Ein kurzer Zwischenbericht aus Willisau – speziell für alle Wilco-Fans unter unsern Lesern. Kurzzusammenfassung: Der Sturm, der dann doch nicht kam. Oder anders als erwartet.
Nels Cline ist so eine Lichtgestalt, was ich schändlicherweise bis gestern Abend nicht wusste. Der Wilco-Gitarrist (und Mastermind?) gastierte mit seinem «Free»-Jazz-Outlet im Entlebuch: The Nels Cline Singers and Yuka C. Honda. Eine wunderbare Besetzung, wenn man sich vergegenwärtig, wer alles mit diesen Musikern verbunden ist: Wilco, Beastie Boys, Marc Ribot, John Zorn, Chris Speed und und und. Es kam wie es kommen musste: Eine Enttäuschung. Der auf der Bühne vor allem von diesem Supergitarristen entfachte Sturm wirkte wenig inspiriert, disparat und egomanisch. Nicht mein Ding.
Die Überraschung kam auf leisen Füssen. Weisse Wände aus Wien eröffneten den Abend mit einem aberwitzigen, energiegeladenen, kurzweiligen, flinken Set zwischen Freejazz, Spoken Word und Minimalrock. Wiener Schmäh und Charme. «Kopfmusik», kommentierte ein Besucher aus Bern. Kopfmusik? Ich muss mir ernsthaft Fragen stellen zum Zustand meines Kopfes. Für mich wirkt die Musik von Weisse Wände eher irgendwo zwischen Bauch und pardon Arsch. Nur dass der Kopf nicht ganz abgestellt wird.
Willisau, in seiner 37. Ausgabe und der 2. unter der Regie von Arno Troxler, versucht den Spagat zwischen der erdrückend grossen Festivalgeschichte und einem Aufbruch. Das gelingt ansatzweise. Dem Festival und schmucken Ort würde man ein paar jüngere Gäste wünschen. Weil das Programm, auch heute Samstag und morgen Sonntag ist gut.







Danke für den Bericht!
Ich denke nicht, dass Cline Mastermind bei Wilco ist. Sonst hätten die letzten 2 Alben wohl doch etwas anders getönt. Aber vielleicht wird ja sein Einfluss grösser beim nächsten Wurf.
[...] (Der Bund, 27.08.2011) ← MITTWOCH 23. FEBRUAR 2011 | WIEN | Blue Tomato | Wurmsergasse 21 Nicht versäumen: → [...]