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Archiv für die Kategorie „Daten & Termine“

Freizeitvergnügen

Nicolette Kretz am Donnerstag den 12. April 2012 um 06:00 Uhr

Auch Nr. 4 dieser äusserst erfolgreichen Startrampe-Staffel macht grossen Spass. Michael Steiner, Andy Tobler und Kathrin Veith zeigen mit «Neue Hobbys braucht das Land» eine sehr gelungene Mischung zwischen Recherche zum Thema Freizeit (mit dem obligaten Wikipedia-Wissen und ein bisschen Philosophie) und eigenem Zugang mit vielen charmanten Einfällen.

Wir erfahren, dass die Freizeitsoziologie die Zeit eines Menschen in drei Abschnitte teilt: die Determinations- (Arbeit, Schule), Dispositions- (zur freien Verfügung) und Obligationszeit (Schlafen, Essen, Steuererklärung, Vereinstätigkeiten…). Während des Stückes befinden wir uns somit in der Obligationszeit, denn es handelt sich hier um die zweite Vollversammlung des Vereins «Neue Hobbys braucht das Land». Doch um viel mehr als den Verein selbst geht es in dieser Versammlung nicht: Begrüssung, Statutenverlesung, Wahlen, Verabschiedung. Ein Verein zum Selbstzweck. Das perfekte Hobby? Daneben erfahren wir aber jede Menge über die Entwicklung der Freizeit und die Entstehung des Konzeptes Hobby, dass Freizeit und Freiheit ja meistens nicht Hand in Hand gehen und dass zu viel Hobby tödlich sein kann, wie bei der Saunaweltmeisterschaft 2010.

Der Abend wird vor allem durch sein unbedarftes Assoziieren innerhalb des Themenfeldes spannend und immer wieder sehr lustig und erhält durch eine unforcierte Spielweise, irgendwo zwischen authentisch und Figur, die nötige Dringlichkeit. Macht definitiv Lust auf mehr von diesem Team!

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Noch bis und mit Samstag im Schlachthaus Keller.

«Hoch! Hoch!» (3) – Hoch und heilig

Nicolette Kretz am Montag den 9. April 2012 um 14:46 Uhr

Das KSB-Stadtplanungsbüro nahm am heiligen Wochenende einen passenden Auftrag entgegen. Im Sommer soll ja sowohl die Café-Bar Turnhalle wie auch der Hofbereich des Progrs saniert bzw. umgebaut werden. Dabei empfehlen wir, die rechte Hofseite an eine zahlungskräftige ausländische Institution zu vermieten um die Ateliermietpreise weiterhin tief zu halten. Noch zu verhandeln ist, ob auf der linken Hofseite weiterhin Alkohol und Kaffee ausgeschenkt werden dürfen.

Kulturbeutel 15/12

Gisela Feuz am Montag den 9. April 2012 um 05:03 Uhr

Frau Feuz empfiehlt:
Gehen Sie am Donnerstag mit Bumshankar deren neue Platte «Gurushopping» taufen im Rössli der Reitschule. Geboten wird ein wilder Mix aus Breakbeats, Reggae, Dub und Rock. Am Sonntag empfiehlt sich dann ein Besuch im ISC. Dort spielen die Strange Boys aus dem staubigen Austin in Texas 60er Jahre inspirierten Garagenrock mit einem Schuss Punk und Blues.

Fischer empfiehlt:
Für alle, die sich an die musikalischen Einbrecher erinnern, die nichts klauen, aber allerlei Haushaltgegenstände zweckentfremden: Nun gibt es den Youtube-Klassiker als abendfüllenden Spielfilm. Sound of Noise läuft ab Freitag in der Cinématte.

Frau Kretz empfiehlt:
«Nico’s Love on Stage» von Grenzgänger ab Dienstag im Tojo: Die Luzerner Aufführungen letztes Jahr, die allerdings jeweils 25 Stunden dauerten, sorgten für ziemliches Aufsehen, da hier ziemlich wild mit Realität und Fiktion umgegangen wird und das Publikum sich kaum bloss zurückgelehnt unterhalten lassen kann. Oder aber «Neue Hobbys braucht das Land», das Startrampen-Projekt von Michael Steiner und Andy Tobler (ab Mittwoch), das dem Publikum verspricht, ihm beim Suchen eines neuen Hobbys behilflich zu sein. Und letztlich sollte der Besuch von Max Goldt in La Cappella am Samstag natürlich unter keinen Umständen verpasst werden!

