Unser Herr Fischer hat das Thema letzte Woche lanciert: Die Demokratisierung der Musik. Nicht nur im Museum für Kommunikation freilich gibt es Musikinstrumente, die von allen, also auch von uns Dilettanten gespielt werden können. Internet und iPhone bringen die demokratischen Musikinstrumente nach Hause – oder wo auch immer Du gerade steckst.
Der Zürcher Musiker Christoph Gallio zum Beispiel hat die Website soziale Musik entwickelt. Sounds, die von Musikern wie Sven-Ake Johansson und Olaf Rupp stammen, hat Gallio als Grundlage des virtuellen Musikinstrumentes genommen. Das ist witzig, weil nun everybody mit der Musik von bekannten Improvisatoren improvisieren kann – ein ironischer Hinweis auf die Sackgasse, in der diese Nischenmusik oftmals stecken bleibt.
Wo es um Computer, Demokratie und Musik geht, ist auch Brian Eno nicht fern. Für Eno ist Musik so demokratisch, dass er sie verschwinden lässt. «Music for Airports» hiess das 1978, und diese Platte ist ein Markstein in der Popularisierung von Ambient-Musik. Nun ist Eno mobil gegangen und hat für das iPhone die schöne App Bloom kreiert. Der Zeigefinger auf dem Touchscreen lässt Sounds und Farben blubbern.
Für mich ein besonders gelungenes Stück: Die Buddha Machine von Christiaan Virant and Zhang Jian. Zehn chinesische Sounds sind auf diesem 20 Euro teuren Instrument verfügbar. Die Samples können lediglich eines nach dem anderen abgespielt werden und das Einzige, was man modulieren kann, ist die Tonhöhe. Und trotzdem verursacht dieses Gadget eine grosse Sogwirkung. Das chinesisch-amerikanische Produkt ist weltweit ein grosser Erfolg. Mittlerweile gibt es sogar Konzerte von Buddha-Machine-Orchestern. Womit wir bei einer anderen – alten – Forderung wären: Die Demokratisierung des Orchesters.
Die Demokratisierung der Musik übrigens wurde einst von den Punks auf die Fahnen geschrieben und wird nun auch vom Berner Gemeinderat begrüsst. In seiner Antwort auf die Interpellation «Musikunterricht für alle» von PdA-Stadtrat und Ex-Gewerbeschullehrer Rolf Zbinden antwortete die Berner Stadtregierung: «Musik hat – wie kaum ein anderes Schulfach – (…) eine sehr hohe Wirkung auf die Persönlichkeitsentwicklung.» Ob uns hier das Internet wirklich weiter hilft, ist wiederum eine andere Frage.






ein schöner beitrag zum abstimmungssonntag. lustig an einigen grossen kunstdemokratisierern übrigens (nicht den hier genannten): dass sie selber schwer mit charisma und schamanentum arbeiten. also eigenschaften, die auch nicht jedermann haben kann, weil es sonst langweilig wird.
[...] Byrne) und – wichtiger – Erfinder von Ambient («Music For Airports») vor allem mit Spielereien für elektronische Gadgets aufgefallen. «Small Craft On A Milk Sea» (Warp) ist ein Ereignis. Darum lasse ich jetzt, an [...]