Ich war noch nie auf dem Münsterturm. Auch die Bären habe ich noch nicht von nahem gesehen. Man kennt das – wo man wohnt, hat man einen eher nüchternen, praktischen Bezug zu den Sehenswürdigkeiten. Und Bescheid über die Stadt weiss man höchstens so nebenher, nie würde es einem in den Sinn kommen, eine Stadtführung zu machen, um Wissenswertes zur lokalen Geschichte zu erfahren.
In Bern allerdings ist die Sache nicht so einfach, denn hier gibt es ein paar junge Leute, deren Leidenschaft es ist, Führungen der etwas anderen Art anzubieten, die durchaus nicht nur für Touristen gedacht sind. Seit zwanzig Jahren führt StattLand Interessierte aus nah und fern zu spannenden Orten in und um Bern. Dabei werden nicht einfach langweilig Fakten heruntergebetet, die Führungen sind szenisch aufgebaut, man arbeitet mit Schauspielerinnen und Schauspielern und versucht, die Orte und Geschichten sinnlich zu gestalten.

Im Palma3-Verlag ist zum Jubiläum ein schön gemachtes Buch erschienen, das fünf thematische Spaziergänge durch Bern versammelt. Die StattLand-Macher haben sich in ihrem Fundus bedient und fünf Routen zusammengebastelt, die sich um Berner Persönlichkeiten, um die Frauenbewegung, um Kultur, die Aare und um Inseln drehen. Das Buch taugt zur Lektüre zuhause ebenso wie als Vademecum: Entlang der Routen kann man jeweils kurze ortsspezifische Geschichten nach- oder vorlesen.
Unlängst hatte übrigens der neueste Rundgang zum Thema «Orte der Wut» Premiere. Erarbeitet wurde er für die demnächst startende Biennale Bern, deren Thema die «Wut» ist. Vom 10. bis am 18. September kann man jeden Tag einer geheimnisvollen roten Figur folgen und fuchsteufelswilde oder faustimsackige Geschichten aus Bern erfahren. Während der Biennale wird der Rundgang zudem vom Fachbereich Gestaltung und Kunst der Hochschule der Künste Bern gestalterisch begleitet.
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Am Samstag findet im Progr die Buchvernissage mit anschliessendem Apéro statt. Mit illustrer Gästeschar: Nebst unserer Nicolette Kretz (die den Kultur-Rundgang geschrieben hat) werden auch die etwas anderen Stadtführer Alexander Tschäppätt und Franz von Graffenried erwartet. Ab 19 Uhr Vernissage in der Aula, danach Jubiläumsfest in der Turnhalle.







herr fischer, ich würde ihnen dennoch zu einem aufstieg aufs münster raten, es ist schön hoch da oben, die luft noch besser als unten und die aussicht toppt eigentlich auch diese vom rosengarten.aber natürlich sind die stadtrundgänge sehr amüsant, zb die von den gespenstern.
münsterturm olé olé! unbedingt da rauf, herr fischer. sollen wir die nächste redaktionssitzung gleich da oben machen?
Ich war, seit ich in Bern ansässig bin, auch noch nicht auf dem Münsterturm. Wahrscheinlich war drum mein letzter Ausflug nach dort oben damals im fünften oder sechsten Schuljahr.
Apropos Kindheit: Viele mögen Arcade Fire, was ich verstehen kann, nicht allzu sehr, das neue HTML-Google-Maps-Video darf aber schon mal angeschaut werden – das übrigens auch ohne den Chrome-Browser mehr oder weniger zu funktionieren scheint.
Und dann noch eine Progr-Ergänzung: Das Konzert von Katzenjammer vom Samstag ist ersatzlos gestrichen, wie mir der Bee-Flat-Newsletter eben mitteilte.
schade um den katzenjammer. und ja, eine sitzung mit stadtweitem überblick wäre natürlich fabelhaft.
Das fiese am Münsterturm ist, dass man dann sieht, was es zwischen den Gassen für traumhafte Wohnungen/Terrassen gibt.
Zudem sieht man beim Runtersteigen in so einem gemeinen Winkel durch die Maueröffnungen: schwere Prüfung für höhenängstliche Weicheier.
So lässt sich Bern übrigens auch erkunden (der song ist leider nicht so doll):
http://thewildernessdowntown.com/