Die Serie lag ein wenig brach, aber erledigt ist sie noch nicht – es gibt durchaus noch mehr interessante zeitgenössische Architektur in Bern, mitunter einfach ein wenig versteckt, nicht mit grosser Geste inszeniert. Um einen eigentümlichen diesbezüglichen Fall soll es auch hier gehen: ein bedeutender Umbau, der aber so leise und unauffällig vonstatten gegangen ist, dass er kaum gross auffiel. Und auch das Resultat bringt das Paradox zustande, zwar überaus markant zu sein, sich dabei aber diskret in die Umgebung einzufügen.
Die Rede ist vom neuen Radiostudio an der Ecke Schwarztorstrasse/Mühlemattstrasse. Ein ganzer Gebäudekomplex wurde da während fast fünf Jahren umgebaut, und zwar bei laufendem Betrieb – es gab für die Nachrichtenzentrale des Schweizer Radios keine Ausweichmöglichkeit. Immer waren Akustiker vor Ort, die sicherstellten, dass die Lärmemmissionen im Rahmen blieben und keine störenden Geräusche über den Sender gingen. Letzten November war der Umbau abgeschlossen.
Neu ist der «Turm», der dem Gebäudekomplex zum Monbijou hin ein ganz neues Gesicht gibt. Er trägt die Handschrift von Rolf Mühlethaler (hier und hier war auch schon von ihm die Rede), der für die gesamte Sanierung verantwortlich war. Nach aussen hin sieht man von den ganzen Veränderungen sonst allerdings kaum etwas – richtigerweise hat man sich entschlossen, mit dem schmalen Neubau deutlich zu machen, dass sich auch im Inneren der Gebäude einiges getan hat. Sehr gelungen ist der Übergang zum altehrwürdigen Rundbau an der Mühlemattstrasse – hier stossen alt und neu einigermassen schroff aneinander und vertragen sich doch wunderbar.






