Da fällt es wie eine Seuche alle zwei Jahre über uns her. Alles und jede(r) wird infiziert. Das richtige Leben stockt. Im Bundeshaus dümpelt die Session vor leeren Reihen vor sich hin. Und auch die Kulturveranstalter ducken sich und fahren das Programm eingeschüchtert runter, um die Bühnen zu Grossleinwänden umzufunktionieren. Die Menschen kleiden sich bescheuert und reizen das ästhetische Empfinden mit weissen Kreuzen. König Fussball regiert, und der Wohltätigkeitsverein Fifa streicht weltweit Milliarden ein.
Zum Glück gibt’s hierzulande Deine Freunde und Helfer. Die haben dem zügellosen Treiben furchtlos die Schranken gesetzt. In Zürich dürfen die Gartenbeizer die Spiele der kommenden Fussball-WM in Südafrika nur mit einer Spezialbewilligung, einer so genannten Public-Viewing-Bewilligung, zeigen. «Wir sind sicher, dass wir damit im Interesse der Wohnbevölkerung handeln», stellt sich ein Sprecher der Zürcher Polizei vor die schweigende Mehrheit der Nicht-Fussballgucker.

Auch in Bern: Die Gewerbepolizei hat in einem Rundmail verfügt, dass «Lautsprecher nur für die Live-Übertragungen benützt werden dürfen und dass für Aufzeichnungen, Zusammenfassungen, Kommentare und dergleichen sämtliche Lautsprecher vollständig ausgeschaltet werden müssen. Beim Schlusspfiff ist der Ton abzustellen.» Eine bürgernahe Entscheidung, findet die «Berner Orts- und Gewerbepolizei», und «wünscht eine erfolgreiche WM mit vielen spannenden Spielen!»
Damit ihre Gäste nicht auf Alain Sutter verzichten müssen, empfiehlt KulturStattBern den Berner Wirten einen Schnellkurs in Gebärdensprache.






Ich verzichte sehr gerne auf Alain Sutter, wenn Sie mich fragen, nicht aber auf Andy Egli, dessen Bild in der heutigen NZZ meinen Tag gemacht hat.
guten morgen provinz!
apropos: falls sie auch ton zum fussi bevorzugen, gehe sie doch nach düdingen, dort im bad bonn werden sie geholfen.
In der Tat, ein wunderbarer Artikel von Andy Egli über Nordkorea und Andy Egli. O-Ton: «Einzig ein kleines Fussballfeld aus nicht identifizierbaren Material hängt an der Wand.» Eine solche Schreibe ist doch das höchste der Gefühle.
sie meinen diesen wunderbaren text hier, meine herren?
http://www.nzz.ch/nachrichten/wm2010/aus_einer_unbekannten_welt_1.5846468.html
a propos wm: spielen sie orakel!
http://www.derbund.ch/wm2010/wm-orakel/
also der letzte abschnitt ist dem armen herr egli sicher von der nzz-wirtschaftsredaktion ‘reinredigiert worden. aber auch so scheint es, dass sich christoph blocher in nordkorea wohler fühlt als unser fussballgewerkschaftsgründer.
Eine Nachmeldung. Zürich krebst zurück:
http://www.nzz.ch/nachrichten/zuerich/live-fussball_in_zuerich_erlaubt_1.5861617.html
Jetzt ist das Regime in Bern noch schärfer. Hurra.