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Letzte Chance: Selfmade-Elektro im MFK

Von Roland Fischer am Mittwoch, den 3. März 2010, um 15:21 Uhr

Noch bis am 21. März gibt es im Museum für Kommunikation ein besonderes Spielzeug zu sehen – und vor allem auch auszuprobieren. Der Reactable ist ein ebenso komplexes wie kinderleicht zu spielendes elektronisches Musikinstrument, das grossen Spass macht. Und zwar auch musikalisch Minderbemittelten.

reactable


Der gewitzte Tisch
ist kein blosses Ausstellungsstück, das die Möglichkeiten neuer Multimedien aufzeigt. Der Reactable ist ein echtes Instrument, das auch schon diverse grosse Bühnenauftritte hatte. Er hat nicht viel gemein mit klassischen Instrumenten wie Gitarre oder Synthesizer – er ist ein Spielplatz, kein Sound-Körper. Auf der Tischfläche pulsiert geduldig ein grosser Bildschirm. Bestückt man ihn mit verschiedenen Bauklötzen, geht die Musik los – gleichzeitig zeigt der Bildschirm an, wie die Sound-Elemente miteinander interagieren. Grundelemente wie Melodie und Rhythmus lassen sich mit Verzerrern, Modulatoren und anderem Zeugs koppeln, indem man diese in die Nähe schiebt, und produzieren so immer vertracktere Sounds. Einen fiesen Störklotz gibt’s auch, einen Aussenseiter, der Misstöne zwischen das schöne Blubbern und Zirpen drückt und mit keinem anderen Element was zu tun haben will. Zusätzlich lassen sich die einzelnen Klötze wie Regler drehen, lauter/leiser, schneller/langsamer, höher/tiefer.

So hat man hat die Sounds buchstäblich in der Hand. Ein grosser Spass, wie gesagt, zum Ausprobieren. Und ebenso zum Zuschauen. Denn anders als bei der üblichen Elektronik-Blackbox Laptop sieht man beim Reactable, wie er zum Tönen gebracht wird. Die grosse Tischplatte illustriert die Klänge auf ebenso schöne wie faszinierende Weise. Schade, dass der Elektro-Tisch nicht öfter bei der Sorte Konzerte zum Einsatz kommt, bei denen man sich fragt, was die Musiker hinter dem Laptop-Bildschirm so treiben. Einfach ab und zu eine Taste drücken? Das könnten die Maschinen ja auch selber.

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Unter dem Titel ‎«Letzte Chance» werden wir in loser Folge Last-Minute-Empfehlungen bringen – Ausstellungen, die bald zu Ende gehen, Theaterstücke, die demnächst aus dem Spielplan gekippt werden, Filme, die bereits ihre letzten Tage haben.

10 Kommentare zu „Letzte Chance: Selfmade-Elektro im MFK“

  1. Michael sagt:

    Danke für den Hinweis! Das muss ich mir noch anschauen, habe vor über 2 Jahren mal ein MIT-video darüber gesehen. Es tut sich was bei den Instrumenten-Interfaces (s. auch Keith McMillens String Interface), wurde auch Zeit, denn die Compis sind im wesentlichen immer noch glorifizierte MIDI Controller und MIDI-Standard der Hauptgrund für den grossen Stillstand.

  2. zuffi sagt:

    Sehe momentan nicht, wohin der erste Link im Beitrag geht, deshalb vielleicht doppelt genäht: Björks Hauselektroniker hatten auf der Volta-Tour so ein Teil dabei. Sieht fantastisch aus.

  3. Herr Sartorius sagt:

    Danke für den Hinweis, Herr zuffi. Der Link ist geflickt und tatsächlich führt er zur Volta-Tour. An diese Einlage mag ich mich allerdings nicht mehr erinnern.

  4. Fischer sagt:

    dritter link, herr zuffi. sonst hat das offenbar noch kaum jemand ausprobiert. vielleicht sollte man den filewilern mal so ein ding besorgen?

  5. pauli sagt:

    Oh Hr.Fischer, ein demokratisches Instrument. Sehr schön. Wird da die alte Forderung, wonach jeder ein Künstler ist, erfüllt?

  6. Herr Gnos sagt:

    vielleicht sollte man den filewilern mal so ein ding besorgen?

    filewile ist ja nun wirklich nicht eine band, die sich hinter computern versteckt. im gegenteil: da stehen sehr viele analoge tongerätschaften auf den tischen und meistens kommt aus dem compi nur der beat. ist zwar nicht so, dass ich nachvollziehen könnte, was die beiden herren da jeweilen machen – aber das geht mir bei einem gitarristen oder schlagzeuger ja auch nicht anders…

  7. aus der lorraine sagt:

    ich kann allen ans herz legen ins mfk zu gehen und zu spielen- macht höllen spass, auch wenn man keine ahnung hat. am besten an einem schönen tag, wenn man den tisch für sich alleine hat.

  8. Fischer sagt:

    jeder ein spieler, jeder ein künstler? grosse fragen, herr pauli, die haben glaubs nicht platz auf diesem tisch.

  9. [...] Herr Fischer hat das Thema letzte Woche lanciert: Die Demokratisierung der Musik. Nicht nur im Museum für Kommunikation freilich gibt es [...]

  10. Michael sagt:

    Reactable gibt’s jetzt auch fürs iPad:

    http://www.reactable.com/products/mobile/