Blogs


Archiv für die Kategorie „Daten & Termine“

Kulturbeutel 5/12

Ruth Kofmel am Montag den 30. Januar 2012 um 05:03 Uhr

Kofmel empfiehlt:
Am Festival Heimspiel beschäftigt sich diese Woche die Darsteller/innen der Compagnie öff öff mit dem Thema Familie. «Le vent nous portera» heisst das abendfüllende Stück, welches in der Dampfzentrale Premiere feiert.

Frau Feuz empfiehlt:
Wer bombastischen Indie-Pop mag, der gehe am Mittwoch in die Turnhalle vom Progr zu Bianca Story. Die Basler stellen dort ihr neues Album «Coming Home» vor. Am Freitag lohnt sich ein Besuch im Dachstock. Dort spielen nämlich Dead Bunny zusammen mit The Shit, was so viel bedeutet, wie dass gegaragnet wird, was das Zeugs hält.

Frau Kretz empfiehlt:
Das erste Rauschdichten (derzeit wahrscheinlich Berns schönste regelmässige Lesebühne) des Jahres am Montag im Musigistrot mit zwei wunderbaren Gästen aus Deutschland: Lars Ruppel und Bo Wimmer, die zusammen das Team Rocket bilden.

Herr Sartorius empfiehlt:
Das Trio Steamboat Switzerland baut aus – und erweitert sich am Donnerstag im Dachstock zum Steamboat Switzerland Extended Ensemble, um das Stück «Sederunt Principes» für Orgel-Trio und acht Bläser des Berner Komponisten Marc Kilchenmann aufzuführen.

Hochdruck in der Dampfzentrale?

Roland Fischer am Mittwoch den 25. Januar 2012 um 13:13 Uhr

Was ist los in der Dampfzentrale? Was man heute zum Thema wieder lesen konnte, kann einen schon ein wenig ungehalten machen. «Wir arbeiten unter Hochdruck», sagt Ruth Gilgen, Vorstandsmitglied des Vereins Dampfzentrale, fast schon kalauerisch im Bund. Dabei hat man inzwischen aber endgültig den Eindruck, dass dieser Vorstands-Druckkessel aus dem letzten Loch pfeift. Jedenfalls geht’s überhaupt nicht vorwärts: Keine neue Führung bis 2013, ein sich abzeichnendes Programmloch in der zweiten Hälfte 2012 – was auch die Festivals Tanz in. Bern und Biennale Bern betrifft. Das ist, kurz und knapp, miserabel.

Man mag die Stirn runzeln, was das politische und kommunikative Geschick des Vorstands angeht. Viel irritierender ist aber, dass niemand zu wissen scheint, wo dieser Vorstand überhaupt hin will mit der Dampfzentrale. Mit der designierten (und dann resignierten) Leiterin Bettina Fischer hätte es beim Tanz eine inhaltliche Neuausrichtung gegeben, das ist ein offenes Geheimnis. Wer wünschte sich so einen Richtungswechsel nach der sehr bewährten Programmgestaltung von Roger Merguin? Sollte die Musik zurückgestuft werden oder nicht? Gab es dazu Grundsatzentscheide, und wenn ja, wer hat sie getroffen?

Und warum werden bei der Kommunikation zu diesem Thema
bloss Nebelpetarden gezündet? «Der Tanz hat gegenüber der Neuen Musik in der Dampfzentrale mehr Gewicht», sagte Ruth Gilgen Ende Dezember. «Das Verhältnis zwischen der Stadt und der Dampfzentrale gründet auf dem vom Volk genehmigten Leistungsvertrag. Dieser lässt Änderungen im Angebot zu, aber keine Kehrtwenden.» So Veronica Schaller ein paar Tage später. Änderungen im Angebot? Kehrtwenden? Heute dann Barbara den Brok vom Kanton: Zu allfälligen Akzentverschiebungen zugunsten des Tanzes kann sich den Brok indes nicht äussern. «Ich sehe keine Anhaltspunkte dafür, dass die Dampfzentrale nicht im bestehenden Sinne weitergeführt werden soll.» Das sehen offenbar nicht alle an der Entscheidung Beteiligten so.

Sendschreiben aus Neapel: Tanz auf dem Müllberg

Roland Fischer am Mittwoch den 25. Januar 2012 um 05:12 Uhr

«Neapel? Mafia und Müllchaos und so?» tönt es für gewöhnlich, wenn ich meine Lieblingsstadt erwähne. Das eigentlich ganz zutrauliche Monstrum wird gern auf Klischees reduziert – dagegen werde ich hier ein wenig anschreiben. Aber zum Einstieg eignen sich Klischees ja eigentlich nicht schlecht, zumal aus aktuellem Anlass:

Blick.ch-Leser R. B.* aus Bethlehem sagt: «Wir wollen hier doch keine Verhältnisse wie in Napoli.» Bewahre. Da sind damals allerdings ganz andere Mengen rumgelegen, mit denen aber inzwischen fein säuberlich ein nahes Grossmaul gestopft worden ist. Das hat in letzter Zeit zwar ohnehin geschwiegen, aber sicher ist sicher.

