Wir begehen den Tag mit folgender freudiger Durchsage:
Zudem öffnet sich nach dem Klick die Plattenkiste mit neuer Musik. Diesmal: Kein Album, sondern eine stündige EP von Sufjan Stevens, der in dieser Rubrik vor Jahresfrist bereits einmal gewürdig wurde.
Vor einem Jahr zweifelte sich Sufjan Stevens in eine tiefe Sinnkrise. Nun darf erfreut festgestellt werden, dass sich der verloren geglaubte Liedschreiber und Arrangierkünstler wieder dem Pop-Song zugewandt hat, wenn er auch aufs Weiteste ausgedehnt erscheint.
Via Bandcamp veröffentlichte Sufjan Stevens vor zweieinhalb Wochen unangekündigt die EP «All Delighted People». Denkwürdig an dieser Überraschungsaufnahme ist in erster Linie das Titellied. In elfeinhalb Minuten durchquert der Sänger, der seit seinem letzten regulären Album «Illinois» (2005) kaum mehr seine Stimme erhoben hat, diese eigentlich anmassende Popkomposition, beschwört mitsamt Himmelschören die Apokalypse, orchestriert Bläsersätze und Streicher, die im Finale gross aufkreischen, während die Dunkelheit als alter Freund begrüsst wird und die Leute dem Neon-Gott huldigen. Natürlich: Die Liebe ist beim Zeugen-Jehova Stevens eine göttliche, aber hören und schätzen darf man diese Musik auch trotz empfehlenden Einträgen auf christlich-fundamentalistischen und äusserst wüsten sogenannten «Safe-Music»-Seiten.
Abgerundet wird die formsprengende EP von einfach gehaltenen, wunderbaren Liedern wie «Heirloom», bevor es zum Schluss wieder episch und opulent wird. Übrigens: Mehr Material des Herrn gibt es dann in Herbst mit dem Album «Age of Adz», das u.a. ein 22 minütiges Lied beinhalten wird.







Gratuliere zum runden Eintrag. Zum Jubiläum veranstalte ich ein Quiz: Wie heissen die 3 Leser des Kultublogs die nicht gleichzeitig Autoren sind? Zu gewinnen gibt’s ein Jahresabo von Ensuite.
Danke für diesen sehr wertvollen Beitrag, Herr Gratulant.
Um noch einen Nachtrag zum Artikel zu liefern: «All Delighted People» erinnert mich irgendwie an «A Day in the Life» – und das passiert mir nicht oft:
gratulation und aber auch so weiter!
Ich bin dafür, dass die Beiträge #2001 bis 2666 alle in farbiger Laufschrift erscheinen. Also mir gefällt das. Ich finde sowieso generell, dass es eine bedauernswerte Tendenz gibt, das gestalterische Potential des Internets nicht mehr auszunützen. Facebook killed the personal hompage star!
…Herr Gratulant, bei allem Respekt für Ihr Lieblings-Kulturmagazin, ich wäre froh, wenn Sie uns vor solchen Wettbewerbs-Aktionen informieren und das Formular B77I einreichen könnten. Wir können leider nicht alle Preisanfragen erfüllen, bemühen uns aber, entsprechend alle Anträge zumindest durchzulesen. Da die Zeit nun nicht mehr ausreicht, muss ich Ihnen leider eine Absage erteilen. Vielleicht klappt es ja ein nächstes Mal.
Und zu kulturstattbern: Gratuliere. 2’000 Einträge sind ‘ne Menge Material. Wurde etwas erreicht oder ist das auch so ein Projekt, welches 14 Tage nach seiner Einstellung vergessen wäre? (Das ist keine Kritik, sondern eine Frage – hat auch mich mal jemand gefragt… )
Am Besten: Schreibt einfach weiter, man kann die Frage auch erst ab 5’000 Artikeln stellen… :-)
Prost!
Also ich bin ja da die falsche Auskunftsperson, Herr ensuite, da persönlich involviert, aber jedenfalls von meiner Leserperspektive aus – und aus dieser habe ich das Blog während den ersten eineinhalb Jahren erlebt und schätzen gelernt – kann ich sagen: Nein, KulturStattBern wäre nicht so schnell vergessen.
Also einer der Leser heisst jedenfalls Gratulant, zum Vornamen Quatschkopf, wenns mir recht ist. Wenn wir nicht nach wie vor jede Menge Leser hätten – wenn auch stumme – würden wir wohl kaum weitermachen, Herr/Frau Grantulant. Numeso.
so, dann reihe ich mich allergernst in die reihe der gratulanten ein
* wart, händeschüttel, umarm *
ok. 2000er-hymnen gibt’s ja zuhauf, diese hier durfte man vor zehn jahren glaub’s höchstoffiziell nicht am radio spielen, und auch hier passt sie nicht wirklich – aber he, «2000» kommt im refrain vor und es ist ein toller song. los!
Wurde leider als Kommentator gesperrt.
@ensuite: Ich hätte das Abo natürlich selber bezahlt. Wollte sie ja unterstützen nicht schädigen.
Danke, Herr Palermo, das wäre in der Tat der passende Beitrag gewesen, um dieses Lied wiedermal zu featuren.
Und Herr Dummkopf, Sie dürfen natürlich rein, nur, Sie wissen allenfalls um Ihren Ton. Also.
> Facebook killed the personal hompage star!
Bei Jaron Lanier heisst das: “The web lost its flavor.”
(‘You are not a gadget’, ab Okt auch auf Deutsch bei Suhrkamp. Wer das nicht liest ist selber schuld;-))
Oh, danke für den Buchtipp! Klingt in der Tat interessant!
ich stell mich dann hinter Herrn palermo an…
* wart, händeschüttel, umarm *
Ein erstes Lied ab «Age of Adz» ist nun offiziell bereits anhörbar – und zwar hier.