Herr Sartorius empfiehlt:
Shara Worden versteckt sich hinter dem Alias My Brightest Diamond und durchforscht die kammermusikalischen Seiten der Popmusik. Empfohlen von Sufjan Stevens, gastiert die ausgebildete Opernsängerin am Sonntag im Bad Bonn.

Kulturbeutel 14/12

Ruth Kofmel am Montag den 2. April 2012 um 05:09 Uhr

Kofmel empfiehlt:
Sich ausführlich vorlesen lassen: Am Dienstag von Endo Anaconda aus seinem neuen Buch «Walterfahren» im Zentrum Paul Klee. Am Tag darauf, am selben Ort von Milena Moser ebenfalls aus ihrem neuen Buch «Montagsmenschen» und weil es doch ein Stückchen Weg ist von der Stadt nach da draussen, übernachtet man wohl am besten im Klee. Am Donnerstag bleibt man dann in der Stadt und geht im Ono dem Pedro Lenz zuhören, der aus seinem nicht mehr neuen Buch «Der Goalie bin ig» vorliest, musikalisch begleitet von Christian Brantschen. 

Frau Kretz empfiehlt:
Schlechte Musik am Donnerstag im Kairo in der 10. Folge der Worst Case Szenarios zum Thema… eben: schlechte Musik. Oder gute Musik von Heidi Happy und Gus McGregor am selben Abend in La Cappella.

Herr Sartorius empfiehlt:
Konono No 1 im Karfreitags Mokka zu Thun. Denn dieser verzerrte Daumenklavier-Sound muss gehört und betanzt werden.

Fischer empfiehlt:
Robert Frank im Kino Kunstmuseum. Ab Donnerstag gibt es verschiedene Kurzfilmprogramme und den vertrackt-aufschlussreichen Me and My Brother zu sehen. Ein grosser Fotograf ist da auch als grosser Filmemacher zu entdecken.

Fragezeichen: Dornröschen-Bar

Roland Fischer am Mittwoch den 28. März 2012 um 05:00 Uhr

«Und dieser Schlaf verbreitete sich über das ganze Schloß, der König und die Königin, die eben heimgekommen waren und in den Saal getreten waren, fingen an einzuschlafen und der ganze Hofstaat mit ihnen. Da schliefen auch die Pferde im Stall, die Hunde im Hof, die Tauben auf dem Dache, die Fliegen an der Wand, ja, das Feuer, das auf dem Herde flackerte, ward still und schlief ein, und der Braten hörte auf zu brutzeln, und der Koch, der den Küchenjungen, weil er etwas versehen hatte, an den Haaren ziehen wollte, ließ ihn los und schlief. Und der Wind legte sich, und auf den Bäumen vor dem Schloß regte sich kein Blättchen mehr.»

Gut, ganz so wie im Märchen geht es in Bern ja noch nicht zu, trotz allem. Aber zuweilen wundert man sich schon, wie Bars an bester Lage einfach so vor sich hindämmern können. Dieses namenlose Exemplar vis-à-vis vom Les Amis sieht von aussen eigentlich immer so aus, als wäre es gestern noch offen gewesen oder würde morgen wieder aufmachen. Einmal stapelten sich auch Stühle unter der Laube. Aber ansonsten passiert da – gar nichts. Oder? War jemand da schon mal drin?

