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Filmischer Halbschlaf

Von Gisela Feuz am Donnerstag, den 17. Juni 2010, um 06:43 Uhr

halbschlafEs tut sich was beim Berner Filmnachwuchs! Im Herbst soll der achtminütige Kurzfilm «Halbschlaf», eine Produktion des Decoy Collectives unter der Regie von Johannes Hartmann, herauskommen und mit etwas Glück an den nächsten internationalen Filmfestivals gezeigt werden. Nils Althaus, Beat Schlatter und Nina Bühlmann konnten für die Darstellung der Figuren verpflichtet werden, inhaltlich soll hier nicht zu viel verraten werden, bloss, dass der Protagonist kafkaesk zwischen Traum und Realität wandelt und die Geschichte am Schluss eine unerwartete Wendung nimmt.

Unsereins, absoluter Laie (Laiin?) in Sachen Filmproduktion, stellt sich ein solches Unterfangen ja nun nicht allzu schwierig vor. Eine halbwegs passable Story, ein paar Leutchen, welche vor der Kamera herumhampeln, ein Kameramann, der beim Filmen nicht zu sehr wackelt, ein «Tätschmeischter», der Anweisungen ins Megafon brüllt und ein, zwei Sandwiches auf dem Set sollten doch eigentlich genügen, um so einen achtminütigen Film auf Celluloid zu bannen, so die dilettantische Annahme der Schreiberin. Nun ja. So einfach sei es dann trotzdem nicht. Rund 75’000.- Franken kommen da gemäss Hartmann an Kosten zusammen. Bezahlt werden müssen die Schauspieler, der Kameramann inkl. zwei Assistenten, ein Chef-Beleuchter inkl. Assistent, eine Maskenbildnerin, eine Kostümbildnerin, eine Ausstatterin inkl. Assistentin, welche das Set dekoriert und Requisiten besorgt und ein Regieassistent, welcher Hartmann zur Hand geht.

Nach Adam Riese kostet eine Filmminute also rund 10’000 Franken. Nicht schlecht. Dass die jungen Produzenten dieses Geld nicht aus dem eigenen Sack bezahlen können, versteht sich von selber. Entsprechend sind die Herren nun auf Geldsuche und haben zu diesem Zweck gerade 80-seitige Dossiers ans Bundesamt für Kultur und an das Schweizer Fernsehen verschickt. Wir drücken die Daumen, dass das klappt mit der finanziellen Unterstützung und dass wir entsprechend im Herbst hier einen neuen Berner Kurzfilm vorstellen können. Übrigens können auch Sie, werte Leser und Leserinnen, das Ihrige dazu beitragen, dass «Halbschlaf» produziert werden kann. Für eine Spende ab Fr. 25 werden Sie namentlich als Gönner oder Gönnerin im Abspann erwähnt, bezahlen kann man gleich hier. Macht sich doch gut in den persönlichen Annalen, nicht? Die Schreiberin jedenfalls wird sogleich zum virtuellen Portemonnaie greifen und weiss zudem schon, wie’s am Schluss von «Halbschlaf» ausgeht, ätsch.

4 Kommentare zu „Filmischer Halbschlaf“

  1. Werde jetzt “Fan” von Halbschlaf: http://www.facebook.com/halbschlaf

  2. Herr Sartorius sagt:

    Eventuell könnte diese Seite noch mit einem Soundtrack unterlegt werden. (via hier)

  3. Frau Feuz sagt:

    Super Plan, Herr Sartorius. Einfach nicht vergessen, die Boxen auf 130 DB aufzudrehen. Ihr Nachbar wirds ihnen danken. Mit diesem akustischen Hintergrund wird bestimmt auch jede Schulstunde zum Vergnügen. Werd ich nachher gleich ausprobieren.

  4. [...] Päckli-Chef Christo und der jungen Film-Crew von «Halbschlaf», also dem Kurzfilm, über welchen hier bereits berichtet wurde. «Halbschlaf» wird zur Zeit in genau diesem Haus gedreht und entsprechend [...]