Tatsächlich wird Neapels Müll momentan (Transportwahnsinn hoch zwei) nach Holland verschifft, gerade ist die erste 2000-Tonnen-Ladung in Rotterdam angekommen. Das ist wohl immerhin besser als ihn irgendwo in illegale Deponien (oder auf den Friedhof, wie anno dazumal) zu schütten.

Die Kunst könnte da allerdings auch helfen, sei es auf der immer sehr übersichtlichen Metaebene, sei es ein wenig konkreter (dabei aber auch angreifbarer, das ist eben die Krux). A propos Kunstkrux noch, als PS: Beim Googeln von Kunst und Müll habe ich diesen tollen Artikel wiedergefunden, der auch eine (ganz ähnliche?) Überfülle beklagt, ein Konsumieren und rasch wieder Wegwerfen der anderen Art.

_____________________
Der Autor weilt für fünf Wochen in Neapel und wird sich hin und wieder von da zu Wort melden. «Sendschreiben» nennt er das, in Anlehnung an die «Sendschreiben von den Herculanischen Entdeckungen» von Johann Winckelmann, einem exakt vor 250 Jahren erschienen Werk, das von den Ausgrabungen am Fuss des Vesuvs berichtet und, sagt man, so etwas wie die Geburtsstunde der Archäologie als Wissenschaft (und nicht als ziellose Buddelei) bezeichnet. Davon wird dann sicher auch noch die Rede sein.

Kulturbeutel 4/12

Benedikt Sartorius am Montag den 23. Januar 2012 um 06:08 Uhr

Herr Sartorius empfiehlt:
Das neue Format «Landschafter» in der Dampfzentrale, das Film und Musik neu verbinden will. Zur Premiere trifft am Donnerstag Hans Koch auf den «Landschafter» Balthasar Jucker.

Frau Feuz empfiehlt:
Zwei Alben hat der Genfer Musiker Pierre Omer (Ex-Dead Brothers) bis anhin auf dem kleinen aber feinen Label «Radiogram Records» herausgegben. Bevor nun sein dritter Streich erscheint, präsentiert Herr Omer seine Songs in einem Akustik-Set im Plattenladen ihres Vertrauens, nämlich im Chop Records und zwar am Donnerstag ab 18h (inkl. Barbetrieb).

Kofmel empfiehlt:
Wieder Tanz in der Dampfzentrale. Dieses mal ist der ausschliesslich einheimisch, ja sogar Bernerisch. Das Festival HEIMSPIEL beginnt am Freitag mit den beiden Stücken «Lonesome Birds» von Marion Allon und «naturalcauses» von Emma Murray.

Frau Kretz empfiehlt:
Ein weiteres Highlight (so ist anzunehmen) in der Reihe «Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?»: Die Urauführung des Stücks «Verkleidete Engel hab ich schon viele gesehen» mit unserer hochgeschätzten und schwer vermissten Signora Pergoletti unter der Regie von Magdalena Nadolska ab Dienstag im Schlachthaus.

Fischer empfiehlt:
Ein bewegtes Bruegel-Gesamtkunstwerk. Gemälde als Film, ein gewagtes und gelungenes Experiment:The Mill And The Cross im Kino Kunstmuseum, ab Donnerstag.

Kulturbeutel 3/12

Benedikt Sartorius am Montag den 16. Januar 2012 um 06:06 Uhr

Herr Sartorius empfiehlt:
Nie mehr Schissmusik: Am Freitag steht der Newcomerabend «Shit & Schein» in der Dampfzentrale an – und präsentiert Bands wie Second Stop Is Ebikon oder Metzger & Bauer. Und natürlich höre ich dann erst vor Ort in diese Bands ein. Auch gut: Der Sonntag im Rössli mit Astronautalis.

Frau Feuz empfiehlt:
Gehen Sie doch am Donnerstag in die Cinématte. Dort feiert die Popkino-Reihe «Song & Dance Men» bereits das 5-jährige Bestehen und zwar mit Michel Gondry und Spike Jonze. Gezeigt wird der Kultstreifen «Be Kind Rewind» und ein Überraschungsfilm. Am Samstag besuchen sie dann selbstverständlich einen oder mehrere der 17 Veranstaltungsorte der Tour de Lorraine.

