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Erleuchtung im Tarnanzug

Von Grazia Pergoletti am Samstag, den 13. März 2010, um 12:50 Uhr

Bob Wilton (Mc Gregor) ist ein Kleinstadtreporter, der den kleinen Mann in sich überwinden will und auszieht, um das Abenteuer zu finden. Notabene, nachdem ihn seine Freundin verlassen hat. Er trifft auf Lyn Cassady (Clooney), einen Jedi-Krieger der U.S. Army und begleitet diesen auf seiner Mission durch den Irak. Auf dieser Reise voller buchstäblicher Hindernisse erzählt Cassady alles über die New Earth Army, die unter Anleitung von Bill Django (Bridges) mit Esoterik, Kampfkunst, LSD und viel männlicher Inbrunst eine Armee hin zum Guten entwickelte, bis der gemeine und von Neid geplagte Larry Hooper (Spacey) alles kaputtmacht und das schöne Projekt auf die Seite des Bösen zieht.

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All die tollen Schauspieler mit langen Haaren vor schrecklichen Wandgemälden (sieht aus, wie damals im AJZ!) herumtanzen zu sehen, ist schon mal ein guter Grund, sich diesen irgendwie herzigen Film anzuschauen. Natürlich könnte The Men who Stare at Goats bissiger sein, die Frage ist, ob er bissiger sein muss. Für mich nicht. Gerade dieser eher liebliche, wenn man will etwas harmlose Umgang mit den Inhalten, setzt den Hippiegedanken, der doch irgendwie auch in dem Film steckt, ganz gut um.

Sehr toll fand ich, wie der Film es schafft, sich über die Figuren lustig zu machen, ohne sie völlig der Lächerlichkeit preiszugeben. Es bleibt in der Schwebe, ob wirklich übersinnliche Kräfte im Spiel sind, oder ob sich da ein paar wenig intellektuelle, aber durchaus gutherzige Kerle einfach zu weit in psychedelische Drogen und Robert A. Wilsons Illuminati hinein begeben haben. Wohl eher letzteres, was aber auch nicht so schlimm ist, würde ich mal sagen. Ein Jungsfilm der völlig anderen Art. Sehr sympathisch und unterhaltsam!

4 Kommentare zu „Erleuchtung im Tarnanzug“

  1. Michael sagt:

    Der Film hat ein paar Längen, ich fand die Wanderung des Irrationalismus von links nach rechts aber wunderbar dargestellt (Hippie-Esoterik wird adaptiert und wandert bis ins Pentagon). Das ist z.T. wahrscheinlich nicht mal überzeichnet, der Bush Regierung war ja tatsächlich argumentativ nicht mehr beizukommen.

  2. signora pergoletti sagt:

    Das fand ich auch ziemlich gut. Diese “Entheiligung” des Kriegerischen Ernstes. Natürlich kann man Verharmlosung vorwerfen, ich finde es jedoch durchaus heilsam, wenn auch mal die Lächerlichkeit Kriegerischen Grössenwahns gezeigt wird. Wie bei Dani Levis “Mein Führer”.

    Und dass die Hippies bis zum Schluss dann doch bei aller Unvernunft und Grössenwahn dem Love&Peace-Gedanken treu bleiben, fand ich auch okay.

  3. Val der Ama sagt:

    Sehr gutes Geschauspielere (Bridges und vor allem der oléolé Clooney), schönes Setting immerdar und recht unterhaltsam. Schade nur, dass die ganzen Pointen bereits im Trailer zu geniessen waren. “Jungsfilm” ist eine perfekte Beschreibung, für “Film des Jahres” reichts nicht ganz.

  4. Lars: L, Krisenreporter sagt:

    KILBI 3TAGESPAESSE AUSVERKAUFT!!!

    (womit auch die preisdiskussion hinfällig wird)

    tami!