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Jazz im Emmental

Von Christian Pauli am Mittwoch, den 27. Juli 2011, um 11:57 Uhr

Gestern wurden die löblichen Langnau Jazz Nights eröffnet – für mich als sporadischen Spartengänger wars das erste Mal Jazz in der Emmentaler Metropole. Der erste Eindruck: Es willisauet hier ein bisschen. Provinznest wird zum kulturellen Melting Pot. Sehr nett!

Gemütlich der Auftakt auf dem – Viehmarkt genannten – Dorfplatz: Workshop-Bands bieten im Bierzelt eben erlernte Standards aus dem Real Book feil (vorbildliche Nachwuchsförderung!). Es gibt vorzügliches Risotto und Wurst dazu. Bezahlen tut man mit «Blues». Gut, das erinnert mehr an Montreux – sonst aber eben: sympathisch.

Der Festival-Opener dann in der Kupferschmiede: Ravi Coltrane (sax) – der Sohn von Übervater John Coltrane –, Luis Perdomo (p), Hans Glawischnig (b) und EJ Strickland am Schlagzeug bilden ein lyrisch-abstraktes, gut eingespieltes Jazz-Quartett. Für mich zu verhalten, in sich zu geschlossen, zu wohlfein elaboriert.

Beim anschliessenden Robert Glasper’s Experiment (Robert Glasper, p/keys; Casey Benjamin, sax/keys; Derrick Hodge eb; Mark Colenburg, dr) wurde es mir dann ein bisschen trümmlig. Jazz goes Hiphop, goes Electronica, goes Vocoder, goes viele Effekte. Leider ging dann der letzte Zug, bevor das Feuerwerk der New Yorker bei mir zünden konnte.
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Die 21. Langnau Jazz Nights dauern noch bis Samstag. Sie dürfen sich freuen auf das «absolut heisse» (Festivalboss Walter Schmocker) US-Trio The Bad Plus (27.7.), den Stargast John Scofield (28.7.), das super virtuose, indisch-amerikanische Duo Vijay Yver / Rudresh Mahanthappa (29.7.) und das Genre-sprengende Kaleidoscope String Quartet (30.7.). Die S-Bahn bringt Sie ruckzuck dorthin: Bern ab 18:36, retour 00:08 Uhr.

1 Kommentar zu „Jazz im Emmental“

  1. Herr Sartorius sagt:

    Heute verkleiden sich übrigens Coroner als The Bad Plus:

    The Bad Coroner

    Coroner spielen am Sonntag dann natürlich in der legendären Curling-Halle in Thun ob dem Grabengut, wo unsereiner eine Schul-Lektion in Curling zubringen durfte, und schmerzhaft Bekanntschaft mit dem Eis machen musste.