Kommen wir nach den Gratulationen zum 2001. Artikel – einem Filmbeitrag, ganz passend. Es geht um ein tolles Festival, das gleich zum Auftakt mit einer starken Schweizer Premiere aufwartet, deren Schluss leider missglückt. So in der Art könnte man den Beginn des diesjährigen Fantoche zusammenfassen. Das Animationsfilmfestival in Baden wächst und wächst und wächst, das Zuschauerinteresse ebenso. An einem einigermassen sonnigen Mittwochnachmittag mit gänzlich unbekannten Wettbewerbs-Kurzfilmen den grössten Kinosaal der Stadt fast vollzukriegen, das ist nicht ohne.
Nach zwei internationalen Wettbewerbsblöcken (die eher flau waren im grossen Ganzen) dann eben noch die Schweizer Premiere von «Piercing I», einem wirklich aussergewöhnlichen Film, in mehrfacher Hinsicht. Erstens was die Herkunft angeht: China hat man bislang kaum auf dem Animationsfilm-Radar. Zweitens was die Thematik angeht: Sehr nüchtern und ohne visuellen Schnickschnack wird die zermürbende Geschichte zweier junger Chinesen erzählt. Und drittens was die Produktionsbedingungen angeht: Der Film ist gewissermassen ein Familienunternehmen – einzige Hilfe bei der Produktion war die Frau des Regisseurs Liu Jian. Er zeichnet ein einigermassen düsteres Panoptikum einer dieser unzähligen chinesischen Millionenstädte, in denen die Menschen von nicht viel anderem träumen als von Geld, das heisst von einem besseren Leben, von der Möglichkeit, dem Mief zu entkommen.
Irgendwie endet das dann in einer Gangstergeschichte, blutig wird’s auch noch, aber das wird, auch wenn es hektisch wird, einfach mit stoischer Lakonie weiter erzählt. Wunderbare Charaktere, sehr schöne Bilder – sehr überzeugend das alles, bis zur letzten Szene. Die Chance ist zwar klein, dass der Film je in die Schweizer Kinos kommt, ich will aber doch nicht einfach alles ausplaudern. Nur soviel: Was macht der Drehbuchschreiber, wenn er nicht weiss, was er mit seinen Figuren am Ende des Films anfangen soll? Genau. So macht es auch Liu Jian. Und zwar ratzeputz.








Danke, Herr Fischer, das war mal wieder ein schöner Beitrag für den Film.
hier noch ein highlight aus dem wettbewerbsprogramm:
Da freue ich mich doch sehr auf meinen morgigen Fantoche-Besuch, Herr Fischer, der geprägt sein wird vom fantastischen Mr. Fox von Wes Anderson.
und gleich noch ein tolles papierfilmchen:
[...] seltsamer wird das alles, wenn man an den hier zur Festivaleröffnung besprochenen Film «Piercing I» zurückdenkt. Der nämlich bedient sich des [...]