Oper, so könnte man sagen, ist eine Rundumschlagunterhaltungsform. Diesbezüglich knapp hinter dem Musical rangierend (dort wird schliesslich sogar getanzt), bietet eine Oper allerhand an Bühnenkunst an. Es wird gesungen, musiziert und geschauspielert und mit diesen Mitteln eine Geschichte erzählt, die meistens nicht geizt mit dramatischen Verstrickungen um Liebe, Tod und Täuschung.
Lucia di Lammermoor ist da keine Ausnahme und eine der beliebtesten und meistgespielten Opern überhaupt. Komponiert hat sie Gaetano Donizetti um 1835. Erzählt wird die Geschichte zweier verfeindeter schottischen Adelsfamilien und der unmöglichen Liebe der Lucia zum Sir Edgardo di Ravenswood, der ihre Liebe mit einem gezielten Schuss auf ein wildes Tier gewonnen hat, das der Lucia am Grabe ihrer kürzlich verstorbenen Mutter auflauerte.
Welch romantische Zeiten! Solche Gelegenheiten, einer Liebe habhaft zu werden, ergeben sich ja heutzutage kaum noch. Die Geschichte folgt denn auch dem üblichen Strickmuster, mit dem feinen aber äusserst wirkungsvollen Unterschied, dass zum Schluss nicht nur ausführlich gestorben, sondern auch dem Wahnsinn verfallen wird.
Im Stadtheater Bern ist diese Lucia die Lammermoor momentan zu sehen und also wagte ich einen Ausflug in die Hochkultur. Das Orchester machte seine Sache (soweit das meine Disco-Ohren beurteilen konnten) tiptop und auch die Sänger waren teilweise ein wahrer Genuss. Allerdings war das Gefälle zwischen den Solisten eher gross und das dem Abend nicht unbedingt dienlich.
Nichtsdestotrotz wäre ich durchaus mehrheitlich glücklich in Stadttheater gesessen, wenn denn nur nicht dieses abscheuliche Bühnenbild gewesen wäre. Eine wirklich üble Achtziger-Jahre Gruselromatik wurde da gezeigt, dass einem ganz anders wurde und leider nur der Ausweg blieb, mehrheitlich zurückgelehnt die Deckenmalerei zu studieren und den Klängen zu lauschen.
Das Stück läuft noch bis Mitte Mai im Stadttheater Bern.







