Ganze vier Jahre hat es gedauert, bis Matto Kämpf nun endlich seinen zweiten Band mit skurrilen Tiergeschichten veröffentlicht hat. Die Schreiberin hat sich die letzten vier Jahre ja schon ab und zu gefragt, wann sich dieser donnerwetters Kämpf jetzt dann öppen endlich zum Verfassen eines Zweitlings bequeme, so gross war die Freude am ersten Büchlein gewesen.
Das Warten hat sich gelohnt, kaum bestellt liegt «Tiergeschichten 2» auch schon im Briefkasten (ich glaube, die beim Gesunden Menschenverstand arbeiten mit gedopten Brieftauben) und ist denn auch im Nu gelesen.
Das Schlechte an Kämpfs Tiergeschichten gleich vorneweg: Das Büchlein ist zwar schmuck, aber definitiv zu kurz und dünn. Dafür braucht man also gopferteli nicht vier Jahre, auch wenn man zwischenzeitlich einen Goof produziert, Herr Kämpf. Man will mehr lesen über dicke Leute, die sich Windhunde kaufen, da sich Herr und Hund ja immer ähnlicher werden sollen oder über den polnischen Zirkus-Löwen mit afrikanisch-herbem Mundgeruch oder über letzte Einträge der folgenden Art:
Bevor ihm in der Nacht ein entlaufenes Frettchen die Kehle durchbiss, hatte ein verwitweter Jurist in sein Tagebuch geschrieben:
4. Oktober
Etwas ist im Sofa.
Kämpfs Geschichten sind wunderbar absurd, gleichzeitig aber auch gescheit, wobei der lakonisch-ironische Grundton die Komik noch verstärkt. Da sich Mensch und Tier ja konstant ins Gehege geraten und das wohl auch noch eine Weile so bleiben wird (zumindest bis wir alle ausgerottet haben werden), darf man wohl hoffen, dass Herr Kämpf irgendeinmal auch noch einen 3. Band seiner Tiergeschichten verfassen wird. Ich notier jetzt jedenfalls mal in die Agenda fürs 2015: «Tiergeschichten 3» kaufen. Und Herrn Kämpf schick ich eine Schachtel Pariser, damit man nicht aufs Mal noch länger auf Band 3 warten muss.







Vielen Dank für den Lesetipp! Sie dürfen aber Herrn Kämpf nicht zu sehr fürs Kinderkriegen und Vatersein tadeln, denn dieses hat mit dem “Rabenvater” einen äusserst unterhaltsamen literarischen Nebeneffekt produziert.
…und wer jetzt gern die Tiergeschichten von ihrem Autoren vorgetragen sehen möchte, der/die begebe sich am 17. November in den Keller des Café Kairo und bewundere zudem die musikalischen Höhenflüge der famosen Zorros.
http://www.cafe-kairo.ch/kultur.php
Auch wieder wahr, Herr Lich, ich hab mich darob jeweils auch köstlich amüsiert. Aber Tiere sind die besseren Goofen. MM