikt Sartorius am Dienstag den 20. Dezember 2011 um 06:08 Uhr

Das Programm der Solothurner Filmtage ist bekannt – und auch unter neuer Leitung ist das Berner Filmschaffen sehr präsent. In der Trailergalerie findet sich eine wahrscheinlich unvollständige Übersicht über die programmierten Werke und man bittet herzlich um nachsichtige Nachträge im Kommentarfeld. Film(e) ab:

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Die 47. Solothurner Filmtage finden vom 19. bis 26. Januar statt.

Kulturbeutel 51/11

Roland Fischer am Montag den 19. Dezember 2011 um 06:09 Uhr

Fischer empfiehlt:
Den zuweilen etwas knorrig aufgelegten Gianmaria Testa in der Turnhalle am Mittwoch. Der Cantautore mag es nicht besonders, wenn das Publikum seine Lieder zerschwatzt – verständlich, die leisen Geschichten lohnen genaueres Zuhören. Oft trägt Testa sie solo vor, nun kommt er mit Band, das wird den zerbrechlichen Lied-Schönheiten gut tun.

Frau Feuz empfiehlt:
Am Donnerstag haben Sie einmal mehr die Qual der Wahl: Entweder gehen Lotto spielen mit dem Bewegungsmelder im Kornhausforum (moderiert vom one and only Dominik Deville) oder aber Sie gehen an die Plattentaufe des Berner Elektro-Trash Duos  Copy & Paste im Rössli. Wer’s lieber weniger trashig und wild mag und mit Karten umzugehen weiss, der soll doch am Donnerstag ins Kairo ans Einzelschieber-Jassturnier. Am Freitag tritt im ISC dann die Schweizer Version des legendären Rat-Packs auf.

Kofmel empfiehlt: 
Dem Sous Soul noch Ade sagen, zum Beispiel am Freitag an der Play More Jazz Sause.  Garantiert gute Tanzmusik, weil unter den Fittichen der Labelmacher und Veranstalter von Bonzzaj.

Herr Sartorius empfiehlt:
Zu den Festtagen hin in die warmen, alternativen Lichtspielhäuser der Stadt: Beispielsweise heute in die Cinématte zum neuen Sigur-Rós-Film «Inni», immer noch zu Miranda Julys «The Future» im Kino Kunstmuseum, oder ins Lichtspiel, wo heute Sidney Lumets «Murder on the Orient Express» und am Mittwoch Tarkowskijs «Solaris» gezeigt werden.

Miranda July sagt Hello to Bern

Roland Fischer am Mittwoch den 14. Dezember 2011 um 12:19 Uhr

Seit diesem Monat hat das Kino Kunstmuseum bekanntlich einen neuen Chef und zeigt neu auch Premierenfilme. Noch bis nächsten Mittwoch läuft täglich «The Future», der neue Film der zauberhaften Filmerin/Autorin/Multitalentin Miranda July. Darüber (und über die neue Leitung) hat sich July so gefreut, dass sie gleich eine Videobotschaft geschickt hat.

Als Dankeschön zurück zeigt das Kino Kunstmuseum von Donnerstag bis Samstag auch Julys letzten Film, den wunderbaren «Me And You And Everyone We Know».

Damit könnt ihr mich jagen!

Ruth Kofmel am Montag den 12. Dezember 2011 um 12:48 Uhr

Sie machen durchaus ganz schreckliche Musik, die zwei. Die knalligsten Elektrosounds, zusammen mit mehr oder weniger sinnentleerten, aber auf jeden Fall arg repetitiven Texten, mit einer durch alle möglichen und unmöglichen Effektem veränderten Stimme vorgetragen oder geschrien – das sind Copy & Paste.

Schon zum dritten Mal haben sie in den schillernsten Disco-Beats gewühlt, die momentanen Dancefloor-Hits auf die Spitze getrieben und lassen den Ohren keine Sekunde Zeit, sich vom bolzengeraden Gewummere zu erholen. «Faire du bruit» heisst die neue Scheibe des Duos und wenn man ihnen seit Anfang immer mal wieder zugehört hat, freut man sich über die steile Entwicklung, die die zwei da hinlegen.

Sie werden immer besser und können mittlerweile mit den grossen Zugpferdchen in diesem Elektroclash-Zirkus locker mithalten. Der Sound ist so präzise und dicht, dass man mich zwar was den Stil anbelangt immer noch damit jagen kann, aber live würde mein linkes Knie definitiv den Verräter spielen und mittwippen wie blöd.

Ab an die Plattentaufe also und dem linken Knie die Herrschaft übergeben.

Kulturbeutel 50/11

Gisela Feuz am Montag den 12. Dezember 2011 um 05:07 Uhr

Frau Feuz empfiehlt:
Urlaub in Polen sind auf Abschiedstournee und entsprechend sollten Sie es nicht verpassen, dem charmanten Noise-Pop-Duo aus Köln am Donnerstag im ISC die letzte Ehre zu erweisen. Und wieso unternehmen Sie nicht mal einen Ausflug nach Belp? Dort stellt  nämlich die Berner Grafikerin Pedä Siegrist in der Galerie Piste 14 bis am 13. Januar ihre Bilder aus.

Kofmel empfiehlt:
Am Freitag wieder einmal an einer Patchworknacht teilnehmen. Diesmal tanzt man zu Detroit, House und Boogie – der zeitgenössischen Disco-Musik also. Mit den Schwergewichten I:CUBEund DEGO stehen zwei vielseitige Musikschaffende hinter den Plattentellern.

