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Ansichten aus Russland

Von Ruth Kofmel am Freitag, den 11. November 2011, um 06:00 Uhr

Postkarten sind grossartig – sie sind eine wahre Herausforderung. Sie haben ein gänzlich unpraktisches Format, nicht was die Bildwiedergabe betrifft, aber der Platz, der fürs Schreiben gedacht ist – ein Witz. Eine Post- oder Ansichtskarte zu schreiben ist eine Kunst für sich.

Nicht zu kurz darf man sich fassen – der viele leere Platz am Schluss liest sich schnell als Gleichgültigkeit oder Ideenlosigkeit. Ausführlich zu werden geht auch nicht, die an den Rand gequetschten Küsse verlieren zu sehr an Dramatik. Dazu kommt, dass es sich mit der richtigen Wahl einer Ansichtskarte eigentlich erübrigt, überhaupt etwas hinten drauf zu schreiben. Die Karte sagt ja schon so: «Schau, hier bin ich in den Ferien und es ist schön hier.» Oder: «Viel Glück zum Geburtstag, ich habe daran gedacht wie du siehst.»

Vielleicht taugen Postkarten tatsächlich am meisten als Sammelobjekte. Die Ausstellung im Kornhausforum mit russischen Ansichtskarten lässt diesen Schluss jedenfalls zu. Nicht nur ist diese Sammlung eine visuelle Beglückung sondergleichen, die Karten erzählen einem nebenbei eine ganze Menge über die geschichtliche, politische und gesellschaftliche Eigenwahrnehmung Russlands.

4 Kommentare zu „Ansichten aus Russland“

  1. Woody sagt:

    Eine gross(artig)e Sammlung russischer Propagandaposter von 1917-1991 finden Sie hier, falls Sie das interessiert…:

  2. Kretz sagt:

    Oh, sehr schön! Danke für diesen Link, Herr Woody.

  3. Ruth Kofmel sagt:

    Ou ja! Merci.