Kulturbeutel 13/12

Gisela Feuz am Montag den 26. März 2012 um 05:02 Uhr

Frau Feuz empfiehlt:
am Dienstag die einzige Schweizer Show (ausser M4 Music) von Rocky Votolato im ISC. Mit wunderbar rauer Sandpapierstimme trägt der ehemalige Punk-Frontmann seine schön traurigen Songperlen und akustischer Gitarre vor. Gleich weiter mit dunklem Stimm-Timbre geht’s am Mittwoch dann in der Turnhalle vom Progr. Dort stellt Ex-Dead Brothers-Schatzi Pierre Omer zusammen mit der Stewarts Garage Conspiracy Crew seinen neusten Streich vor, was so viel bedeutet wie wunderbar dreckige Roadsongs, irgendwo zwischen Blues, Jazz, Gipsy-Swing, Folk und Surf. Und am Donnerstag gehen Sie dann ins Rössli, um mit dem Berner Garagen-Trio The Jackets auf deren neues Album anzustossen.

Kofmel empfiehlt:
Am Samstag im Dachstock den Boys on Pills zuhören beim laut sowie unverblümt Nachdenken über soziale Umstände, Rückschläge im Leben und in der Liebe und der grossen Lust am Eskapismus. Für konstant Sommersehnsüchtige empfiehlt sich Céu – DIE brasilianische Sängerin der Stunde. Zu hören und zu sehen ist sie am Sonntag im Progr.

Herr Sartorius empfiehlt:
Ein letztes Mal «Abghenkt» in Bern: Stahlberger und Band am Freitag im ISC, bevor dann sein Solo-Programm angesagt ist.

Fischer empfiehlt:
Für alle, denen es dann auch mal reicht mit der Sonne: das Sonohr Hörfestival am Samstag und Sonntag im Theater am Käfigturm. Abtauchen zu zwei Tagen Hörspielen, Features und Reportagen aus der Deutschschweiz – wobei man besonders gespannt sein darf auf das Live-Hörspiel nach Gogols «Nase».

Dominik Dachs und Niki Tiki

Gisela Feuz am Mittwoch den 21. März 2012 um 10:43 Uhr

Hatten Sie heute Morgen auch einen Nostalgieschub, als Sie die Zeitung gelesen haben? Die Schreiberin jedenfalls schon. Ausserdem fand sie sich eine Minuten später vor dem Fernsehgerät wieder, um dieses so zu programmieren, dass es heute Abend das «Guetnachtgschichtli» aufnimmt und ich fress höchstpersönlich einen Besen (und zwar horizontal), wenn ich die einzige Mitdreissigerin bin, welche in den kommenden Wochen keine Folge der Gutenachtgeschichte verpassen wird.

Dominki Dachs, sein Freund Niki Tiki, Vagabunden-Otto, der Rote Tom und seine Katzenpiraten sind zurück! Niki Tiki mocht ich immer am meisten, weil er ein furchtbares Plappermaul ist. Und von den ganzen anderen Geschichten, an die ich mich noch erinnern kann, ist er über die Jahre immer mein Held geblieben. Weder der unsägliche Doktor Snuggles mit seinem Hüpfstab, noch die putzigen Waldputzer oder die etwas mysteriösen Mumins mochten ihm das Wasser reichen.

Ob die Kinder von heute noch Gefallen an der 18-teiligen Marionetten-Produktion finden, weiss ich nicht. Ein Freund von mir, der mit zwei schnusigen Nachfolgern gesegnet ist, meinte einst: «Also Nils Holgerson finden die langweilig.» Wie kann man Nils Holgerson langweilig finden?! (Wissen Sie noch, wie der Hamster hiess?) Es kann gut sein, dass für die heutigen Digital Natives Dominik Dachs völlig antiquiert ist und zu wenig Action bietet. Mir so was von wurscht. Ich jedenfalls bin am heutigen Tag ganz froh, hab ich keine Goofen, die während dem «Guetnachtgschichtli» ständig reinreden und doofe Fragen stellen, wie ich vor 30 Jahren.

Dominik Dachs wird ab heute immer werktags um 17:30h auf SF1 ausgestrahlt.

Künftige Erinnerungen

Benedikt Sartorius am Dienstag den 20. März 2012 um 06:10 Uhr

Vor dem konzertanten Festivalsommer steht der theatrale Festivalspätfrühling an – mit dem AUAWIRLEBEN. Das zeitgenössische Theatertreffen findet heuer bereits zum dreissigsten Mal statt und präsentiert dieses Jahr unter dem Motto «Future Memories» 15 Produktionen und drei Konzerte.

