Sophie Hunger im Dachstock der Berner Reitschule, 10. April 2010. (Bild Manuel Gnos)
Dieses Bild habe ich am Samstag beim Konzert von Sophie Hunger in der Reitschule gemacht. Es ist das einzige. Die Stimmung im Dachstock war derart sakral, dass ich mich nicht getraut habe, mehr als einmal die Kamera hochzuhalten und abzudrücken. Ane Hebeisen hat heute im «Bund» das Konzert sehr treffend auf den Punkt gebracht: Alles sehr schön, und grandios gemacht, aber die Unberechenbarkeit ist grösstenteils verloren gegangen.
Mir persönlich ist vieles der Musik zu vorhersehbar geworden. Mit einigen packenden Ausnahmen: der wunderschöne Eröffnungssong etwa, aber auch die herzzerreissende Coverversion von «Le vent nous portera», die lauteste aller Zugaben (die stark an Radiohead erinnerte) und dieses begeisternde Solo von Schlagzeuger Julian Sartorius, in dem er es schaffte, seinen Hi-Hats ohne elektronische Verfremdung einen wahrhaft technoiden Sound zu entlocken.








während ich mich am samstag im dachstock phasenweise etwas gelangweilt habe, scheint unser herr pauli am sonntagskonzert in der dampfzentrale ganz hin und weg gewesen zu sein, wie man hört:
http://newsnetz-blog.ch/kulturstattbern/blog/2010/04/11/velos-statt-schutzengraben/#comment-16406
wer gerne eine lobeshymne auf frau hunger lesen möchte, kann dies bei frau landsturm tun:
«Und dann ist eben Samstag, und diese Sophie Hunger kommt einfach so auf die Bühne im Dachstock und singt dieses Bündner Volkslied, zunächst Instrumente und Quatsch, und man kann sich dieser Stimme gar nicht mehr entziehen, muss muss muss zuhören und nach vorne starren. Lieder, in die man reinliegen möchte, so weich und warm sind sie. Hunger auf der Bühne mit einer Präsenz, die einen nicht wegschauen lässt, manchmal hat ihr Blick etwas Irres, wenn sie so nach oben starrt und ein wenig seltsam lächelt.»
den ganzen text gibt es hier:
http://caramellandsturm.blogspot.com/2010/04/always-hungry.html
Messi für den Link. Hab inzwischen mit sieben Leuten über das Konzert geredet – und sieben Mal eine vollkommen andere Meinung vernommen. I like.
in meinem umfeld gehen die meinungen von sehr zufrieden bis begeistert. welches spektrum wird denn bei ihnen abgedeckt, wertes fröllein caramell?
von “ich stand an der bar und hab nichts mitgekriegt” über “ganz okay” bis “sehr sehr schön”.
Ich glaube in der Dampfzentrale waren alle 400 begeistert, sehr begeistert sogar.
jedenfalls haben Sie mich so weit, dass ich bereue, nicht am einem oder andern Ort gewesen zu sein! mein Terminkalender liess es leider nicht zu…
hier noch eine etwas ausführlichere besprechung aus luzern:
http://www.kulturteil.ch/2010/man-weiss-nicht-so-genau-weshalb-%e2%80%a6-sophie-hunger-im-sudpol-und-in-der-schuur/
[...] haben ja mitbekommen, dass des Schreibenden Begeisterung für Sophie Hunger aktuell etwas gedämpfter ist als auch schon. Nun hat uns aber aus dem Hause Kidam/Jeremiah, auch bekannt von der heiss [...]
Man könnte fast den Eindruck bekommen, dass sich Herr Gnos ein bitzeli in Frau Hunger verkuckt hat