Das Gebäude liegt gleich an der Bahnlinie Richtung Wankdorf, doch von dieser Seite bleibt es hinter dem Bahndamm verborgen. Vom Nordring her gesehen ragt mitunter ein Teil des langen Riegels ins Blickfeld, doch insgesamt hält sich das mächtige Volumen erstaunlich diskret im Hintergrund.

Seit 2008 steht der Wylerpark links oben eingangs des Wyler-Quartiers, gleich beim Polygon-Brückchen; früher flankierte hier ein nichtssagendes Industriegebäude die Gleise. Dessen Abbruch schuf viel Platz, den neu, so die Ausschreibung des Wettbewerbs, ein Büro- sowie ein Wohngebäude einnehmen sollten. Es ist ein einziger Baukörper geworden, dem man die beiden Nutzungen aber schon von aussen ansieht.
Die unteren zwei Etagen nutzt die SBB, sie bilden einen nüchternen modernen Bürobau mit hübschen Lichthöfen; soweit ist, abgesehen von der prägnanten Gliederung der vorderen Fassade mit Betonträgern, durchaus nichts Besonderes am Gebäude. Diese Träger dienen allerdings nicht nur der Zier, gegen oben hin kragen sie nach vorne aus und stützen so den zweiten Teil des Gebäudes, die Wohneinheit. Diese liegt als langer, dreigeschossiger Riegel quer über die gesamte Büroeinheit.
Vor allem diese Wohneinheit ist ein architektonischer Wurf. Die Wohnungen sind nebeneinander in Schläuchen angeordnet, sie bieten wunderbare Ausblicke über die Dächer der Nachbarschaft hinweg sowohl nach Südosten wie nach Nordwesten. Erschlossen sind sie über ein Laubenganggerüst, das gleichzeitig als offener Wohnraum für alle dient. Auch die Konstruktion des Wohngebäudes ist einigermassen ungewöhnlich. Es vereint wenig Beton (für Lift- und Treppenhaus) mit viel Holz (was man ihm erst von Nahem ansieht) und wurde in nur sechs Wochen hochgezogen.
Entworfen hat den Wylerpark der Berner Architekt Rolf Mühlethaler, einer der umtriebigsten neuen Berner Stadtbauer. Auf sein Konto gehen u.a. auch die Eidg. Alkoholverwaltung an der Länggasse (1993-94), der Sitz des Intersport-Konzerns in der Waldau (2007) – davon wird hier auch noch die Rede sein – und der Bahnhof Wankdorf (2004).
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In der Reihe «Neue Häuser» stellen wir zeitgenössische Architektur in Bern jenseits von Piano und Libeskind vor.




ah, sie meinen das gebäude hier im hintergrund, lieber fischer:
eine sehr schöne idee für eine neue serie ist das übrigens. allerdings bin ich trotz mehrmaligem betrachten aus der nähe nicht sicher, ob mir dieser wylerpark gefällt. er hat etwas zu strammes, zu abweisendes. von aussen sieht es ungemütlich aus, da drin zu wohnen. allerdings kenne ich die innensicht nicht.
stimmt es übrigens, dass man grosse mühe hat(te), die wohnungen zu vermieten? wie man im quartier hört, sind die preise astronomisch.
auf die inneren werte kommt es an – sie haben schon recht, herr gnos, dass der wylerpark ein wenig gar streng daherkommt. aber da einziehen würd ich sofort, die wohnungen sehen wunderbar luftig aus. in holz hab ich so einen bau noch gar nie gesehen. das mit den mieten würde mich übrigens auch interessieren, zumal: http://www.wylerpark.ch/index.php?sel=1271&sub=1273&sub2=1275
2550.- für 3.5 Zimmer.
[...] Nordquartier werden nicht nur teure und schöne Wohnungen mit super Aussicht gebaut, sondern weiter unten, keine 400 Meter davon entfernt, ist vor ein paar Tagen günstiger [...]
die müssen aber gross sein, diese zimmer.
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nur noch einmal schlafen!
wow. das sind dann schon eher gentrifizierte preise.
dann fiel mir noch das ein: ob das wohl als inspiration gedient hat?
http://www.everland.ch/de/photos/
[...] (2007). Vor allem das Intersport-Gebäude von Rolf Mühlethaler (der hier auch schon einen Auftritt hatte) ist eine nähere Inspektion wert. Das schlichte zweigeschossige Bürogebäude liegt in die [...]