«Wie wird man sich an uns erinnern?» fragt das Programmheft, und aber auch: «In welcher Zukunft leben wir?» Nun, auf das Programm bezogen, wird sich Bern nach der Festivaleröffnung mit «Sul concetto di volto nel Figlio di Dio» allenfalls über einen Theaterskandal aufhalten, bei «The Quiet Volume» werde ich in den erinnerungsbeladenen Lesesaal der Uni-Bibliothek zurückkehren, es gibt ein Stück von Kindern, eine Produktion über den besten Sex des Lebens, das Theater Hora ist zu Gast – und aber auch PeterLicht: Der anonyme Herr präsentiert sowohl seine Lieder wider den Kapitalismus direkt vom Sonnendeck wie auch sein Stück «Die Geschichte meiner Einschätzung am Anfang des dritten Jahrtausends».

Aber schliesslich suchen wir in Wahrheit Zeit, um auf Parties rumzustehen: Jedenfalls besagt das die Zukunft, und so wird es auch sein, bei der Schlusssause am 12. Mai. Schöne Aussichten.
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AUAWIRLEBEN findet vom 2. bis 13. Mai statt.

Kulturbeutel 12/12

Ruth Kofmel am Montag den 19. März 2012 um 05:45 Uhr

Kofmel empfiehlt:
falls Sie den letzten Film von Aki Kaurismäki «Le Havre» im Kino verpasst haben, dann gehen Sie ins Kino in der Reitschule und sind damit auch beim Abschluss des Zyklus «Gegen Rassismus – für Menschenrechte» mit dabei.

Frau Kretz empfiehlt:
Das wunderbare Berliner Puppentheater Das Helmi, welches am letzten Auawirleben seine «Matrix»-Version geziegt hat, kommt wieder nach Bern! Am Freitag und Samstag zeigen sie im Schlachthaus ihr Kleistmusical «Die Verlobung in Santo Domingo», am Samstagnachmittag das Kinderstück «Dingdongdilli» und ganz Mutige können Anfangswoche noch am Puppenspiel-Workshop «Käse mit Bart» teilnehmen.

Fischer empfiehlt:
«Schicht-Werk» am nächsten Wochenende in der Dampfzentrale. Der Klangabend bringt 2 mechanische Pianos, 4 Pianisten, 12 Schlagzeuger, 8 Computer und 100 Metronome zusammen. Industrialisierte Musik? Sounds vom Fliessband? Maschineller Takt? Ganz so unbeseelt wie in der Fabrik wird das wohl kaum klingen.

Herr Sartorius empfiehlt:
Driften mit dem phantomhaften Singer/Songwriter Cass McCombs am Freitag Samstag im Bad Bonn. Dieser hat mit County Line eines der grossen Lieder des vergangenen Jahres beigesteuert – und doppelte mit einer beinahe fröhlichen und lauteren Liedersammlung gleich nach. Am gleichen Ort gilt es am Mittwoch das neue Programm von Buvette zu hören – im Vorprogramm des Eispop der Still Corners.

Flatternde Hosen und gesegnete Brote

Benedikt Sartorius am Samstag den 17. März 2012 um 01:33 Uhr

Ich war jetzt lange weg – und ich darf mit Freude den Abend durchzählen: Stephen O’Malley sorgte mit seinen hosenflatternden Drones in der Kunsthalle für die entschleunigte Meditation in der Eventnacht, liess den Kunsthalle-Direktor jubeln – und verscheuchte eine Menge Leuts. Wunderbar.

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Weiter in die Uni-Bibliothek zum Dia- und Lieder-Vortrag des verehrten Stahlberger, wieder weiter ins Kunstmuseum zu den Dead Brothers, die im falschen Raum spielten, und immer weiter auf der Suche nach einem Happen Essen, die scheinbar in der Stadt rar gesät waren – und der dann schliesslich bei den gestrichenen Brote der Mama Zuppa im Kornhausforum sehr genossen wurde. Olé!