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Festivalsaison, die zweite: Die grosse Unbekannte

Von Roland Fischer am Dienstag, den 10. August 2010, um 07:31 Uhr

Es ist eines der grössten Festivals in Bern, und doch ist es nur wenigen Liebhabern ein Begriff: Die Biennale Bern gibt es zwar schon ein Weilchen, doch erst seit der Neuausrichtung vor zwei Jahren hat sie merklich an Konturen gewonnen. Höchste Zeit also, dass das  spartenübergreifende Festival auch zu einer Institution im Berner Kulturkalender wird.

BB10_Vase3Vor einigen Tagen hat die Biennale das diesjährige Programm vorgestellt. Und weil es zum Konzept des Festivals gehört, die Berner Kulturinstitutionen für ein gemeinsames Spektakel zusammenzubringen, wurde der visuelle Auftritt nicht von einem Grafikbüro, sondern vom Atelier für visuelle Kommunikation der HKB gestaltet. Einen besonderen Clou haben sich die jungen Gestalter (Nicolas Kunz, Reto Moser, Tobias Rechsteiner) für das Programmheft einfallen lassen. Es ist in eine rote Folie eingeschlagen und fast durchgängig in rot-schwarz gehalten, ganz passend zum Festivalthema «Wut». Einzige Ausnahme sind ein paar seltsame duochrome Fotos, bei denen ein träumerisches Blau ins Rot hineinspielt. Wer wissen will, was es mit dem visuellen Trick genau auf sich hat, soll sich ein Programmheft organisieren (liegen überall in den Berner Kulturorten auf) und mit dem beiliegenden Lesezeichen rumspielen.

Ein paar Höhepunkte seien auch noch aus dem reichen Programm herausgepickt: Ums Dienen und Ausgeliefertsein im ganz konkreten Sinn, nämlich die oft prekären Arbeitsbedingungen des Dienstpersonals, geht es zum Auftakt des Festivals im Haus der Universität, der Dampfzentrale und dem Kino Kunstmuseum («To Serve»). Weiter ist im Tojo der renommierte afrikanische Tänzer Boyzie Cekwana zu sehen, der zwischen dem Zürcher Theaterspektakel und dem Genfer Bâtie-Festival auch Zeit für einen Abstecher nach Bern findet («Influx Controls»). Und mit der Lorrainebrücke wird wohl der eigenartigste Berner Kulturort überhaupt bespielt. Wohlgemerkt: Die «Promenande à travers une oeuvre» findet nicht auf, sondern in der Brücke statt.

1 Kommentar zu „Festivalsaison, die zweite: Die grosse Unbekannte“

  1. zuffi sagt:

    Meine Empfehlungen:
    14./15. September: Heiner Goebbels, “Walden”, Dampfzentrale
    16.9: Astro Twin im Progr
    18.9: Basel Sinfonietta mit Werken von Schweizer Komponisten, Dampfzentrale