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Klingende Pflanzenkunde

Von Ruth Kofmel am Sonntag, den 28. August 2011, um 06:11 Uhr

Stippvisite bei Les Digitales im Botanischen Garten.

Die Herren von Everestrecords haben zum zweiten Mal dieses in der Romandie entstandene Festival der elektronischen Musik nach Bern geholt und dafür eine der wohl hübschesten Lokalitäten ausgesucht. Natürlich können die Konzerte im Liegestuhl im Zelt genossen werden, aber es ist auch sehr gut, durch die Weglein zu streunen, Pflanzen anzugucken und den Klängen aus allen möglichen Winkeln und Distanzen zu lauschen.

Schon vom weitem hörten sich Rotkeller äusserst überzeugend an. Die zwei Laptopmusiker spielten einen hübsch groovenden Sound, der sogar einige zum leichten Mittanzen animierte.

Les Poissons Autistes musizierten zusammen mit Bio und Larkian. Wie gewohnt legten sie langsam pulsierende Flächen aus, auf denen allerlei Geräusche und Melodien Platz fanden, die via Gitarren, Trompeten, Kinderkeybord und natürlich etlichen zwischengeschalteten elektronischen Gerätschaften erzeugt wurden. Und auch wie immer klangen sie sehr herbstlich, sehr melancholisch – es passte prima zum Wetter also.

Noch abstrakter ging es bei dem Duo Rotterdam aus Wien zu und her. Sie beherrschen die Kunst mit Cello und Gitarre eine Art Techno zu spielen. Klang gut, aber wie die Frau Feuz es mit dem Funk hat, so geht es mir mit den geraden Beats – irgendwie immer noch nicht so meins.

Auf keinen Fall verpassen durfte man natürlich die Klanginstallationen von Flo Kaufmann und Strotter Inst.. Insbesondere entzückt war ich von den zu Plattennadeln umfunktionierten Kaktussstacheln. Ja, da war Musik zu hören.

2 Kommentare zu „Klingende Pflanzenkunde“

  1. Frau Feuz sagt:

    Sie und das hat funktioniert mit dieser Kaktusnadel, Frau Kofmel? Wie geht denn sowas? I’m impressed. Bitte genaue phonophysiktechnische Beschreibung (runtergebrochen auf Mückenhirn-Aufnahmekapazität, bitte)

  2. Ruth Kofmel sagt:

    frau feuz, ich kann es ihnen auch nicht genau sagen warum das nun funktionierte, aber offenbar kann man da einfach irgendwas spitzes in die rille tun und so lange das einigermassen passt, tönt das auch. öpe so. allerdings ist die kaktusnadel nicht gewandert, sondern in der einen rille stecken geblieben, was aber auch sehr fein war. hüstel – irgendwie nicht ganz eindeutig diese phonophysikalische beschreibung? muss an ihnen liegen, frau feuz.