Herr Sartorius empfiehlt:
«Awkward Human»
am Mittwoch, Freitag und Samstag im Schlachthaus – mit Phil Hayes, der mich damals an der Wunschmaschine schön beraten hat. Am Mittwoch empfiehlt sich vorgängig auch ein Besuch am Nachtbazaar im Café Kairo, wo es gemäss Herrn JimBobIII «Damenunterhosen UND Bücher» gibt.

Frau Kretz empfiehlt:
«Nico’s Love» von Mittwoch bis Samstag im Tojo: Leute, die dieses Stück, das die Grenzen zwischen Realität und Fiktion stark verwischt, in Luzern gesehen haben, haben geschwärmt, es sei ein ganz sonderbares und spannendes Erlebnis. Und am Donnerstag gehen wir alle gleich nochmals ins Kairo zu den formidablen Fitzgerald & Rimini!

Fischer empfiehlt:
Drei wagemutige Abende mit Klavier- und Sprachimprovisationen im Raum an der Militärstrasse. Am Dienstag Buchvernissage des Endlosdichters Franz Dodel («Nicht bei Trost. Carmen Infinitum»), mit Katharina Weber am Klavier. Und am Freitag eine ausweglose «two way street», mit Ntando Cele, Performance und Gesang, und Raphael Urweider, Klavier.

Raubtierponys in der Kirche

Grazia Pergoletti am Sonntag den 11. Dezember 2011 um 21:46 Uhr

Schallplatten, CD’s, Plakate, T-Shirts, Pullover, Taschen, Aufnäher, Sticker und aber auch Schlüsselanhänger aus Holz in Sargform, Design-Plektren, Occassion-Sexfilme, Rüschen-Unterröcke und schicke Vinyl-Früchteschalen – kurz und gut, alles, was man so zum leben braucht, oder anderen schenken möchte, damit ihr Leben endlich Sinn erhält, das gab es heute zu kaufen beim Voodoorhythm-Lagerverkauf. Und auch ein Herr Gnos braucht noch ein paar Geschenke, wie es scheint.

Kaffee, Prosecco, Canapées
und jede menge netter Leute waren auch zugegen. Und kleine Konzertchen trugen das ihre zur adventischen Stimmung in der Kirche von Reverend Beatman bei, zum Beispiel von den reitenden, äh, reizenden Frozen Ponys, neu im Raubtierlook.

Kulturbeutel 49/11

Gisela Feuz am Montag den 5. Dezember 2011 um 05:02 Uhr

Frau Feuz empfiehlt:
Am Mittwoch haben Sie die Qual der Wahl: Entweder Sie gehen zu Dog Almond beschwingt elektro-soulen in den Progr oder aber ins Kairo zu einer weiteren Folge  von Worst Case Szenarios. Cathrin Störmer und Andreas Storm lesen schlechte Gedichte, Prosa oder Romane von schreibenden Politikern.

Herr Sartorius empfiehlt:
Die Osteuropafantasien von A Hawk and a Hacksaw am Donnerstag im Dachstock, ohne die Zach Condon alias Beirut wohl anders tönen würde. Das Duo Jeremy Barnes und Heather Trost vertonen den mir noch unbekannten sowjetischen Filmklassiker «Feuerpferde» (eventuell bekannter als «Shadows of Forgotten Ancestors») konzertant. Für Auswärtsreisende empfiehlt sich am Wochenende natürlich die Kilbi im Zürcher Exil.

Kofmel empfiehlt:
Das Nachfolgeprogramm zur live-vertonten Filmvorführung des Rosenkavaliers im Stadttheater. Im Kino Lichtspiel wird vom selben Regisseur (Robert Wiene) «Das Kabinett des Dr. Caligari» gezeigt, der als Meilenstein der Filmgeschichte gilt.

Fischer empfiehlt:
Ein Wiedersehen mit O’Horten in der Cinématte. Heute, Freitag und Samstag lässt sich einer der zauberhaftesten nördlich-lakonischen Filme der letzten Jahre nachholen.

Kulturbeutel 48/11

Ruth Kofmel am Montag den 28. November 2011 um 05:35 Uhr

Kofmel empfiehlt:
Für das Kollektiv White Horse in die Dampfzentrale spazieren und gespannt sein, was sie unter dem Titel «Groupies» zu zeigen haben. Für cleveren jiddischen Rap sozusagen geht es am Mittwoch in die Turnhalle ans Bee-Flat-Konzert von Socalled.

Pauli empfiehlt:
Das geht an die Knochen – und dies schon zum 14. Mal. Bone 14, das Festival für Aktionskunst, bringt radikale Aktionskunst ins beschauliche Bern. Zum Beispiel 300 Schafe und ein Schäfer. Ab Dienstag bis Sonntag.

Frau Kretz empfiehlt:
Tittanic, die zehnte am Sonntag im Tojo. Jede Tittanic-Ausgabe ist speziell, aber diese ist speziell speziell! Es liest und erläutert die Philosophin Carola Meier-Seethaler (Jahrgang: 1927), es musiziert am Klavier Frau Ka Moser (Jahrgang: 1937).

Fischer empfiehlt:
Den Soundverhaspler Socalled am Mittwoch in der Turnhalle. Der Kanadier spielt Elektronik so live wie kaum ein anderer. Und bringt dem Klezmer ganz nebenbei den Hiphop bei (oder umgekehrt).

Herr Sartorius empfiehlt:
Heute Abend die Lesung mit dem Nonkonformisten Alex Gfeller im Café Kairo, morgen Dienstag im Stauffacher die Lesung und das Gespräch zum und mit dem Phänomen Yello, am Mittwochabend die nicht nur Ja, Panik-empfohlenen Low im Fri-Son und schliesslich der Wüsten-Touareg-Blues von Tamikrest am Sonntag in der Turnhalle.