Die Welschschweiz kommt an dieser Stelle kaum je zu Ehren – abgesehen vielleicht von gelegentlichen Frison-Konzerttipps, aber das ist ja auch nur ein halber Schritt über den Röstigraben. Dass la Romandie gerade von Bern aus nicht wirklich weit ist, kommt einem auch als Radiohörer zugute: Die welschen Kanäle empfängt man hier nämlich tadellos auch ohne Kabelanschluss.
Deshalb hier also ein dringender Tipp für genervte DRS3-Hörer und für all jene, die wegen der deutschschweizer Radiomisere ohnehin nur noch CDs hören. Couleur3, das welsche Pendant zum ehemals spannenden dritten DRS-Kanal, ist nach wie vor sehr hörenswert. Hier rasch die Playlist der letzten Stunde: Micky Green, T.L. (True love); Luke, Pense à Moi; We Have Band, (REP) Honey Trap; Tunng, Hustle; Snow Patrol, Just Say Yes; Serge Gainsbourg, Lola rastaquouère; Placebo, Bright Lights (single edit); Colorblind (CH), The Fall; Arcade Fire, Black mirror; The Black Eyed Peas, Meet me halfway; The XX, Crystalised. Ja, es gibt auch Sünden (wie die Black Eyed Peas), aber sie sind rar. «REP» steht übrigens für Repérages, das sind die Scheiben in «Hot Rotation», die aber mit der Hitparade rein gar nichts zu tun haben. Zur Musikauswahl gibt’s übrigens auch einen Blog, in dem die Macher erklären, was sie warum spielen. Entdeckungen (nicht nur aus dem frankophonen Raum) garantiert.
Dazu kommen Wortbeiträge, die immer wieder viel Freude machen. Meine Lieblinge: Les Deux Minutes du Peuple, ebenso kurze wie chaotische Radiosketche des kanadischen Komikers François Perusse. Auch wenn man halbwegs französisch kann, bekommt man zwar höchstens die Hälfte der Pointen mit, dafür aber einen Eindruck, wie frech und respektlos Radio sein kann. A propos respektlos: Zweiter Höhepunkt jeden Tag sind die Strasseninterviews des mit Abstand besten Moderators im Land Patrick Dujany, immer über Mittag. Lausanne ist kein sicherer Ort mehr, seit «Duja» jeden Tag mit dem Mikro durch die Strassen zieht. Jung und Alt zittert vor seinen honigsüss gestellten Frage-Fallen. Auch sehr lustig: sein täglicher Schabernack mit dem Chefkoch Philippe Ligron, der versucht, den Zuhörern etwas über die Geschichte der Gastronomie zu erzählen. Das Ganze endet aber regelmässig in Chaos und Lachattacken im Studio.
Also: 104,2 einstellen und gute Musik hören – und erst noch nebenbei sein Französisch aufbessern.








Und ich brönntsche am Sonntag in Murten/Morat, und zwar hier:
http://www.harteveld-art.ch/
Irgendwie muss ich das Haushaltsgeld ja verjubeln… Und hier gehe ich dann auch noch hin:
http://www.longirock.ch/pressbook/documents/2010-01-28_La-Cote.pdf
Ich bin eben schon ein bitzeli welschophil.
was ist denn das longirock für ein überaus seltsames festival, frau schnapsnase? headliner young gods und scorpions… davon hat auch couleur3 wind bekommen: http://www.couleur3.ch/fr/rsr.html?siteSect=148
Oh Herr Fischer, da hab ich wohl mal wieder durch meinen Zahnersatz genuschelt und mich nicht klar ausgedrückt. Da meinte ich das Evenmah auf der linken Seite und nicht die langhaarigen jungen Dinger auf der rechten. Ich bitte um Vergebung, aber das rechts wär auch noch was, bin mal mit den Young Gods desumegheit als ich noch Mini tragen konnte:)
ich war nie ein grosser radiohörer, werde es wohl auch nicht mehr werden, obwohl ich gerne würde. letztlich scheitert es an der zeit. mehr als info-sendungen sind da meist nicht drin. dank podcasts kann man sich aber trotzdem immer mal wieder eine schöne sendung zu gemüte führen. schauen sie sich also hier mal etwas um:
http://www.drs.ch/www/de/drs/podcasts.html
mein lieblings-podcast ist allerdings der hier:
http://garagepunk.ning.com/profiles/blogs/sonic-nightmares-40
A propos Young Gods, es hat nicht par hasard grade jemand ein Ticket für morn in der Turnhalle übrig? Ich wüsste eine Abnehmerin, si jamais.
Duja ist Kult, war aber auch schon besser, nur bissig reicht manchmal nicht. Und sonnenklar: Das Musikprogramm ist um Längen besser als das DRS3-Gedudel, aber eben auch saison- und modeabhängig. Mich stört einzig das manchmal ziemlich unreflektierte gecopypaste von allem Gedudel, das aus den UK kommt. Zum Beispiel letzten Sommer wars schlicht scheusslich, da hat mein Lieblingssender diesen englischen Neo80erjahrescheiss 1:1 importiert. Das war schlimm. Trotzdem: Couleur3 oléolé!
zum musikprogramm bitte ich noch rasch um eine detail-expertise von herrn sartorius: diese ‘we have band’-band gefällt mir sehr – haben die ennet dem röstigraben auch schon von sich hören gemacht?
werter fischer, diese we have band-band wird spätestens am 28. april ennet dem röstgraben von sich hören machen – dann gastiert sie nämlich im bonsoir. soviel zu den trockenen fakten. analyse, herr sartorius?
ich hab mal 2-3 scheue versuche mit openbroadcast unternommen. hat da jemand mehr erfahrung damit? und auch gleich noch ein fazit dazu? ich wüsste noch nichts schlaues dazu zu sagen.
eine detail-expertise von herrn sartorius
Ohne ins Detail zu gehen: Ich mag das nicht. Aber im Radio-Programm, wieso nicht?
Und Herr Protagonist: Ich werde dieses Open-Broadcast dann mal prüfen, denn mein Zweitarbeitgeber wird im Laufe der nächsten Monate ä biz rumpröbeln mit diesem Radio.
[...] Nosferatu im Lichtspiel, dann weiter im Nachtprogramm ins Bonsoir, wo die (hier ja nicht allseits geschätzten) We Have Band aufspielen. Der Kleine Bund fand dazu, «viel [...]