Kofmel empfiehlt:
Entweder den Kid Carpet am Donnerstag im Café Kairo besuchen gehen, um verschnupfte Elektronikperlen zu hören oder ans Bejazz Winterfestival fahren und dem aktuellen Schweizer Jazzschaffen die Ehre geben

Frau Kretz empfiehlt:
Von Dienstag bis Freitag feiert Ilay den Boer im Schlachthaus in «Bon Appétit» mit dem Publikum seine Bar Mizwa nach. Dieser spezielle Abend mit einem der besten jungen niederländischen Theatermacher sollte man sich unbedingt gönnen!

Fischer empfiehlt:
Rabenschwarzen britischen Humor heute abend im Lichtspiel mit «Shallow Grave», dem Erstling des Trainspotters Danny Boyle. Nutzen Sie die Gelegenheit noch einmal, dem kunterbunten Kinosammelsurium an der Bahnstrasse einen Besuch abzustatten – schon Ende Februar beginnt der grosse Umzug.

Kulturbeutel 2/12

Benedikt Sartorius am Montag den 9. Januar 2012 um 06:02 Uhr

Herr Sartorius empfiehlt:
Einen Besuch am Norient Musikfilmfestival im Kino in der Reitschule – und beispielsweise den Film «Paradiso» über einen nordirischen Tanzball ansehen. Ergänzt wird das Filmprogramm mit Clubnächten im Bonsoir und als Abschluss ein Konzert der ghanaischen Hip-Hop-Boys Fokn Bois in der Turnhalle. Und dann gilt es am Samstag den Schweizer Noiseberg zu besteigen: Der Abend «SONIC MOUNTAINS (Swiss Noise & Sound Culture)» bringt in der Dampfzentrale die Speerspitze – Norbert Möslang und Sudden Infant – der Schweizer Noise-Kultur zusammen.

Pauli empfiehlt:
die Disco-Break-Show mit dem Schweizer-Trio Casque am Donnerstag im Rössli zu Bern. «Für alle die einen am Helm haben. Die andern sollen zuerst die Töffliprüfung machen», so die Veranstalter.

Frau Feuz empfiehlt:
Gehen Sie sich nächstes Wochenende «Zaffaraya 3.0» in die Cinématte ansehen. (Bericht folgt heute Mittag.) Und am Donnerstag empfiehlt sich das Konzert von El Ritschi im Kairo. Der Jolly and the Flytrap Frontmann trägt dort nämlich in schönstem Innerschweizer Dialekt seine «Liädli» vor.

Fischer empfiehlt:
Auch das Norient, zum Beispiel mit einem Film über das Shukar Collective, das alte und neue rumänische Musik zusammenbringen sollte und nicht wirklich kollektiv funktioniert. Und daneben (ganz wortwörtlich) «passing you», eine Theater-Installation über das Älterwerden, die man sich ganz intim in der guten – ins Tojo gebauten – Stube anschauen kann. Von Mittwoch bis Sonntag.

«Itz eifach nid düredräie!»

Grazia Pergoletti am Mittwoch den 4. Januar 2012 um 01:50 Uhr

So die Worte von Soulmate Flo Eichenberger am heutigen Abdankungsfest des Sous Souls, des Clubs mit der grössten Seele, des Untergrundlokals für Tanzfüdli mit Tiefgang, Seelenverwandte auf Besuch und Unterirdische in Feierlaune. Okay. Hören wir auf, wenns am schönsten ist.



Von der Reitschule her
kam ein angemessen gekleideter Trauerzug die Altstadt runter geschritten und hat bei dieser Gelegenheit auch gleich die Kulturpolitik zu Grabe getragen.

Hier sieht man die Seele vom Sous Soul, wie sie entweicht:

Wir glauben aber an Reinkarnation und lassen uns deshalb nicht unterkriegen.

Apropos Abschied: Wie Sie vielleicht bemerkt haben, trete ich nur noch selten als Autorin in Erscheinung. Tatsächlich löse auch ich mich hier auf dem Blog langsam in Luft auf. Und bleibe aber ab und an als Gast mit kleinen Beiträgen erhalten. Ganz nach Flo Eichenberger: Hören wir auf, wenns am schönsten ist!

Kulturbeutel 1/12

Gisela Feuz am Montag den 2. Januar 2012 um 05:08 Uhr

Frau Feuz empfiehlt:
Bleiben Sie doch am Mittwochabend ein bisschen länger auf und schauen Sie sich auf SF2 SF1 ab 00:10h den Film «Planet Mokka» an, in welchem der schönste Club der Schweiz und dessen Diktator Bädu Anliker porträtiert wird. Des weiteren würde sich der Allez Hop-Parcours ihres Vertrauens bestimmt über einen Besuch freuen. Ran an den Weihnachtsspeck und die Schrumpfleber!

