Eine kleine Tour durch Berner Kunsträume, wo es schon vor dem Galerienwochenende Entdeckungen zu machen gibt. In der hinteren Lorraine wird fleissig auf die Eröffnung der Soon-Galerie hingearbeitet, die einer jungen Künstlergeneration zwischen Malerei, Fotografie und Street-Art ein Forum bieten wird – und nebenbei auch eine hübsche Bar ist. Gestern durfte schon mal die Nachbarschaft vorbeischauen.
Zu gleicher Zeit gab’s einen offiziellen Ausstellungsstart im Progr. Bernhard Bischoff zeigt fotorealistische Ölmalereien von Pascal Danz, bei denen es um Perspektiven und um Lichtverhältnisse geht – fotografische Spielereien auf die Leinwand übertragen. Einen irgendwie maschinellen Blick wirft Danz auf seine Motive, aber durchaus keinen seelenlosen, er spürt der Schönheit des Unscharfen nach und der Subjektivität des Blickwinkels.
Auch eine ziemlich vertrackten Zugang hat Ines Schärer drüben in der Stadtgalerie gewählt. Im Rahmen der Cantonale erzählt sie einem via Skype jeweils am Freitag von Kunstwerken, die sie selber auch nur erzählt bekommen hat. Oder ist erzählen das falsche Wort? Müsste man «beschreiben» sagen, oder «schildern», «veranschaulichen»? Was ist Kunst, wenn die selbstverständliche Vermittlungsebene, die visuelle, wegfällt? Was passiert mit ihr, wenn sie zum Telefonspiel wird? Wie weit entfernt vom Werk ist meine schon über zwei Stufen vermittelte Vorstellung – und spielt das eine Rolle? Sehr freundlich und harmlos erwartet Ines Schärer einen gleich beim Ausstellungseingang, aber es ist ein durchtriebenes Spiel, das sie dann mit unseren Kunstideen treibt.













Schade, dass ihr Presseleute immer nur über die gleichen Galerien und über die gleichen Künstler in Euren Blättern sprecht. Da macht sich eine gewisse Lobhudelei breit. Bei manchen wird es schon fast langweilig, um nicht zu sagen auffällig, ob der dauernden Wiederholung, der doppelten Bebilderung, oder gar der dreifachen Erwähnungen. Schade! Dabei gab es eine der besten Ausstellungen bei Art + Vision, Bern, mit dem hervorragenden Holzschneider Bruno Gentinetta. Oder im Kunstraum Oktogon mit dem erfrischend expressionistischen Claude Hohl.
wir folgen hier ganz unseren subjektiven vorlieben, umso schöner, wenn kommentarschreiberinnen die ihrigen beitragen. in dem sinne: besten dank für die hinweise!
Bruno Gentinetta
Holzschnitte
12. Januar bis 2. Februar 2013