Ihr Open-Air-Beauftragter aller Sparten wagte sich gestern in die Sommer-Kälte – und besuchte das Orange Cinema auf der Grossen Schanze. Die Auslastung war einigermassen gering, denn auf dem Programm stand nicht ein Film wie «Kokowääh» – der heute gezeigt wird und im Vorverkauf ausverkauft ist – sondern die Vorpremiere von «Barney’s Version», dem neuen, vielversprechenden Film mit dem persönlichen Lieblingsschauspieler Paul Giamatti.
Man packte sich also in die Jacken ein, spannte die Decke über die Beine, freute sich auf Giamatti und als die riesige Leinwand gedreht war, wurde unsereiner verwirrt von einem Film, der vieles sein will und unentschieden zwischen Drama und Slapstick-Komödie hin und her schlendert. Der Zuschauer folgt dem jüdischen TV-Soap-Opera-Produzenten Barney Panofsky – der das Studio namens «Totally Unnecessary Productions» leitet – durch seine drei, aus verschiedenen Gründen gescheiterten Ehen, kriegt irgendwas mit von einer Freundschaft zu einem Autoren, einem scheinbaren Mordfall, Alzheimer und dem Verhältnis zu seinem Vater.
Stimmig oder gar berührend ist in der kanadischen Produktion leider nicht allzu vieles. Was den Film über die Runden bringt, ist einzig der Charakterkopf Giamatti, der allerdings auch schon besser und weniger nah zur Selbstparodie agierte, sowie der Vater, dargestellt von einem bestens aufgelegten Dustin Hoffman. Der Rest war Warten, auf dass sich das stilistische und erzählerische Durcheinander dieses Filmes entwirre. Man wartete zwei Stunden vergebens. Kurz, eine «unnecessary Production», leider.
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«Barney’s Version» läuft ab August im regulären Kinoprogramm. Das Orange Cinema dauert noch bis am 31. Juli.






Nachgetragen sei, dass der gestrige Abend eine ideale Einstimmung auf die Filmfestival-Piazza in Locarno war. Weil solche Filme programmieren sie dort öfters, wenn auch zuweilen noch weit schlechter…
merci für das vorkosten unter suboptimalen bedingungen, herr sartorius. zuhause an die wand gebeamt ist das dann sicherlich ein supi streifen.
in locarno könnte es diesmal übrigens einen ziemlich hübschen pizza-jahrgang geben. wenn mich mein bauchgefühl nicht trügt, hat man dort eine schöne mischung zwischen publikumswirksam und aber doch nicht uninteressant gefunden. gut, sieht man einmal vom höchstsehrwahrscheinlich ungoutierbaren cowboys&aliens ab. glamour hat halt seinen preis.
klar: redet der bauch mit, dann gibt es pizza.
Ich plane da jedenfalls auch grad mein Presse-Pizza-Programm als Kino-Trader, Herr Palermo. Und hoffe doch schwer, dass ich pünktlich zu «Super 8» auf der Eröffnungs-Piazza sitzen werde.
Gut, ob jetzt «Friends with Benefits» goutierbar wird?
universelles thema und schöne körper: genau das, was ich mir unter feierabendunterhaltung vorstelle.