Kofmel empfiehlt: 
Sich am Mittwoch im Progr hochkarätige Live-Elektronik in Kombination mit Live-Beats zu Gemüte führen. Dimlite und Julian Sartorius haben zusammengespannt – das kann nur sensationell werden.

Herr Sartorius empfiehlt:
Kuratieren, kuratieren – mit dem Star-Kurator Hans-Ulrich Obrist und dem neuen Kunsthalle-Direktor Fabrice Stroun, die sich am Dienstagabend an einer Podiumsdiskussion in der Turnhalle treffen.

Frau Kretz empfiehlt:
Man hört nur Gutes vom Ländlerabend (ja, Ländlerabend) «Eidg. Moos – Weltbekannt bis zum Mond» von Ruedi Häusermann, Herwig Ursin und Jan Ratschko, der von Donnerstag bis Sonntag im Schlachthaus zu sehen ist. (Reservation wahrscheinlich empfohlen!)

Fischer empfiehlt:
Die Glauser-Filmreihe im Kino Kunstmuseum, zusammen mit dem Dokfilm über den Krimi- und Rauschdichter und die grosse Rätselfigur «Glauser». Ab Donnerstag, am Samstag in Anwesenheit des Regisseurs Christoph Kühn.

Bildungsfernsehen

Benedikt Sartorius am Dienstag den 27. Dezember 2011 um 13:55 Uhr

Was die Rubrik Schulfernsehen macht, weiss ich seit dem Abschluss der obligatorischen Schulzeit nicht mehr genau, aber ich vermute, dass die Disziplin die Abwanderung ins Internet abseits vom Infotainment à la «Galileo» oder Guido Knopps Geschichtsstunden nicht wirklich verdaut hat.

Kürzlich stolperte ich aber über Sendungen, die aus den Endsiebziger oder tiefsten Achtzigerjahren stammen. Der Spanischkurs «Hablamos Español» etwa spielt Begriffe aus dem Alltag – beispielsweise aus dem Dasein als Tourist – nach, die Stimme aus dem Off übersetzt zielgenau und sorgt so neben dem bestmöglichen Sprachkurs auch für retromanische Unterhaltung.

Noch besser erschien mir allerdings «Bob Ross – The Art of Painting», in der der Minipli-Frisurenträger Ross zeigt, wie Wasserfälle, Bäume und anderweitige Natursachen zu malen sind. Lehrreich, stilbewusst – und da spätnachts auf dem Bildungssender BR Alpha zu sehen – auch einschläfernd:

Zeit, sich wiedermal die Sendung «Mit offenen Karten» anzusehen.

Kulturbeutel 52/11

Benedikt Sartorius am Dienstag den 27. Dezember 2011 um 06:37 Uhr

Herr Sartorius empfiehlt:
Silvestern – beispielsweise im Café Mokka mit Mitternachtsfeuerwerk und My Heart Belongs To Cecilia Winter mit Konfettikanonen. Oder in der Dampfzentrale mit dem Doppeltheatercomixabend mit «Miss Monster» und «Popeye’s godda Blues» und anschliessenden DJs. Oder in den Kinos mit den unverwüstlichen Klassikern «Ladykillers» in der Cinématte oder «The Party» im Kino Kunstmuseum.

Frau Feuz empfiehlt:
Statten Sie diese Woche unbedingt dem Sous Soul noch einen Besuch ab, denn auf Ende Jahr schliesst der sympathische Club bis auf weiteres seine Pforten. Elektronisch versierte Leute tun dies am Dienstag und zwar zu den Klängen der DJs Vigneron, Ferris Le Bleu und Dave Canina, Sufludis schauen am Mittwoch oder Donnerstag bei den Tequila Boys vorbei und alle anderen pilgern am Freitag zur definitiv letzten Runde, wobei die DJs Ramax, Captain Zissou, Boba Fett, Diferenz u.v.a. für Musik ab Konserve sorgen werden. Adieu Sous Soul, es war schön mit dir!

Fischer empfiehlt:
Mehr Silvestern, in den Berner Theatern: Im Schlachthaus mit einem programmgemässen Spezial-Dacapo zur Balkanmusik-Vorstellung (es spielt das Molotow Brass Orkestar), in den Vidmarhallen mit einem mindestens dreispartigen Programm oder in der Capella mit den Unkummerbuben Tomazobi.

Frau Kretz empfiehlt:
Zweimal Spass mit lokalen Helden zum Jahresabschluss bei bee-flat, nämlich an Pedro Lenz’ Lesung von «Der Goalie bin ig» mit Musik von Christian Brantschen am Mittwoch oder beim Silvester-Warmlaufen mit Filewile am Freitag.